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Deutsche Post: Die (notwendige) Märchenwelt des Frank A.

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Deutsche Post-Chef Frank Appel flüchtet sich in eine Märchenwelt, auch wenn diese natürlich nur für das „Publikum da draußen“ erschaffen wird. In dieser Märchenwelt ist er der große Gönner, der 6000 Arbeitsplätze schafft, dazu noch unbefristet. Und es kommt noch besser: diese Jobs lägen in der Bezahlung 50% über den Löhnen der Wettbewerber, so Appel zur Bild-Zeitung. Und es seien sogar Verdi-Tarifverträge, die die Mitarbeiter erhalten würden. Also alles wunderbar! Diese neue Firma trägt den phantastischen Namen „DHL Delivery„. „Delivery“ heißt auf Deutsch „Auslieferung“, also macht die Tochter eigentlich das, was die bestehende Pakettochter DHL eh schon tut – Pakete ausliefern.

Was er dabei nur verschwiegen hat?

1) Diese Arbeitsplätze entstehen gar nicht neu, sondern bestehende DHL-Mitarbeiter sollen (wie anscheinend üblich im modernen „Business“) von der normalen Gesellschaft eine neue „innovative schlanke schlagkräftige“ Tochtergesellschaft lediglich umgebucht werden.

2)
Die Mitarbeiter in der neuen Gesellschaft haben zwar einen Verdi-Vertrag, dann aber nicht mehr als Deutsche Post-Tarif, sondern im Tarif für die Logistikbranche, der tiefer angesiedelt ist.

3)
Die Gehälter lägen 50% über den Tarifen der Wettbewerber… mit dem Argument kann man die Gehaltsspirale immer weiter runterdrücken. Man könnte dann auch um den Mindestlohn zu umgehen nur noch selbständige Fahrer einstellen, und deren Bezahlungen immer weiter absenken mit der Begründung in Polen würden die Paketfahrer noch viel weniger verdienen.

Die Aktie ist in einem tagelangen Abwärtstrend, der durch den begonnen Streik noch befeuert wird. Heute eröffnet die Aktie gut 1% im Minus

DeutschePost

Am Ende wird es nach Streiks, Wut und Protesten so kommen, wie gewünscht. Die Mitarbeiter gehen in die neue Tochtergesellschaft, weil Ihnen keine andere Wahl bleiben wird als JA zu sagen zum Angebot „nehmt den schlechter bezahlten Job oder ihr seid arbeitslos“. Bei derlei Mitarbeitermotivation dürfte der eh schon herausragende Service der Deutschen Post noch besser werden.

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Gaby Schommer

    9. Juni 2015 17:19 at 17:19

    Man sollte den guten Mann mal selbst für einen Monat auf so einen Paketwagen setzen – natürlich mit der entsprechenden Bezahlung als Angestellter von DHL Delivery. Mal sehen, ob er das dann immer noch so lustig findet…

    Und liebe Aktionäre: Wenn Ihnen mal nicht jedes Jahr noch höhere Dividende ausgezahlt werden, können SIE das sicherlich eher verschmerzen, als ein Postmitarbeiter eine DAUERHAFTE Lohnkürzung von ca. 20 %! Die müssen nämlich ihren Kindern erklären, warum es am Monatsende nur noch trocken Brot zu essen gibt.

    • Avatar

      tony

      9. Juni 2015 21:02 at 21:02

      Es sind bisher 2000 aus der Arbeitslosigkeit und knapp 4000 aus der Befristung. Und die Kollegen aus der Befristung erhalten das Grundgehalt,wie bisher im Haustarif weiter.
      Aber keine unabhängig von Tarifverhandlungen automatischen Erhöhungen und kein 13 und 14 Monatsgehalt mehr.
      Für neue Kollegen gilt der Sped.Log Tarif.
      Wo ist das Problem?? Zahlt Ihre Firma 14 volle Gehälter?

