Europa

Aktuell: Deutsche Wirtschaft kühlt deutlich ab – Frankreich noch stärker

"Düstere Aussichten"

Deutsche Wirtschaft Einkaufsmanager

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Juni) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Verarbeitendes Gewerbe: 52,0 (Prognose war 54,0; Vormonat war 54,8)

Dienstleistung: 52,4 (Prognose war 54,5; Vormonat war 55,0)

Kurz zuvor waren die schwachen Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich veröffentlicht worden mit 51,0 für Gewerbe (Prognose war 54,0) und 54,4 für Dienstleistungen (Prognose war 54,0)

Zu den Daten aus Deutschland schreibt Markit, das die Daten erhebt:

„Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat im Juni stark an Dynamik verloren. Als Bremsklotz erwiesen sich die rückläufigen Auslandsbestellungen, während auch die Inlandsnachfrage infolge der gestiegenen wirtschaftlichen Unsicherheit und der anhaltend hohen Teuerung unter Druck geriet. Angesichts der sich verdüsternden Erwartungen in der Industrie fielen die Geschäftsaussichten insgesamt so wenig optimistisch aus wie seit der ersten Pandemiewelle vor über zwei Jahren nicht mehr. (..)

Dass die deutsche Wirtschaft im Juni vor dem Hintergrund des rückläufigen Auftragseingangs überhaupt noch Wachstum erzielte, war in erster Linieder Abarbeitung der Auftragsbestände zu verdanken. Beim Neugeschäft schlug erstmals in diesem Jahr insgesamt in Minus zu Buche, das noch dazu so hoch ausfiel wie zuletzt im Juni 2020. Hauptgrund hierfür war der stärkste Auftragsrückgang in der Industrie, wozu auch das gravierende Exportorderminus beitrug.“

Und Phil Smith, Direktor der Umfrage, analysiert:

„Der Preisdruck ist nach wie vor auf historisch hohem Niveau. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass es für die
Unternehmen zunehmend schwieriger wird, die höheren Kosten an die Kunden weiterzugeben, da die Verkaufsbzw. Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen trotz des beschleunigten Anstiegs der Einkaufspreise (teilweise im Zusammenhang mit dem höheren Lohndruck) nicht mehr ganz so stark gestiegen sind wie in den beiden Vormonaten. Aufgrund des besonders düsteren Ausblicks in der Industrie sind die Geschäftsaussichten binnen
Jahresfrist insgesamt so wenig optimistisch ausgefallen wie seit der ersten Pandemiewelle vor zwei Jahren nicht mehr. Dies hat dafür gesorgt, dass sich der Stellenaufbau auf breiter Front verlangsamt hat, da die Unternehmen beginnen, ihren Personalbedarf für die Zukunft neu zu bewerten.“



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