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Europa

Deutschland – Industrie mit Arbeitsplatzabbau, Produktonsrückgang und düsteren Geschäftsaussichten

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Vor wenigen Minuten hat Markit die finale Umfrage unter Einkaufsmanagern der Industrie in Deutschland für den August veröffentlicht – und die Ergebnisse sind in jeder Hinsicht düster! Der Index fällt nun auf 43,5 (also noch etwas schwächer als die vorherige Veröffentlichung von 43,6):


source: tradingeconomics.com

Hier einige alarmierende Beobachtungen von Markit:

„Der erneute kräftige Rückgang der Neuaufträge veranlasste viele Unternehmen dazu, die Produktion weiter zu drosseln und abermals beim Personal zu kürzen. Zudem sackte der Geschäftsausblick auf ein neues Rekordtief ab. Unterdessen setzte sich die deflationäre Entwicklung in der gesamten Branche fort. So zeigen die Daten, dass sowohl Einkaufs- als auch Verkaufspreise im Berichtsmonat stärker gefallen sind als zuletzt.“

Und Markit weiter:

„Viele Umfrageteilnehmer berichteten von einer spürbaren Zurückhaltung unter den Kunden bezüglich der Erteilung von Neuaufträgen. Des Weiteren wiesen einige der Befragten erneut auf die schwächere Nachfrage aus der Automobilindustrie hin. Die Produktion ging im August den siebten Monat hintereinander zurück. (..) Viele Hersteller trieben den Abbau ihrer Auftragsbestände voran, um die Produktion am Laufen zu halten.“

Das hinterläßt nun auch deutliche Spuren bei der Beschäftigung, ergo am deutschen Arbeitsmarkt. Die Unternehmen bauen Personal ab, es sind vor allem die befristet Beschäftigten, die zuerst Opfer des Abschwungs werden:

„Derweil beschleunigte sich der Rückgang bei der Beschäftigung zum zweiten Mal in Folge. Das Minus fiel so hoch aus wie zuletzt im Juli 2012 und viele Unternehmen reduzierten ihr Personal hauptsächlich, indem sie befristete Arbeitsverträge nicht verlängerten.“

Die Geschäftsaussichten sackten auf den tiefsten Stand ab, seit die Daten von Markit erhoben werden:

„Der stärkere Stellenabbau ging einher mit dem wachsenden Pessimismus der Einkaufsmanager in Bezug auf die zukünftigen Produktionsniveaus. So sackten die Geschäftsaussichten im August auf den niedrigsten Stand seit der ersten Erhebung dieser Daten Mitte 2012 ab.“

Die fehlende Nachfrage erzeigt dabei offenkundig eine deflationäre Spirale – die Zulieferer werden zu Preisnachlässen gezwungen:

„Neben einer weiteren Verkürzung der Lieferfristen führte die geringere Einkaufsmenge zum vierten Rückgang der durchschnittlichen Einkaufspreise in Folge. Dabei spielte auch eine Rolle, dass einige Firmen mit ihren Zulieferern Preisnachlässe aushandeln konnten. Demnach verbilligten sich die Einkaufspreise so kräftig wie seit März 2016 nicht mehr.“

Phil Smith von Markit geht davon aus, dass das Schlimmste noch bevor steht, mithin also die Talsohle noch nicht erreicht ist:

„Darüber hinaus deutet der Absturz der Geschäftsaussichten auf ein Rekordtief an, dass das Schlimmste noch bevorstehen könnte. Der Abschwung des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland hält also weiter an. Da momentan noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, bauen mehr und mehr Industrieunternehmen Personal ab, was wiederum kein gutes Vorzeichen für die Binnenkonjunktur ist. Der Industriesektor befindet sich nicht nur in einer Rezession, die aktuellen Daten weisen bei den Verkaufspreisen auch auf eine zunehmende Deflation hin, da vielerorts das Angebot die Nachfrage übersteigt.“

 

Die Industrie in Deutschland ist im Sinkflug

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    2. September 2019 11:12 at 11:12

    das klingt gar nicht gut, nur den DAX juckt das wenig bis gar nicht …

  2. Pingback: Wahleinschätzung und Meldungen vom 2. September 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  3. Avatar

    asisi1

    2. September 2019 12:45 at 12:45

    Weiter so , wir sind auf einem guten Weg und ich gehe jetzt erst einmal auf eine Gender Toilette“

    • Avatar

      Claudia

      2. September 2019 12:58 at 12:58

      Bitte verschonen Sie uns künftig mit intimen Details aus Ihrem Privatleben!

