Europa

Aber Löhne steigen.. Deutschland: Nach Industrie-Desaster schrumpft jetzt auch Dienstleistungssektor

Hiobsbotschaft für Friedrich Merz

Deutschland Nach Industrie-Desaster schrumpft jetzt auch Dienstleistungssektor
Foto: Bloomberg

Erst das Desaster der Industrie in Deutschland, nun zeigt sich die Krise auch bei den deutschen Dienstleistern: Der Dienstleistungssektor in Deutschland schrumpfte im vergangenen Monat und erwies sich als weniger widerstandsfähig als ursprünglich angenommen. Damit gerät nun nach der deutschen Industrie auch der Servicesektor unter Druck – ein Muster, das immer wieder zu beobachten ist: Schwäche in der Industrie ziehen mit Verzögerung Schwäche der Dienstleister nach sich.

Deutschland: Nach Industrie-Desaster schrumpft jetzt auch Dienstleistungssektor

Der Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor in Deutschland von S&P Global fiel im August auf 49,3 und lag damit unter der Schwelle von 50, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Das ist ein Rückgang gegenüber 50,6 im Juli und liegt unter dem vorläufigen Wert (Erstveröffentlichung) von 50,1.

Die neuen Daten sind der jüngste Rückschlag für Deutschland, das seit Jahren in einer wirtschaftlichen Flaute steckt, was für Bundeskanzler Friedrich Merz eine Herausforderung darstellt. Seit seinem Amtsantritt im Mai kämpft er darum, seine Versprechen einzulösen, das Wachstum durch den Abbau von Bürokratie, die Überarbeitung des Arbeitsmarktes und die Stärkung des Binnenkonsums wieder anzukurbeln.

„Die wirtschaftliche Dynamik bleibt schleppend“, sagte Cyrus de la Rubia, Ökonom bei der Hamburg Commercial Bank, in einer Erklärung. „Offensichtlich ist es der deutschen Regierung noch nicht gelungen, die Wirtschaft aus der Flaute zu holen. Tatsächlich haben die Unternehmen des Dienstleistungssektors ihre Geschäftstätigkeit im August leicht zurückgefahren.“

Deutschland: Kosten für Dienstleister steigen, weil Löhne steigen

Er fügte hinzu, dass die schwache Nachfrage im Dienstleistungssektor teilweise auf die anhaltende Unsicherheit der Kunden zurückzuführen sei.

Ein Problem ist der Kostendruck aufgrund gestiegener Löhne, wie Cyrus de la Rubia schreibt:

„Der Kostendruck bei den Serviceanbietern hat vielen Umfrageteilnehmern zufolge vor allem mit den Löhnen zu tun, die offensichtlich trotz schwächelnder Konjunktur einen signifikanten Anstieg verzeichnen. Tatsächlich sind die tariflich ausgehandelten Stundenlöhne laut offizieller Statistik im Juli im Durchschnitt um 5% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der demografisch bedingte Fachkräftemangel bleibt bis auf Weiteres ein Problem, und das trotz Wirtschaftsflaute und voranschreitender Künstlicher Intelligenz. Vor diesem Hintergrund hat die konjunkturelle Schwäche bei den Dienstleistern auch noch nicht zu spürbaren Entlassungen geführt, die Beschäftigung stagnierte vielmehr zuletzt.“

Dennoch gibt es nicht nur schlechte Nachrichten für Deutschland: Zahlen aus der vergangenen Woche zeigen, dass sich das Vertrauen deutscher Unternehmen unerwartet auf den höchsten Stand seit 2022 verbessert hat. Der zusammengesetzte PMI-Wert von S&P Global wurde ebenfalls nach unten korrigiert, doch mit 50,5 blieb die Privatwirtschaft weiterhin im Wachstumsbereich.

Besonders dramatisch ist allerdings die Lage in der deutschen Chemiebranche, die so wenig produziert wie seit 30 Jahren nicht mehr.



Markus Fugmann
Über den RedakteurMarkus Fugmann
Historische Analyse und gesellschaftspolitische Expertise mit Blick auf die Finanzmärkte in Wort (Artikel) und Videos – immer mit dem Fokus auf die Frage: „Warum geht uns das etwas an!“
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

23 Kommentare

  1. Moin, moin,

    der Fachkräftemangel ist m.E. auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass Schulabgänger heute eher „Sozialberufe“, Verwaltung und „irgendetwas mit Kindern“ machen wollen. Und ist auch das misslungen, bleibt der „Auffangjob“ H4.

