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Deutsche Post: Die (notwendige) Märchenwelt des Frank A.

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Deutsche Post-Chef Frank Appel flüchtet sich in eine Märchenwelt, auch wenn diese natürlich nur für das „Publikum da draußen“ erschaffen wird. In dieser Märchenwelt ist er der große Gönner, der 6000 Arbeitsplätze schafft, dazu noch unbefristet. Und es kommt noch besser: diese Jobs lägen in der Bezahlung 50% über den Löhnen der Wettbewerber, so Appel zur Bild-Zeitung. Und es seien sogar Verdi-Tarifverträge, die die Mitarbeiter erhalten würden. Also alles wunderbar! Diese neue Firma trägt den phantastischen Namen „DHL Delivery„. „Delivery“ heißt auf Deutsch „Auslieferung“, also macht die Tochter eigentlich das, was die bestehende Pakettochter DHL eh schon tut – Pakete ausliefern.

Was er dabei nur verschwiegen hat?

1) Diese Arbeitsplätze entstehen gar nicht neu, sondern bestehende DHL-Mitarbeiter sollen (wie anscheinend üblich im modernen „Business“) von der normalen Gesellschaft eine neue „innovative schlanke schlagkräftige“ Tochtergesellschaft lediglich umgebucht werden.

2)
Die Mitarbeiter in der neuen Gesellschaft haben zwar einen Verdi-Vertrag, dann aber nicht mehr als Deutsche Post-Tarif, sondern im Tarif für die Logistikbranche, der tiefer angesiedelt ist.

3)
Die Gehälter lägen 50% über den Tarifen der Wettbewerber… mit dem Argument kann man die Gehaltsspirale immer weiter runterdrücken. Man könnte dann auch um den Mindestlohn zu umgehen nur noch selbständige Fahrer einstellen, und deren Bezahlungen immer weiter absenken mit der Begründung in Polen würden die Paketfahrer noch viel weniger verdienen.

Die Aktie ist in einem tagelangen Abwärtstrend, der durch den begonnen Streik noch befeuert wird. Heute eröffnet die Aktie gut 1% im Minus

DeutschePost

Am Ende wird es nach Streiks, Wut und Protesten so kommen, wie gewünscht. Die Mitarbeiter gehen in die neue Tochtergesellschaft, weil Ihnen keine andere Wahl bleiben wird als JA zu sagen zum Angebot „nehmt den schlechter bezahlten Job oder ihr seid arbeitslos“. Bei derlei Mitarbeitermotivation dürfte der eh schon herausragende Service der Deutschen Post noch besser werden.

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Gaby Schommer

    9. Juni 2015 17:19 at 17:19

    Man sollte den guten Mann mal selbst für einen Monat auf so einen Paketwagen setzen – natürlich mit der entsprechenden Bezahlung als Angestellter von DHL Delivery. Mal sehen, ob er das dann immer noch so lustig findet…

    Und liebe Aktionäre: Wenn Ihnen mal nicht jedes Jahr noch höhere Dividende ausgezahlt werden, können SIE das sicherlich eher verschmerzen, als ein Postmitarbeiter eine DAUERHAFTE Lohnkürzung von ca. 20 %! Die müssen nämlich ihren Kindern erklären, warum es am Monatsende nur noch trocken Brot zu essen gibt.

    • Avatar

      tony

      9. Juni 2015 21:02 at 21:02

      Es sind bisher 2000 aus der Arbeitslosigkeit und knapp 4000 aus der Befristung. Und die Kollegen aus der Befristung erhalten das Grundgehalt,wie bisher im Haustarif weiter.
      Aber keine unabhängig von Tarifverhandlungen automatischen Erhöhungen und kein 13 und 14 Monatsgehalt mehr.
      Für neue Kollegen gilt der Sped.Log Tarif.
      Wo ist das Problem?? Zahlt Ihre Firma 14 volle Gehälter?

