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Deutsche Staatsbanken sehen Dax in nächster Zeit mehr als verhalten

Wie viel Potenzial hat der Dax noch im Umfeld steigender Zinsen in den USA, und dem Auslaufen des Anleihekaufprogramms der EZB? Bleibt der Dax attraktiv genug für weiter…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wie viel Potenzial hat der Dax noch im Umfeld steigender Zinsen in den USA, und dem Auslaufen des Anleihekaufprogramms der EZB? Bleibt der Dax attraktiv genug für weitere Kursanstiege? Die deutschen Staatsbanken haben da offenbar wenig Optimismus. Zwar blieben Aktien attraktiver als Anleihen, aber vor allem beim Dax sieht man nicht viel Potenzial, wenn man an die Höchstkurse aus Januar denkt.

Der „Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands“ vertritt 62 öffentliche Banken, darunter Landesbanken sowie Förderbanken. Sie alle haben heute gemeinsam ihre aktuellsten Prognosen für die Aktienmarktentwicklung veröffentlicht. Bis Oktober rechnen die Banken im Schnitt nur mit einem Plus von weniger als 3% im Dax auf knapp 13.000 Punkte. Bis April 2019 (siehe Grafik) sehen die sechs Landesbanken im Schnitt einen Dax-Stand von 13.563 Punkten.

Dax
Grafik: Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands

Warum glauben die Staatsbanken an eine eher „solide“ Aktienkursentwicklung in den nächsten Monaten? Hier auszugsweise im Wortlaut:

Nach den scheinbar nicht enden wollenden Rekorden der Aktienkurse im vergangenen Jahr und den Turbulenzen am Jahresanfang rechnen die Aktienstrategen der öffentlichen Banken in den kommenden Monaten mehrheitlich mit einer soliden Marktentwicklung. Gründe für den verhaltenen Optimismus der VÖB-Experten, auf Sicht von 12 Monaten liegt die Spanne der Dax-Prognosen zwischen 12.700 und 14.000 Punkten, sind besonders die Fundamentaldaten der Weltwirtschaft und die positiven Gewinnerwartungen der Unternehmen. Der damit entstehende Wiederanlagedruck von Dividenden und das weiterhin niedrige Zinsumfeld sorgen mittelfristig dafür, dass Aktien eine attraktive Anlage bleiben. Aufgrund schwächerer Frühindikatoren und hoher Bewertungen bleibt jedoch die Helaba kurzfristig skeptischer eingestellt.

Nach Ansicht der VÖB-Analysten liegen die größten Risiken für die weitere Marktentwicklung bei strengeren protektionistischen Maßnahmen der USA, die in einem Handelskrieg münden könnten, bei einem Inflationsschub in den USA sowie einer weiteren Eskalation geopolitischer Spannungen. Sofern es gelingt, diese Konflikte einzudämmen und zu moderieren, sollten Kursabstürze ausbleiben.

Auch die Ausrichtung der Geldpolitik wird laut der Prognosen der öffentlichen Banken zu keinem ernstzunehmenden Problem für die Aktienmärkte. So erwarten die Kapitalmarktexperten, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen moderat erhöhen und die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleiheankäufe zum Jahresende beenden wird. Obwohl die beiden großen Notenbanken weiter von ihrer expansiven Geldpolitik Abstand nehmen, bleiben die Renditen von Aktien höher als Anleiherenditen. Die Aktienexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute sehen die Normalisierung der Geldpolitik zudem als ein Zeichen wirtschaftlicher Robustheit. Die jüngsten Kursrückgänge haben das Risikobewusstsein der Anleger geschärft und damit vielleicht die Grundlage für steigende Kurse gelegt.

Die Detailanalysen der einzelnen Landesbanken finden Sie hier.

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Die Indizes tendieren gen Süden. Was ist da für Trader machbar so kurz vor dem Wochenende? Das schaue ich mir im folgenden Video auch, wie auch Tradingchancen im Silber. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Aktienmärkte und die Wirtschaft: Markus Koch zur aktuellen Lage

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind derzeit in schwerem Fahrwasser – die Volatilität ist derzeit extrem hoch. Der eigentlich längst eingepreiste Stimulus durch die US-Politik wird immer unwahrscheinlicher vor der US-Wahl, die Fed hält erst einmal die Füsse still und spielt den Ball der Politik zu. Und wenn der nächste Stimulus nicht kommt, wird das die Wirtschaft in den USA deutlich zu spüren bekommen, wie kürzlich die US-Großbanken Goldman Sachs und JP Morgan durch ihre Senkung der BIP-Prognosen klargemacht haben.

Hinzu kommen noch die Sorgen um die nächste Corona-Welle – vor allem in Europa steigen die Infizierungen derzeit deutlich, vor allem in Frankreich, aber auch in UK und Spanien. Markus Koch faßt die aktuelle Lage der Wirtschaft und der Aktienmärkte zusammen – und freut sich nach seiner Rückkehr aus Deutschland auf besseres Internet in den USA..

 

Markus Koch zur Lage der Aktienmärkte und der Wirtschaft

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Aktienmärkte: Läßt die Fed wirklich einen neuen Crash zu?

Wird die Fed zusehen, dass ihr ganzes Rettungsgebäude in sich zusammenstürzt, etwa durch die Ausweitung einer Korrektur der Aktienmärkte in einen Bärenmarkt?

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Die Aktienmärkte der USA wanken im September. Die politischen Gegenspieler im amerikanischen Kongress können sich nicht auf ein fünftes Rettungspaket einigen und brechen ihre Verhandlungen auf unbestimmte Zeit ab. Zusätzlich sendet die Federal Reserve Signale, dass sie mit ihren Rettungsmaßnahmen stillhalten will. Gleichzeitig erschweren Covid-19 und weitere Belastungen den wirtschaftlichen Erholungsprozess. Würde man vonseiten der Regierung sowie der Notenbank tatsächlich einem Absturz der Aktienmärkte zusehen?