      • Avatar

        Franz Joseph

        9. Juni 2015 21:23 at 21:23

        Immer schön bei der Wahrheit bleiben! Es sind 13 volle Gehälter!
        Und wenn es ein 13 Monatsgehalt nicht gibt ist es eben nicht der Haustarif! Und wenn man nicht mehr alle 2 Jahre eine Lohnerhöhung bekommt bis man die höchste Stufe erreicht hat, handelt es sich hierbei ebenfalls nicht um den Haustarif! Es muss nicht auf Kosten der Mitarbeiter eine Gewinnmaximierung erzielt werden und schon überhaupt nicht ein besseres Einkommen für die Geschäftsführung. Ein Ziel auszugeben welches bis 2020 einen Gewinn von 5 Milliarden abzielt klingt eher so als würden einige Herrschaften den Hals nicht voll bekommen. Und das darf in der heutigen Zeit einfach nicht sein. Auch einem normaler Arbeiter soll es gegönnt sein einigermaßen leben zu können.

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    Casti Gabriel

    9. Juni 2015 20:21 at 20:21

    Hallo Zusammen
    Ich hab eine viel bessere Idee wie der Konzern viele Millionen Euro im Jahr sparen kann. Ich mache den Job von Herrn Appel für 250000 im Jahr.Dieser Gierschlund hat nur eines im Sinn, sich selbst, den Vorständen und den Aktionären die Taschen zu füllen und das um jeden Preis.Er verspricht bis zum Jahr 2020 den Gewinn auf 5 Milliarden mehr als zu verdoppeln und das auf dem Rücken der Mitarbeiter, ist ja schließlich ein cleverer Mensch dieser Herr Appel.Dafür brauch ich so einen Konzernchef nicht, das kann jeder Dorftrottel auf diese Art die Umsätze zu erhöhen.Ihm interessiert es nicht wie seine Mitarbeiter ihren Lebensunterhalt bestreiten,die Zitrone kann man noch ein wenig pressen bis kein Saft mehr raus kommt,das ist die Politik des Herrn Appel.In unseren Kreisen nennt man sowas Raffgier.Den Oberen mehr in den Hintern schieben und den Unteren immer mehr wegnehmen.
    Und für seine tolle Strategie, ist ja schließlich ein schlauer intelligenter Mann, nimmt er sich noch ein paar Milliönchen Bonus zur Brust,wie ich schon sagte superschlauer Herr Appel.
    Diese Politik der unzufriedenen Mitarbeiter ist alles was dieser ehrenwerte Herr auf die Reihe bringt.Gratuliere Herr Appel, tolle Leistung,ich würde sie glatt zum Kanzler vorschlagen, dann können sie das Volk auch noch ein bißchen ausbeuten, so wie es mit ihren Mitarbeitern betreiben.
    Ich hoffe das unsere Gewerkschaft diesem Gierschlund wirklich mal die Zähne zeigt und den Konzern komplett lahm legt, denn langsam muß mal was passieren damit diese Politik ein wenig eingebremst wird.Gruß an alle Postmitarbeiter

  3. Avatar

    tony

    9. Juni 2015 22:44 at 22:44

    Möchte nicht klugscheißen, aber 12 + 100% Weihnachtsgeld + Jahresprämie (i.d.R. ein volles Gehal)t + 332€ Urlaubsgeld. Sorry. Das ist ein Tarif welcher in diesem Segment … so hart der Job auch ist … extrem weit über allen Anbietern steht. Fakt.

    Klar ist es nicht der Haustarif. Wenn für ehm. Befristete 13 + 14 wegfallen und der Grundlohn gleich bleibt. Aber hier von Billiglohn zu sprechen ist falsch. Unabhängig was ich von anderen Lohngefügen im Konzern halte … aber dies ist nicht unfair. Und ich bin auch in einer der vielen Tochtergesellschaften der Post. Keiner zwang mich zu wechseln und ich könnte jederzeit, wie bei jedem anderen Arbeitgeber wechseln. Sorry. Hier verlieren gerade andere Existenzen, bei diesem Streik … der wofür ist?

