Erst gab es die seit 2018 laufende strukturelle Krise in der deutschen Industrie. Dann gab es ab 2025 den Hoffnungsschimmer: Sondervermögen und Aufrüstung (auf Pump) sollten die Konjunktur endlich wiederbeleben. Jetzt aber droht der Iran-Krieg alles zunichte zu machen. Stark steigende Brennstoffkosten, Knappheiten bei Düngemitteln, deutlich steigende Preise, die sich nach und nach durch alle Warengruppen fressen. Jetzt zeigt eine Studie, in welchem Ausmaß der Iran-Krieg die deutsche Wirtschaft belastet.
Iran-Krieg hält deutsche Wirtschaft in der Krise fest
Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise, so die klare Aussage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich durch die Iran-Krise wieder deutlich verschlechtert, so zeigt es die neue Konjunkturumfrage des Instituts, die nach Beginn de Iran-Kriegs im März bei 1.000 Firmen durchgeführt wurde. Der Iran-Krieg mache die Hoffnung auf eine ausgeprägte Erholung der deutschen Wirtschaft zunichte. Fast 30 Prozent aller Unternehmen wollen demnach in 2026 Stellen streichen, 35 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einem Rückgang ihrer Produktion. Fast 40 Prozent gehen davon aus, in diesem Jahr weniger zu investieren. Seit fast drei Jahren blicken die deutschen Unternehmen durchgehend pessimistisch nach vorn – eine so lange Durststrecke gab es laut IW seit 20 Jahren nicht.
Geschäftslage und Aussichten
Die aktuelle Geschäftslage bewerten Unternehmen weiterhin negativ: 43 Prozent berichten, dass ihre Geschäfte schlechter laufen als vor einem Jahr, nur 14 Prozent sehen eine Verbesserung. Das zieht sich durch Industrie, Dienstleister und Bau gleichermaßen. 35 Prozent rechnen für den Rest des Jahres mit sinkender Produktion, nur 21 Prozent mit einem Plus. Selbst die zuletzt optimistischen Dienstleister sind eingebrochen: 35 Prozent gehen von schlechteren Geschäften aus. In der Industrie stehen 39 Prozent mit sinkender nur 24 Prozent mit steigender Produktion gegenüber.
Investitionsbereitschaft
Die Investitionsbereitschaft bleibt niedrig: Rund 40 Prozent aller Unternehmen wollen 2026 weniger investieren, nur 21 Prozent mehr. In der Industrie ist der Anteil der Firmen, die Investionen kürzen, mit 42 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Anteil derjenigen, die mehr investieren wollen (19 Prozent). Auch am Bau überwiegen die Kürzungen (23 Prozent höher, 38 Prozent niedriger). Und das, obwohl doch gerade die Bauindustrie durch Aufrüstung und Sondervermögen boomen sollte?
Am Arbeitsmarkt geht der Stellenabbau weiter: In der Industrie planen 37 Prozent der Firmen mit weniger Personal, nur 14 Prozent mit mehr. Bei den Dienstleistern stehen 22 Prozent, die einstellen wollen, 28 Prozent gegenüber, die Jobs streichen.
„Hoffnung auf Erholung im Keim erstickt“
„Der Iran-Krieg hat die Hoffnung auf eine echte wirtschaftliche Erholung im Keim erstickt“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Die Sperrung der Straße von Hormus treffe Lieferketten unmittelbar, treibe Energie- sowie Transportkosten und schwäche den für Deutschland wichtigen Export. „Die geopolitischen Dauerkrisen bringen das deutsche Wirtschaftsmodell immer stärker an seine Grenzen. Das erhöht den Reformdruck für die Bundesregierung“, so Grömling.
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Und sonst wäre die Krise zu Ende gewesen?
Dann hätte Putin wieder herhalten müssen als Begründung oder die AfD.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Längste Krise seit 20 Jahren:
Die Grafik passt aber nicht zum Dax
Großer Bär
Der DAX ist Weltwirtschaft. Der hat mit Deutschland wenig zu tun. Wenn BASF hier raus ist, kann man die auch wieder kaufen.