Europa

Deutschland: Abhängigkeit von China und vom Handelsstreit

Deutschland ist gerade noch einmal einer technischen Rezession entkommen und die Wirtschaftsindikatoren deuten zumindest auf eine weitere Stabilisierung hin. Kann es deshalb 2020 wieder nach oben gehen für das exportorientierte Land – oder müssen andere Regionen mitziehen, damit der Industriesektor des ehemaligen Exportweltmeisters wieder auf die Beine kommt? Vermutlich ja, es braucht der Unterstützung anderer, wie es die folgenden Daten und Fakten nahe legen.

 

Die bisherigen Auswirkungen Wirkungen des Handelsstreits

Klar leidet das Exportland Deutschland stark an den Folgen eines Handelsstreits, der die Industrieproduktion von vielen Ländern ins Schrumpfen gebracht hat: Abzulesen an den Produktionsziffern im Verarbeitenden Gewerbe, die über eineinhalb Jahre gefallen waren. Auf der anderen Seite profitiert man immer noch von der laufenden Konjunktur in den USA, man übernahm quasi einen Teil der Rückgänge aus dem Streit zwischen den USA und China, mit dem Ergebnis eines wachsenden Handelsbilanzdefizits zu den Vereinigten Staaten – sehr zum Missfallen von US-Präsident Trump. Allerdings kann dieser jetzt keinen zweiten Handelskriegsschauplatz aufbauen, knapp ein Jahr vor seinem großen Wahlziel.

 

Die Bedeutung Chinas für Deutschland und die Welt

Der Aufstieg Chinas insbesondere nach der Finanzkrise – im Jahr 2010 wurde man zur Nummer zwei in der Welt – hat viele Staaten in eine wirtschaftliche Abhängigkeit mit dem Riesenreich gebracht. Laut statista betrug der Anteil am kaufkraftbereinigten globalen Bruttoinlandsprodukt der Welt 2018 bereits über 18 Prozent. Für 33 Länder ist China der wichtigste Absatzmarkt und für 66 Länder steht China als Importland an erster Stelle. Das gilt ganz besonders für Deutschland, wie es aktuelle Studien wieder zeigen. Zwar boomt der Konsum auch in Deutschland, er macht in etwa die Hälfte der Wirtschaft in Deutschland aus und damit weniger als in den USA mit ihren viel zitierten 70 Prozent. Aber es gibt noch einen gravierenden Unterschied, wie die Ökonomin vom Bundesverband der deutschen Industrie BDI, Annika Mildner, herausstellt:

Deutschlands Abhängigkeit vom internationalen Handel, also Exporte und Importe zusammengefasst, würden 87 Prozent vom BIP ausmachen – in den USA vergleichsweise niedrige 27 Prozent. Deshalb wähnt man sich auch noch so sicher auf der amerikanischen „Konsuminsel“. Damit ist Deutschlands Wirtschaft auch Haupt-Leittragende, wenn irgendwo Zollschranken aufgebaut werden. Keine sehr neue Erkenntnis – und da wir wieder bei der Bedeutung Chinas für Deutschland:

Nach einer aktuellen Studie der deutschen Handelskammer fühlen sich bereits 83 Prozent der in China tätigen Unternehmen vom Handelsstreit direkt betroffen, 2018 waren es erst 30 Prozent. Hierbei steht die deutsche Automobilindustrie wieder an vorderster Stelle. Fast 70 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung des Marktes 2020.

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1 Kommentar

  1. Die niedrigen Zinsen werden gar nichts richten. Sie haben außer bei einem langen Lauf in zu engen Schuhen gleich nur Blasen erzeugt. Ein weiteres Schreiten wird dementsprechend sehr schmerzhaft sein.

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