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„Deutsche Wirtschaft steht auf wackeligen Füßen“ – Professor Fratzscher weiß Rat!

Claudio Kummerfeld

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Konjunktur mit schuldenfinanzierten Programmen helfen?

Die „Deutsche Wirtschaft steht auf wackeligen Füßen“, so titelt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aktuell mit einer Denkschrift. Und DIW-Chef Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D. weiß Rat, wie man vorankommen kann. Man kennt seine grundsätzlichen Lösungsansatz inzwischen zu Genüge. Mehr Schulden machen, der Staat muss Geld ausgeben, dann wird das schon werden (vereinfacht ausgedrückt). Dass Olaf Scholz jüngst erst bettelte, dass von ihm bereit gestellte Gelder für Investitionen nicht abgerufen werden – geschenkt. Egal, es müssen neue gigantische staatliche Investitionsprogramme her, natürlich auf Pump finanziert.

Wie schlimm die Lage in Deutschland und im globalen Finanzsystem insgesamt ist, darüber hatte sich Professor Fratzscher erst vor Kurzem bei Maybrit Illner mit dem Bestsellerautor Marc Friedrich gestritten (hier im Video zu sehen). Für die negativen Prognosen von Herrn Friedrich gebe es keinerlei wissenschaftlichen Belege, so Fratzscher. Dass die von Marc Friedrich genannten Fakten des Ist-Zustands kaum bestreitbar sind, dazu kein Wort vom DIW-Chef. Auch könnte man jetzt süffisant anmerken, dass das DIW schon mehrmals dieses Jahr seine BIP-Prognosen absenken musste – immer wenn es eh schon offensichtlich war, dass sich die Konjunktur immer mehr abflaut. Aber zurück zum aktuellen Papier des DIW. Da sagt man zum Beispiel, auszugsweise im Wortlaut:

Zwar steckt die öffentliche Hand bis zum Jahr 2021 wohl zusätzlich rund 18 Milliarden Euro unter anderem in Infrastruktur und Bildung – allerdings fehlt es nach wie vor an einem länger angelegten Investitionsprogramm, das Kontinuität verspricht und das Wachstumspotential der deutschen Wirtschaft nachhaltig erhöht. Kurzfristig sind es vor allem die privaten Haushalte, die die deutsche Wirtschaft zumindest einigermaßen am Laufen halten. Die Löhne nehmen zu, die Inflation ist moderat und die Schwäche der Industrie hat bisher keine tiefen Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Deshalb hält das DIW Berlin für das laufende Jahr an seiner Wachstumsprognose vom Herbst in Höhe von 0,5 Prozent fest.

Auch in den kommenden beiden Jahren profitieren die privaten Haushalte von mehr Geld im Portemonnaie: Die Renten werden recht kräftig steigen, Steuererleichterungen sind auf den Weg gebracht und vor allem die Abschaffung des Solidaritätszuschlags für einen Großteil der Haushalte dürfte die Konsumlaune weiter steigern. Nach und nach dürfte dann auch das verarbeitende Gewerbe seine Talfahrt beenden. Dass sich zumindest die Auftragseingänge und die Exporte zuletzt bereits stabilisiert haben, ist ein Silberstreif am Horizont. Unter dem Strich dürfte die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr voraussichtlich um 1,2 Prozent und im Jahr 2021 um 1,4 Prozent wachsen.

Was ist zu tun um die deutsche Konjunktur zu stabilisieren? Hier das DIW mit seinem Lösungsansatz:

Notwendig ist daher umso mehr, private durch öffentliche Investitionen zu stimulieren. Das Arbeitskräftepotential sinkt – immer weniger Erwerbspersonen müssen dann für immer mehr Ältere sorgen. Fließt nicht mehr Geld in Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Infrastruktur, sinkt das Wachstumspotential der deutschen Wirtschaft. Da die finanziellen Spielräume in den öffentlichen Haushalten kleiner werden, läuft es jedoch mittelfristig wieder auf eine sinkende Investitionsquote raus.

Die DIW-KonjunkturforscherInnen empfehlen daher ein langfristig angelegtes Investitionsprogramm. Investive Ausgaben, die über die mittelfristige Finanzplanung hinausgehen – unterstellt wird ein gradueller Anstieg über mehrere Jahre auf schließlich 30 Milliarden Euro pro Jahr – würden die potentielle Wachstumsrate der deutschen Wirtschaft zusätzlich erhöhen. Allerdings ließen sich merkliche Effekte nur dann erzielen – den Simulationsberechnungen zufolge rund 0,3 Prozentpunkte pro Jahr – wenn die Mittel dauerhaft fließen und damit private Investitionen stimulieren. Auch die Einnahmen der öffentlichen Hand stiegen dann: Allein bis zum Jahr 2024 würden die Steuereinnahmen den Berechnungen zufolge um insgesamt etwa 20 Milliarden Euro zunehmen.

