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Deutsche Post: Die (notwendige) Märchenwelt des Frank A.

Von Claudio Kummerfeld

Deutsche Post-Chef Frank Appel flüchtet sich in eine Märchenwelt, auch wenn diese natürlich nur für das „Publikum da draußen“ erschaffen wird. In dieser Märchenwelt ist er der große Gönner, der 6000 Arbeitsplätze schafft, dazu noch unbefristet. Und es kommt noch besser: diese Jobs lägen in der Bezahlung 50% über den Löhnen der Wettbewerber, so Appel zur Bild-Zeitung. Und es seien sogar Verdi-Tarifverträge, die die Mitarbeiter erhalten würden. Also alles wunderbar! Diese neue Firma trägt den phantastischen Namen „DHL Delivery„. „Delivery“ heißt auf Deutsch „Auslieferung“, also macht die Tochter eigentlich das, was die bestehende Pakettochter DHL eh schon tut – Pakete ausliefern.

Was er dabei nur verschwiegen hat?

1) Diese Arbeitsplätze entstehen gar nicht neu, sondern bestehende DHL-Mitarbeiter sollen (wie anscheinend üblich im modernen „Business“) von der normalen Gesellschaft eine neue „innovative schlanke schlagkräftige“ Tochtergesellschaft lediglich umgebucht werden.

2)
Die Mitarbeiter in der neuen Gesellschaft haben zwar einen Verdi-Vertrag, dann aber nicht mehr als Deutsche Post-Tarif, sondern im Tarif für die Logistikbranche, der tiefer angesiedelt ist.

3)
Die Gehälter lägen 50% über den Tarifen der Wettbewerber… mit dem Argument kann man die Gehaltsspirale immer weiter runterdrücken. Man könnte dann auch um den Mindestlohn zu umgehen nur noch selbständige Fahrer einstellen, und deren Bezahlungen immer weiter absenken mit der Begründung in Polen würden die Paketfahrer noch viel weniger verdienen.

Die Aktie ist in einem tagelangen Abwärtstrend, der durch den begonnen Streik noch befeuert wird. Heute eröffnet die Aktie gut 1% im Minus

DeutschePost

Am Ende wird es nach Streiks, Wut und Protesten so kommen, wie gewünscht. Die Mitarbeiter gehen in die neue Tochtergesellschaft, weil Ihnen keine andere Wahl bleiben wird als JA zu sagen zum Angebot „nehmt den schlechter bezahlten Job oder ihr seid arbeitslos“. Bei derlei Mitarbeitermotivation dürfte der eh schon herausragende Service der Deutschen Post noch besser werden.



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16 Kommentare

  1. Man sollte den guten Mann mal selbst für einen Monat auf so einen Paketwagen setzen – natürlich mit der entsprechenden Bezahlung als Angestellter von DHL Delivery. Mal sehen, ob er das dann immer noch so lustig findet…

    Und liebe Aktionäre: Wenn Ihnen mal nicht jedes Jahr noch höhere Dividende ausgezahlt werden, können SIE das sicherlich eher verschmerzen, als ein Postmitarbeiter eine DAUERHAFTE Lohnkürzung von ca. 20 %! Die müssen nämlich ihren Kindern erklären, warum es am Monatsende nur noch trocken Brot zu essen gibt.

    1. Es sind bisher 2000 aus der Arbeitslosigkeit und knapp 4000 aus der Befristung. Und die Kollegen aus der Befristung erhalten das Grundgehalt,wie bisher im Haustarif weiter.
      Aber keine unabhängig von Tarifverhandlungen automatischen Erhöhungen und kein 13 und 14 Monatsgehalt mehr.
      Für neue Kollegen gilt der Sped.Log Tarif.
      Wo ist das Problem?? Zahlt Ihre Firma 14 volle Gehälter?

