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Europa

Deutschland: Exportneugeschäft „besorgniserregend“ – das Geschäftsmodell wackelt!

Die deutsche (Export-)Industrie gerät in immer schwereres Fahrwasser!

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Vor wenigen Minuten sind die deutschen Einkaufsmanagerindizes (Dienstleistung und Gewerbe) für Juni veröffentlicht worden – und der Sammelindex aus beiden Sektoren stieg von 53,4 auf 54,2 und war damit besser als die Prognose von 53,4. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute Nachricht ist: der Anstieg erfolgte ausschließlich aufgrund des Dienstleistungssektors (Anstieg von 52,2 im Vormonat auf nun 53,9), während das produzierende Gewerbe weiter absackte von 56,3 auf 55,9 – das ist der tiefste Stand seit 18 Monaten!

Grundsätzlich ist das ja eine begrüßenswerte Entwicklung, wenn in Deutschland der Servicesektor, also faktisch der Binnnenkonsum, zulegen kann. Aber das derzeit dominante Geschäftsmodell in Deutschland ist eben der Export durch den produzierenden Sektor – und hier häufen sich nun die Warnzeichen! Diese Warnezichen werden sichtbar zum Beispiel in den Verkaufspreisen. So schreibt Markit, das die Daten durch Befragung von Einkaufsmanagern aus 800 Firmen erhebt:

„Während sich der Ausblick bei den Dienstleistern verbesserte, sank der Grad an Optimismus in der Industrie auf den tiefsten Wert seit über drei Jahren“.

Und die deutsche Industrie kommt jetzt offenkundig unter verstärkten Margen-Druck – anders als die deutschen Dienstleister. So stiegen die Einkaufskosten mit der höchsten Rate seit sieben Jahren (wegen gestiegenen Lohnkosten und höheren Rohstoffpreisen/Benzin/Öl), aber die Industrie ist derzeit scheinbar nicht mehr in der Lage, die gestiegenen Kosten weiter zu geben:

„Während die Steigerungsrate in der Industrie auf ein 10-Monatstief sank, hoben die Dienstleister ihre Angebotspreise mit der zweithöchsten Rate seit
knapp zehn Jahren an.“

Besonders im Fokus ist der Export – hier sei die Entwicklung „besorgniserregend“, mit nachlassender Nachfrage aus den USA und China. So resümiert Phil Smith von Markets:

„Dank der Belebung des Servicesektorshat der Aufschwung in Deutschland im Juni wieder leicht an Dynamik gewonnen. Allerdings dürfte das Wachstum im gesamten zweiten Quartal 2018 nur moderat ausfallen. Besonders enttäuschend schnitt die Industrie ab, wo sich der PMI weiter von seinem Rekordwert im Dezember entfernte und nun auf den tiefsten Wert seit eineinhalb Jahren abgesackt ist. Besorgniserregend ist zudem die Entwicklung beim Exportneugeschäft, das sich im Juni weiter abgeschwächt hat. Nachgelassen hat laut Befragten vor allem die Nachfrage aus den USA und China. Uneinheitlich
fällt aktuell auch der Geschäftsausblick aus: Während die Dienstleister ausgesprochen zuversichtlich auf die nächsten zwölf Monate blicken, trübten sich die Aussichten unter den Industrieunternehmen weiter ein und fielenauf den tiefsten Wert seit über drei Jahren.”

Die Fokussierung auf den Export ist also offenkundig die Achillesferse der deutschen Wirtschaft. Und wenn der Handelskrieg weiter eskaliert, dürfte der deutsche Dienstleistungssektor das nicht auffangen können!

2 Kommentare

2 Comments

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    H.S.

    22. Juni 2018 11:52 at 11:52

    Entschuldigung, aber

    „Die Fokussierung auf den Export ist also offenkundig die Achillesferse der deutschen Wirtschaft. Und wenn der Handelskrieg weiter eskaliert, dürfte der deutsche Dienstleistungssektor das nicht auffangen können!“

    ist (sozialistischer) Quatsch. So wird das nie was, weder mit dem vermeintlichen Verständnis noch mit dem „Steuern“.

    • Avatar

      Zinsangst

      22. Juni 2018 15:23 at 15:23

      @H.S.: Ich verstehe Ihren Kommentar in Bezug auf das von Ihnen angeführte Zitat nicht. Er macht überhaupt keinen Sinn. Wohingegen der im Zitat genannte kausale Zusammenhang nachvollziehbar ist. Klären Sie mich armen dummen Michel doch bitte mal auf. Danke!

