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Anleihen

Deutschland macht mit 4 Milliarden neuen Schulden 38 Millionen Euro Gewinn

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Deutschland hat heute für 4 Milliarden Euro neue Schuldpapiere (Bundesschatzanweisungen) angeboten mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Seit geraumer Zeit liegt die Verzinsung bei dieser Laufzeit dank der EZB-Nullzinsen bei 0,00%. Bei 4 Milliarden Euro Angebot lag die Nachfrage bei 5,9 Milliarden Euro.

Dazu bedenke man bitte, dass die Emissionsrendite bei der letzten zweijährigen Emission vor vier Wochen bei -0,56% lag. Heute liegt sie bei -0,58%. Der Sog hin zu deutschen Schulden (Angst vor Italien) ist also immer noch vorhanden! Also: Mehr Nachfrage als Angebot bedeutet folgerichtig sinkende Renditen. Die Negativrendite wird noch negativer, als sie es ohnehin schon war. Bei 0,00% Zinsen und einem aktuellen Verkaufspreis von 101,22% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten) entsteht nun mal eine Negativrendite, weil der Käufer heute 101,22% auf 100% Nennwert zahlt, und in zwei Jahren nur 100,00% zurück erhält.

Tatsächlich verkauft wurden heute nicht 4, sondern 3,146 Milliarden Euro Volumen. 854 Millionen Euro flossen in die „Marktpflegequote“. Falls nämlich alle Investoren diese Bundesschätze bis zum Laufzeitende in zwei Jahren im Depot belassen, gäbe es am freien Markt keine Handelbarkeit für diese Anleihe – dafür sorgt dann der Emittent „Finanzagentur Deutschland GmbH“ mit diesen 854 Millionen Euro Volumen.

Deutschland als Kreditnehmer macht heute mal wieder per sofort einen guten Gewinn, weil man über Nennwert (100,00%) verkauft, und wie gesagt in zwei Jahren nur den Nennwert zurückzahlt, bei gleichzeitig nicht vorhandenen Zinsen. Was ist das für eine Traumwelt für einen Finanzminister. Geld verdienen, in dem man Schulden macht!

Die Rechnung für diese heutige Emission sieht wie folgt aus: Bei nominal 3,146 Milliarden Euro (100%) wurden heute tatsächlich 3,184 Milliarden Euro eingenommen (101,22%). Die Differenz beträgt 38 Millionen Euro. Also macht Olaf Scholz per sofort 38 Millionen Euro Gewinn.

7 Kommentare

7 Comments

  1. joah

    13. November 2018 20:20 at 20:20

    »Was ist das für eine Traumwelt für einen Finanzminister. Geld verdienen, in dem man Schulden macht!«

    Ich setzte mal dagegen: „There is no free lunch.“ – wer zahlt denn nun wirklich?

    • Katja Wohmann

      29. Dezember 2018 15:10 at 15:10

      Wer nun wirklich zahlt ist ja klar. Alles wird immer vom Bürgen des Staates bezahlt, d.h. der Bürger natürlich. Das einzige was selten jemandem klar ist, wie und auf welchen Wegen das geschieht.
      Wenn der Bürger abgezockt wird durch das Draghische vorgehen mit der Nullzinspolitik und Verschuldungsantile an Italien, dann wird eines Tages ein Grossteil der Bürger beim Sozialamt landen und dann bezahlt wieder wer? Genau… noch Fragen?

  2. Wolfgang M.

    13. November 2018 21:31 at 21:31

    @joah. Das ist doch offensichtlich in Europa – der Kleinsparer. Durch die „finanzielle Repression“ sollen die Haushalte der Staaten von ihren absoluten Schulden befreit werden, durch Wachstum des BIP, bei moderater Inflation und niedrigen oder negativen Zinsen und auf auf Kosten des Sparers. Leider funktioniert dies in einer Gemeinschaft der unterschiedlichen Geschwindigkeiten (EU) in den südlichen Staaten nicht so richtig.
    Der Prozess der Enteignung vollzieht sich langsam und ist unmittelbar kaum spürbar. Alternative wäre der Schuldenschnitt durch eine Währungsreform – und die fürchtet die Politik wie der „Teufel das Weihwasser!“
    Das große Experiment der EZB, Nebenwirkungen garantiert (Deutschland – Target 2 Salden)
    Gruß

