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Deutschland vor den Wahlen – letzter Teil

Das letzte Kapitel endete bekanntermaßen mit dem Satz: Und gleichzeitig hatte ich das Unglück, in einem quasi monarchistischen Bundesland zu leben, in dem mit Wahlergebnissen von über 70% Zustimmung für eine Partei die Demokratie quasi von sich aus ad absurdum geführt wurde..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ein Gastbeitrag von @Michael

Geschichte wiederholt sich, im Prinzip bleibt am Ende doch alles beim Alten. Kapitel 3

Das letzte Kapitel endete bekanntermaßen mit dem Satz: Und gleichzeitig hatte ich das Unglück, in einem quasi monarchistischen Bundesland zu leben, in dem mit Wahlergebnissen von über 70% Zustimmung für eine Partei die Demokratie quasi von sich aus ad absurdum geführt wurde.

Vielleicht erklärt ein Leben unter einer politischen Partei, deren politisches Verständnis lange Zeit eher einer selbstherrlichen Monarchie, als einer Demokratie ähnelte, meine Skepsis gegenüber allen Strömungen, die alles stört, was irgendwie anders ist, denkt oder aussieht. Die Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Dialog ablehnen zugunsten von Engstirnigkeit, Intoleranz, Nationalismus und Separatismus.

Als eingeborener Südstaatler durfte ich landesweit 100% meiner Lebenszeit zutiefst christliche, höchst soziale Unionspolitik im Bundesland erleben. Philanthropische Super-Christen wie Franz-Josef Strauß, Gerold Tandler (sein Hund) oder Edmund Stoiber (sein Kasper), Theo Waigel (der spätere Bundesfinanzminister, der als erster extremer nationaler Blutsauger in die neuere Geschichte eingehen dürfte) oder gar Friedrich Zimmermann (der Rechtsdadikale, der paradoxerweise als Bundesinnenmister Neo-Nazis vorübergehend und medienwirksam verboten hatte).

Die sprachlichen Entgleisungen und intoleranten Taten dieser Fehlgeleiteten sind leider fatale, gerne vergessene und doch historisch festgehaltene Wahrheit: „Datenschutz ist Täterschutz“ oder „Gewaltloser Widerstand ist Gewalt“, sind ein paar traurige Zitate freiheitlich-demokratischen Verfassungsverständnisses. Ein Strauß-Spezl nannte gleichzeitig ein Wahlrecht für Ausländer einen „Anschlag auf die Verfassung“.

Zimmermann wetterte bereits gegen „Asylmissbrauch“, als man die politischen Flüchtlinge bundesweit noch an den Fingern abzählen konnte und weigerte sich noch im hohen Alter, den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung zu bezeichnen. Rechts von der CSU dürfe es keine politisch legitimierte Partei mehr geben, hier dürfe nur noch eine Wand stehen.
Heißt das nun, dass der erzreaktionäre Rechtspopulist keine anderen Götter neben sich dulden wollte, oder wurde das rechte Gefahrenpotenzial selbst von dieser Seite erkannt?

All das geschah zu einer Zeit, in der Telefonieren unbezahlbar war, in der es kein Internet, keine Mobiltelefone, geschweige denn, Smartphones gab. In der Aktien- und Börsenkurse von denjenigen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten, auf Teletext verfolgt wurden (Aktualisierungszeit: etwa 15 bis 30 Sekunden). Zu einer Zeit, als ich wegen meiner pazifistischen und atomkraft-kritischen Einstellung bereits 5 Follower bei der Bayerischen Landespolizei und 3 bei der Bundespolizei hatte, während mir bereits Millionen Gleichgesinnte zuriefen: Ich mag dich!

Es war die Zeit von WAA, Tschernobyl, der atomaren Bedrohung. Eines sich selbst beweihräuchernden politischen Kabinetts und Kabaretts mit einem perfiden Vorhaben, welches ursprünglich eigentlich geheim gehalten werden solle:
http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/strauss-tobte-ueber-diese-schlagzeile-21179-art1350328.html

Staatliche Gewaltorgien gegen Bürger, die ungehorsam und böse einen Zaum erklommen hatten oder noch schlimmer, einfach nicht mit ihren bedrohlichen und gefährlichen Transparenten von der Stelle weichen wollten. Offizielle Polit-Propaganda seitens der Landesregierung war die Darstellung „extrem gewalttätiger“ Sachbeschädigung. Die Reaktion darauf war eine Reihe krimineller Körperverletzungen seitens der staatlichen „Ordnungskräfte“ (extra aus Berlin angefordert, mit hohem Anteil an gewaltbereiten rechten Schlägern und erprobt im Kampf gegen sog. „Sozialisten und Kommunisten“):http://www.mittelbayerische.de/bayern/oberpfalz/widerstand-gegen-die-waa-nachrichten/berliner-polizei-schlug-zu-23703-art839156.html