  4. Pingback: Must-Read! Meldungen und Nachrichten vom 3. September 2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone dritten Monat in Deflation, BIP besser als erwartet

Claudio Kummerfeld

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am

Geldbörse in der Klemme

Soeben wurden als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich sinken sie um 0,3 Prozent nach -0,3 Prozent und -0,2 Prozent in den beiden vorigen Monaten. Also sehen wir den dritten Monat in Folge Deflation! Das Minus der Energiepreise wird wieder größer mit -8,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel können von +1,8 Prozent auf +2,0 Prozent sogar zulegen, aber die Energie zieht den Schnitt weiter runter. Der Schnitt wird auch durch die deutsche Mehrwertsteuersenkung (wirksam seit Juli) negativ beeinflusst.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise in der Eurozone im Oktober

BIP für Eurozone weniger schlimm als gedacht

Zusammen mit den Verbraucherpreisen wurden vorhin auch frische Daten für das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt für das 3. Quartal veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung wächst im Quartalsvergleich um 12,7 Prozent (+9 Prozent erwartet). Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 4,3 Prozent (-7 Prozent erwartet). Also wie beim deutschen BIP – die Lage scheint etwas weniger schlimm zu sein als erwartet.

Grafik zeigt BIP in Eurozone

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Europa

Aktuell: BIP Deutschland besser – Lagarde hatte es „geleaked“

Markus Fugmann

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Das BIP in Deutschland (1.Veröffentlichung 3.Quartal) ist zum Vorquartal mit +8,2% besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war +7,3%).

Zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt) sank das deutsche BIP um –4,2% (Prognose war -5,2%).

Damit wie in Frankreich die Erwartungen übertroffen – Christine Lagarde hatte das gestern auf der EZB-PK bereits „geleaked“..

Dazu schreibt Destatis:

„Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 2. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 8,2 % gestiegen. Das Wachstum war sowohl von höheren privaten Konsumausgaben, mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist die deutsche Wirtschaft damit nach dem historischen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im 2. Quartal 2020 infolge der einsetzenden Corona-Pandemie zwar deutlich gewachsen. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor der globalen Corona-Krise, lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im 3. Quartal 2020 jedoch 4,2 % niedriger. „

Das BIP in Deutschland erholt sich zum Vorquartal

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Europa

Einzelhandelsumsätze in der Krise: Viele Gewinner, ein Verlierer

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum

Die Einzelhandelsumsätze haben in der Coronakrise nicht gelitten. Sie ziehen sogar deutlich an. Wenn man nachdenkt, kommt man schnell drauf. Die Menschen gehen deutlich seltener ins Restaurant, in Bars, auf Events etc. Folglich wird deutlich mehr zuhause gekocht. Folglich werden mehr Lebensmittel eingekauft als im Vorjahr. Diesen Effekt sieht man in den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts.

Im September lagen die gesamten Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahresmonat 6,5 Prozent höher. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September 2020 kalender- und saisonbereinigt real 2,8 Prozent höher. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte real 6,8 Prozent und nominal 9,6 Prozent mehr um als im September 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 7,0 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 4,9 Prozent mehr um.

Einzelhandelsumsätze bei Nicht-Lebensmitteln

Auch die Einzelhandelsumsätze außerhalb der Lebensmittel profitiert. Aber mit einer Ausnahme. Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände laufen gut mit +11 Prozent, der gesamte Online-Versandhandel läuft blendend mit +21 Prozent. Aber der Bereich Bekleidung und Schuhe verliert 7,3 Prozent an Umsatz. Waren- und Kaufhäuser verlieren 9,9 Prozent an Umsatz. Die Kombination dieser beiden Zahlen zeigt ganz klar, dass Karstadt und Co die Verlierer der Krise sind. Wenn Klamotten, dann werden sie in dieser Krise eher online gekauft.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im September

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