      • Avatar

        Franz Joseph

        9. Juni 2015 21:23 at 21:23

        Immer schön bei der Wahrheit bleiben! Es sind 13 volle Gehälter!
        Und wenn es ein 13 Monatsgehalt nicht gibt ist es eben nicht der Haustarif! Und wenn man nicht mehr alle 2 Jahre eine Lohnerhöhung bekommt bis man die höchste Stufe erreicht hat, handelt es sich hierbei ebenfalls nicht um den Haustarif! Es muss nicht auf Kosten der Mitarbeiter eine Gewinnmaximierung erzielt werden und schon überhaupt nicht ein besseres Einkommen für die Geschäftsführung. Ein Ziel auszugeben welches bis 2020 einen Gewinn von 5 Milliarden abzielt klingt eher so als würden einige Herrschaften den Hals nicht voll bekommen. Und das darf in der heutigen Zeit einfach nicht sein. Auch einem normaler Arbeiter soll es gegönnt sein einigermaßen leben zu können.

  2. Avatar

    Casti Gabriel

    9. Juni 2015 20:21 at 20:21

    Hallo Zusammen
    Ich hab eine viel bessere Idee wie der Konzern viele Millionen Euro im Jahr sparen kann. Ich mache den Job von Herrn Appel für 250000 im Jahr.Dieser Gierschlund hat nur eines im Sinn, sich selbst, den Vorständen und den Aktionären die Taschen zu füllen und das um jeden Preis.Er verspricht bis zum Jahr 2020 den Gewinn auf 5 Milliarden mehr als zu verdoppeln und das auf dem Rücken der Mitarbeiter, ist ja schließlich ein cleverer Mensch dieser Herr Appel.Dafür brauch ich so einen Konzernchef nicht, das kann jeder Dorftrottel auf diese Art die Umsätze zu erhöhen.Ihm interessiert es nicht wie seine Mitarbeiter ihren Lebensunterhalt bestreiten,die Zitrone kann man noch ein wenig pressen bis kein Saft mehr raus kommt,das ist die Politik des Herrn Appel.In unseren Kreisen nennt man sowas Raffgier.Den Oberen mehr in den Hintern schieben und den Unteren immer mehr wegnehmen.
    Und für seine tolle Strategie, ist ja schließlich ein schlauer intelligenter Mann, nimmt er sich noch ein paar Milliönchen Bonus zur Brust,wie ich schon sagte superschlauer Herr Appel.
    Diese Politik der unzufriedenen Mitarbeiter ist alles was dieser ehrenwerte Herr auf die Reihe bringt.Gratuliere Herr Appel, tolle Leistung,ich würde sie glatt zum Kanzler vorschlagen, dann können sie das Volk auch noch ein bißchen ausbeuten, so wie es mit ihren Mitarbeitern betreiben.
    Ich hoffe das unsere Gewerkschaft diesem Gierschlund wirklich mal die Zähne zeigt und den Konzern komplett lahm legt, denn langsam muß mal was passieren damit diese Politik ein wenig eingebremst wird.Gruß an alle Postmitarbeiter

  3. Avatar

    tony

    9. Juni 2015 22:44 at 22:44

    Möchte nicht klugscheißen, aber 12 + 100% Weihnachtsgeld + Jahresprämie (i.d.R. ein volles Gehal)t + 332€ Urlaubsgeld. Sorry. Das ist ein Tarif welcher in diesem Segment … so hart der Job auch ist … extrem weit über allen Anbietern steht. Fakt.

    Klar ist es nicht der Haustarif. Wenn für ehm. Befristete 13 + 14 wegfallen und der Grundlohn gleich bleibt. Aber hier von Billiglohn zu sprechen ist falsch. Unabhängig was ich von anderen Lohngefügen im Konzern halte … aber dies ist nicht unfair. Und ich bin auch in einer der vielen Tochtergesellschaften der Post. Keiner zwang mich zu wechseln und ich könnte jederzeit, wie bei jedem anderen Arbeitgeber wechseln. Sorry. Hier verlieren gerade andere Existenzen, bei diesem Streik … der wofür ist?