    1. Im Jahr 1946 blieb „die Karre aus dem Dreck ziehen“ für 99,9% der Leute ohne Alternative. Jetzt gibt es diese, einschließlich weniger arbeiten oder dort arbeiten, wo sich das Mehr lohnt. Dann bleibt die Karre eben, wo sie schon ist.

      1. Guter Kommentar. Allerdings steckt die Karre noch garnicht fest. Sie brannte von der rasanten Fahrt in der Weltwirtschaft und jetzt kokelt sie vor sich hin und rollt rückwärts. Wir werden eben von allen anderen überholt, weil sich der Motor ins Ausland verabschiedet. Die überflüssige Substanz (unser Hüftgold) brennt ab, das macht uns schlank. Und dann geht es in eine vermeintliche (weil leider der China-Import noch nicht abgeschnitten ist) CO2-Neutralität, die sich doch so viele Leute so wünschten. Bei bleibender Infliation, nach der sich bis 2020 viele Ökonomen noch sehnten. („Helikoptergeld“ etc.). Also ist Schrumpfung um 0,5% p.a. bei Inflation um 2% eigentlich super! Wir bekommen das, was wir gewählt hatten und Habeck hat nun einen schönen Posten in Kalifornein. Gut, wenn China irgendwann nicht mehr billigst liefert, weil der 3. Weltkrieg läuft, dann könnte das doch etwas schwieriger werden. Aber bis dahin ist alles toll. Einfach mehr Lohn fordern, davon Aktien kaufen und Billigramsch aus China, Mund halten,

        1. Ich bin für Erneuerbare Energien, auch jetzt noch. Dabei glaube ich nicht das die Erneuerbaren das Problem sind. So hat bsw die CO2-Abgabe nichts mit den Erneuerbaren zu tun. Das gleiche gilt für den Atomausstieg und den Ausstieg aus der Kohle und den Einstieg in Erdgas. Im Grund scheint mir das Problem darin zu liegen, dass die Politik per Handsteuerung Energiepolitik macht und offenbar kein Interesse an niedrigen Energiepreisen hat. Das gilt auch für die Regierung Merz, die nicht daran denkt den Kohleausstieg zu stoppen oder die CO2-Abgabe der EU abschaffen will. Stattdessen geht man den Weg weiter, der seinerzeit von der Regierung Merkel eingeschlagen wurde, gibt aber Steuergelder an bevorzugte Gruppen.

      2. Leider wird das Geld noch so ausgegeben, als würde es auf dem Baum wachsen. Wenn nicht bald gespart wird und die Kosten an den Fronten wie Bürgergeld, Krankenkasse, Pflegekasse nicht drastisch gesenkt werden, dann befürchte ich, werden wir irgendwann eine harte Landung erleben, statt sanft zu gleiten und vielleicht sogar einen Auftrieb zu sehen. Mit Einsparungen und Reformen ließe sich auch Sondervermögen für Verteidigung finanzieren. Es fehlt aber Entschlossenheit und Mut für Reformen. Niemand möchte sie machen, obwohl sie so dringlich sind.

        In anderen Ländern sammeln Menschen Papier, um über die Runden zu kommen.Ich möchte nicht, dass jemand in so eine Lage kommt, doch müssen wir uns schon fragen, wieso sich Arbeit im Niedriglohnsektor nicht lohnt.

        1. @HD
          Bist du Rentner oder Pensionär, oder warum hast du die Rentenkasse und die Pensionen vergessen?

