Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanager besser als erwartet – stark steigende Preise!

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Dezember) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 52,5 (Prognose war 50,4; Vormonat war 51,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,5 (Prognose war 56,4; Vormonat war 57,8)

Dienstleistung: 47,7 (Prognose war 44,0; Vormonat war 46,0)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 51,1 für Gewerbe (Prognose war 50,1; Vormonat war 49,6) und mit 49,2 für Dienstleistung (Prognose war 40,0; Vormonat war 38,8) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Die Dezember-Flashes belegen wieder einmal, dass die deutsche Wirtschaft ein relativ stabiler Wachstumspfeiler war, zumindest bis zur
Monatsmitte (die Flash-Daten wurden zwischen 4. und 15. Dezember erhoben). Der bevorstehende verschärfte Lockdown stellt jedoch eine Bedrohung der bis jetzt zu beobachtenden Widerstandskraft dar, da jetzt mehr Sektoren die negativen Auswirkungen der verschärften Eindämmungsmaßnahmen zu spüren bekommen dürften. Was sich ebenfalls rasant entwickelt hat, ist der jüngste Preisanstieg im Industriesektor. So hat die globale Belebung der Industrieproduktion zu einer Verknappung bei einer Reihe von Rohstoffen geführt und den Druck auf die Lieferketten enorm steigen lassen, vor allem was die Frachtkapazitäten auf See anbelangt. Die Situation in der Industrie, wo das rasante Wachstum Lieferengpässe und einen starken Inflationsdruck zur Folge hat, erinnert an den Aufschwung nach der globalen Finanzkrise
vor zehn Jahren. Nur dass die Unternehmen dieses Mal zu alledem noch mit der Unterbrechung der Lieferketten infolge einer globalen Pandemie fertig werden müssen. Ungeachtet dessen sind die deutschen Industriebetriebe und die Dienstleister kurz vor dem Beginn der Auslieferung der Corona-Impfstoffe optimistisch, was den Ausblick für 2021 betrifft.”



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4 Kommentare

  1. Habe ich vor ein zwei Wochen schon geschrieben das Kapazitäten offensichtlich knapp werden und die Frachtpreise auf See 300-400% gestiegen sind, bei der Bahn sogar 800% da wurde sogar vorgerechnet was ein LKW von Wuhan nach Deutschland kostet.

    Gut der Lovkdown wird nun auch die Nachfrage wieder dämopfen, aber ansonsten hötte das eine Explosive Mischung geben können…

    Eigentlich sagt uns das relativ wenig den die Daten sind ein Stückweit schon wieder von der Realität überholt…

  2. Je stärker die Lockdown-Maßnahmen, desto besser die konjunkturelle Entwicklung. Die Corona Pandemie hat zu einem gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung geführt. Bei den Aktienmärkten in den USA jagt ein Allzeithoch das nächste. Was besseres konnte den Aktienanlegern nicht passieren.

  3. Klar werden die Kapazitäten aus Fernost knapp. Ich habe inzwischen auch einen Großteil meiner Ausgaben in Richtung ostasiatischer Unternehmen umgelenkt. Und wie ich bei den Nachbarn sehe, auch diese. Hier stehen die Lieferwagen täglich praktisch Schlange.

    Ansonsten erinnert mich die Umfrage stark an Verlautbarungen von Gosplan. Hat jedenfalls mit der Realität eher wenig zu tun.

    Es gibt auch keine „Widerstandskraft“ der deutschen Wirtschaft, sondern Knete aus der Staatskasse (plus Aussetzung Insolvenzrecht, Aufhebung der Verpflichtung von Miet- und und Zinszahlungen, etc.). Das muss am Ende natürlich von denen kommen, die das jetzt erhalten haben.

    Der Pfad in den Abgrund ist weiterhin vollständig in Takt. Und der wird auch nicht mehr gewendet. Ich bleibe bei meiner Prognose: Ende diesen Jahrhunderts wird es niemanden mehr geben, der mit Begriffen wie „Westen“, „Aufklärung“, „Freiheit“ oder „Demokratie“ noch etwas anfangen kann.
    Und mit „Wohlstand“ wird man dann einen Zustand bezeichnen, der bedeutet das man relativ sicher ist, wenigstens für die nächste Woche genug im Topf zu haben.

    Ich kann mich natürlich auch irren und es wird alles viel, viel schlimmer.

  4. Ich habe ein Kollege der bestellt sich bei Wish ab und zu Zeug, da ist der Transportpreis für ein 2.00 euro Stück nun von 2.00 Euro auf 9.00 Euro gestiegen.

    Wenn man nachdenkt, buum mehrer 100% Inflation dankt Transport (waren natürlich vorher schon völlig unverhältnissmässige Transportkosten % und der stückpreis sehr niedrig)

    Nichts desto trotz ist für den Konsumenten realität das sich diese Güter & Bestellungen um ein vielefaches verteuern, gerade weil natürlich ein Versandtricl ist möglichst kleine Werteinheiten aufs mal zu versenden um unter die Verzollungsgrenzen zu fallen…

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