Alles, wie immer, bereits wieder fast vergessen und doch jüngste Geschichte…

Warum nun dieser Ausflug in die Vergangenheit? Weil das, woher wir kommen, was uns geprägt hat, großen Einfluss darauf hat, wohin wir gehen. Weil durch die jüngste Flüchtlingswelle der Nährboden für Hass, Intoleranz und Neid erneut aufbereitet wurde. Weil es wieder ein funktionierendes Feindbild gibt.

Weil die Töne schon wieder ähnlich klingen.
Und weil Geschichte sich eben wiederholt…
Und das macht mir Sorgen.

„Wenn die Volksseele, allzeit bereit,
Richtung Siedepunkt wütet un schreit,
„Heil Halali“ un grenzenlos geil
noh Vergeltung brüllt, zitternd vor Neid,
en der Kristallnaach“.

Kristallnaach, Wolfgang Niedeken, BAP, 1982


Bild: C. Busch, Hamburg – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10031879

25 Kommentare

25 Comments

  1. Avatar

    Jasper

    22. September 2017 16:40 at 16:40

    Was möchte uns der Autor damit sagen?
    Vermutlich ein letzter Versuch, unser Wahlverhalten am Sonntag zu beeinflussen.
    Dabei ist es ihm gelungen, das Wort „AfD“ kein einziges mal in den Mund zu nehmen.
    Überflüssig!
    M.f.G

    • Avatar

      randyhofbeck

      22. September 2017 17:23 at 17:23

      mit der AFD ist es wie mit kuhmist: liegt draussen rum, trocknet mit der zeit aus und der nächste starke regenguss spült es hinweg …

      • Avatar

        Leftutti

        22. September 2017 19:02 at 19:02

        …und beginnt durch den Regen noch ein letztes Mal zu stinken (der Kuhmist, nicht die AfD)

      • Avatar

        Petkov

        23. September 2017 14:04 at 14:04

        Das ist richtig. Und die grünen und linken Dreckspopulisten sind die Endoparasiten in der Kacke. Sie ernären sich daraus, was eine Erklärung für den unerträglich stinkenden Mist ist, den sie immer absondern. Die Existenz dieser Parasiten ist durchaus natürlich und unproblematisch, solange ihr Wachstum sich in Grenzen hält. Sonst stirbt der Wirt. Und zwar nicht an seinen Exkrementen, sondern an den Parasiten darin. Wir gebildete und integrierte Ausländer haben keine Angst vor der AfD, da diese Partei sich automatisch auflösen wird, sobald der linksextremistische, islamismusfreundliche Schädlingsbefall in der Union und SPD unter Kontrolle gebracht wird. Dafür muss erstmal die Parasitenmutti vernichtet werden. Die AfD ist hierbei zwar ein schädliches, aber notwendigiges Antibiotikum. Die AfD ist wichtig nicht nur für Deutschland, sondern für,ganz Europa. Der wahre Feind der europäischen Idee ist die merkel. Sie treibt den Zwiespalt in Europa voran. Deutschland alleine gegen alle anderen. Die Geschichte wiederholt sich.

        • Avatar

          Petkov

          23. September 2017 14:08 at 14:08

          Korrektur: …ernähren sich…

  2. Avatar

    Michael

    22. September 2017 16:57 at 16:57

    @Jasper
    Richtig! Weil das Wort „AfD“ so überflüssig ist wie ein Kropf, musste ich es auch nicht in den Mund nehmen, den ich mir nachher mit Seife hätte auswaschen müssen ;)

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    Schmiguel

    22. September 2017 17:17 at 17:17

    Ich dachte FMW wäre eine Börsenseite und keine Plattform für Gutmenschen-schade!

    • Avatar

      Leftutti

      22. September 2017 19:44 at 19:44

      Würden Sie FMW regelmäßig lesen und vor allem verstehen, so würden Sie auch wissen, dass vor großen, außerordentlichen Ereignissen durchaus periodisch einmal gute Menschen zum Zuge kommen. Die Bösmenschen nutzen FMW in der Kommentarfunktion ständig leidlich 24/7/52 als Plattform für Politpropaganda, die fern jeglicher Börsenthemen liegt.
      Und nur reine Börse wäre sicher etwas fad für alle, da gibt es genug Seiten, bei denen Ihnen und uns allen die Füße einschlafen dürften.