    2. so ist es @ asyoulike

      Wer will denn noch ein Handwerk lernen.
      Richtig Geld kann dann auch nur verdient werden, wenn dann auch das Risiko der Selbsständigkeit eingegangen wird.
      Dafür muss nach 3 Lehrjahren ersteinmal die Gesellenprüfung abgelegt werden. Nach weiteren 6 Gesellenjahren (wie bei der Handwerkskammer Münster) kann dann, nach den notwendigen Lehrgängen, die Meisterprüfung abgelegt werden.
      Und dann 60 bis 70 Stunden die Woche.
      Dazu gehört dann auch noch der richtige Lebenspartner.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Bundeskanzler Friedrich Merz wird dies zum Anlaß nehmen, nachdem er die Koalitionsvertrag-Vereinbarung Wir wollen die Erhöhung der Luftverkehrssteuer zurücknehmen nicht einhält, die wettbewerbsverzerrende Luftverkehrssteuer am Luftverkehrsstandort Deutschland ein drittes Mal zu erhöhen. Eine Kerosinsteuer im nationalen Alleingang, welche die genannten Wettbewerbsverzerrungen am Lufthansa-Heimatmarkt verschärfen würde, kommt sicherlich noch hinzu. Aufgrund der genannten luftverkehrspolitischen Rahmenbedingungen kann der MDax-Konzern Deutsche Lufthansa AG die Wünsche seiner Piloten in Sachen Altersversorgung nicht erfüllen. Die Lufthansa-Piloten werden demnächst wohl streiken. Letzteres wird bei Bundeskanzler Merz keinen Stellenwert haben.

    1. Bundeskanzler Friedrich Merz gibt aktuell eine Pressekonferenz im Rahmen einer Sitzung des Koalitionsausschusses, in der er zwar die Steuer-Sauerei Stromsteuer einräumt, erwartungsgemäß jedoch nicht die Steuer-Sauerei Luftverkehrssteuer.

      1. Zur genannten Pressekonferenz passt auch eine aktuelle Meldung des n-tv-Teletextes, wonach die Bundesregierung beabsichtigt, die Ölförderung in der Nord- und in der Ostsee zu reduzieren.

    2. Bayerischer Ministerpräsident Franz Josef Strauß wäre heute 110 Jahre alt geworden. Die CSU feiert ihn. FJS ist eine lobenswerte bayerische Zeitgeschichte. Aus Sicht der jetzigen CSU-Landesleitung leider kein zeitloser Klassiker. Man denke an die Steuer-Sauerei Luftverkehrssteuer von seiten der Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition.

      1. VisitBerlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker fordert den MDax-Konzern Deutsche Lufthansa AG trotz der bestehenden Wettbewerbsverzerrungen im Zusammenhang mit der Luftverkehrssteuer auf, am Lufthansa-Heimatmarkt Luftverkehrsstandort Deutschland neben den bestehenden Lufthansa-Drehkreuzen Fraport und MUC Franz Josef Strauß noch ein Lufthansa-Drehkreuz BER auf den Weg zu bringen. Zudem kritisiert der genannte Berliner Tourismuschef die Flugpreise./Quelle jeweils: rbb-Fernsehtext. Die Aufgabe von VisitBerlin ist es, die Stadt Berlin weltweit entsprechend touristisch zu vermarkten, indem man beispielsweise auf die zeitgeschichtlichen Potenziale oder auf das gastronomische Angebot der Stadt Berlin verweist. Letzteres, somit also die genannte Infrastruktur der Stadt Berlin sind für potentielle Touristen Faktoren, die Stadt Berlin als Tourist entsprechend zu schätzen.

        1. Trotz der genannten Luftverkehrspolitik spricht sich Bundeskanzler Friedrich Merz aktuell auf der Messe IAA in München für den vernetzten Verkehr aus.

          1. Rambazamba aktuell im Plenum des Deutschen Bundestages. Eine Aktuelle Stunde mit der Überschrift Herbst des Klimaschutzes. Dort wird getönt, der MDax-Konzern Deutsche Lufthansa AG flottet im Rahmen seines Flottenerneuerungsprogramms Airbus- und Boeing-Flugzeuge ein, welche weniger Kerosin aus fossilem Erdöl verbrauchen. Würde die Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition die Koalitionsvertrag-Vereinbarung Wir wollen die Erhöhung der Luftverkehrssteuer zurücknehmen auch tatsächlich umsetzen, könnte der Kranich-Konzern sein genanntes Flottenerneuerungsprogramm noch besser auf den Weg bringen.

          2. Einer Phoenix-TV-Doku Der Ölschock von 1973 kann man entnehmen, daß der massive wirtschaftliche Aufschwung in unserer Bundesrepublik Deutschland, einige Jahre nach ihrer Gründung auch den Rahmenbedingungen von seiten der Ölindustrie geschuldet war. Von daher: „Make Oil great again!“.