    • Avatar

      Thomas

      10. Juni 2015 08:19 at 08:19

      Ich bin 26 Jahre bei der Post als Paketzusteller beschäftigt.Eine Jahresprämie in Höhe eines 14 Monatsgehaltes habe ich nie bekommen.Vor 2 Jahren gabe ich eine Leistungszulage in Höhe von ich glaube 270 Euro brutto bekommen.Keine Ahnung wo Tony seine Infos her hat…
      Ich weiss auch nicht was tony gelernt hat und wieso der Arbeitsmarkt auf ihn wartet,ich aber mache mir Sorgen um die Zukunft,weil ich mit fast 50 Jahren für den Arbeitsmarkt zu alt bin.Die Crux an Appels Delivery ist doch,dass seine Pläne sind Delivery auszubauen und die alten Zusteller,die die Post zu dem gemacht haben was sie ist,auszubooten.Steht Delivery mit 20000 Mann,geht Appel uns an die Verträge. Das ist undankbar und illoyal!Appel wird uns in naher Zukunft Änderungs oder Beendigungs Kündigungen anbieten!Viele Kollegen haben im Glauben an eine sichere Zukunft in einem florierenden Unternehmen Häuser gebaut oder andere Anschaffungen gemacht,und müssen befürchten,dies alles nicht halten zu können.Grundlos!Es ist nicht nötig an unseren Gehältern zu sparen.Auch ohne diese Sparmaßnahme wird die Post in Zukunft ihre Gewinne steigern.Appel,der Familienmensch zerstört Existenzen,nur zur Befriedigung seiner Aktionäre.

  4. Avatar

    Bajon Robert

    10. Juni 2015 10:55 at 10:55

    Ich bin auch seit 24 Jahren als Briefzusteller tätig.Die Vorgänger und wir die Zusteller (Paket und Brief)sind es die jeden Tag gute Qualität liefern,siehe Tests(Stiftung Warentest).Die Mitarbeiter füllen die Taschen der Aktionäre ,Appel und Co.Die unterhöhlen uns mit Delievery GmbH ,und zestören das gute Image drer Deutsche Post AG ,so das wir mit einem Satz wie UPS ,German Parcel und Hermes Versand genannt werden.Wollen das die Mitarbeiter wirklich?Herr Appel will doch sicherlich nicht ,das die Aktie dermaßen fällt,das die Aktionäre betroffen sind.Deshalb wird zur Zeit dr Druck von Verdi aufgebaut,und das ist gut so.Viel Erfolg an Verdi und an allen die daran teilhaben,das die Fremdvergabe zurück genommen wird,und keine Betribsbedingte Kündigun bis 2020 erreicht wird

    • Avatar

      tony

      10. Juni 2015 12:51 at 12:51

      Die nicht Zahlung der Jahresprämie im April kann mit dem Beamtenstatus und oder Besitzstand aufgrund der Zugehörigkeit zusammen hängen. Ich habe diese jeweils im April mit einem vollen Gehalt extra bekommen und bin auch nicht im Vergnügen Besitzstand zu erhalten.

      Vielleicht sollte sich Verdi um wirkliche Probleme z.B. DPCSC, im Konzern kümmern, auch wenn diese nicht so ein Presseecho hervorrufen. Klar geht es um Gewinne, aber geht’s Leuten im Sped.Log schlecht?? Unabhängig was ich von gewissen Gehältern halte. Die Konkurrenz freut es und da ist meist nichts mit Tarifen etc. geregelt.

      • Avatar

        Richard Probst

        7. April 2016 14:18 at 14:18

        Ich weiß zwar nicht, von welchem fremden Stern dieser komische Toni kommt, aber sicher weiß ich daß er zur Gattung der Orbigkeitsanbieter gehört. Ich arbeite dort seit über 31 Jahren und mein Vergnügen „Besitzstand“ habe ich mir dort hart erarbeitet. Das war aber in einer Zeit, als noch niemand an Toni gedacht hat. Toni würde es bestimmt auch bejahen, wenn ein KFZ-Meister anstatt Meisterlohn, als Hilfsarbeiter bezahlt würde, damit Toni billig sein Auto in der Werkstatt warten lassen könnte. Viel Glück Toni auf deinem weiteren Aufstiegsweg bei der Post……

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    Andreas Kraft

    10. Juni 2015 22:40 at 22:40

    @ Tony:
    Hallo Tony, ich möchte gerne mal folgendes feststellen:
    1. Diesen Konflikt hat der Konzernvorstand verursacht durch
    – Vertragsbruch des Tarifvertrages, Schutz vor Fremdvergabe an externe sowie interne Unternehmen
    (max. 990 Bezirke)
    – Es exestiert eine Revisionsklausel die in etwa so zu lesen ist:
    Wenn es der DPAG signifikant schlecht geht, sind die Tarifpartner gewillt sich zusammenzusetzten
    mit dem ernsthaften Willen eine Lösung zu finden
    – viele hart arbeitende MENSCHEN wurden mit befristeten Verträgen über eine lange Zeit hingehalten
    und dachten dass sie endlich einen festen Vertrag bekommen.
    Jetzt sagt die DPAG in etwa: Tut uns leid, sie haben eine tolle Arbeit geleistet aber bei uns gibt
    es keinen unbefristeten Vertrag – gleichzeitig und rein zufällig bieten die diesem MENSCHEN einen
    spertollen Vertrag bei der Delivery an zu fantastischen Konditionen.
    Entweder unterschreiben oder Arbeitslosigkeit – das ist das Angebot welches so viele Leute so
    glücklich angenommen haben und vor allem so gar nicht unter Druck zu geraten.
    Und sie machen die selbe Arbeit wie vorher.

