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Deutschland: Bankensterben geht weiter, gleichzeitig steigen die Gebührenerlöse deutlich

FMW-Redaktion

Das deutsche Bankensterben geht weiter, und beschleunigt sich sogar noch. Dies kann man nicht nur am Arbeitsplatzabbau in der Finanzbranche erkennen. Sie ist nämlich die einzige Branche, die in Deutschland derzeit Stellen abbaut, und zwar spürbar! Nein, auch die Anzahl der Banken und Bankfilialen geht weiter zurück, und das Tempo des Abbaus hat sich in 2017 sogar noch beschleunigt gegenüber 2016.

Bankensterben

Die Anzahl der Banken in Deutschland reduzierte sich von 2016 auf 2017 um 4,7% laut aktuellsten Daten von „Barkow Consulting“. Von 2015 auf 2016 lag dieser Rückgang an Instituten noch bei 3,9%. Der Rückgang an Banken letztes Jahr ist übrigens der stärkste seit 15 Jahren! Das „durchschnittliche Bankensterben“ in Prozenten pro Jahr liegt seit 1996 bei -3,2%. Die Zahl der Bankfilialen ging 2017 um 4,5% zurück. 2016 war es ein Rückgang von 5,7%. Der Durchschnitt seit 1996 liegt bei -3,3%. Eine Sparkasse schaffte es letztes Jahr sogar 11,9% ihrer Filialen zu schließen.

Gebührenerlöse von Sparkassen und Volksbanken

Von Notenbankern, Beratern uvm wird seit Jahren kritisiert, dass deutsche Banken zu ertragsschwach seien, und zu sehr vom Zinsgeschäft abhängig seien. Diese Schwäche zeigte sich in den letzten Jahren durch das Wegfallen der Zinsen. Dennoch machen gerade Volksbanken und Sparkassen insgesamt gesehen auch jetzt noch Gewinne. Das mag auch damit zusammenhängen, dass man auf breiter Front die Gebühren erhöht hat.

Egal wofür. Sei es nun die Einführung einer jährlichen Nutzungsgebühr für die Bankkarte, Gebühren für Bareinzahlungen, Gebühren für das Nutzen von Onlinebanking, Gebühren für alles… das macht sich bezahlt. Auf Basis der Geschäftsergebnisse von 500 Sparkassen und Volksbanken hat „Barkow Consulting“ ermittelt, dass die „Provisionserlöse“ (also Gebühren jenseits des Zinsgeschäfts) in 2017 um 7,1% gestiegen sind. Dies ist der höchste jährliche Anstieg seit 13 Jahren!

Einzelne dieser Institute seigerten letztes Jahr ihre Erlöse sogar um 30%. Die Gesamtsteigerung von 7,1% bei den Gebühren war aber noch nicht die ganze echte Steigerung, da die Gebührenerhöhungen aus 2017 noch nicht volle 12 Monate wirksam gewesen seien.


Die Frankfurter Skyline. In der Mitte der Commerzbank-Tower. Gerade die Commerzbank behält ihr Filialnetz in vollem Umfang aufrecht, um möglichst viele neue Privatkunden anzuziehen. Foto: Commerzbank AG



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