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    Bodo Schranke

    22. September 2017 17:35 at 17:35

    Allein der Halbsatz: „Zimmermann wetterte bereits gegen „Asylmissbrauch“, als man die politischen Flüchtlinge bundesweit noch an den Fingern abzählen konnte …….“ offenbart, wessen Geistes Kind Sie sind.
    (Als hätte Unrecht erst mit seiner massenhaften Begehung einen gesellschaftlichen Unwert …….. )
    Offenbar gehören Sie genau diesen zur Zeit in Regierungsverantwortung stehenden Truppenteilen an, welche den zuvor in 40 Jahren erarbeiteten Wohlstand zum Fenster rauswerfen.
    So etwas auf FMW zu lesen, ist einfach bitter.

    Und das merkwürdige Gedicht, das Sie da bringen, ist wohl nur der künstlerisch mißlungene Versuch, ein posttraumatisches (Kriegs-)Stress-Syndrom abzuarbeiten.
    Aber ich hatte es schon fast vergessen; am Sonntag sind ja Wahlen. Da hat gewisser Blödsinn traditionell Konjunktur.

    • Avatar

      Michael

      22. September 2017 18:39 at 18:39

      @Bodo Schranke
      Erst einmal vorab: Ich gehöre keinerlei Truppenteilen an, ich bin eher pazifistischer Freigeist. Und den in der Regierungsverantwortung stehenden Truppenteilen stehe ich ferner, als Sie sich vielleicht vorstellen können.
      Zimmermann und Franz Josef Strauß wollten das Asylrecht in der Praxis nur noch für Menschen aus dem Ostblock und dem damals sowjetisch besetzten Afghanistan (!!!) gelten lassen – keine Gnade für Folteropfer aus Rechtsdiktaturen.
      Betteln um Aufnahme war regelmäßig ausreichend, wenn Einreisende aus dem Ostblock kamen: Weil jeder, der den einst so genannten Eisernen Vorhang durchschritt, nach der überkommenen antikommunistischen Staatsdoktrin der damals Regierenden als eine Art Freiheitskämpfer galt, wurden nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz alle Einwanderer aus dem Osten, auch wenn das Regime ihres Heimatlandes relativ liberal war, automatisch als Polit-Flüchtlinge behandelt.
      Recht oder Unrecht?
      Vorausgesetzt, Sie betrachten die „Süddeutsche“ nicht als linkes, kommunistisches Kampfblatt, möge folgendes Zitat ein erstes Licht in die Asyl-Unrechtsfrage bringen:
      „Das Ausländergesetz, das er (Zimmermann, Anm. des Autors) als Innenminister 1987/88 schreiben ließ, war eine Beleidigung für die Ausländer in Deutschland; es war, lange vor Sarrazin, ein Sarrazin-Pamphlet. Es bereitete die Agitation gegen den Fremden vor, die dann in den folgenden Jahren zur Änderung des Asylgrundrechts führte. Unter der Ägide des nächsten Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble wurde dann ein neuer, moderaterer Gesetzentwurf geschrieben“.
      Ein Radikaler ändert Recht und Gesetz, danach kann man als Unrecht und Missbrauch bezeichnen, was vorher noch Recht und gut war. So einfach ist das?

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        Petkov

        23. September 2017 15:37 at 15:37

        Du bist weder ein Freigeist noch pazifistisch noch demokratisch. Du hattest nur das Glück wie eine Made im Speck aufzuwachsen und hast nun Angst, deinen Horizont zu erweitern, obwohl du spürst, dass außerhalb der warmen, wolligen Wohlstandsfettschichten eine ganz andere Welt existiert. Wenn du ein Pazifist wärest, würdest du wissen, wie wichtig das Gleichgewicht für den Frieden ist und wie gefährdet das Gleichgewicht in Zeiten des merkelschen Totalitarismus ist. Tausende Frauen sind Opfer von bestialischen Pseudoflüchtlingen geworden und es werden wöchentlich mehr. Und es gibt keine nennenswerten Konsequenzen für diese irreversibel verdorbene Seelen aus dunklen Welten, es gibt nicht mal funktionierende Mechanismen, um absolute Schwerverbrecher wieder nach Arabien oder Afrika zu schicken.

