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Deutschland: Exportindustrie muss auf Zeit nach Trump hoffen

Deutschland bleibt immer im Spiel, wenn der US-Präsident Zölle in irgendeiner Region erhebt..

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Deutschland steht vor schweren Zeiten! Es nimmt kein Ende. Kaum hatte man nach dem G20-Gipfel und der Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den USA und China Hoffnung geschöpft für die Weltwirtschaft, so wurde man bereits ein paar Tage später eines Besseren belehrt. Donald Trump erhob neue Zölle gegenüber der EU, das Zollspiel geht weiter.

Damit wird deutlich, was die Ideologie des US Präsidenten im Kern ausmacht. Es ist sein schon vor 30 Jahren formuliertes Ziel, das Handelsbilanzdefizit der USA mit anderen Ländern abzubauen. Seine Vorstellung, dass die anderen Nationen die Vereinigten Staaten über den Tisch ziehen würden. Und damit kommt wieder einmal der Exportweltmeister Deutschland ins Spiel.

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Deutschland: Die großen Exporterfolge – derzeit eher ein Nachteil

Im Zeitalter des Protektionismus und einer gewissen Abwicklung der Globalisierung klang das Abkommen Europas mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur so etwas wie ein Befreiungsschlag. Endlich wieder Freihandel. Aber hilft das der deutschen Exportindustrie derzeit wirklich?

Deutschlands Ausfuhren nach Südamerika sind relativ bescheiden. Sie betragen etwa ein Zehntel des Geschäfts mit den USA von 260 Milliarden Euro.

Deutschland bleibt damit aber auch weiterhin immer im Spiel, wenn der US-Präsident Zölle in irgendeiner Region erhebt: Die 100 größten deutschen Firmen erwirtschaften 75 Prozent ihrer Umsätze im Ausland, so viel wie kein anderer Industriestaat. Was derzeit besonders riskant ist, ist der Umstand, dass für die Hälfte der Dax-Konzerne der Absatzmarkt USA wichtiger ist, als das eigene Land.

Was über Jahrzehnte einen Schutz gegenüber Krisen in bestimmten Regionen bedeutet hat, wird im Zeitalter der De-Globalisierung zum Nachteil.

Da in vielen Ländern durch den Handelsstreit USA-China mit seiner Störung der Lieferketten, abwarten angesagt ist, leidet Deutschland besonders.

In keinem bedeutenden Industrieland sind die Gewinne der Unternehmen im Jahr 2018, wie auch im ersten Quartal 2019 so stark eingebrochen wie bei uns.

 

Was bedeutet das für Dax-Anleger?

Momentan nichts Gutes. Donald Trump hat gerade in einem seiner berüchtigten Tweets einmal mehr festgestellt, dass er erzürnt sei über die Manipulation der Währungen in Europa und China, zulasten des Dollars und der USA und dass sich das ändern müsse. Eine Ansage für weitere Zölle im Verlauf des Jahres insbesondere gegenüber der EU, wenn dadurch die heimische US-Industrie nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

„Ich möchte keine Mercedes mehr auf der Fifth Avenue herumfahren sehen“, sprach Trump. Also endet das nie? Zumindest besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sich das noch über fünf Jahre so hinziehen könnte. Eine Wiederwahl des Amtsinhabers ist alles andere als ausgeschlossen.

Das Mercosur-Abkommen jedenfalls ist ein gutes Zeichen, genauso wie die Vereinbarungen mit asiatischen Staaten, aber diese können die USA-Probleme nicht wettmachen, dem Staat mit der überragenden Wirtschaftsmacht eines Bruttoinlandsprodukts von bereits über 20 Billionen Dollar.

Wird der deutsche Aktienmarkt deshalb weiter einbrechen? Kommt darauf an, denn es könnten zwar die Gewinne weiter schrumpfen, aber wenn keine stärkere Rezession vorerst auftritt, hilft in Deutschland und Europa eine bisher einmalige Situation. Es gibt keine Zinsen mehr auf unserem Kontinent und das bedeutet eine gewisse Stütze für die Aktienkurse. Siehe dazu den Artikel „Startet TINA jetzt so richtig durch!

Für die deutsche Exportindustrie ist die Lage bei einem US-Präsidenten, der sein Land ständig benachteiligt sieht, wahrlich eine schwere Zeit angebrochen.

 

 

Deutschland und seine Exportindustrie steht vor schweren Zeiten

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