Europa

Deutschland – Industrie so schwach wie seit Finanzkrise nicht mehr

Vor wenigen Minuten ist der Einkaufsmanagerindex Gewerbe aus Deutschland veröffentlicht worden für September – er stürzte auf 41,7 ab (2.Veröffentlichung).

 

Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

„Dem verarbeitenden Gewerbe in Deutschland geht es so schlecht wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr. Dies signalisieren die Septemberdaten von IHS Markit und dem BME zum Einkaufsmanagerindex. Zum wiederholten Mal beschleunigten sich die Rückgänge bei Produktion und Neuaufträgen, und der Stellenabbau war sogar so gravierend wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.Des Weiteren zeigte sich, dass mehr und mehr Unternehmen vor dem Hintergrund sinkender Kosten und des steigenden Wettbewerbsdrucks ihre Verkaufspreise reduzieren.Der saisonbereinigte IHS Markit/BME Einkaufsmanagerindex – eine Momentaufnahme des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland abgeleitet aus Indikatoren für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen – notierte im September bei 41,7 Punkten nach 43,5 im August. Dies ist der niedrigste Wert seit Juni 2009.Am schlechtesten schnitt der Investitionsgüterbereich ab gefolgt vom Vorleistungsgüterbereich. Bemerkenswert ist, dass nun auch die Hersteller von Konsumgütern ein Minus verzeichneten.Im September sank die Produktionsrate zum achten Mal in Folge. Darüber hinaus beschleunigte sich die Schrumpfungsrate auf den höchsten Wert seit Juli 2012. Noch schneller zurück gingen allerdings die Neuaufträge, und zwar so massiv wie seit April 2009 nicht mehr, was zu einem weiteren Abbau der Auftragsbestände führte. Unternehmen, die ein Minus beim Auftragseingang meldeten, gaben an, dass Kunden Aufträge verschoben, reduziert oder sogar ganz storniert hätten. Häufig wurde dabei auf Unsicherheiten in Bezug auf die Geschäftsaussichten verwiesen.“

 

Dazu zusammenfassend Phil Smith von Markit:

 

„Auch zum Ende des dritten Quartals lieferte Deutschlands Industrie enttäuschende Zahlen. Der Einkaufsmanagerindex verfehlte im September die Erwartungen und signalisierte eine noch stärkere Schrumpfung des Sektors. Besonders besorgniserregend ist der anhaltend rückläufige Auftragseingang. Das Minus fiel jüngst so deutlich aus wie seit über zehn Jahren nicht mehr und zog damit auch Produktion, Beschäftigung und Preise weiter nach unten.Die Schwere des Arbeitsplatzabbaus im verarbeitenden Gewerbe könnte die Zuversicht der Verbraucher – die sich bis dato relativ robust zeigte – stärker belasten. Des Weiteren scheint die seit längerer Zeit anhaltende Flaute im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich nun auch auf den Konsumgüterbereich überzugreifen. Denn die Schrumpfung von Produktion und Neuaufträgen in diesem Teilsektor war ausschlaggebend für den Rückgang des Hauptindexes.“

 

Die IIndustrie in Deutschland auf Talfahrt



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