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Deutschland ohne volle Anleiheplatzierung, Italien ausgelastet, morgen erneut Eurozonen-Deflation?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Entwarnung gleich zum Anfang: Keine Angst, Deutschland geht nicht unter, Wolfgang Schäuble ist auch nicht pleite. Es ist nicht das erste Mal, aber heute zeigt sich erneut auf immer deutlichere Weise: Die Aktionen der EZB (Negativzinsen und Geldschwemme) sorgen für immer weitere Verzerrungen am Kapitalmarkt. Der deutsche Staat konnte heute eine normale 5 Jahre laufende Anleihe (bis April 2021) im Volumen von 4 Milliarden Euro nicht in vollem Umfang loswerden, denn die Nachfrage der Käuferseite lag nur bei eine Volumen von 3,55 Milliarden Euro. Der Grund: Die Rendite liegt bei -0,34%, der zweitniedrigsten jemals!

Da guckt der Anleiheinvestor, der vielleicht aufgrund seiner Kundenvorgaben nur in europäische Staatsanleihen investieren darf, mal kurz über die Alpen. Die heutige Emission von 5jährigen italienischen Staatsanleihen ging komplett durch. Man wollte 3,5 Milliarden Euro einnehmen, hatte aber sogar Gebote von 4,77 Milliarden Euro. Hier gibt es mit +0,34% noch Rendite, unglaublich! Auch die 10jährige italienische Staatsanleihe im Volumen von 3 Milliarden Euro war heute mit 4,2 Milliarden kräftig überzeichnet (Rendite 1,24%).

Auch die Italiener können sich immer günstiger verschulden, sind aber immer noch deutlich attraktiver als die deutschen Schulden. Die Renditen beider Staatsschulden sinken und sinken langfristig. Aber keine Angst lieber Wolfgang, Deutschland kommt schon noch an frisches Geld. Ab April weitet die EZB ihr „altes“ Anleihekaufprogramm von 60 auf 80 Milliarden Euro pro Monat aus, da wird genug Freiraum sein um die deutschen Anleihen aufzukaufen. Da muss sich nur noch jemand in der Auktion finden, der die Anleihen zeichnet, und kurz danach am Sekundärmarkt (mit Preisaufschlag!?) an die EZB weiterreicht, denn nur da will sie kaufen. Es soll ja schließlich keine Staatsfinanzierung entstehen…

Bund Italien
Der Bund und sein italienischer Partner im Vergleich seit August 2015.

Eurozonen-Inflation

Morgen wird es in Sachen Inflation wieder so richtig interessant für die EZB. Da wird nämlich um 11 Uhr der europäische „harmonisierte Verbraucherpreisindex“ (HVPI) veröffentlicht. Für Februar war er schon mit -0,2% in die Deflation gerutscht, und für März wird allgemein erneut ein Minus erwartet. Der deutsche HVPI, als Index der wichtigsten Volkswirtschaft in der Eurozone schon mal ein guter Anhaltspunkt, gibt nicht viel Raum für Hoffnung, denn der wurde vorhin mit nur +0,1% verkündet – wie gesagt für Deutschland. Hierzulande liegt man in Sachen Verbraucherpreise generell leicht über dem Durchschnitt der Eurozone.

Also gibt es für die Eurozone morgen vermutlich ein Minus von 0,1%. Wie wird die EZB darauf reagieren? Wohl gar nicht, denn man hat ja schon Maßnahmen ergriffen um voll dagegenzuhalten. Ab April 20 Milliarden Euro zusätzliches QE, ab Juni auch Aufkauf von Unternehmensanleihen, Banken mit Zinsgutschriften belohnen für tatsächliche Kreditvergabe an Kunden. Da sollte die Inflation doch endlich anspringen, glaubt man zumindest den (alten?) volkswirtschaftlichen Theorien der EZB.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Katharina Kuhn

    31. März 2016 07:29 at 07:29

    Na, alles klar ?

    Der Finanzkreislauf hat s y s t e m i s c h e Ähnlichkeiten mit dem Blutkreislauf: er ist der Blutkreislauf des Volkskörpers. Das Blut muss immer in Bewegung gehalten werden, sonst versackt es in Krampfadern.

    Werden Systemteile des Körpers nicht bewegt, zuviele Reserven angelegt, nimmt sich ein Körperteil zu viel, beginnt das ganze System so zu verschieben, dass statt dem Lebendigen unnötige Gewächse entstehen, die den Gesamtorganismus derart belasten, dass der Leib daran zugrunde geht. Das geht aber lange unbemerkt – weil das Gesamtsystem am überlasten ist und nicht frei, auf sich selbst zu hören.

    Jemand, der sich auf Paragrafen, als Jurist zum Beispiel, spezialisiert, ist fürs Rückkopplungs-Erkennen ungeschult, ungeeignet – er kommt nicht einmal auf die Idee, die Ereignisse vom Systemischen her als Rückkopplungsmechanismen zu erkennen. Verständlich, dass er aus seiner persönlichen Situation heraus auch nicht geeignet eingreifen kann.

    Man sollte solche Menschen also nicht als Doktoren für Lebensähnliches, Körperähnliches, zulassen.

    Vielleicht ist die Zeit halt noch nicht reif, das einzusehen.

    Wir Menschen lernen ja zwar, aber eben nicht auf die leichte.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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