    Das ist TARIFFLUCHT und der Versuch neue Strukturen zu schaffen wo keine Betriebsräte und kaum gewerkschaftliche Organisation vorhanden ist.

    ANGST soll die MENSCHEN dazu motivieren arbeiten zu gehen.

    So wie ist jezt die Lage:
    Die Gewinne sprudeln und die Eigenkapitalrendite – meiner Ansicht nach die entscheidende Kennziffer –
    befindet sich auf einem Niveau (über 8 %) wovon die Konkurrenz noch nicht einmal träumen kann.
    Im Briefbereich haben wir das Monopol und im Paketsektor haben wir etwa 43 -46 % Marktanteil.
    Der Paketmarkt wird noch extrem weiter wachsen und bietet daher enorme Chancen auf Profit.

    Die Dividende wurde erhöht und über 1 Milliarde Euro wurde ausgeschüttet an die Aktionäre. Gut ist ja ok bei einem Unternehmen das als Investment attraktiver werden möchte, aber:
    Auf Kosten der Nachhaltigkeit und Qualität werden Löhne gedrückt, nur um die Profitgier zu befriedigen.
    Mit der Abteilung 36 (Fracht) ging es los und bald sind die Zusteller dran. Davon bin ich fest überzeugt.
    Die Delivery GmbH sucht schon Zusteller.

    Die fest Angestellten (Beamte oder Arbeitnehmer der DPAG) müssen irgendwann wo anders arbeiten, denn der Standort wo sie bisher waren, gehört dann der Delivery. Es gibt vielleicht noch Übergangstarifverträge und dann wars das. Das ist das Worst-Case-Szenario.

    Natürlich fallen dann Leitungskräfte-Posten bei der DPAG natürlich auch weg. Das sind die nächsten. Die schwingen momentan die Propaganda-Trommel für Hernn Appel. „Rette sich wer kann“ sag ich nur.

    Und das ist der sogenannte RESPEKT und das MITEINANDER welches gerne auf Hochglanzblättern gedruckt wird.

    Und irgendwann wird es der Aktionär auch merken, wenn Qualität und Renditen sinken. Aber Appel und Co. werden weich fallen. Da bin ich mir sicher. Dann ist die Post aber zerschlagen!!!!

  6. Avatar

    tony

    11. Juni 2015 08:30 at 08:30

    Ich bin nicht gegen eine starke Gewerkschaft. Dies ist wichtig um ein Gegengewicht zu erhalten. Und der Faktor Mensch ist mir natürlich auch am wichtigsten. Ohne Frage! Die Gewinnerzielung halte – on meinen bescheidennen

  7. Avatar

    tony

    11. Juni 2015 08:55 at 08:55

    …in meinen bescheidenen Fähigkeiten auch zu hoch … soll aber Konzernweit eingefahren werden. WENN Freight läuft.

    Aber gaaaaanz nüchtern werden keine Billiglöhne gezahlt.

    Und um dies abzuschließen setzt sich – richtig – RESPEKT UND RESULTATE durch. Und ja da ich viele Abteilungen durch habe im Konzern. BRIEF bzw. PEP zahlt am besten.
    LG

    • Avatar

      Andreas Kraft

      11. Juni 2015 13:18 at 13:18

      Wir wollen die Besten sein, also müssen wir die besten Arbeitsbedingungen und Löhne haben.

      Ich denke, dass das der richtige Schlusssatz ist.

      • Avatar

        tony

        11. Juni 2015 18:28 at 18:28

        Unterschrieben.

  8. Avatar

    appelraus

    12. Juni 2015 00:30 at 00:30

    Konzernchef raus.

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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am

Von

Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktien

Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

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am

Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktien

Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

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am

Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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