Ein Debakel für den Bundeshaushalt und damit für die Bundespolitik, die immer weniger Spielraum hat bei ihren Ausgaben: Die Zinslast auf die Bundesschuld explodiert regelrecht, 2030 könnten es 80 Milliarden Euro sein. Denn einerseits steigt das Zinsniveau rasant an. Und andererseits nimmt man im Rekordtempo neue Schulden auf, um Aufrüstung und Sondervermögen zu finanzieren! Heute hat die Bundesregierung über die bundeseigene Finanzagentur Deutschland für 4 Milliarden Euro Volumen 30 Jahre laufende Bundesanleihen neu ausgegeben. Die Emissionsrendite liegt bei 3,783 % nach 3,64 % im Vormonat.
Deutschland mit 30 Jahre-Bundesanleihe: Emissionsrendite auf 16-Jahreshoch
Die aktuelle Emission bringt die höchste Rendite auf die 30-jährige Laufzeit seit 16 Jahren! Die aktuelle Marktrendite für diese Laufzeit liegt bei 3,78 %, und entspricht damit der heutigen Emissionsrendite. Im Chart sehen wir den Verlauf am Markt in den letzten zehn Jahren. Vor der EZB-Zinswende gab es 2020 und 2021 Renditen auch für diese lange Laufzeit von unter 0 %. Dann kamen die höheren EZB-Zinsen, eine höhere Inflation und im März 2025 das Sondervermögen der Bundesregierung, womit man in Deutschland die Infrastruktur voranbringen und die Konjunktur wieder in Schwung bringen will (auch wenn viel von diesen Geldern veruntreut wird zum Stopfen von Haushaltslöchern).
Gründe für immer höhere Renditen
Steigt die Inflation, wollen Anleger, die in Schulden (Bundesanleihen) investieren, natürlich auch einen entsprechenden Inflationsausgleich sehen. Und die Inflation in Deutschland ist im Juli von 2,3 % auf 2,8 % angestiegen. Daher ist es nur logisch, dass auch die Anleiherenditen ansteigen müssen. Der Iran-Krieg und die daraus resultierende Inflation haben globale Auswirkungen. Weltweit steigen aktuell die Anleiherenditen, was in vielen Ländern aber genau so auf die ausufernde Neuverschuldung von Regierungen zurückzuführen ist.
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Die enorme Neuverschuldung der Bundesregierung treibt die Anleiherenditen nach oben, wie beispielsweise auch in Frankreich oder den USA. Je mehr Nachfragedruck nach frischen Schulden, desto höher der Preis für die nachgefragte Ware, in dem Fall sind es Zinsen. Im großen Bild muss man auch sehen, dass nicht preissensitive Anleger wie Zentralbanken (sinkende Bilanzen) als Käufer weniger wichtig werden. Und Pensionskassen, Versicherungen und andere institutionelle Anleger stellen bei ihren Geldanlagen tendenziell um auf größere Aktienanteile.
Die Preissensitivität (Drang nach mehr Rendite) neuer Anleiheinvestoren nimmt zu, da die KI-Konzerne global viele neue Anleihen emittieren, und damit die Renditen hochtreiben, auch in Deutschland! Denn wenn ein Investor neben Staatsanleihen und normalen Unternehmensanleihen nun auch noch die Wahl hat, ob er Meta, Amazon, Alphabet etc höher verzinst Geld leihen kann (159 Milliarden Dollar Volumen in den ersten fünf Monaten des Jahres), erhöht das den Druck auf die sonstigen Anleiherenditen, was letztlich auch die Emissionsrenditen pusht.
Grundsätzlich ist es eine markttechnische Realität: Deutschland als Emittent muss nun mal bei neuen Emissionen von Bundesanleihen die Renditen anheben, wenn die Marktrenditen ansteigen. Sonst würden Anleger quasi in einen Käuferstreik treten. Vorher genannte Faktoren, die für höhere Marktrenditen sorgen, sind letztlich dafür verantwortlich, dass Deutschland als Schuldner immer höhere Zinsen zahlt.
Massive Neuverschuldung
Hauke Siemssen, Zinsstratege bei der Commerzbank, schrieb letzten Monat laut Bloomberg in einer Analyse, dass der Finanzierungsbedarf Deutschlands im Jahr 2027 stark ansteigen werde, wobei der Haushaltsentwurf einen Nettofinanzierungsbedarf von 204 Milliarden Euro vorsehe. Er schätzt, dass das Nettoemissionsvolumen von Bundesanleihen im nächsten Jahr einen Rekordwert von 163 Milliarden Euro erreichen wird, gegenüber etwa 137 Milliarden Euro im Jahr 2026, wobei auch das Bruttoemissionsvolumen ein Allzeithoch von rund 400 Milliarden Euro erreichen dürfte.
