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Deutsche strömen in ETF – Fondsvolumen stieg in 6 Monaten um 156 Milliarden Euro

Der Andrang der Deutschen zur Geldanlage in ETF ist enorm. Aktuelle Fondsstatistiken zeigen enorme Zuwächse im ersten Halbjahr.

Hochhäuser von Commerzbank, Deka und Helaba in Frankfurter Skyline
Hochhäuser von Commerzbank, Deka und Helaba in Frankfurter Skyline. Foto. Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.de

Deutsche strömen in ETF, besonders über Neobroker, die kostenlose monatliche Sparpläne anbieten. Man kann es nicht exakt auf ETF herunterbrechen, aber sie dürften einen guten Teil des Zuwachses an Fondsvermögen ausmachen. Die Verwahrstellen in Deutschland betreuten Ende Juni 2026 insgesamt 3,25 Billionen Euro für in Deutschland aufgelegte Investmentfonds. Das sind gut 10 Prozent mehr als zum 30. Juni 2025 (2,94 Billionen Euro). In den sechs Monaten von Ende Dezember 2025 bis Ende Juni 2026 war es ein Anstieg um 155,8 Milliarden Euro, so zeigen es heute die Daten des Fondsverbands BVI mit Blick auf 27 Verwahrstellen in Deutschland. Davon sind 24 Depotbanken im Geschäft mit offenen Wertpapierfonds mit einem Vermögen von 2,887 Billionen Euro tätig.

Man muss es der „Innovation“ der ETF zugute halten, dass deutsche Privatanleger seit Jahren immer stärker monatlich über Sparraten immer mehr Vermögen anhäufen über die börsengehandelten Fonds (ETF), die zu extrem günstigen jährlichen Gebühren zu haben sind. Dazu kommen noch die Neobroker wie Trade Republic, Scalable und andere, bei denen man sehr viele ETF kostenlos monatlich kaufen kann.

ETF-Sparen treibt Volumen in Fonds an

In letzter Zeit gibt es immer mehr ETF auf die großen Indizes oder sogar auf weltweite Referenzindizes, wo die jährliche ETF-Gebühr unter 0,10 % gesenkt wird. Damit dürften die Sparpläne für Privatanleger noch mal attraktiver werden. Immer weniger der Rendite versickert beim Anbieter, sondern verbleibt beim Anleger. Wer sich noch an Zeiten vor 20 oder 30 Jahren erinnert: ETF gab es nicht. Eine goldene Zeit für Fondsanbieter und ihre Vertriebler. Wer als Privatanleger Fonds kaufte, zahlte oft 5 % Ausgabeaufschlag pro Kauf, dazu 1 % oder deutlich mehr an jährlicher Gebühr. Da frassen die Gebühren kräftig an den jährlichen Steigerungen der Aktienmärkte. Zumal man dazu noch sagen muss, dass es früher nicht so kräftige jährliche Steigerungen bei den Indizes gab wie heute. Hohe Gebühren und relativ geringe jährliche Rendite – das machte die Anlage in Fonds früher wenig attraktiv. Heute hat sich das deutlich gewandelt, und auch immer mehr Deutsche kommen auf den Geschmack.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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4 Kommentare

  1. Beim kommenden Altersvorsorgedepot dürfen die Gebühren bis zu 1% betragen. Ursprünglich waren es sogar 1,5% gewesen. Das ist wieder ein tolles Geschenk vom Steuerzahler für die Anbieter.

    1. Das sind doch Argumente sogenannter „Verbraucherschützer“, die für ihre „Ratschläge“ keinerlei Haftung übernehmen. Man sollte bedenken, dass selbst bei 1,5% Kosten eine qualifizierte Beratung nicht mehr möglich ist und zum Zuschussgeschäft wird, wenn keine zusätzliche Beratungsgebühr erhoben wird (die viele auch nicht zahlen wollen). Das Altersvorsorgedepot ist nämlich nicht so einfach zu verstehen, wie man vorgibt. Das erinnert an ein großes Möbelunternehmen, bei denen der Kunde die Montage der Möbel selbst übernimmt und dabei (angeblich) Kosten spart. Das kann funktionieren, muss aber nicht, wenn ich zwei linke Hände habe…. Spannend wird es, wenn der erste richtige Börsenabsturz kommt, den die Neueinsteiger (und „Selbstschrauber“) erleben. Da ist dann keiner da, der die richtigen (psychologischen) Ratschläge gibt oder sogar in Beratungshaftung genommen werden kann. Ich freue mich schon auf das Geschreie, alá Telekom……. Geschichte wiederholt sich immer.

  2. Immer noch besser als die tollen Anlage Produkte die es aktuell gibt. Da sind kosten von 3 bis4 % völlig normal.

  3. Hansueli Wermelinger

    Na dann kanns ja bald runtergehen, wenn alle an Bord sind. Am Schluss die Deutschen, die Investitions-Muffel. Passt wie die Faust aufs Auge.

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