      1. Immer schön bei der Wahrheit bleiben! Es sind 13 volle Gehälter!
        Und wenn es ein 13 Monatsgehalt nicht gibt ist es eben nicht der Haustarif! Und wenn man nicht mehr alle 2 Jahre eine Lohnerhöhung bekommt bis man die höchste Stufe erreicht hat, handelt es sich hierbei ebenfalls nicht um den Haustarif! Es muss nicht auf Kosten der Mitarbeiter eine Gewinnmaximierung erzielt werden und schon überhaupt nicht ein besseres Einkommen für die Geschäftsführung. Ein Ziel auszugeben welches bis 2020 einen Gewinn von 5 Milliarden abzielt klingt eher so als würden einige Herrschaften den Hals nicht voll bekommen. Und das darf in der heutigen Zeit einfach nicht sein. Auch einem normaler Arbeiter soll es gegönnt sein einigermaßen leben zu können.

  2. Hallo Zusammen
    Ich hab eine viel bessere Idee wie der Konzern viele Millionen Euro im Jahr sparen kann. Ich mache den Job von Herrn Appel für 250000 im Jahr.Dieser Gierschlund hat nur eines im Sinn, sich selbst, den Vorständen und den Aktionären die Taschen zu füllen und das um jeden Preis.Er verspricht bis zum Jahr 2020 den Gewinn auf 5 Milliarden mehr als zu verdoppeln und das auf dem Rücken der Mitarbeiter, ist ja schließlich ein cleverer Mensch dieser Herr Appel.Dafür brauch ich so einen Konzernchef nicht, das kann jeder Dorftrottel auf diese Art die Umsätze zu erhöhen.Ihm interessiert es nicht wie seine Mitarbeiter ihren Lebensunterhalt bestreiten,die Zitrone kann man noch ein wenig pressen bis kein Saft mehr raus kommt,das ist die Politik des Herrn Appel.In unseren Kreisen nennt man sowas Raffgier.Den Oberen mehr in den Hintern schieben und den Unteren immer mehr wegnehmen.
    Und für seine tolle Strategie, ist ja schließlich ein schlauer intelligenter Mann, nimmt er sich noch ein paar Milliönchen Bonus zur Brust,wie ich schon sagte superschlauer Herr Appel.
    Diese Politik der unzufriedenen Mitarbeiter ist alles was dieser ehrenwerte Herr auf die Reihe bringt.Gratuliere Herr Appel, tolle Leistung,ich würde sie glatt zum Kanzler vorschlagen, dann können sie das Volk auch noch ein bißchen ausbeuten, so wie es mit ihren Mitarbeitern betreiben.
    Ich hoffe das unsere Gewerkschaft diesem Gierschlund wirklich mal die Zähne zeigt und den Konzern komplett lahm legt, denn langsam muß mal was passieren damit diese Politik ein wenig eingebremst wird.Gruß an alle Postmitarbeiter

  3. Möchte nicht klugscheißen, aber 12 + 100% Weihnachtsgeld + Jahresprämie (i.d.R. ein volles Gehal)t + 332€ Urlaubsgeld. Sorry. Das ist ein Tarif welcher in diesem Segment … so hart der Job auch ist … extrem weit über allen Anbietern steht. Fakt.

    Klar ist es nicht der Haustarif. Wenn für ehm. Befristete 13 + 14 wegfallen und der Grundlohn gleich bleibt. Aber hier von Billiglohn zu sprechen ist falsch. Unabhängig was ich von anderen Lohngefügen im Konzern halte … aber dies ist nicht unfair. Und ich bin auch in einer der vielen Tochtergesellschaften der Post. Keiner zwang mich zu wechseln und ich könnte jederzeit, wie bei jedem anderen Arbeitgeber wechseln. Sorry. Hier verlieren gerade andere Existenzen, bei diesem Streik … der wofür ist?

