Heute hat die Bundesagentur für Arbeit Daten für den deutschen Arbeitsmarkt im März gemeldet. Ich formuliere es so: Man „schwimmt“ zwischen Frühjahresbelebung, Deindustrialisierung und Aufrüstung. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt um 48.710 auf 3,021 Millionen Arbeitslose (Arbeitslosenquote sinkt von 6,5 % auf 6,4 %). Und die Agentur spricht von einer einsetzenden Frühjahrsbelebung, die sich die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat nicht verändert habe.
Aber abgesehen von der Saisonalität haben wir den Faktor der fortschreitenden Deindustrialisierung, der seit geraumer Zeit Arbeitsplätze in der Industrie vernichtet. Hier sehen wir, dass im Januar (Daten zwei Monate verzögert) 178.000 Jobs in der Industrie im Jahresvergleich gestrichen wurden. Im Vormonat waren es -180.000. Hier gibt es also eine minimale Verbesserung.
Hier dazu meine Vermutung: Der Abbau von Industriearbeitsplätzen bei Maschinenbau, Chemie und Autoindustrie läuft weiter. Gleichzeitig aber boomt die Rüstungsindustrie, und nach und nach auch die Bauwirtschaft. Denn die schuldenfinanzierte Aufrüstung und die schuldenfinanzierten Infrastruktur-Investitionen (Sondervermögen) dürften nun Schritt für Schritt ihre Wirkung entfalten, und dem Abbau von Jobs in den drei Schlüsselbranchen der Industrie entgegenwirken.
Wohin diese Faktoren den Arbeitsmarkt treiben im Laufe des Jahres? Da müsste man wohl raten, welcher Faktor stärker wirken wird. Zumal wir jetzt noch den Iran-Krieg als Einflussfaktor hinzubekommen, der in so ziemlich allen Bereichen der Wirtschaft dämpfend wirken dürfte. Denn erst heute zeigte das ifo-Institut, dass 90 % der Industriebetriebe vom Iran-Krieg beeinflusst werden.
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