    • joah

      13. November 2018 22:07 at 22:07

      Nicht, das ich die Anwort nicht gewusst hätte – aber sehr gut, dass Sie es darlegen 😉

  3. Steven

    17. November 2018 08:52 at 08:52

    Die Beschreibung „sofort Gewinn“ ist falsch.
    Gewinn/Verlzstrechnung wird am Ende gemacht.
    Jetzt ist es ein Anteiz. Eine Kostenlose Zugabe.
    Ein Gewinn ist es erst, wenn das Geld sogut angelegt wird, das es sich irhendwo rentiert und in 2 jahren nicht refinanziert werden muss.

    Wenn auf die 2.,3.,4.,5. Refinanzierung zinsen bezahlt werden müssen, muss das mit dem Sofortbonus verrechnet werden.

    Aktuell wird Geld aber nicht in Infrastruktur oder sonst was schönes investiert. Sondern einfach nur verbrannt.

    Wenn ich richtig rechne, betreffen die 38 mio(„GEWINN“) prozentuall die DRITTE ! Nachkommastelle von den 2,x Billionen€ Schulden.

    In Wirtschaftlichen Boomzeiten sollte man mindestens 3-5% abbauen.

    EIN WITZ!

    Selbst die 3 mrd Neuschulden wären nur 0,x%

  4. Katja Wohmann

    29. Dezember 2018 15:14 at 15:14

    Richtig heutzutage könnte Deutschland für die 2 Billionen Schulden für 2 Billionen zu NUll Prozent Anleihen aufnehmen und hätte sämtliche Zinslasten der Zukunft auf die Bürger auf Umwegen abgeladen. Warum eigentlich nicht? Es sind sowieso Bürger die nur alle 4 Jahre ein Kreuzchen machen dürfen und sonst nichts zu sagen haben. Politiker sind sich ja auch einig, dass die Bürger von nichts verstehen, weshalb direkte Demokratie nichts für die Wohlhabenden sei.

  5. Prognostiker

    30. Dezember 2018 17:09 at 17:09

    Linke Tasche / Rechte Tasche : Alles Geld, das der Staat im Moment durch die künstlich tiefen Zinsen spart,
    wird in der Altersvorsorge u.den Bürgern als Sparer in x- facher Höhe fehlen.So wird ein Grossteil der Bevölkerung in der Altersarmut oder auf dem Sozialamt landen.Also Problem verschoben, der Tag wo 50% der Bevölkerung mit gelben Westen protestiert kommt näher.

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Anleihen

EZB, TLTRO, Konjunktureinbruch: Italien, Deutschland und Griechenland im Schulden-Paradies

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Wie schafft man es, dass die Staaten in der Eurozone sich in kurzer Zeit deutlich günstiger verschulden können? Ein Konjunktureinbruch ist in Gange, und so ziemlich alle Ökonomen und Regierungen reden auch über deutlich reduzierte Wachtumsprognosen. Oben drauf garniert die EZB dieses Szenario noch mit einer neuen Geldflut für die Geschäftsbanken in Europa, damit sie gegen die Konjunkturabkühlung arbeiten können (noch mehr Kredite vergeben). So geschah es dann auch letzte Woche. Die EZB verkündete, dass man am September neue Kredite (TLTRO) für zwei Jahre an Banken ausgeben wird.

Griechenland

Durch dieses Gesamtszenario weiß der Markt, dass man als Anleger also doch noch länger auf steigende Zinsen in Euroland warten muss. Von dieser Gemengelage profitierte jüngst Griechenland, wo der Staat zum ersten Mal seit zehn Jahren Anleihen mit 10 Jahren Laufzeit begeben hatte. Das Angebot aus Athen wurde letzte Woche von den institutionellen Anlegern de facto gestürmt mit einer Nachfrage, die fünffach über dem Angebot lag. So konnte Griechenland auch eine Rendite von 3,9% statt angedachten 4,125% durchsetzen.

