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Deutsche Industrie crasht weiter – „einfach schrecklich“!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben wurden die deutschen Einkaufsmanagerindizes (Markit PMI; September) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe 41,4  (Prognose war 44,0; Vormonat war 43,5)

Dienstleistung 52,5   (Prognose war 54,3; Vormonat war 54,8)


source: tradingeconomics.com

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten der deutschen Einkaufsmanager erhoben hat:

 

„Ein weiterer Monat mit miserablen PMI-Daten für Deutschland. Diesmal ist der Composite-PMI sogar auf den niedrigstenWert seit Oktober 2012 und damit tief ins Rückgangsterrain abgesackt. Die Wirtschaft hangelt sich ins vierte Quartal, und beim derzeitigen Tempo dürfte bis Ende 2019 kein Wachstum mehr dabei herauskommen. Die Daten für den Industriesektor sind einfach schrecklich. Was die Nachfrage lähmt,sind die Unsicherheit bezüglich der Handelskonflikte, der Ausblick für die Automobilindustrie und der Brexit. Dies alles hinterließ in den Auftragsbüchern der Industrieunternehmen das größteMinus seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009. Dass der Stellenaufbau praktisch zum Erliegen gekommen ist, hat dafür gesorgt, dass dem Servicesektor eine der wichtigsten Stützen weggebrochen ist. So zeigt der erste Auftragsrückgangbei den Dienstleistern seit über viereinhalb Jahren, dass sich die Nachfrage in ganz Deutschland bereits verschlechtert hat.“

20 Kommentare

20 Comments

  1. Avatar

    Schmockstück

    23. September 2019 10:26 at 10:26

    Es ist gut dass es schlechter wird. Kein Anachronismus sondern eine simple Erkenntnis:
    Dem verbeamteten Michel ist nicht zu helfen. Überzeugend wirken nur Schmerzen und ökonomische Ohrfeigen.
    Nach 10 Jahren in Germoney ( vorher 25 Jahre im Ausland ) scheint mir die flächendeckende Verdummung eines ganzen Volkes Fakt zu sein. Unwiderruflich, wie 1939 als in Deutschland
    kein einziger an 1945 glauben wollte. 2 Weltkriege haben wir überstanden, die uns von Angelsachsen in die Schuhe geschoben wurden. Diesen werden wir nicht überstehen.
    Wozu auch. Ein derart verblödetes System hat kaum noch eine erkennbare Daseinsberechtigung.

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      heldheiko

      23. September 2019 12:51 at 12:51

      krass. genau meine meinung.

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    Hesterberg

    23. September 2019 11:36 at 11:36

    Das System ist leider nicht nur verblödet, es ist auch furchtbar korrupt. Diese Mischung hatte schon immer ein ziemlich übles Endergebnis zur Folge.

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    Arthur

    23. September 2019 11:59 at 11:59

    Das kommt dabei heraus, wenn sich Ignoranz mit Dummheit paart.

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      Heinz

      23. September 2019 17:19 at 17:19

      Ja, da haben Sie wirklich recht, Herr Leftüti!
      Da übertreiben aber einige maßlos. So schlimm wird es doch wohl nicht werden. Außer durch längst aufgeholte Buchverluste wird auch in der großen Krise 2008/2009 kaum jemand irgendwelche negativen Auswirkungen erfahren haben. Das wird nächstes Mal bestimmt nicht anders.

  4. Pingback: Die Meldungen vom 23.09.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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    Frickler

    23. September 2019 13:02 at 13:02

    So wie sich alles momentan in der BRD entwickelt, werden sie die Klimaziele bereits viel eher erreichen. Nur dumm für die verblödeten Klimakids, dass Mutti sie bald nicht mehr mit dem SUV zur Demo fahren kann, weil die Bank die Kreditkiste wegen ausstehender Raten einziehen mußte. Dann werden sich die fff-Demos auch bald erledigt haben. Was ist nur aus dem einstigen Volk der Dichter und Denker geworden?

