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Deutscher Arbeitsmarkt: Dynamik nimmt ab

Der Arbeitsmarkt kommt langsam an das Ende seiner jahrelangen atemberaubenden Aufwärtsentwicklung. Darauf haben auch die staatlichen Frühindikatoren zuletzt bereits hingewiesen (Arbeitsmarktbarometer so niedrig wie seit sechs Jahren nicht mehr). Heute zeigen die offiziellen Zahlen zum Arbeitsmarkt für den Monat Juli ebenfalls ein Erlahmen der Dynamik. Die Arbeitslosenquote steigt im Monatsvergleich von 4,9% auf 5,0%, im Jahresvergleich ist es noch ein Rückgang von damals 5,1%. Das hat zwar saisonale, aber nach Angaben der Statistiker auch konjunkturelle Gründe. Offiziell arbeitslos (!) sind derzeit 2,27 Millionen Menschen, das sind 49.285 weniger als im Juli 2018. Die Zahl der tatsächlich Arbeitslosen sinkt um 48.229 Personen auf 3,20 Millionen.

Arbeitsmarkt aktuelle Zahlen

Schauen wir mal auf die folgende Grafik. Auch hier sieht man so ganz langsam, dass der Arbeitsmarkt an Dynamik verliert. Schufen noch vor Monaten alle Bundesländer kräftig neue Jobs, so haben Sachsen-Anhalt und Thüringen (linker Teil der Grafik) ihr Wachstum eingestellt. Im rechten Teil der Grafik sieht man im Jahresvergleich das (Daten zwei Monate verzögert veröffentlicht) Wachstum am Arbeitsmarkt unterteilt nach Branchen. Immer noch werden viele Zeitarbeitsstellen abgebaut, weil die Arbeitgeber sie in die Festanstellung übernehmen (man ist froh überhaupt noch Arbeitskräfte zu finden). Auch die Finanzdienstleister bauen Jobs ab. Sonst gibt es im Jahresvergleich noch einen breit gefächerten Stellenaufbau, vor allem bei Dienstleistungsberufen.

Die Bundesagentur für Arbeit äußert sich heute wie folgt (auszugsweise im Wortlaut):

Der Arbeitsmarkt zeigt sich zwar weitgehend robust, die konjunkturelle Abschwächung wird aber auch hier sichtbar. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt weiter zu, allerdings nicht mehr so stark wie im vergangenen Jahr. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf hohem Niveau, wird aber merklich schwächer. Von Juni auf Juli sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung aufgrund der einsetzenden Sommerpause gestiegen. Saisonbereinigt haben sich diese beiden Größen im Juli kaum verändert. Die Vorjahreswerte werden unterschritten, allerdings nur in der Grundsicherung. In der konjunkturnäheren Arbeitslosenversicherung sind merkliche Anstiege zu verzeichnen.



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