Aktienmärkte: Die derzeitigen Negativfaktoren

Das fünfte Konjunkturpaket und Maßnahmen der Federal Reserve werden nicht in absehbarer Zeit kommen. So lauten die Hiobsbotschaften für die Aktienmärkte in der heißen Woche nach dem großen Verfallstag. Aber das wäre doch fünf Wochen vor der Wahl eine zerstörerische Haltung von Regierung und Notenbank, die viel der Mühe um die Unterstützung der Corona-geschädigten Wirtschaft konterkarieren könnte. Wird nicht gerade jetzt der so essenzielle Konsum durch das Ausbleiben der Unterstützungsgelder bei einer zweiten Coronawelle dringend gebraucht? Und warum möchte ausgerechnet in dieser Situation Fed-Chef Powell erst einmal die „Füße stillhalten“?

Könnte das nicht heißen, dass es der US-Konjunktur gar nicht so katastrophal geht, um weitere Notmaßnahmen einführen zu müssen? Die Federal Reserve hat bereits drei Billionen Dollar in das System gepumpt. Klar: Powell will Druck auf die Politik ausüben, solange die Coronazahlen nicht deutlich zurückgehen, kann sich der Arbeitsmarkt nicht erholen – ein wenig psychologische Kriegsführung, trotz der Unabhängigkeit der Notenbank.

Durch die Pandemie sind die Arbeitnehmer auf die staatliche Unterstützung angewiesen – und ohne diese wäre die Auswirkung auf den Eckpfeiler der US-Wirtschaft, den Konsum, fatal. Wie sehr die Aktienmärkte nach weiteren Stimuli gieren, konnte man gestern an der Marktreaktion erkennen, nachdem kurz das Gerücht aufkam, die Sprecherin der Demokraten, Nancy Pelosi, würde an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Aber hat der Notenbankchef nicht in jeder seiner Sitzungen betont, dass er alles tun werde, um Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu stützen, „whatever it takes“? Und jetzt plötzlich Attentismus?

Die US-Wirtschaft soll im dritten Quartal stark gewachsen sein, auch in Deutschland spricht man schon von einem Quartalswachstum um die acht Prozent. Wie kann man im Übrigen auf die Prognose einer US-Großbank setzen, die im vierten Quartal einen Rückgang des Wachstums von sechs auf drei Prozent prognostiziert? Hat in den letzten sechs Monaten auch nur eine einzige Prognose des Verlaufs der Wirtschaft durch Analysehäuser gestimmt?

Durch die permanente verbale Stütze Powells ist es unglaubwürdig für mich, dass er erst bei einem Einbruch der Aktienmärkte von 30 oder gar 40 Prozent eingreifen würde. Dies entspräche einem Vermögensverlust von über 15 Billionen Dollar, was in etwa einem Sechstel der gesamten Welt- Aktienmarktkapitalisierung entspräche. Ich denke, dass man schon den Eintritt in einen Bärenmarkt zu verhindern versucht.

Wie schnell war die Fed zur Stelle, als es im S&P 500 im Dezember 2018 19,5 Prozent nach unten ging – oder im Corona-Crash, der in 34 Tagen wegen der Fed-Intervention seinen Tiefpunkt erreicht hat. Fedchef Powell kennt sicher die Situation der Unternehmen, die der KMUs, schließlich arbeiten ihm Hunderte Ökonomen aus allen Fedfilialen zu. Genauso ist die Notenbank in Kenntnis aller relevanten Statistiken, die es in den USA gibt. Die Frage ist nur, ob die Zahlen in seiner Strategie eine Rolle spielen und welche Relevanz sie im Psychospiel der Notenbankpolitik innehaben.

Ich bin sicherlich nicht „Fed-gläubig“ und denke, dass die Notenbank die Wirtschaft nicht allein retten kann. Das kann und konnte in der Geschichte noch nie eine Notenbank.

Sie wird aber sicherlich nicht tatenlos zu sehen, dass ihr ganzes Rettungsgebäude in sich zusammenstürzt, etwa durch die Ausweitung einer Korrektur der Aktienmärkte in einen Bärenmarkt .

Fazit

Die (rechtzeitige) Korrektur der Aktienmärkte kommt vielen sicherlich gelegen, vor allem auch der US-Notenbank, die natürlich die überhitzten Indizes insbesondere im Bereich Hightech im Visier hat. Aber auch die hemmungslose Spekulation der neuen Generation RobinHood, die allein mit ihren irrsinnigen Hebeleinsätzen und ihren Millionen Depots den Markt nach oben gezogen haben.

Außer einem, Donald Trump, den ärgert jeder Kursrückgang, weil er die Höhe der Aktienmärkte – egal bei welchem Index – zum Maßstab seiner erfolgreichen Politik hochstilisiert hat. Wenn es dann in den Wochen vor der Wahl, insbesondere vor den großen Fernsehauftritten steigende Kurse gäbe, wäre auch der Amtsinhaber zufrieden.

Jedenfalls bricht jetzt eine wichtige Periode an, der Konsum muss (aus Sicht der US-Administration) am Laufen gehalten, die Arbeitslosigkeit zurückgefahren, die Impfstoffentwicklung wahlkampfrelevant vorangetrieben und die Aktienmärkte vor schweren Rückschlägen bewahrt werden.

Deshalb würde ich bei einem Einbruch von 30 Prozent plus mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es keinen alten und neuen US-Präsident Trump geben werde.

Läßt die Fed einen erneuten Crash wie im März wirklich zu?

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