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      Wernersen

      24. September 2019 21:43 at 21:43

      „Was ist nur aus dem einstigen Volk der Dichter und Denker geworden?“

      Ein bewußt verblödet es Volk von Klimaaktivisten und Gutmenschen die jeglichen Kontakt zur Realität verloren haben.

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    Claudia

    23. September 2019 13:07 at 13:07

    Fast schon amüsant zu lesen, wie ein ganz normales zyklisches und längst überfälliges Ereignis wie eine beginnende Rezession, noch dazu befeuert durch die Unsicherheit bezüglich der Handelskonflikte, den Ausblick für die Automobilindustrie und den Brexit, zu fast schon dramatischen Weltuntergangsszenarien inkl. „flächendeckender Verdummung eines ganzen Volkes“, eines verblödeten und korrupten Systems und der Paarung von Ignoranz mit Dummheit hochstilisiert wird.

    Vermutlich geht es uns allen bereits viel zu lange viel zu gut, denn als regelmäßige Wirtschaftszyklen noch als normal betrachtet wurden, war der Katzenjammer bei weitem nicht so groß.

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      Nico

      23. September 2019 19:59 at 19:59

      @Claudia. Recht haben Sie. Aber wenn in jeder Überschrift, die einen Rückgang von Konjunkturzahlen verkündet, die Adjektive schrecklich oder katastrophal verwendet werden und die Ereignisse vor einer Woche schon mit dem 11. September verglichen wurden, ohne dass ein Mensch zu Schaden kam. Wenn man das schon als schwarzen Schwan oder Ähnliches nennt, so braucht man sich nicht zu wundern, dass sich die Pessimisten dazu aufgefordert fühlen, immer drastischere Worte über den Zustand unserer Wirtschaft zu finden. Nicht nur, dass man die Politiker allesamt als unfähig darstellt, oder ein ganzes Volk als trotteligen Michel diffamiert, der sich alles gefallen lässt….., nein, um Gottes Willen, bereits eine Rezession von minus nullkomma Prozent wäre etwas Apokalyptisches in unserer Wegwerfgesellschaft. Was bleiben eigentlich für Beschreibungen übrig, wenn es zu einem richtigen Knall mit Kurshalbierungen kommt? Superlative verkaufen sich einfach besser. Aber es ist wie in der Massenberichterstattung. Wenn ich nach einem Terroranschlag bei ntv 12 Stunden lang berichte und das über Tage, denkt jeder, er könnte das nächste Opfer sein, auch wenn die Wahrscheinlichkeit erheblich geringer ist, als vom Blitz getroffen zu werden. Irgendetwas bleibt da auf der Strecke.

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        Michael

        23. September 2019 21:13 at 21:13

        @Nico, Recht haben auch Sie. Aber wer nicht mehr im Ansatz zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, zwischen Finanzen und individueller menschlicher Würde unterscheiden kann und alles unscharf und verschwommen durch die blaue Brille betrachtet, scheint mehr und wesentlich Bedenklicheres als nur 12 Stunden ntv zu konsumieren. Der liest und selektiert und reduziert ganz offensichtlich auch fundierte Inhalte der Finanzmarktwelt auf Headlines, Keywords und Reizbegriffe. Wer sich in seiner undifferenzierten und recht(s) drastischen Mitteilungsfreude derart moralisch und intellektuell über 80 Millionen von Bürgern, Wissenschaftlern, Unternehmern wähnt, muss sich letztendlich auch die Fragen gefallen lassen, ob er mit seinen Beiträgen mehr als einer der viel gescholtenen Algos von der Börse zu leisten imstande ist. Denn wie Sie schreiben, irgendetwas bis fast alles bleibt da auf der Strecke.

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          Nico

          23. September 2019 22:37 at 22:37

          @Michael. Gute Argumentationskette von Ihnen. Wenn es zu komplex wird, rettet sich manch einer in das Verschwörerische, in einfache Wahrheiten – in Vorurteile – und landet oft bei Populisten. Gab es zu jeder Zeit, was mich aber derzeit stört, ist das weitverbreitete Weltuntergangsgerede, besonders in Deutschland.