Und hier noch der Kommentar von Professor Fratzscher:

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin: „Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich derzeit nur zäh. Dafür gibt es sicher auch ein paar externe Gründe – die Weltwirtschaft brummt angesichts vieler Risiken nicht gerade und die deutsche Industrie leidet wegen ihres Fokus auf Investitionsgüter darunter. Die Hauptprobleme sind aber hausgemacht: Seit Jahren wird in Deutschland zu wenig investiert und an der Substanz gezehrt. Die Haushaltsspielräume waren lange Zeit groß – verbunden mit den niedrigen Zinsen wurden goldene Chancen vertan, in die Zukunft des Landes zu investieren. Der Bedarf ist immer noch da, aber in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten und bei schmelzenden Etatüberschüssen wird es nicht einfacher, vor allem wenn an der schwarzen Null festgehalten wird. Deutschland braucht endlich ein dauerhaftes Investitionsprogramm, um künftigen Wohlstand zu sichern.“

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    11. Dezember 2019 14:59 at 14:59

    Man wird langsam müde, ich jedenfalls: Industrie, Südländer, Targetsalden, Zombies, Krall mit seinen Banken kurz vor dem Crash, Trump, Schulden, deal or not deal, Brexit, Gelddrucken, Draghi/Lagarde, China, Nordkorea, Negativzinsen, Rezession, Ölkrise, schwarze Schwäne, die jetzt gar noch Junge kriegen, Katastrophenrally, Klimakatastrophe, Horrorcharts, Friedrich, Homm und Otte mit ihren Crashes und überhaupt…alles fällt gerade in den Abgrund, ganz furchtbar.
    Ich verstehe nur eins nicht: Wieso geht es mir eigentlich gut? Wieso kann ich mir mit meiner Rente immer noch kaufen, was ich will?Wieso bin ich noch gesund, esse gut und meine Wohnung ist warm? Wieso steht in der Garage ein anständiges Auto, mit dem ich jederzeit fahren kann, wohin ich will? Wieso reicht es hinten und vorn? Wieso kann ich mir immer noch meinen Zahnarzt und das Iphone leisten und wieso ist der Fernseher, das Internet, der Parmaschinken und die Spaghetti so billig, obwohl ich nicht zu den sogenannten Reichen gehöre? Wieso habe ich Freunde, denen es gut geht, die gesund sind, die sich alles leisten können, was sie brauchen, obwohl sie ebenfalls nicht zu den Reichen gehören?
    Alles Fata Morgana? Bin ich echt so kurzsichtig?
    Ich habe da schon so einen Verdacht. Könnte es sein, das ich zu viel im Netz bin, zu viele Finanzblogs lese, zu viel fernsehe und zu viele Zeitungen lese?
    Könnte es sein, daß es mir ohne diese, ach so „lebenswichtigen Infos“ noch besser gehen würde und ich trotzdem merken würde, wenn die Welt untergeht?

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      Michael

      11. Dezember 2019 16:13 at 16:13

      @Columbo, da sind Sie nicht alleine mit den Ermüdungserscheinungen ;)
      Wenn man täglich über Jahre 20 Mal das Gleiche hört, sieht und liest, glaubt man es entweder irgendwann oder man ermüdet. Wobei Sie es im wunderschönen und meist sonnigen Südtirol doch etwas leichter haben, gute Laune zu behalten. Drei Monate Hitzewellen und drei Monate durchregnete Winter und nicht mehr vorhandene Frühjahre bei Ihren bedauernswerten nördlichen Nachbarn sorgen da schon eher für Miesepeterstimmung.

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      Dorinella

      11. Dezember 2019 16:58 at 16:58

      @columbo
      Die Antwort ist simpel. Das geht alles noch … weil wir in Deutschland leben ! Und Mutti es trotz Flüchtlingskrise und immer stärker werdenden „ Rechtsruck“ und immer unzufriedener Bürger mit geringerem Einkommen und niedriger Rente schafft, alles noch Normal zu halten und zusammenzuhalten. Und weil sie nicht alles, was sie macht, sofort bei Twitter postet.
      Und sich auch nicht von zuviel Testosteron einiger Widersacher , mit denen sie ständig zu tun hat, übermäßig beeindrucken lässt.
      Wenn sie weg ist … wird Deutschland nicht sicherer … dass ist mal sicher ! Und ganz ganz viele werden sie sich sehnlichst zurück wünschen. Meine persönliche Einschätzung

      • Avatar

        Michael

        11. Dezember 2019 17:40 at 17:40

        @Dorinella, wie Sie meinem vorherigen Post entnehmen können, lebt @Columbo aber in Südtirol ;) Und was mutti Merkel angeht, werden mindestens genauso viele feiern und drei Kreuze schlagen.

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    Pessi- Mist

    11. Dezember 2019 19:01 at 19:01

    @ Columbo, was hat der sonst sehr vernünftige Mann geraucht .Ich nehme an ,er wollte ein wenig provozieren.Mir geht es auch gut, ich möchte nur einige Denkanstösse geben.
    Die letzten 30 bis 40 Jahre waren eine sehr gute Zeit, weil:
    – Hauspreise sind 300 bis 400% gestiegen
    – Anleihen sind seit 30 Jahren gestiegen d.h.Zinsen gefallen.
    -Sparguthaben haben sich mit ca.4% Zins alle 18 Jahre verdoppelt.
    – Aktien haben sich in dieser Zeit teilweise verzehnfacht ( DJ war 1987 bei ca.2700)
    Die nächsten 20bis 30Jahre könnten da ganz anders aussehen.Ein heute 20Jähriger wird es viel schwieriger haben eine gute Altersposition aufzubauen. Die Suppenkasper von Notenbänkern haben die Suppe der kommenden Generation ganz schön versalzen.Was wir den Jungen an ausgebeuterte Erde u. Schulden hinterlassen geht auf keine Kuhhaut. Der einzige Vorteil der Jungen ist, dass der oder die Nachkommen von Columbo das angesparte Häuschen ( Inkl. Goldreserven ) erben können, wenn er nicht allzuvil Kosten im Altersheim verursacht.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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