Italien

Der italienische Staat hat heute Anleihen mit 3, 7 und 20 Jahren Laufzeit verkauft. Auch hier freut man sich ganz sicher über das tolle Zinsumfeld, in dem man vor allem dank EZB noch günstiger Geld aufnehmen kann. Und die Nachfrage liegt auch für italienische Schulden höher als das Angebot, was beim Reduzieren der Emissionsrendite natürlich weiterhilft. Angst vor der populistischen Regierung in Rom? Staatsbankrott? Überschuldung? Ach Quatsch. Das war gestern. Hauptsache in Ländern wie Griechenland oder Italien gibt´s noch erkennbare Renditen, im Gegensatz zu Nordeuropa. Italien hat heute für eine siebenjährige Laufzeit Schulden verkauft mit 2,05% Rendite. Bei der vorigen Emission im Februar musste Italien noch 2,26% Rendite hinblättern für sieben Jahre Laufzeit. Das Angebot von 2,5 Milliarden Euro war heute mit 3,49 Milliarden Euro kräftig überzeichnet.

Auch hat Italien heute eine zwanzig Jahre laufende Anleihe emittiert. Hier lag die Rendite bei 3,35% nach vormals 3,9% im November 2018. Die heutige Emission war mit 1,7 Milliarden Euro Nachfrage ebenfalls deutlich überzeichnet bei 1,25 Milliarden Euro Angebot.

Deutschland

Aber selbst im Niedrig-Rendite-Land Deutschland ist die Nachfrage der Institutionellen nach neuen Schulden weiterhin höher als das Angebot. Heute hat die Finanzagentur Deutschland GmbH für Olaf Scholz 30 Jahre laufende Anleihen emittiert mit einer Emissionsrendite von nur noch 0,74%. Das ist ein ganz schöner Absturz von 1,04% noch im November letzten Jahres. Und wie gesagt, auch die Nachfrage für deutsche Anleihen bleibt deutlich über dem Angebot. Heute wurde ein Volumen von 1,22 Milliarden Euro nachgefragt bei 1 Milliarden Euro Angebot. Bei den kürzer laufenden Anleihen macht Deutschland regelmäßig sogar satte Gewinne. Zuletzt mussten Anleger 0,54% Rendite an Deutschland zahlen, um für zwei Jahre Geld an Deutschland verleihen zu dürfen!

EZB-Zentrale
EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kiefer CC BY-SA 2.0

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Griechenland: Neue Schulden fünffach überzeichnet, wundersames Up-Rating für Banken

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Ja, Griechenland ist das Land der glückseligen Anleihe-Investoren. Risiko? Staatspleite? Das war gestern, so kann man es gefühlt ausdrücken. Griechenland wollte eigentlich „nur“ 2 oder 3 Milliarden Euro neue Schulden für zehn Jahre Laufzeit verkaufen – die erste Transaktion dieser Laufzeit seit zehn Jahren! Und nun wurden es 2,5 Milliarden Euro Erlös. Die Anleger fragten aber ein Volumen von unglaublichen 11,8 Milliarden Euro nach, wie die hellenische staatliche Schuldenagentur PDMA offiziell verkündete. Eine fast fünffache Überzeichung des Angebots.

Davon träumt selbst der seriöseste Anleihen-Emittent. Für den Top-Schuldner „Deutschland“ ist es schon sensationell, wenn (wie es derzeit alle paar Wochen geschieht) das Angebot doppelt überzeichnet wird. Griechenland ist also hochglänzend zurückgekehrt an den Anleihemarkt. Da traf es sich doch super, dass (sicher rein zufällig) am letzten Freitag unmittelbar vor der Emission die zweitgrößte Ratingagentur der Welt „Moodys“ das Land im Rating gleich zwei Stufen raufgesetzt hatte. Einen besseren Support für so eine Emission konnte es wohl kaum geben. Wie gesagt, es war sicher nur ein zeitlicher Zufall?

Die Emissionsrendite liegt bei 3,9% nach Erwartungen von 4,125%. Da hat die fast fünffache Überzeichnung zusammen mit der Rating-Aufstufung von Moodys gut was gebracht. Denn bei so einer kräftigen Nachfrage konnte man natürlich bessere Konditionen rausschlagen als Emittent. In der folgenden Grafik sieht man die Gläubiger-Struktur der neuen ausgegebenen 10jährigen Anleihen.