        Und du bekämpfst die Leute, die diese Missstände nicht mehr untern den Teppich kehren wollen! Was hast du denn für eine perverse Vorstellung von Demokratie? Die Leute haben absolut berechtigte Angst um die Sicherheit und Zukunft ihrer Kinder, kapierst du es nicht, du linksverblendete Lusche. Weil es in diesem Land keinen politischen Willen gibt, die immer prekärer werdenen Situation unter Kontrolle zu bringen. Man muss über die Probleme frei diskutieren, um sie zu lösen. Aber abgehobene, zufällig von der Realität noch verschonte Vollpfosten wie du verhindern das, weil sie zu denkfaul und träge sind, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Deswegen schwadronieren sie lieber über die Vergangenheit. Das sind echte Ewiggestrige. Laufen durch (noch) blühende Landschaften, aber mit dem Blick nach hinten und nähern sich grummelnd und unaufhaltsam dem Abgrund.

    • Avatar

      Michael

      22. September 2017 18:48 at 18:48

      Das merkwürdige Gedicht ist übrigens eine Strophe aus dem Song „Kristallnaach“ von BAP.
      BAP: Noch nie gehört? Nie gegoogelt? So etwas auf FMW zu lesen, ist echt bitter.
      Was Ihren letzten Satz angeht, stimme ich Ihnen, streng genommen, allerdings zu 100% zu: am Sonntag sind ja Wahlen. Da hat gewisser Blödsinn traditionell Konjunktur.

    • Avatar

      Leftutti

      22. September 2017 22:17 at 22:17

      @B.Schranke
      Subjektive neunmalkluge Kommentare zu einer Situation abzugeben, die Sie im Gegensatz zum Autor niemals am eigenen Leib erlebt und verspürt haben, ist eines.
      Über diese Zeit auch noch allgemeine Schlüsse über die politische Gesinnung des Autors zu verbreiten, ist dann schon eher gewagt.
      Über WAA zu kommentieren und im Zusammenhang BAP nicht zu kennen, ist lächerlich.
      Tipp: BAP war eine Band, kein Dichter. Die sangen auch keine Lieder von Horst Wessel.

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    Lausi

    22. September 2017 20:14 at 20:14

    Als Linker finde ich Ihnen Beitrag sehr gut! Die CSU war schon immer unter aller Kanone, und die AfD mit ihrer braunen Soße ist nur abstoßend!

  6. Avatar

    Chris

    23. September 2017 13:10 at 13:10

    Wir nähern uns in einem Jahrhundert der dritten linken Diktatur:

    Die erste ja der linke Hitler, er saß zwar rechts, war jedoch progressiv und sozialistisch, zunächst unterstützte er die Kommunisten, dann kaperte er als V-Mann eine Partei und formte sie zur nationalen sozialistischen Partei um. Dabei ging es den „fahnenflüchtigen“ vorbestraften Ausländer Hitler, den hätten sich die Beamten an Recht und Gesetz gehalten, die Einbürgerung erneut verweigert hätte werden müssen, keineswegs um die Deutschen. Nein er brauchte genug Mannstärke, um seine Pläne von einem vereinten sozialistischen Europa zu verwirklichen. Dabei hatte er von einem Teil der Elite Großbritanniens bereits ein Neutralität und Wohlwollen zugesichert bekommmen. Schließlich hatte der Adel in gesamt Europa seit der französischen Revolution Bedenken bezüglich der kommunistischen Bewegung.
    Übrigens für alle, die die französische Revolution verherrlichen. Es war eine Schreckensherrschaft, in welcher nicht der Adel, sondern die Intelligenz gemordet wurde, Handwerker, Apotheker, Ärzte und Händler. Berufsständler der heutigen MINT-Fächer. Genau solche, die sich auch heute wieder politisch arrangieren.

    Zweite linke Diktatur: Kommunistische Partei, in welche Frau Dr. Merkel für die Propaganda der MINT-Fach-Studenten zuständig war.

    Der dritten Diktatur nähern wir uns, Frau Dr. Merkel hat erfolgreich die CDU gekapert und damit einen linken Einheitsblock geschaffen.

    Zur Zeit kooperieren Linke und politische Moslems mit einander in Deutschland, sollte diese Kooperation erfolgreich sein, so ist abzusehen, daß den anschließenden Kampf die Umma gewinnt und dann wird der Autor erfahren, was es bedeutet, in einem Land mit 100 % Zustimmung zur Scharia zu leben und nicht 70 % im moderaten Christentum.

  7. Avatar

    Steve

    23. September 2017 13:53 at 13:53

    Politische Flüchtlinge die damals an einer Hand abzählen konnte , begehen auch kein Asylmissbrauch !

    Heute auch nicht !

    Asylmissbrauch begehen die anderen .
    Damals wie heute .

    Und damals wie heute sind einige nicht dazu fähig , einfachste Definitionen von einander zu trennen .

    Schuster bleib bei deinen Leisten !

