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Europa

Deutschland: BIP schwach wie seit 2013 nicht mehr

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Das BIP in Deutschland ist im Jahr 2019 mit nur +0,6% so schwach gewachsen wie seit dem Jahr 2013 nicht mehr – das hat heute das Statistische Bundesamt bekannt gegeben.

Statistik: Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland gegenüber dem Vorjahr von 1992 bis 2019 (preisbereinigt, verkettet) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Dazu formuliert Destatis:

„Die deutsche Wirtschaft ist damit im zehnten Jahr in Folge gewachsen. Dies ist die längste Wachstumsphase im vereinten Deutschland. Das Wachstum hat 2019 aber an Schwung verloren. In den beiden vorangegangenen Jahren war das preisbereinigte BIP deutlich stärker gestiegen, 2017 um 2,5 % und 2018 um 1,5 %. Verglichen mit dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre von +1,3 % ist die deutsche Wirtschaft 2019 schwächer gewachsen.“

Die Daten zeigen eine Art Zwei-Teilung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2019: während der Konsum und vor allem der Bau-Sektor im vergangenen Jahr boomten, erlebte die Industrie (vor allem die Autoindustrie) einen regelrechten Einbruch:

„Auf der Entstehungsseite des BIP war die wirtschaftliche Entwicklung 2019 zweigeteilt: Einerseits verzeichneten die Dienstleistungsbereiche und das Baugewerbe überwiegend kräftige Zuwächse. Andererseits ist die Wirtschaftsleistung des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) eingebrochen. Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr dadurch lediglich um 0,5 %.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete das Baugewerbe mit einem Plus von 4,0 %. Überdurchschnittlich entwickelten sich auch die Dienstleistungsbereiche Information und Kommunikation sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleister mit jeweils +2,9 %. Im Gegensatz dazu gab es in weiten Teilen der Industrie starke Rückgänge: Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe ohne Bau, das gut ein Viertel der Gesamtwirtschaft ausmacht, ging um 3,6 % zurück. Insbesondere die schwache Produktion in der Automobilindustrie trug zu diesem Rückgang bei.“

Zwar ist die Bedeutung der Industrie in Deutschland für das BIP tendentiell rückläufig mit derzeit ca. 30% – aber gleichwohl werten viele Beobachter die Tatsache, dass Konsum und Bau die deutsche Konjuktur „retten“ mußten  als Warnsignal für das deutsche Geschäftsmodell: der Export jedenfalls war im Jahr 2019 anders als in den Vorjahren nicht mehr ein Wachstums-Treiber für Deutschland.

Der deutsche Arbeitsmarkt (als nachlaufender Indikator) ist vom schwachen Wachstum noch nicht wirklich betroffen: „Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2019 erstmals von mehr als 45 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Nach ersten Berechnungen waren 45,3 Millionen und damit rund 400 000 Personen mehr als 2018 erwerbstätig. Dieser Anstieg von 0,9 % beruht vor allem auf einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung“, so Destatis.

Aber gleichwohl dürfte die Krise der deutschen Industrie – wenn es nicht bald zu eienr Trendwende kommt – auch den Arbeitsmarrkt treffen..

Das BIP wuchs in Deutschland so wenig wie seit dem Jahr 2013 nicht mehr

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Verbraucherpreise im Februar: Erstaunlich stabil

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Soeben hat das Statistische Bundesamt die deutschen Verbraucherpreise für den Monat Februar veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um 1,7%, bei Erwartungen von 1,7% und einem Januar-Wert von ebenfalls 1,7%. Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel ziehen mit +3,3% den Schnitt am Stärksten nach oben. Waren die Energiepreise im Januar noch um 3,4% gestiegen, so hatten wir bei FMW für Februar einen deutlich schlechteren Wert erwartet. Denn ein Blick auf den massiven Absturz im Ölpreis hätte genügt, um das anzunehmen. Aber nein, im Februar steigen die Energiepreise sogar noch an um 2,0%. Fangen steigende Gas- oder Strompreise die Schwäche bei Öl auf? Oder wirkt der Ölpreis-Absturz erst mit mehreren Wochen Verzögerung auf die Verbraucherpreise wie zum Beispiel für Benzin an der Tankstelle? Details dazu erfahren wir in den ausführlichen Daten, die von den Statistikern in ca zwei Wochen präsentiert werden.