Die erhöhte Kreditaufnahme spiegelt die höheren Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben Deutschlands sowie Rückzahlungen in Rekordhöhe von 238 Milliarden Euro wider. Allerdings muss nicht die gesamte Finanzierung über Bundesanleihen erfolgen; laut Siemssen könnten kurzfristige Schatzanweisungen, Barreserven, Verkäufe von Vermögenswerten und Zahlungen der staatlichen Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau alternative Quellen darstellen.
FMW/Bloomberg
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Die Iran-Konflikt bedingte Inflation, die Staatsverschuldung und die Herausgabe von KI-Anleihen von seiten der US-Techriesen Amazon und Meta führen somit eben auch zu höheren Renditen bei den BRD-Bundesanleihen, welche dadurch die Zinskosten für den Bundeshaushalt erhöhen. Zunächst einmal ist es mir wichtig, daß Amazon und Meta im Zusammenhang mit der Nutzung von mobilen Endgeräten auch KI-Anleihen herausgeben. Nun, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat zwar einerseits einen interessanten Plan, in der Weise, daß er die steuerlichen Rahmenbedingungen für KI-Start-ups verbessern möchte, welche dann möglicherweise Amazon und Meta in Sachen Künstliche Intelligenz alternativ unterstützen könnten. Hinsichtlich der im obigen Bericht genannten Entwicklung bei den Renditen für BRD-Bundesanleihen stellt sich jedoch die Frage, ob die Haushaltssituation dies zulässt. Eine sinnvolle Alternative wäre daher eventuell ein Bekenntnis zur Kultur der zweiten Chance für KI-Start-ups.
Für den Anleger zählen aber nur die Erträge nach Abzug von Inflation und Steuern ….und da sind die heutigen Zinsen ein Witz…
Vergleichen Sie hierzu bitte die Renditen von 1990 bis heute …inclusive der jährlichen Sparerfreibeträge…
Beispiel 1993 gab’s für ne Zehnjährige noch 7,5 Prozent ….bei einem Sparerfreibetrag von 6100 DM pro Jahr und Person..Ehepaare das Doppelte..Sparerfreibetrag 6000 DM plus 100 DM Werbekostenpauschale…Verheiratete 12 000 DM plus 200 DM Werbekostenpauschale…
Das bedeutete wenn Sie 50 000 DM sicher zu 7,5 Prozent in einer dt. Zehnjährigen anlegten.. konnten Sie den Gewinn eins zu eins einstreichen …ohne von der Steuer belästigt zu werden..
Es ist bekannt, dass Deutschland ab 2929 (vielleicht schon etwas früher) mit dem Bundeshaushalt nur noch Sozialausgaben, Zinsen und Verteidigung finanzieren kann.
Also bleiben nur noch mehr Schulden.
Steuererhöhungen und Kürzungen reichen nicht aus.
Aktuell wird ja schon 80 bis 90 % des eingesetzten „Sondervermögen‘ dafür verwendet, Haushaltslöcher zu stopfen.
Die Infrastruktur vergammel weiter und schneller, als sie saniert werden kann.
Die Lebebsversicherungen werden weiter fleißig deutsche Staatsanleihen kaufen.
Dafür erhält der Versicherte auch kam mehr als 1 % Wertsteigerung.
Und wenn die Versicherung in die Pleite geht und die Zahlungen einstellt, muss der Versicherte trotzdem seine Beiträge weiterzahlen.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Diesen Salat haben wir zu verdanken der Ära unter Kanzlerin Merkel einschl. deren kurzsichtigen Mehrheitsbeschaffer und Wähler und Wiederwähler.
Die Defizite für Nato, Infrastruktur und die Erfordernis von neuem Wohnraum, gekoppelt an die Wir Schaffen das Initiative, waren damals alle bekannt.
Und bekannt war auch M. Draghis Bazooka quasi-Nullzinsphase, die sich über eine ganze Dekade erstreckte. Das Zeit Fenster für eine große angelegte Investition war günstig und sehr lange vorhanden.
Das Zeit Fenster ist geschlossen und nun beginnen wir mit dem Mamut Projekt mit dem nächsten Kanzler aus der gleichen Gruppe.
Ich weiß nicht so recht was ich dazu soll, außer vielleicht eines:
Unterm Strich werden uns die wirklich großen Probleme von CDU-Kanzlern eingebrockt bzw. verstärkt.
Wenn ich mir die Bauzinsen und die aktuelle Bürokratie vergegenwärtige komme ich zu dem Schluss: Nein das ist mehr Mission Impossible.