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Deutschland nähert sich der Maastricht-Grenze von 60%

Ist Deutschland neben dem Maastricht-Kriterium von maximal 3%-Neuverschuldung bald auch bei der maximalen Schuldensumme von 60% in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt ein Musterschüler…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ist Deutschland neben dem Maastricht-Kriterium von maximal 3%-Neuverschuldung bald auch bei der maximalen Schuldensumme von 60% in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt ein Musterschüler in der Eurozone? Momentan geht es volle Kraft in diese Richtung. Nach der Spitze nach der Finanzkrise bei 81% geht es Schritt für Schritt runter auf aktuell 68,3%, wie diese aktuelle Grafik der Bundesbank zeigt.

Jetzt liegt Deutschland mit 2,14 Billionen Euro bei 68,3% Schuldenquote, also noch 8,3% sind zu gehen nach unten. Neben dem noch kleinen aber echten Abbau von Schulden in Euro steigt ja auch das Bruttoinlandsprodukt weiter an, wodurch beide Effekte positiv auf die Absenkung der Prozentquote wirken. In 2016 verringerte sich die deutsche Schuldenlast um reale 18 Milliarden Euro. Gegenüber ihrem realen Euro-Höchststand im Jahr 2012 ging die Staatsschuld bis 2016 um 65 Milliarden Euro zurück.

Die Bundesbank weist darauf hin, dass der große prozentuale Rückgang in 2016 von -2,9% auf 68,3% überwiegend aufgrund des nominalen BIP-Wachstums zustande kam. Wie gesagt, realer Schuldenabbau + BIP-Wachstum lassen gemeinsam die deutschen Schulden ziemlich schnell schrumpfen, wenn man sie in Prozenten betrachtet. Da ist ein Fall wie Griechenland natürlich ein klassisches Gegenbeispiel.

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226 Milliarden Euro

Die Bundesbank erwähnt heute im Rahmen der staatlichen Schuldenbetrachtung explizit das Problem der staatlichen „Bad Banks“, in die die Schrottkredite vor allem der Landesbanken, aber auch der HRE nach der Finanzkrise ausgelagert wurden. Die Bad Banks sind die Probleme der Steuerzahler. Hier sticht auch bei der Bundesbank namentlich die HSH Nordbank hervor. Falls Sie sich des Volumens der Kosten nicht bewusst sind, die der Steuerzahler immer noch schultert für die Glanzleistung zahlreicher Bankmanager, die allesamt nicht im Gefängnis sitzen, hier die Bundesbank im Originalwortlaut:

„Die staatlichen „Bad Banks“ trugen anders als in den Vorjahren nicht zum weiteren Schuldenabbau bei, sondern entwickelten sich diesbezüglich mehr oder weniger seitwärts. Zwar kam es per saldo weiter zu einer Verwertung von Finanzaktiva, die zu einem Schuldenabbau führte. Dem wirkte aber unter anderem ein Schuldenanstieg durch die Einrichtung einer neuen staatlichen „Bad Bank“ zur Entlastung der HSH Nordbank entgegen. Somit beliefen sich die Stützungsmaßnahmen zugunsten inländischer Finanzinstitute, die sich im staatlichen Schuldenstand niederschlagen, zum Ende des Jahres 2016 auf insgesamt 226 Mrd € (beziehungsweise in Höhe von 7,2 % des aktuellen BIP).“




Quelle: Deutsche Bundesbank

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Scholle

    31. März 2017 16:48 at 16:48

    Jawohl, ich freu mich so für mein Land.
    Und bald hat auch noch der der alte Buchhändler aus Würccelen alles in seiner Hand.
    Zwei Mal das Gymmi net gepackt, dafür aber dann später als der jüngste Bürgermeister vom Bundesland, ins EU-Parlament hochgedankt.
    Bewies Ehre und Stolz und hat, trotz jeden Beweises seinen Freund und Kupferstecher Jun*ker wegen LuX-LeaX nicht abgemahnt.

  2. Avatar

    Nixisfix

    31. März 2017 17:28 at 17:28

    Man feiert die schlechte Nachricht als gute Nachricht.
    Also die niedrige Neuverschuldung, dabei sollten bei den Rekordeinnahmen des Staates KEINE Schulden mehr gemacht werden und die Schulden zurückgeschraubt werden.
    Wo bitte ist das ein Erfolg?

  3. Avatar

    Gixxer

    31. März 2017 19:39 at 19:39

    Wenn ich noch Geld bekomme, wenn ich Schulden mache, würde ich Schulden machen, was das Zeug hält und alle wichtigen Dinge damit bezahlen (zB Erneuerung Infrastruktur, etc.) Die Ausgaben sollten aber sinnvoll sein und genau da würde es wohl scheitern.

    Ansonsten wäre sparen tatsächlich mal nicht schlecht, denn wenn das BIP irgendwann mal sinken sollte, ist sonst auch gleich die schöne „niedrige“ Prozentzahl dahin.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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