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        Mark

        24. September 2019 09:58 at 09:58

        Die Verdummung, welche durch die merkelsche Migrationsförderung in ca. 2 Generationen Fragen aufwerfen wird, ob Frauen noch Führerschein machen oder zur Wahl gehen dürfen, weil die künftige Wählerschaft ihren muslimischen Glauben weit über Bildung, Gleichberechtigung und vor allem den Nichtgläubigen/Kuffar sieht, ist nicht traurig, sondern für das bisherige Europa vernichtend! Die standardisierte Verteilung der künftigen Migranten bei allein in Afrika 60Mio/Jahr Bevölkerungswachstum tut ihr übriges.

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    asisi1

    23. September 2019 13:22 at 13:22

    Ja, das kommt dabei raus, wenn sich in Brüssel 50.000 Beamten mit Gurkenkrümmungen auseinander setzen und von nichts eine Ahnung haben. So ist es auch mit der deutschen Politik! Also weiter abwärts, wir schaffen das!

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    Katja Wohmann

    23. September 2019 14:06 at 14:06

    Macht euch keine Sorgen, die EZB und neu dann die Lagarde werden alles Schlechte einfach wegkaufen. Die EZB kann das, hat sie mal kundgetan, da sie keine Gläubiger zu befürchten habe, die ihr Geld zurückfordern. Geht’s schief… dann sind ja eben genug Bürger da, die über die Wahlen zugesichert haben, alle Schulden persönlich zu übernehmen.
    Also wozu sich Sorgen machen? Ein Intelligenztest ist ja für die Funktion bei der EZB oder Regierung noch nie verlangt worden – es braucht anscheinend keinen.

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    Charly Whiskey

    23. September 2019 15:07 at 15:07

    „Wir schaffen das“ glaubt niemand mehr. Vom Exportweltmeister zum verspotteten Trottel. Leider geht das Aufwachen zu langsam. Unsere Nachbarn sind nicht so verblödet und machen die Selbstzerstörung des „Tätervolkes“ nicht nach. Die Gehirnwäsche von Jahrzehnten zeigt drastische Ergebnisse. Wer hier bleibt muss da durch. Viele Migranten werden sich nach ihren Heimatländern sehnen. Wer schon länger hier lebt und es sich leisten kann, der emigriert bis nach der Krise, wer nicht ziehe sich warm an! Alles Gute!

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    Roberto

    23. September 2019 17:44 at 17:44

    ja, absolut richtig ! Ich kann es auch nicht fassen wie man sich so vor einer Rezession fürchten kann. Es ist doch völlig normal das es nicht nur steigen kann. Wenn ich schon höre oder lese das das Wirtschaftswachstum um 1 % gefallen ist, und dann die jeweiligen Weltuntergngsszenarien dazu gemalt werden ist das schon sehr weltfremd. Es ist unfassbar das man sich ein immer steigendes Wirtschaftswachstum vorgibt. Alles ist limitiert…selbst die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Außer die Indizes natürlich. Die dürfen bis zu den Sternen wenn sie wollen :-))

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      Michael

      23. September 2019 18:56 at 18:56

      Wichtig war doch, dass das ganze Vokabular einmal in seiner schlichten Schönheit und allumfassenden Einfachheit aufgerollt wurde. Endlich wurde alles gesagt und auf den Punkt gebracht, was untrennbar zum deutschen Einkaufsmanagerindex des Monats September gehört:

      – 2 Weltkriege, die uns von Angelsachsen in die Schuhe geschoben wurden
      – der verbeamtete Michel
      – die flächendeckende Verdummung eines ganzen Volkes
      – ein verblödetes System
      – zudem auch furchtbar korrupt
      notwendiger Applaus und Zustimmung: krass. genau meine meinung
      – verblödete Klimakids
      – europäische Gurkenkrümmungen
      – verspottete Trottel
      – Gehirnwäsche von Jahrzehnten
      – Buchverluste aus der großen Krise 2008/2009
      – Migranten, die sich nach ihren Heimatländern sehnen
      – Ignoranz, die sich mit Dummheit paart

      Angesichts dieser Kommentare sollte vor allem dem zuletzt aufgelisteten Argument heute und beim nächsten Einkaufsmanagerindex im Oktober eine besondere Beachtung zuteil werden.