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Europa

EU: Einzelhandelsumsätze schwach – Deutschland auch beim BIP in „Abstiegszone“

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Vor wenigen Minuten wurden die Einzelhandelsumsätze aus der Eurozone veröffentlicht: sie fielen mit -0,6% schwächer aus als erwartet (Prognose war -0,5%). Zum Vorjahresmonat stiegen damit die Einzelhandelsumsätze lediglich um +1,4% und damit deutlich weniger als die erwarteten +2,2%.

Dazu wurden der Vormonat September von zuvor +0,1% auf nun -0,2% nach unten revidiert.

Besonders schwach war mit -1,9% Deutschland und Irland – kein gutes Omen für das Weihnachtsgeschäft. Dazu Eurostat:

„Among Member States for which data are available, the largest decreases in the total retail trade volume were registered in Germany and Ireland (both -1.9%) and Finland (-1.2%). The highest increases were observed in Portugal (+2.1%), Poland (+0.9%), Belgium and Romania (both +0.8%).“

Die Einzelhandelsumsätze im Oktober waren schwach

Das BIP der EU fiel in der letzten Veröffentlichung mit +0,2% aus wie erwartet. Auch hier: Deutschland in Sachen Wachstum in der „Abstiegszone“, während die mittelosteuropäischen Staaten das stärkste Wachstum verzeichnen:

„Among Member States for which data are available for the thirdquarter of 2019, Poland (+1.3%), Hungary (+1.1%) and Estonia (+1.0%) recordedthe highest growth compared with the previous quarter, followed by Bulgaria, Croatia and Slovenia(all+0.8%). The lowest growth was observed in Germany, Italy and Austria (all +0.1%).“

Deutschland ist Schlusslicht beim BIP

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Europa

Auftragseingänge Industrie: Katastrophaler Rückgang!

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Das Statistische Bundesamt hat soeben die Auftragseingänge für die Industrie (Verarbeitendes Gewerbe) für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Vergleich zu Oktober 2018 ist es ein katastrophaler Rückgang von 5,5% nach bereits -5,0% im Vormonat. Im Monatsvergleich von September zu Oktober ist es ein Rückgang von 0,4% (erwartet +0,3%). Dabei gibt es eine klare Zweiteilung nach Inlands- und Auslandsaufträgen, wie auch die folgende Grafik zeigt. Im Zitat von den Statistikern:

Im Oktober 2019 fielen die Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Vormonat um 3,2 %, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 1,5 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 11,1 % zu. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland fielen dagegen um 4,1 % gegenüber September 2019.

Auftragseingänge Industrie im Langfristchart

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Europa

Deutscher Maschinenbau meldet dramatischen Absturz – Krise weiter in vollem Gange!

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Wo einige Ökonomen dank des minimal im Plus gemeldeten BIP im 3. Quartal schon das Ende der Krise am Horizont sehen, da meldet die Industrie mehr als schlechte Daten. Neben Autos ist der Maschinenbau der zweite Kern der deutschen Industrie. Der Maschinenbau-Verband „VDMA“ hat vor wenigen Minuten aktuellste Daten für die Auftragseingänge für den Monat Oktober gemeldet. Sie liegen 11% unter dem Wert aus Oktober 2018. Katastrophal schlecht! Selbst der VDMA verweist auf Hoffnungen des Vormonats, dass die Krise sich abmildern könnte, weil der Rückgang im September nur noch bei -4% lag. Zitat VDMA:

„Die jüngsten Hoffnungszeichen auf ein Ende der konjunkturellen Talfahrt in der deutschen Industrie machen sich noch nicht in den Auftragsbüchern der Maschinenbauer bemerkbar“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Die Bestellungen aus dem Inland sanken im Oktober um 13 Prozent, die Nachfrage aus dem Ausland ging um 10 Prozent zurück. Aus den Euro-Ländern kamen 8 Prozent weniger Orders, aus den Nicht-Euro-Länder waren es 13 Prozent weniger. „Wir erleben auf vielen Feldern im Maschinenbau, dass Kunden ihre Investitionen zurückhalten. Grund dafür ist eine anhaltende Verunsicherung, wie es mit der Weltkonjunktur kurz- und mittelfristig weitergeht“, sagte Wiechers. Im Drei-Monats-Vergleich August bis Oktober 2019 lagen die Bestellungen ebenfalls um real 11 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Inlandsaufträge sanken um 11 Prozent, die Auslandsorders verbuchten ein Minus von 10 Prozent. Die Bestellungen aus den Euro-Ländern gingen um 6 Prozent zurück, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 12 Prozent weniger Aufträge.

Maschinenbau Beispielfoto

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