    • Avatar

      Thomas

      10. Juni 2015 08:19 at 08:19

      Ich bin 26 Jahre bei der Post als Paketzusteller beschäftigt.Eine Jahresprämie in Höhe eines 14 Monatsgehaltes habe ich nie bekommen.Vor 2 Jahren gabe ich eine Leistungszulage in Höhe von ich glaube 270 Euro brutto bekommen.Keine Ahnung wo Tony seine Infos her hat…
      Ich weiss auch nicht was tony gelernt hat und wieso der Arbeitsmarkt auf ihn wartet,ich aber mache mir Sorgen um die Zukunft,weil ich mit fast 50 Jahren für den Arbeitsmarkt zu alt bin.Die Crux an Appels Delivery ist doch,dass seine Pläne sind Delivery auszubauen und die alten Zusteller,die die Post zu dem gemacht haben was sie ist,auszubooten.Steht Delivery mit 20000 Mann,geht Appel uns an die Verträge. Das ist undankbar und illoyal!Appel wird uns in naher Zukunft Änderungs oder Beendigungs Kündigungen anbieten!Viele Kollegen haben im Glauben an eine sichere Zukunft in einem florierenden Unternehmen Häuser gebaut oder andere Anschaffungen gemacht,und müssen befürchten,dies alles nicht halten zu können.Grundlos!Es ist nicht nötig an unseren Gehältern zu sparen.Auch ohne diese Sparmaßnahme wird die Post in Zukunft ihre Gewinne steigern.Appel,der Familienmensch zerstört Existenzen,nur zur Befriedigung seiner Aktionäre.

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    Bajon Robert

    10. Juni 2015 10:55 at 10:55

    Ich bin auch seit 24 Jahren als Briefzusteller tätig.Die Vorgänger und wir die Zusteller (Paket und Brief)sind es die jeden Tag gute Qualität liefern,siehe Tests(Stiftung Warentest).Die Mitarbeiter füllen die Taschen der Aktionäre ,Appel und Co.Die unterhöhlen uns mit Delievery GmbH ,und zestören das gute Image drer Deutsche Post AG ,so das wir mit einem Satz wie UPS ,German Parcel und Hermes Versand genannt werden.Wollen das die Mitarbeiter wirklich?Herr Appel will doch sicherlich nicht ,das die Aktie dermaßen fällt,das die Aktionäre betroffen sind.Deshalb wird zur Zeit dr Druck von Verdi aufgebaut,und das ist gut so.Viel Erfolg an Verdi und an allen die daran teilhaben,das die Fremdvergabe zurück genommen wird,und keine Betribsbedingte Kündigun bis 2020 erreicht wird

    • Avatar

      tony

      10. Juni 2015 12:51 at 12:51

      Die nicht Zahlung der Jahresprämie im April kann mit dem Beamtenstatus und oder Besitzstand aufgrund der Zugehörigkeit zusammen hängen. Ich habe diese jeweils im April mit einem vollen Gehalt extra bekommen und bin auch nicht im Vergnügen Besitzstand zu erhalten.

      Vielleicht sollte sich Verdi um wirkliche Probleme z.B. DPCSC, im Konzern kümmern, auch wenn diese nicht so ein Presseecho hervorrufen. Klar geht es um Gewinne, aber geht’s Leuten im Sped.Log schlecht?? Unabhängig was ich von gewissen Gehältern halte. Die Konkurrenz freut es und da ist meist nichts mit Tarifen etc. geregelt.

      • Avatar

        Richard Probst

        7. April 2016 14:18 at 14:18

        Ich weiß zwar nicht, von welchem fremden Stern dieser komische Toni kommt, aber sicher weiß ich daß er zur Gattung der Orbigkeitsanbieter gehört. Ich arbeite dort seit über 31 Jahren und mein Vergnügen „Besitzstand“ habe ich mir dort hart erarbeitet. Das war aber in einer Zeit, als noch niemand an Toni gedacht hat. Toni würde es bestimmt auch bejahen, wenn ein KFZ-Meister anstatt Meisterlohn, als Hilfsarbeiter bezahlt würde, damit Toni billig sein Auto in der Werkstatt warten lassen könnte. Viel Glück Toni auf deinem weiteren Aufstiegsweg bei der Post……