      • Avatar

        Heinzelmann

        23. September 2019 22:00 at 22:00

        Die Wahrheit muss einfach auf den Punkt gebracht werden, Herr Leftüti!

      • Avatar

        Linkenklatscher

        20. März 2020 09:17 at 09:17

        Noch immer der Ansicht: Don´t worry, be happy oder singen Sie mit Marry Poppins „with a spoon full of sugar…….“ ?
        Diese Medizin die Germoney jetzt verabreicht wird ist richtig bitter.
        Aber Sie haben ja Ende 2020 die Gelegenheit, den 2 Mio mehr Arbeitslosen
        als Ende 2008 Ihre Erklärungen zugänglich zu machen.
        Sollten Sie die in den nach unten manipulierten Zahlen dieser Arbeitsvernichtungsbehörde finden.
        Den anderen wie Claudia, Nico und Michael nur eines: Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird. Falls es Ende 2020 noch viel zu kochen geben sollte.

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Karstadt Kaufhof erhält Sonderkredite vom Staat – Pro und Contra zur Staatsräson

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild für Rolltreppen in einem Kaufhaus

Der in der Coronakrise vom Bund aufgelegte Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) ist nichts anderes als eine Art Staatsfonds, der in das Eigenkapital von Unternehmen investieren kann in Form von Kapitalerhöhungen. Er kann aber auch Kredite gewähren. Das prominenteste Beispiel in der Coronakrise war die Lufthansa mit 9 Milliarden Euro an Hilfen (hier die Details). Bei der Airline ist der Steuerzahler jetzt Miteigentümer. Die letzte verbliebene deutsche Fluggesellschaft ist ein Musterbeispiel in Sachen Staatsräson. Jetzt kommt noch Karstadt Kaufhof hinzu. Laut aktuellen Berichten erhält man 460 Millionen Euro als Nachrangdarlehen aus dem WSF – geht die Kaufhauskette pleite, steht der Steuerzahler also bei den Forderungen ganz hinten in der Schlange, und geht wohl leer aus.

Was haben die beiden gemeinsam? In ihrer Branche sind sie die letzten verbliebenen Anbieter in Deutschland. Außer Karstadt Kaufhof gibt es keine Kaufhausketten mehr hierzulande, die in Innenstädten ein breites Sortiment anbieten, und oft in kleinen und mittelgroßen Städten der Ankerpunkt in Fußgängerzonen sind. Und die Lufthansa ist quasi der letzte Anbieter aus Deutschland für Flüge in die große weite Welt. Beide kann man in die Kategorie „Systemrelevant im Sinne der Staatsräson“ verbuchen. Es gibt gute Gründe solche Unternehmen zu retten, aber auch gute Gründe es nicht zu tun.

Pro Rettung von Karstadt Kaufhof

Zur Staatsräson kann man sagen: Es geht um das Selbstverständnis des Staates, etwas bestimmtes zu sein, darzustellen, zu präsentieren, und öffentlich einen bestimmten Eindruck zu vermitteln. Und so wie jeder Staat zum Beispiel eine große Airline haben will (Air France, Alitalia usw), braucht Deutschland vermeintlich die Lufthansa. Und so braucht auch ein Land wie Deutschland zumindest eine einzige Kaufhauskette, als Ankerpunkt für die Fußgängerzonen? So darf man es wohl verstehen. Aus aktuellen Berichten kann man als Begründung der Bundesregierung für den Kredit an Karstadt Kaufhof entnehmen, dass diese Kaufhäuser „unverzichtbare Publikumsmagneten“ in vielen Fußgängerzonen seien. Das mag auch durchaus so sein.