Februar Verbraucherpreise im Detail

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Importpreise den neunten Monat in Folge deflationär!

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Die deutschen Importpreise für den Monat Januar wurden soeben mit -0,9% im Vergleich zu Januar 2019 veröffentlicht. Damit sind sie im Jahresvergleich den neunten Monat in Folge in der Deflation. Im Monatsvergleich zu Dezember 2019 ist es ein Minus von 0,4%. Wie wir es immer wieder betonen: Nicht die EZB mit ihrer Geldpolitik, sondern die Energiepreise (speziell der Ölpreis) beeinflussen Importpreise, Großhandelspreise, Erzeugerpreise und Verbraucherpreise! Wichtig: Heute um 14 Uhr vermeldet das Statistische Bundesamt die Verbraucherpreise für Februar. Seit Wochen erwähnen wir den zuletzt extrem stark gefallenen Ölpreis, und dass die Verbraucherpreise für Februar daher deutlich schwächer ausfallen könnten. Heute um 14 Uhr sind wir alle schlauer!

Zitat von den Statistikern zu den Importpreisen heute, auszugsweise:

Der Rückgang der Importpreise gegenüber Januar 2019 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Januar 2020 um 6,9 % billiger als im Januar 2019 (-4,8 % gegenüber Dezember 2019). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 32,2 %. Dagegen lagen die Preise für Erdöl mit +12,5 % und für Mineralölerzeugnisse mit +3,8 % über denen von Januar 2019.

Importpreise Januar Tabelle

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ifo Beschäftigungsbarometer: „Optimismus verflogen“, größter Rückgang seit 2008

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Während andere Stimmen für den Arbeitsmarkt etwas zurückhaltender und optimistischer sind, zeigt das heute früh vom Münchner ifo-Institut veröffentlichte Beschäftigungsbarometer eine ziemlich pessimistische Sicht (es basiert auf 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen). Denn der aktuelle Rückgang ist der größte seit dem Jahr 2008, also dem Zeitpunkt der Finanzkrise! Das Beschäftigungsbarometer ist im Februar auf 98,1 Punkte gefallen, von 99,6 Punkten im Januar. Der zu Jahresbeginn herrschende Optimismus auf dem deutschen Arbeitsmarkt sei nun verflogen, so ifo. Die Grafik zeigt den Verlauf des Barometers seit fünf Jahren. Hier einige Details im Wortlaut von ifo:

Waren die Dienstleister noch im Januar die positiven Treiber des Barometers, so sind sie jetzt eher die Bremser: Der Indikator fiel auf den niedrigsten Stand seit einem halben Jahr. Auch im Verarbeitenden Gewerbe zeigte das Barometer nach unten. Die Beschäftigtenzahlen sind weiter rückläufig. Im Bauhauptgewerbe wird trotz eines Rückgangs des Barometers weiterhin Personal gesucht. Im Handel zeigt sich, wie auch in den Vormonaten, wenig Bewegung bei der Beschäftigung.

Das Beschäftigungsbarometer des ifo-Instituts

Die folgenden Detailgrafiken zeigen es recht anschaulich. Die Industrie-Rezession ist auch am Arbeitsmarkt seit geraumer Zeit voll im Gange. Dienstleistungen und Bau schwenken nun auch gen Süden. Nur der Handel sieht noch positiv aus.

ifo Beschäftigungsbarometer im Detail

Hier die Erklärung von ifo, wie dieses Beschäftigungsbarometer erstellt wird:

Das ifo Beschäftigungsbarometer basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors. Die Unternehmen werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Sie können ihre Planungen für die Zahl der Beschäftigten für die nächsten drei Monate als „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“ kennzeichnen. Der Saldowert der Planungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „zunehmen“ und „abnehmen“. Zur Berechnung der Indexwerte werden die Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2015 normiert.

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