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Europa

Deutsche Tariflöhne seit sechs Jahren höher als die Inflation – deutliche Zuwächse in allen Branchen

Wie lautete der Spruch? In God we trust? Oder in „Statistisches Bundesamt we trust?“ Denn unsere Statistiker, die alles für unsere Volksirtschaft zusammenrechnen, was man zusammenrechnen kann, veröffentlichen heute…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wie lautete der Spruch? In God we trust? Oder in „Statistisches Bundesamt we trust?“ Denn unsere Statistiker, die alles für unsere Volksirtschaft zusammenrechnen, was man zusammenrechnen kann, veröffentlichen heute endgültige Daten zu den Tarifverdiensten der Deutschen für das Gesamtjahr 2017. Daraus geht hervor, dass die Tarifverdienste nun schon das sechste Jahr in Folge höher liegen als die Inflation. Gut, das hört sich super an, war aber in den letzten Jahren aufgrund der geringen Inflation kein großes Kunststück. Aber so langsam wird das schwieriger, wo die Inflation näher an 2% heranrückt.

Die Tarifverdienste ohne Sonderzahlungen steigen im Jahr 2017 durchschnittlich im Vergleich zum Vorjahr um 2,8% (einschließlich Sonderzahlungen 2,3% / komisch…). Weitere Details im Wortlaut:

Überdurchschnittliche Tariferhöhungen gab es im Jahr 2017 im Bergbau, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen – hierzu zählen unter anderem die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften sowie Wach- und Sicherheitsdienste – mit jeweils + 2,7 %. Auch im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Tarifverdienste mit + 2,5 % stärker als in der Gesamtwirtschaft. Unterdurchschnittliche Tariferhöhungen gab es im Jahr 2017 für die Tarifbeschäftigten in der Energieversorgung (+ 0,6 %) sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+ 1,0 %). Im Jahr 2017 weggefallene Einmal- und Nachzahlungen waren hier die Ursache für den geringen Anstieg der Tarifverdienste.

Im vierten Quartal 2017 waren die Tarifverdienste einschließlich Sonderzahlungen im Durchschnitt um 1,1 % höher als im vierten Quartal 2016. Deutlich gesunkene Sonderzahlungen aufgrund weggefallener Einmal- und Nachzahlungen in der Öffentlichen Verwaltung, im Bereich Erziehung und Unterricht, bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie im Bergbau führten zu diesem vergleichsweise niedrigen Anstieg. Die Tarifverdienste ohne Sonderzahlungen stiegen im gleichen Zeitraum durchschnittlich um 2,2 %.

Man sieht es hier im Detail. Alle Branchen legen deutlich stärker zu als die Inflation. Schwach bleiben nur Finanzen und Energie mit 1,0% und 0,6%.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Michael

    21. Dezember 2017 19:11 at 19:11

    Wenn denn nun noch ein relevanter Anteil der Beschäftigen in DE den Tariflohn erhalten würde, und das auch noch ohne 20% unbezahlter Überstunden, würde das doch schon recht positiv klingen.
    Wenn dann auch noch die Inflation realistisch berechnet werden würde, wäre es schon fast ein märchenhafter Traum.
    Bis dahin soll es ein traumhaftes Märchen verbleiben…

  2. Avatar

    Einzahler

    21. Dezember 2017 22:39 at 22:39

    Und dann müsste man auch noch die kalte Progression raus rechnen ?

  3. Avatar

    Steve

    22. Dezember 2017 10:29 at 10:29

    Blaabluub

    Tariflöhne auf höchstniveau
    Tarifbeschäftigte im Sinkflug

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Soeben hat das Statistische Bundesamt als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für den Monat September veröffentlicht. Im Jahresvergleich zu September 2019 ist es ein Minus von 0,2 Prozent , nach 0,0 Prozent im August und -0,1 Prozent im Juli. Die Erwartung lag für heute bei -0,1 Prozent. Es ist offensichtlich, dass die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung die Verbraucherpreise insgesamt in den Negativbereich drückt – was die Statistiker auch so erwähnen. Auch die kurzfristige Veränderung von August zu September liegt bei -0,2 Prozent.

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Im Verarbeitenden Gewerbe waren im September schätzungsweise noch 1,47 Millionen Menschen in Kurzarbeit, das sind 21 Prozent der Beschäftigten. Bei den Dienstleistern waren es 1,23 Millionen oder 12 Prozent, im Handel 406.000 Menschen oder 9 Prozent. Im Bauhauptgewerbe waren es nur 5000 Menschen oder 1 Prozent. In den übrigen Sektoren schätzt das ifo Institut die Zahl der Kurzarbeiter auf 622.000 oder 5 Prozent der Beschäftigten.

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In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

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