Mit der Unterstützung leiste die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag, um Arbeitsplätze zu sichern und die aktuell schwierige Lage für das Unternehmen zu überbrücken. Und ja, auch die Rettung von zahlreichen Arbeitsplätzen auf einen Schlag, damit kann man als Politiker natürlich auch punkten. Und in der Tat. Trotz jahrelangen Miss-Managements und Ausschlachten von Karstadt wären die einfachen Mitarbeiter die Opfer einer endgültigen Pleite. Gerade in der Coronakrise würden sie wohl kaum schnell eine neue Stelle finden. Auch das kann man als Argumentation für diesen frischen Kredit anführen – wobei man dann auch fragen könnte, warum der Bund nicht gleichzeitig auch kleine Betriebe mit wenigen Mitarbeitern rettet – etwa weil sie zu wenige Mitarbeiter haben, und weil das zu wenig mediale Beachtung finden würde?

Contra

Karstadt, Kaufhof und zahlreiche andere stationäre Einzelhändler hatten schon seit Jahren strukturelle Probleme. Nicht nur im Kampf gegen Amazon und Co versagten sie seit Jahren, auch ihre Angebote in den Innenstädten wirkten verstaubt und aus der Zeit gefallen. Neue Konzepte waren Fehlanzeige. Durch eine weitere Rettung verzerrt man den Markt, und hindert die Marktkräfte daran auch im stationären Einzelhandel neuen, besseren Angeboten für die Konsumenten Raum zu geben. So werden alte, unrentable Geschäftsmodelle am Leben gehalten, und neuen wird der Marktzutritt erschwert.

Auch spricht gegen die Rettung von Karstadt Kaufhof, dass eine Pleite auch nach der Coronakrise wahrscheinlich bleibt, weil sich am Geschäftsmodell ja nichts ändert. Wie gesagt, auch vor Corona ging es nur bergab mit den Kaufhäusern. Also könnten die 460 Millionen Euro für den Steuerzahler womöglich verloren sein. Der Ökonom Daniel Stelter bringt es im folgenden Tweet auf den Punkt. Man kann es auch so sagen: All die kleinen Gewerbetreibenden, die sich abrackern und noch funktionierende Geschäftsmodelle haben, zahlen Steuern bis zum Abwinken, und dürfen eine erfolglose Firma durchfüttern und künstlich am Leben erhalten. Das ist nicht gerecht, und im Sinne einer sich ständig erneuernden modernen Volkswirtschaft auch sinnbefreit.

Aber nochmal: Tragisch ist, dass bei einem Dichtmachen von Karstadt Kaufhof die Mitarbeiter den größten Preis gezahlt hätten – also genau diejenigen, die seit Jahren hilflos und ohne Eigenverschulden dem Niedergang beiwohnen müssen. Denn sie müssen das umsetzen, was unfähige Manager ihnen auftischen.

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Aktien

Shortsqueeze: Shortselling – so gefährlich wie selten zuvor!

Junge Trader handeln Aktien mit einer hohen Shortquote – und bringen Hedgefunds durch einen Shortsqueeze an den Rand des Abgrunds!

Wolfgang Müller

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Es war die Meldung des gestrigen Tages an der Wall Street: Der Hedgefonds Melvin Capital hat sein Engagement bei GameStop beendet, damit seine leerverkauften Aktien zurückgekauft, als Opfer eines Shortsqueeze hat Melvin Capital gewaltige Verluste eingefahren.

Sicherlich das Extrem in einer Entwicklung, die aber schon längere Zeit zu beobachten ist. Wetten auf fallende Kurse – Shortselling – sind derzeit gefährlicher denn je! Ein Überblick über das Coronajahr 2020 offenbart ein Fiasko.

Shortsqueeze: Eine Idee macht Schule

GameStop ist kein Einzelfall. Die jungen Trader der Generation RobinHood haben aus ihren Erfolgen anscheinend den Schluss gezogen, dass man bei Aktien mit einer hohen Shortquote sehr leicht Gewinne einfahren kann – durch einen Shortsqueeze, der Leerverkäufer zu Eindeckungskäufen zwingt. Durch organisierte Käufe von Aktien und Optionen, die die Shortseller unter Druck bringen. Diese müssen ihre Positionen schließen, sprich die Aktien kaufen und die Spirale dreht sich weiter nach oben. So realisiert beim Kinobetreiber AMC Entertainment oder beim Einzelhändler Bed Bath & Beyond. Der Name für das Spiel heißt Shortsqueeze, ein Begriff, der bei Google im Januar mit dem Faktor 15 nachgefragt wurde und dreimal so oft, wie beim bisherigen Hoch.