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    Andreas Kraft

    10. Juni 2015 22:40 at 22:40

    @ Tony:
    Hallo Tony, ich möchte gerne mal folgendes feststellen:
    1. Diesen Konflikt hat der Konzernvorstand verursacht durch
    – Vertragsbruch des Tarifvertrages, Schutz vor Fremdvergabe an externe sowie interne Unternehmen
    (max. 990 Bezirke)
    – Es exestiert eine Revisionsklausel die in etwa so zu lesen ist:
    Wenn es der DPAG signifikant schlecht geht, sind die Tarifpartner gewillt sich zusammenzusetzten
    mit dem ernsthaften Willen eine Lösung zu finden
    – viele hart arbeitende MENSCHEN wurden mit befristeten Verträgen über eine lange Zeit hingehalten
    und dachten dass sie endlich einen festen Vertrag bekommen.
    Jetzt sagt die DPAG in etwa: Tut uns leid, sie haben eine tolle Arbeit geleistet aber bei uns gibt
    es keinen unbefristeten Vertrag – gleichzeitig und rein zufällig bieten die diesem MENSCHEN einen
    spertollen Vertrag bei der Delivery an zu fantastischen Konditionen.
    Entweder unterschreiben oder Arbeitslosigkeit – das ist das Angebot welches so viele Leute so
    glücklich angenommen haben und vor allem so gar nicht unter Druck zu geraten.
    Und sie machen die selbe Arbeit wie vorher.

    Das ist TARIFFLUCHT und der Versuch neue Strukturen zu schaffen wo keine Betriebsräte und kaum gewerkschaftliche Organisation vorhanden ist.

    ANGST soll die MENSCHEN dazu motivieren arbeiten zu gehen.

    So wie ist jezt die Lage:
    Die Gewinne sprudeln und die Eigenkapitalrendite – meiner Ansicht nach die entscheidende Kennziffer –
    befindet sich auf einem Niveau (über 8 %) wovon die Konkurrenz noch nicht einmal träumen kann.
    Im Briefbereich haben wir das Monopol und im Paketsektor haben wir etwa 43 -46 % Marktanteil.
    Der Paketmarkt wird noch extrem weiter wachsen und bietet daher enorme Chancen auf Profit.

    Die Dividende wurde erhöht und über 1 Milliarde Euro wurde ausgeschüttet an die Aktionäre. Gut ist ja ok bei einem Unternehmen das als Investment attraktiver werden möchte, aber:
    Auf Kosten der Nachhaltigkeit und Qualität werden Löhne gedrückt, nur um die Profitgier zu befriedigen.
    Mit der Abteilung 36 (Fracht) ging es los und bald sind die Zusteller dran. Davon bin ich fest überzeugt.
    Die Delivery GmbH sucht schon Zusteller.

    Die fest Angestellten (Beamte oder Arbeitnehmer der DPAG) müssen irgendwann wo anders arbeiten, denn der Standort wo sie bisher waren, gehört dann der Delivery. Es gibt vielleicht noch Übergangstarifverträge und dann wars das. Das ist das Worst-Case-Szenario.

    Natürlich fallen dann Leitungskräfte-Posten bei der DPAG natürlich auch weg. Das sind die nächsten. Die schwingen momentan die Propaganda-Trommel für Hernn Appel. „Rette sich wer kann“ sag ich nur.

    Und das ist der sogenannte RESPEKT und das MITEINANDER welches gerne auf Hochglanzblättern gedruckt wird.

    Und irgendwann wird es der Aktionär auch merken, wenn Qualität und Renditen sinken. Aber Appel und Co. werden weich fallen. Da bin ich mir sicher. Dann ist die Post aber zerschlagen!!!!

  6. Avatar

    tony

    11. Juni 2015 08:30 at 08:30

    Ich bin nicht gegen eine starke Gewerkschaft. Dies ist wichtig um ein Gegengewicht zu erhalten. Und der Faktor Mensch ist mir natürlich auch am wichtigsten. Ohne Frage! Die Gewinnerzielung halte – on meinen bescheidennen

  7. Avatar

    tony

    11. Juni 2015 08:55 at 08:55

    …in meinen bescheidenen Fähigkeiten auch zu hoch … soll aber Konzernweit eingefahren werden. WENN Freight läuft.

    Aber gaaaaanz nüchtern werden keine Billiglöhne gezahlt.

    Und um dies abzuschließen setzt sich – richtig – RESPEKT UND RESULTATE durch. Und ja da ich viele Abteilungen durch habe im Konzern. BRIEF bzw. PEP zahlt am besten.
    LG

    • Avatar

      Andreas Kraft

      11. Juni 2015 13:18 at 13:18

      Wir wollen die Besten sein, also müssen wir die besten Arbeitsbedingungen und Löhne haben.

      Ich denke, dass das der richtige Schlusssatz ist.

      • Avatar

        tony

        11. Juni 2015 18:28 at 18:28

        Unterschrieben.

  8. Avatar

    appelraus

    12. Juni 2015 00:30 at 00:30

    Konzernchef raus.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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