Europa

Deutschland und Europa: Schwächstes Wachstum seit acht Monaten, ifo Index fällt zwei Mal in Folge

FMW-Redaktion

Der heute veröffentliche ifo Index fällt auf 114,7 – das ist nun der zweite Rückgang in Folge. Zwar liegt der ifo noch immer auf eine hohen Niveau, aber der Gipfel scheint gleichwohl erreicht zu sein! Laut ifo-Chef Clemens Fuest drückt der Protektionismus auf die Stimmung.

Aber auch die heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland schwach: der Index für Produktion mit 55,4 (Vormonat Februar war noch 57,6) auf dem tiefsten Stand seit acht Monaten, der Dienstleistungsindex mit 54,3 (Vormonat war 55,2) auf dem tiefsten Stand seit sieben Monaten.

Dazu Kern-Aussagen von Markit, das die Daten erhebt:

„Die deutsche Wirtschaft verlor im März weiter an Fahrt und verzeichnete das schwächste Wachstum seit acht Monaten. Aufgrund anhaltender Kapazitätsengpässe setzte sich der Jobaufbau jedoch fort, und auch die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist blieben recht optimistisch.“

„Die Dienstleister verzeichneten das schwächste Geschäftswachstum seit letztem August, und die Produktionssteigerungsrate in der Industrie erreichte ein 14-Monatstief.“


„Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen ließ im März zum dritten Mal hintereinander nach und fiel so schwach aus wie seit letztem Juli nicht mehr.“

Aber die Preise steigen munter weiter:

„Die Verkaufs- bzw. Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen legten zwar nicht mehr ganz so rasant zu wie in den beiden Vormonaten, der Anstieg fiel jedoch ein weiteres Mal so kräftig aus wie zuletzt im April 2011.
Zurückzuführen waren die Preisanhebungen laut Befragten auf den anhaltenden Kostenauftrieb. Besonders stark legten die Einkaufspreise in der Industrie zu..“

Nicht nur in Deutschland, auch in der Eurozone insgesamt scheint der Hochpunkt überschritten, wie Markit im Hinblick auf die heutigen Zahlen konstatiert:

„Die Eurozone verzeichnete im März das schwächste Wirtschaftswachstum seit über einem Jahr. Dies signalisiert der IHS Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, der gegenüber Februar um 1.8 Punkte auf 55.3 nachgab und damit auf den tiefsten Wert seit Januar 2017 sank. Dies ist der zweite Rückgang in Folge. Im Januar hatte der Index noch den höchsten Wert seit Juni 2006 erreicht.“

Und Markit weiter:

„In der Industrie wurde die Produktion mit der niedrigsten Rate seit Januar 2017 gesteigert, im Servicesektor schwächte sich das Geschäftswachstum auf ein Fünf-Monatstief ab. Nachgelassen hat auch die Nachfrage nach Gütern
und Dienstleistungen, hier verbuchten die Unternehmen insgesamt das niedrigste Plus seit 14 Monaten. In der Industrie fiel der Exportorderzuwachs so schwach aus wie zuletzt im November 2016.“

Fazit: zwar liegen die Indizes noch auf hohem Niveau, aber die Abkühlung ist unübersehbar. Man könnte also sagen: es war einmal ein Konjunktur-Märchen, das nun aber scheinbar doch kein happy end mehr nimmt..


Von Edroeh – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27768683



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