    1. Ich bin 26 Jahre bei der Post als Paketzusteller beschäftigt.Eine Jahresprämie in Höhe eines 14 Monatsgehaltes habe ich nie bekommen.Vor 2 Jahren gabe ich eine Leistungszulage in Höhe von ich glaube 270 Euro brutto bekommen.Keine Ahnung wo Tony seine Infos her hat…
      Ich weiss auch nicht was tony gelernt hat und wieso der Arbeitsmarkt auf ihn wartet,ich aber mache mir Sorgen um die Zukunft,weil ich mit fast 50 Jahren für den Arbeitsmarkt zu alt bin.Die Crux an Appels Delivery ist doch,dass seine Pläne sind Delivery auszubauen und die alten Zusteller,die die Post zu dem gemacht haben was sie ist,auszubooten.Steht Delivery mit 20000 Mann,geht Appel uns an die Verträge. Das ist undankbar und illoyal!Appel wird uns in naher Zukunft Änderungs oder Beendigungs Kündigungen anbieten!Viele Kollegen haben im Glauben an eine sichere Zukunft in einem florierenden Unternehmen Häuser gebaut oder andere Anschaffungen gemacht,und müssen befürchten,dies alles nicht halten zu können.Grundlos!Es ist nicht nötig an unseren Gehältern zu sparen.Auch ohne diese Sparmaßnahme wird die Post in Zukunft ihre Gewinne steigern.Appel,der Familienmensch zerstört Existenzen,nur zur Befriedigung seiner Aktionäre.

  4. Ich bin auch seit 24 Jahren als Briefzusteller tätig.Die Vorgänger und wir die Zusteller (Paket und Brief)sind es die jeden Tag gute Qualität liefern,siehe Tests(Stiftung Warentest).Die Mitarbeiter füllen die Taschen der Aktionäre ,Appel und Co.Die unterhöhlen uns mit Delievery GmbH ,und zestören das gute Image drer Deutsche Post AG ,so das wir mit einem Satz wie UPS ,German Parcel und Hermes Versand genannt werden.Wollen das die Mitarbeiter wirklich?Herr Appel will doch sicherlich nicht ,das die Aktie dermaßen fällt,das die Aktionäre betroffen sind.Deshalb wird zur Zeit dr Druck von Verdi aufgebaut,und das ist gut so.Viel Erfolg an Verdi und an allen die daran teilhaben,das die Fremdvergabe zurück genommen wird,und keine Betribsbedingte Kündigun bis 2020 erreicht wird

    1. Die nicht Zahlung der Jahresprämie im April kann mit dem Beamtenstatus und oder Besitzstand aufgrund der Zugehörigkeit zusammen hängen. Ich habe diese jeweils im April mit einem vollen Gehalt extra bekommen und bin auch nicht im Vergnügen Besitzstand zu erhalten.

      Vielleicht sollte sich Verdi um wirkliche Probleme z.B. DPCSC, im Konzern kümmern, auch wenn diese nicht so ein Presseecho hervorrufen. Klar geht es um Gewinne, aber geht’s Leuten im Sped.Log schlecht?? Unabhängig was ich von gewissen Gehältern halte. Die Konkurrenz freut es und da ist meist nichts mit Tarifen etc. geregelt.

      1. Ich weiß zwar nicht, von welchem fremden Stern dieser komische Toni kommt, aber sicher weiß ich daß er zur Gattung der Orbigkeitsanbieter gehört. Ich arbeite dort seit über 31 Jahren und mein Vergnügen „Besitzstand“ habe ich mir dort hart erarbeitet. Das war aber in einer Zeit, als noch niemand an Toni gedacht hat. Toni würde es bestimmt auch bejahen, wenn ein KFZ-Meister anstatt Meisterlohn, als Hilfsarbeiter bezahlt würde, damit Toni billig sein Auto in der Werkstatt warten lassen könnte. Viel Glück Toni auf deinem weiteren Aufstiegsweg bei der Post……