Generation Z oder doch Y?

Vermutlich Letztere, denn die unter 25-Jährigen haben wohl mehr mit ihren Studentenkrediten zu tun, von denen viele unter Wasser stehen. Das Durchschnittsalter der 13 Millionen RobinHooder ist zuletzt leicht über 31 Jahre gestiegen, entsprechend dem Median der Generation Y. Da die durchschnittliche Depotgröße vor Kurzem noch bei unter 5000 Dollar lag, bedeutet, dass es schon großer konzertierten Aktionen bedarf, um Marktbewegungen auszulösen. Deshalb auch das große Interesse an Pennystocks und Werten mit einer kleinen Marktkapitalisierung. Bei einer über 3000 Dollar schweren Amazon-Aktie wird man mit diesen Depotgrößen nicht so viel ausrichten, ist ein Shortsqueeze viel schwieriger in Gang zu setzen.

Die Verluste der Shortseller

Wie oft hatte der Finanzdienstleister S3 im letzten Jahr über die Höhe der Shortquote bei Tesla berichtet? Ein ständiger Quell für Kursanstiege, weil es dem Marketingtalent Elon Musk immer wieder gelungen war, seine Fangemeinde zu begeistern. Seine Wut auf die Shortseller hatte ihn vor zwei Jahren fast um seinen CEO-Posten gebracht. Hat er vielleicht die Gelegenheit genutzt, um sich mit seinen Twitter-Botschaften (GameStonk u.a.) verspätet zu rächen? Jedenfalls haben Shortseller im Jahr 2020 mit Tesla 40 Milliarden Dollar Verlust eingefahren, der höchste Verlust, der je mit einem US-Unternehmen erzielt wurde. Das war der bisher größte Shortsqueeze aller Zeiten!

Auf den nächsten Plätzen in der Rangliste Apple (-6,7 Mrd.), Amazon (-5,78 Mrd.), Pinduodo (-4,74 Mrd.) und Square (.4,70 Mrd. Dollar).

Insgesamt kommt S3 Partners auf Verluste in Höhe von 240 Milliarden Dollar.

Bescheiden hingegen die Gewinne der Shorties: Exxon Mobile (1,29 Mrd.), AT&T (1,26 Mrd.) und Raytheon (1,20 Mrd. Dollar). Da war in Deutschland bei einer Wirecard vermutlich mehr zu holen.

Für einige Hedgefonds wurde es durch die Aktionen der Bubble-Boomer, wie FMW sie bezeichnet, so richtig gefährlich. Hedgefonds mussten sich gegenseitig helfen, um eine gigantische Pleite zu verhindern. Citadel und Point72 Asset Management sahen sich gezwungen, 2,75 Milliarden Dollar in Melvin Capital Management zu investieren, um das Schlimmste abzuwehren.

Bloomberg berichtet, dass Melvin Capital mit seinen aggressiven Strategien seit 2014 durchschnittlich 30 Prozent Rendite erwirtschaften konnte. Zu Beginn des Jahres war es noch ein verwaltetes Vermögen von 12,5 Milliarden Dollar, der Verlust der letzten Tage wird auf ebenso 30 Prozent geschätzt.

Was man auch nicht vergessen sollte: Von den bis zu 10.000 Hedgefonds, die es weltweit gibt, gehen jährlich Hunderte pleite, die aggressive Strategien fahren, die ihnen immer wieder auf die Füße fallen. Über die redet keiner, wenn es um die Bilanz der Superfonds geht, die bis zu 20 Prozent Gewinnbeteiligung verlangen konnten – die so genannten versunkenen Geheimnisse. Und in diesen Zeiten geht man einfach besonders risikoreich zu Werke. Short-Strategien, mit über 100 Prozent der verfügbaren Aktien (durch naked shortselling – oder ungedeckte Leerverkäufe) – es ist ein Spiel mit dem Feuer, welches mitunter durch einen Shortsqueeze gewaltige Verluste produziert.