Auch Geschäftsbanken in Griechenland mit neuem Rating

Und ohhh Wunder, ohhh Wunder. Heute kurz nach der Anleihe-Emission des griechischen Staates wurden in Griechenland von Moodys Schuldtitel (Mortgage covered Bonds) von drei der größten Banken hoch-geratet. Dazu zählen die National Bank of Greece, die Eurobank Ergasias und die Alpha Bank. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Man schaue in die Grafik: 12% der gestrigen Emission des griechischen Staats wurde von griechischen Investoren gekauft, also mit allergrößter Wahrscheinlichkeit von Banken. Da trifft es sich doch gut, dass Banken in Athen gerade jetzt auch ein besseres Rating erhalten. Wir enthalten uns da jeglicher Meinung…

Griechenland Gläubiger der 10jährigen Anleihe
Grafik: PDMA

Nicht nur wir wundern uns über diesen zeitlich höchst interessanten Zufall. Wie hieß es doch so schön nach der Finanzkrise, also Ratingagenturen in Regress genommen werden sollten? Wir? Wir Ratingagenturen? Wir teilen lediglich unsere Meinung mit, mehr nicht.

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Anleihen

Anleihen: Tesla muss bluten, Griechenland entspannt zurück am Markt

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Gerade erst hatte Tesla letzte Woche die drastische Absenkung des Verkaufspreises des wichtigsten Modell 3 bekanntgegeben. Das half zwar Bedenken zu zerstreuen, dass Tesla nicht genug Käufer erreichen könne. Aber wie Elon Musk zugab, muss er dafür im laufenden Quartal die Gewinne des Unternehmens opfern.

Heute nun gibt es eine wirklich schlechte Nachricht für Tesla. Eine sogenannte Wandelanleihe über 920 Millionen Dollar ist fällig geworden. Dabei wird in den Anleihebedingungen festgelegt, unter welchen Voraussetzungen eine Anleihe in Cash zurückgezahlt wird, oder teilweise oder ganz in Aktien zurückgezahlt werden kann. Bei Tesla war die teilweise Umwandlung der Schuldenrückzahlung in eine Aktienrückzahlung an einen bestimmten Kursverlauf der Aktie gebunden.

Der trat aber nicht ein, so dass Tesla jetzt 920 Millionen Dollar in Cash berappen muss, um die Gläubiger aktuell zum Stichtag zu befriedigen. Damit werden 1/4 der Bar-Reserven des Unternehmens auf einen Schlag aufgezehrt. Analysten in New York sprechen aktuell von einem Albtraum für Tesla. Die Aktie fällt heute um 2,2% auf 288,20 Dollar, nachdem sie am Freitag schon von 320 Dollar kräftig zurückgefallen war.

Musk Tesla
Elon Musk. Foto: Duncan.Hull CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

Griechenland

Griechenland darf sich wohl bei der Ratingagentur Moodys bedanken, die das Land erst am Freitag um gleich zwei Stufen hochgesetzt hatte auf „B1“. So ein Zufall… am Freitag das neue Rating, und wohl rein zufällig verkauft das Land heute zum ersten Mal seit neun Jahren 10 Jahre laufende Staatsanleihen am freien Markt. Da tut so eine Support durch Moodys doch gut? Bis zu 3 Milliarden Euro werden heute wohl aufgenommen. Durch das bessere Rating dürfte die Emissionsrendite geringer ausfallen.

Wo genau die Rendite reinkommt, ist noch nicht öffentlich bekannt. Aber die zuletzt am freien Markt noch vorhandenen Anleihen notierten bei 3,62% Rendite. Die Emissionsrendite der letzten 10jährigen Anleihe aus Athen lag damals noch bei 6,25%. Tja, in Griechenland herrscht Eitel Sonnenschein? Die markoökonomischen Daten sind immer noch katastrophal. Aber wenn man die Sonne drauf scheinen lässt, sieht es doch gleich nicht mehr so schlimm aus? Von Börsianern hört man heute jedenfalls in keinster Weise, dass Athen heute ein Problem mit seiner Emission haben wird.

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