          3. Für unsere exportabhängige Wirtschaft wäre ja eine interessenorientierte Außenwirtschaftspolitik, welche berücksichtigt, daß sich jedes einzelne UN-Mitgliedsland auf seine Souveränität und territoriale Integrität auf Grundlage der UN-Charta berufen kann, konstruktiv/zielführend. In der Ära von BfV-Präsident Thomas Haldenwang agierte das Bundesamt für Verfassungschutz im Rahmen eines globalen 360-Grad-Blicks gegen potentielle Wirtschaftsspionage. Alle UN-Mitgliedsländer betreiben Wirtschaftsspionage. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hingegen, welcher aktuell einen Nachfolger für BfV-Präsident Thomas Haldenwang präsentiert, instrumentalisiert das Bundesamt für Verfassungschutz, um gegen China, Russland und den Iran zu hetzen.

  3. Hallo, „FMW“,

    wie immer dankend zur Kenntnis genommen. Aber so ist das nun mal in einer deutsch-europäischen „Bürokraten-Diktatur“ – es geht abwärts!

    Aber: der „Maple Leaf Gold 2025“ kostet ca. 3.110,-€, der „Maple Leaf Silber 2025“ ca. 45,-€ und ich habe heute „Dividende-Tag“!

    Zuhören, nachdenken, nachmachen und zusätzlich aufs Beste hoffen und aufs Schlimmste vorbereiten! Meine Devise seit 2009 – wozu hat man sonst das Medium „Internet“ und somit auch Zugang zu „FMW“ sowie vielen anderen seriösen Informationsquellen.

    Viele Grüße aus Thüringen,

    wo demokratisch gewählte Parteien ggf. abgewählt aber nicht verboten werden!

  4. Und da sollen Unternehmen in Deutschland investieren?

    Deutschland geht der Strom aus – Porsche fliegt aus dem DAX – TE-Wecker vom 04.09.2025

    https://www.youtube.com/watch?v=kvtyi2bSWN0

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. Wenn es YouTube empfiehlt kann es nur richtig sein.

  5. die Dienstleistungen müssen ja auch von irgendwas bezahlt werden. wenn die Industrie nichts mehr verdient, wer soll Erstens Dienstleistungen benötigen und zweitens sie bezahlen? Industrie und Dienstleistungen sind miteinander verbunden. das ist so als ob wir alle zum Frisör gehen weil wir sonst keine Arbeit haben. die Idee hat was nur: keine Arbeit kein Geld. kein Geld keine Dienstleistungen. aber ihr werdet bald merken was ich damit meine.

  6. Alex
    Es sind *noch* etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland, die das alles verdienen.
    Von der sehr, sehr wichtigen Dienstleistung einer Krankenschwester, können keine Rohstoffe im Ausland gekauft werden.
    Sie verdient mal gerade so viel (oder noch weniger) dass davon das bezahlt werden kann, was sie an Steuern an den Staat zahlt.. Ich meine damit z. B. Kindergeld, ggf. Wohngeld, die Infrastruktur, Schulen, die Lehrer usw, usw.
    Aber Millionen verdienen noch weniger.
    Mal sehen wie lange die etwa 15 Millionen das noch mitmachen werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  7. Also mal logisch betrachtet, Konsum ist zu schwach und nicht aus „Unsicherheit“, was auch immer das bedeuten soll, sondern ganz einfach weil viele nach Fixkosten und Lebensmittel nichts für den Konsum übrig haben, nicht essen gehen können oder zum Friseur etc. Natürlich haben dann zb Gastro und Friseur weniger Einnahmen. das heißt: gezahlter Lohn=Einnahmen der Unternehmen. Wenn Unternehmen mehr Einnehmen möchten, müssen Sie mehr zahlen🤷ist halt so. Mal sehen was gewinnt, Gier oder Vernunft

  8. Die Zustände werden immer aufs Neue
    beklagt. Wenn man aber die Fragen im
    www liest:“ was würden sie wählen, wenn
    nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre“,
    dann werden immer wieder die bevorzugt,
    die die Zustände verursachen.
    Was sollen dann die Klagen?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage