Europa

Deutsche Verbraucherpreise Juni: Energie +6,4%, Nahrungsmittel +3,4%

Die deutschen Verbraucherpreise für den Monat Juni wurden wie Anfang des Monats vorab vermeldet heute endgültig mit +2,1% gegenüber Juni 2017 bekanntgegeben. Damit liegt man jetzt schon den zweiten Monat in Folge über dem Inflationsziel der EZB von 2% oder nahe 2%.

Wie immer treiben die Energiepreise die gesamten Verbraucherpreise kräftig an mit +6,4% nach +5,1% im Mai. Denn ohne die Energiepreise wären die Verbraucherpreise im Juni nur um 1,6% gestiegen. Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Juni 2017 im Jahresvergleich um 3,4%, und damit wie in den Vormonaten auch deutlich überdurchschnittlich. Die Teuerungsarate für Nahrungsmittel lag damit den dritten Monat in Folge über 3%.

Preisdämpfend sind wie in den Vormonaten auch diesmal die Dienstleistungen mit „nur“ +1,5%. Interessant: Besonders stark im Minus sind Flugtickets mit -4,2%. Das liegt wohl daran, dass nach der massiven Verteuerung bei der Lufthansa nach der Air Berlin-Pleite nun die Rückbewegung nach unten folgt, weil mehrere Billig-Airlines aus dem Ausland die Lücke ebenfalls aufgefüllt haben. Mehr Details vom Statistischen Bundesamt hier im Wortlaut:

Teurer als ein Jahr zuvor waren vor allem Speisefette und Speiseöle (+ 14,4 %, darunter Butter: + 26,1 %). Auch für Obst (+ 7,2 %) sowie für Molkereiprodukte und Eier (+ 4,8 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich mehr bezahlen. Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im Juni 2018 bei + 1,4 % gelegen.

Die Preise für Waren insgesamt lagen im Juni 2018 um 2,8 % über dem Niveau des Vorjahresmonats, maßgeblich bestimmt durch die Preisanstiege bei Energie (+ 6,4 %) und bei Nahrungsmitteln (+ 3,4 %). Auch andere Waren verteuerten sich binnen Jahresfrist deutlich, zum Beispiel Zeitungen und Zeitschriften (+ 4,8 %), Bier (+ 4,1 %) sowie Tabakwaren (+ 3,7 %). Günstiger wurden unter anderem Geräte der Unterhaltungselektronik (− 4,9 %) und Informationsverarbeitungsgeräte (− 4,5 %).

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Juni 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5 % und damit weniger stark als die Preise für Waren. Bedeutsam für die Preiserhöhung bei Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten (+ 1,6 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Zudem gab es nennenswerte Preiserhöhungen bei Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+ 3,2 %), bei Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+ 3,1 %) sowie bei Dienstleistungen für Verpflegung in Restaurants, Cafés und Straßenverkauf (+ 2,2 %). Günstiger für die Verbraucherinnen und Verbraucher waren unter anderem Flugtickets (− 4,2 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (− 0,7 %).

Verbraucherpreise



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