Fazit

Das Finanzkonstrukt Leerverkauf ist nicht nur durch die Sondersituation Corona sehr riskant geworden. Die gemeinsamen Aktionen der Jungen Zocker hat eine große Dimension erreicht, die aber bald die Aufsichtsbehörden auf den Plan rufen wird. Es handelt sich bei organisierten Aktionen, einen Shortsqueeze auszulösen, schlichtweg um Marktmanipulation. Bei aller Verwunderung über die Kursexplosion und den explosiven Anstieg von GameStop im Januar von über 1000 Prozent: es geht bei diesem Nebenwert „nur“ um eine Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Dollar.

Der S&P 500 hat eine Marktbewertung von 33.000 Milliarden Dollar und richtig marktbewegend sind natürlich Kursveränderungen von Tesla oder Facebook, wie zum Beispiel um 5 Prozent nach den gestrigen Zahlen nachbörslich. Nur fünf Prozent, aber bereits eine Veränderung um 75 Milliarden Dollar. Wie bereits dargestellt, die große Korrektur dürfte von den Big Seven ausgehen, die allein das Doppelte auf die Waage bringen, als alle Aktien im Russel 2000 zusammen.

Shortseller leben aktuell gefährlicher denn je - es droht der Shortsqueeze!

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Allgemein

Ein Wunder? Gewerbeumsätze deutlich besser als im Frühjahr 2020

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Qualmende Schornsteine

Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie sind im zweiten Lockdown, die Umsätze brechen dramatisch ein. Nur die Industrie glänzt. Millionen von Solo-Selbständigen sind beruflich und finanziell womöglich am Ende, oder kurz davor. Dennoch präsentiert das Statistische Bundesamt heute mehr als glänzende Zahlen für die Gerwerbeumsätze in Deutschland, basierend auf den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen an die Finanzämter. Warum es eine Verzerrung der Realität sein kann? Nun, viele Betriebe melden nur quartalsweise, und gerade kleine Selbständige mit wenigen Einnahmen reichen gar keine Umsatzsteuermeldungen ein, weil sie gar nicht umsatzsteuerpflichtig sind. Die staatlichen Statistiker definieren die „gewerbliche Wirtschaft“ mit den Branchen Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen.“ Also so ziemlich alles.

Laut aktueller Aussage des Statistischen Bundesamts ist der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland im Dezember 2020 trotz erneutem Lockdown gegenüber dem Vormonat deutlich gestiegen, nämlich um 5,1 Prozent. Seit dem Tiefpunkt im April 2020 ist der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft kontinuierlich angestiegen und liegt im Dezember 2020 nun 6,6 Prozent höher als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Mit reichlich Sarkasmus könnte man nur anhand dieser Zahlen glatt sagen: Sämtliche Hilfs- und Stützungsmaßnahmen für Wirtschaft, Selbständige und Beschäftigte kann der Staat sofort einstellen, denn es läuft ja deutlich besser als Anfang 2020. Aber die Realität ist (abgesehen von der Industrie) eine andere. Man schaue nur welche Ladenketten jetzt schon platt sind, und wer im Bekanntenkreis finanziell und beruflich ruiniert ist, oder kurz davor steht.

Aber zurück zu den offiziellen Zahlen. Die Grafik zeigt die Gewerbeumsätze seit dem Jahr 2015. Für Februar 2020, dem letzten Monat vor Ausbruch der Coronakrise, sehen wir einen Indexwert von 132,5, und im Tief im April einen Wert von 109,3. Jetzt sehen wir für Dezember einen Wert von 141,3. Also, alles bestens? Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt bei der Commerzbank, hat aktuell auch noch einen Hinweis, warum es im Dezember so gut aussieht:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Grafik zeigt Gewerbeumsätze seit 2015

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