Asien

Deutschland und Japan: So katastrophal sind die Rückgänge in der Industrie!

So wirklich angekommen scheint das Thema in der breiten Öffentlichkeit noch nicht zu sein. Denn der Arbeitsmarkt ist weiterhin quasi am Rand der Vollbeschäftigung. Bau und Dienstleistungen produzieren neue Jobs, und alles wird gut? Dem ist nicht so. Denn für Volkswirtschaften mit großer Bevölkerungszahl bildet die Industrie die Basis, auf der vor allem die Dienstleistungsindustrie aufbaut! Kleine Länder wie Luxemburg können sich zum Beispiel auf Finanzdienstleistungen als Einnahmequelle konzentrieren. Das geht, weil das Land aufgrund seiner kleinen Landmasse geringe Kosten für die Infrastruktur hat.

Und aufgrund seiner geringen Bevölkerungszahl kann Luxemburg in einem langfristigen Zustand der Vollbeschäftigung leben, wenn die Menschen reihenweise als Wirtschaftsprüfer oder Fondsmanager tätig sind. Aber in großen Flächenländern wie Deutschland, Frankreich etc mit großer Bevölkerungszahl, da braucht es die Industrie als Basis, um die breite Masse der Bevölkerung auch in Dienstleistungsjobs ernähren zu können. Ohne diese Basis geht es nicht! Deswegen ist es auch so wichtig, dass die Politik die aktuelle Schwäche in der Industrie viel stärker in Augenschein nehmen sollte. Aber wie wir gestern schon zeigten.

Unser Wirtschaftsminister Peter Altmaier will eine bevorstehende Rezession mit Maßnahmen bekämpfen, die vielleicht erst in 3, 4 oder 5 Jahren wirken könnten. Ein Witz. Denn wenn die Politik gegensteuern wollte, dann müsste jetzt sofort etwas geschehen. Sehen Sie dazu unseren Artikel von gestern. Aber wir schweifen ab. Anlass dieses Artikels sind Daten, die heute früh in Japan veröffentlicht wurden. Japan und Deutschland gelten als die klassischen Exportländer. Und gerade diese beiden Länder weisen seit Monaten drastische Rückgänge in der Industrieproduktion aus. Japan meldet heute für den Monat Juni im Jahresvergleich einen Rückgang von 3,8%. Damit sinkt die Industrieproduktion in Japan im Jahresvergleich nun schon den fünften Monat in Folge (erste Grafik). Und die jeweiligen monatlichen Rückgänge sind kräftig!


source: tradingeconomics.com

Und Deutschland? Hier sieht es nicht besser aus. Zuletzt vor einer Woche hatten die Statistiker hierzulande die Industrieproduktion für Juni im Jahresvergleich mit -5,2% vermeldet. Hallo? Das ist katastrophal! Damit gibt es bei uns nun acht Monate in Folge deutliche Rückgänge! Zahlreiche Entlassungen in der Industrie gibt es schon. Aber die Dramatik der Lage fällt am Arbeitsmarkt wohl noch nicht auf, weil gleichzeitig Bau und Dienstleistungen wie gesagt neue Jobs schaffen. Aber am Bau, da braut sich gerade was zusammen in Deutschland. Schon in den Vormonaten schwächelten die Neugenehmigungen für den Wohnungsbau, und auch heute geht es weiter bergab. Wir werden dieses Thema in einem Folgeartikel genauer ansprechen.


source: tradingeconomics.com



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1 Kommentar

  1. „Denn wenn die Politik gegensteuern wollte, dann müsste jetzt sofort etwas geschehen“. An irgendetwas erinnert mich diese Aussage, was war das nur? … Jetzt fällt es mir wieder ein: Die ambitionierten Klimaziele des Aktionsprogramms Klimaschutz der Bundesregierung von 2014.

    Industrie, Energiesektor und private Haushalte liegen einigermaßen gut im Rennen.
    Aber wie sieht es mit den üblichen zwei Verdächtigen, den unbelehrbaren Sorgenkindern aus?

    Die Land- und Forstwirtschaft hat bisher recht wenig in Richtung ökologischer Landbau, Düngemittel- und Güllereduktion, Abbau der Tierbestände oder resistente Mischwälder statt Monokulturen geleistet. Die Lobby jammert lieber und pocht auf ihren wie auch immer zu legitimierenden Sonderstatus: „Die Landwirtschaft dürfe nicht pauschalen Reduktionsverpflichtungen unterworfen oder in einen eigenen Rechtsrahmen für den Sektor einbezogen werden. Sie nehme als Lieferant von Lebensmitteln eine Sonderrolle ein“. Aha! Lieber exportiert man weiter in steigendem Ausmaß Milch- und Fleischprodukte und schippert die Kadaver um den halben Erdball. Und besser vernichtet man diese Lebensmittel haufenweise, während gleichzeitig auch fleißig importiert wird. Macht irgndwie Sinn!
    Ach ja, da sind doch noch die selbst mitverursachten Schäden durch Ernteausfälle, Futtermittelknappheit und massives Waldsterben. Da muss natürlich der Steuerzahler ran, die armen gebeutelten Land- und Forstwirte können ja ohnehin kaum überleben.

    Und zuletzt noch der Verkehrssektor. Was soll man da noch viel dazu sagen? Reduktionsziel 40 bis 42%. Prognostizierte Einsparung bis 2020 3 bis 4%. Laut Schummelsoftware hätte man die Ziele sicher locker erreicht, wäre man nur nicht erwischt worden. Ohje!
    Aber wir brauchen doch die SUVs, was sollen wir mit 2-3-Liter-Autos? Also echt jetzt, bei Mobilität und Sicherheit durch Privatpanzer hört der Spaß aber wirklich auf. Und welch unvorstellbare Mengen an Arbeitsplätzen würden uns sparsame Autos erst kosten? Einfach nur unverantwortlich!

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