  5. @ Tony:
    Hallo Tony, ich möchte gerne mal folgendes feststellen:
    1. Diesen Konflikt hat der Konzernvorstand verursacht durch
    – Vertragsbruch des Tarifvertrages, Schutz vor Fremdvergabe an externe sowie interne Unternehmen
    (max. 990 Bezirke)
    – Es exestiert eine Revisionsklausel die in etwa so zu lesen ist:
    Wenn es der DPAG signifikant schlecht geht, sind die Tarifpartner gewillt sich zusammenzusetzten
    mit dem ernsthaften Willen eine Lösung zu finden
    – viele hart arbeitende MENSCHEN wurden mit befristeten Verträgen über eine lange Zeit hingehalten
    und dachten dass sie endlich einen festen Vertrag bekommen.
    Jetzt sagt die DPAG in etwa: Tut uns leid, sie haben eine tolle Arbeit geleistet aber bei uns gibt
    es keinen unbefristeten Vertrag – gleichzeitig und rein zufällig bieten die diesem MENSCHEN einen
    spertollen Vertrag bei der Delivery an zu fantastischen Konditionen.
    Entweder unterschreiben oder Arbeitslosigkeit – das ist das Angebot welches so viele Leute so
    glücklich angenommen haben und vor allem so gar nicht unter Druck zu geraten.
    Und sie machen die selbe Arbeit wie vorher.

    Das ist TARIFFLUCHT und der Versuch neue Strukturen zu schaffen wo keine Betriebsräte und kaum gewerkschaftliche Organisation vorhanden ist.

    ANGST soll die MENSCHEN dazu motivieren arbeiten zu gehen.

    So wie ist jezt die Lage:
    Die Gewinne sprudeln und die Eigenkapitalrendite – meiner Ansicht nach die entscheidende Kennziffer –
    befindet sich auf einem Niveau (über 8 %) wovon die Konkurrenz noch nicht einmal träumen kann.
    Im Briefbereich haben wir das Monopol und im Paketsektor haben wir etwa 43 -46 % Marktanteil.
    Der Paketmarkt wird noch extrem weiter wachsen und bietet daher enorme Chancen auf Profit.

    Die Dividende wurde erhöht und über 1 Milliarde Euro wurde ausgeschüttet an die Aktionäre. Gut ist ja ok bei einem Unternehmen das als Investment attraktiver werden möchte, aber:
    Auf Kosten der Nachhaltigkeit und Qualität werden Löhne gedrückt, nur um die Profitgier zu befriedigen.
    Mit der Abteilung 36 (Fracht) ging es los und bald sind die Zusteller dran. Davon bin ich fest überzeugt.
    Die Delivery GmbH sucht schon Zusteller.

    Die fest Angestellten (Beamte oder Arbeitnehmer der DPAG) müssen irgendwann wo anders arbeiten, denn der Standort wo sie bisher waren, gehört dann der Delivery. Es gibt vielleicht noch Übergangstarifverträge und dann wars das. Das ist das Worst-Case-Szenario.

    Natürlich fallen dann Leitungskräfte-Posten bei der DPAG natürlich auch weg. Das sind die nächsten. Die schwingen momentan die Propaganda-Trommel für Hernn Appel. „Rette sich wer kann“ sag ich nur.

    Und das ist der sogenannte RESPEKT und das MITEINANDER welches gerne auf Hochglanzblättern gedruckt wird.

    Und irgendwann wird es der Aktionär auch merken, wenn Qualität und Renditen sinken. Aber Appel und Co. werden weich fallen. Da bin ich mir sicher. Dann ist die Post aber zerschlagen!!!!

  6. Ich bin nicht gegen eine starke Gewerkschaft. Dies ist wichtig um ein Gegengewicht zu erhalten. Und der Faktor Mensch ist mir natürlich auch am wichtigsten. Ohne Frage! Die Gewinnerzielung halte – on meinen bescheidennen

  7. …in meinen bescheidenen Fähigkeiten auch zu hoch … soll aber Konzernweit eingefahren werden. WENN Freight läuft.

    Aber gaaaaanz nüchtern werden keine Billiglöhne gezahlt.

    Und um dies abzuschließen setzt sich – richtig – RESPEKT UND RESULTATE durch. Und ja da ich viele Abteilungen durch habe im Konzern. BRIEF bzw. PEP zahlt am besten.
    LG

    1. Wir wollen die Besten sein, also müssen wir die besten Arbeitsbedingungen und Löhne haben.

      Ich denke, dass das der richtige Schlusssatz ist.

  8. Konzernchef raus.

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