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    Bodo Schranke

    23. September 2017 18:59 at 18:59

    @Leftutti & Co

    1.) Was wissen Sie, was ich am eigenen Leib erlebt habe? Sie wissen gar nichts!

    2.) Für die umfangreichen Überwachungen, denen dieser Michael angeblich ausgesetzt war, macht er doch einen recht unbefangenen Eindruck. Zumal ich es als recht amüsant empfinde, wenn ein angeblich BRD-Polizei-Verfolgter exakt weiß, wieviele Leute genau von welcher Behörde auf ihn angesetzt waren. Spitzenleistung!

    Für mich hört sich der ganze Artikel wie die Retrospektive eines wohlstandsgepamperten Traumtänzers an, der mit Überhöhungen und Umdeutungen seinem sinnlosen Leben einen gewissen Wert geben will.

    3.) Gedicht oder Liedzeile, welchen Unterschied macht das? Wollen Sie sich an Formalien abarbeiten, damit Sie sich nicht mit Inhalten auseinandersetzen müssen?

    4.) Auch wenn jetzt Ihr abgehalftertes dumpfes Weltbild hart getroffen wird: Ich muß BAP nicht kennen! Selbst wenn Ihr Plattenschrank voll davon sein mag – es ist keine Kunst, welche die Zeit überdauern wird.
    Ich prognostiziere: Das Zeug wird in einiger Zeit genauso vergessen sein, wie all der andere bundesdeutsche Mainstream-Schleim.

    5.) Horst-Wessel-Lied: Fällt Ihnen denn gar nichts besseres mehr ein, als Andersdenkende als Nazis zu diffamieren? (siehe 1.) – Sie wissen nichts über mich, also seien Sie vorsichtig mit solch wenig subtilen Anspielungen!
    Die (in diesem Kontext obendrein völlig überzogen geschwungene) Nazikeule ist nur der hilflose Versuch, sich selbst moralisch in eine höhere Position zu versetzen, weil Sachargumente versagen oder gar nicht vorhanden sind. (Was wollen Sie eigentlich noch bringen, wenn Sie es einmal wirklich mit denen zu tun haben?)
    Aber Sie werden innerhalb der nächsten 36 Monate von Ihrem hohen Roß fallen! Glauben Sie mir!

    @ Michael

    Allein Ihr Gefasel über Flüchtlinge aus der kommunistischen Welt: „auch wenn das Regime ihres Heimatlandes relativ liberal war“ zeigt, daß sie nicht nur intellektuell hart am Wind segeln, sondern auch menschlich nicht ernst zu nehmen sind. Welche Regime sollen das gewesen sein???

    Antworten Sie mir besser nicht. Es bringt nichts!

    • Avatar

      maitdjai

      24. September 2017 07:18 at 07:18

      Ich kann „Irgendwie“ (oder doch?) nicht verstehen, warum sich hier so viele von @ Michael als „Nazi“ verunglimpft“ fuehelen??? Und teilweise dann „persoenlich“ werden, mit unflaetigen, belehrenden bis hin zu drohenden Kommentaren antworten (Herr Schranke z.B.)? „Kristallnacht“ von „Bap) als Mainstream Schleim zu bezeichnen, „ueberfuehrt“ schon alleine!
      In diesem, inzwischen, „Dummland“ (die Pisa Studie laesst gruessen) gibt viel zu viele Pawlowsche Hunde, die entweder den Nazi „erkannt“ haben, oder sich als Nazi „verkannt“ fuehlen. Stimmt, die „Nazi Keule“ funktioniert gut im „Murksel Land“!
      Das liegt aber nicht an „@ Michael“, sonder daran, was die „Dummlaender“ waehlen.
      Wie schnell die Kommentar Kultur, sogar auf dieser Seite hier „pseudo intellektuel“ abgleitet, belegt nur den mentalen Zustand dieser Gesellschaft.
      Da nutzt kein „Fibernatschi“ oder „Powit Point“ etwas.
      Kommentare von „Gold Bauer“ sind ja direkt „pointiert“!
      Der schaut sich das deutsche „Arnseligkeits Desaster“ aus angenehmer Distanz an und kommt manchmal zu sehr „treffenden“ Bemerkungen.
      „Outside Looking In“, wuerde ich sagen.

      Heute, bitte schoen ordentlich, zur „Schlachtbank“ und ueber die „Metzger“ abstimmen (aber bitte „Leise“) und dann weiter „kuschen“!

      • Avatar

        leftutti

        6. November 2017 20:58 at 20:58

        Deutschland nach den Wahlen
        Genug Zeit ist verstrichen, um der großen Alternative für Deutschland eine adäquate Konsolidierungsphase einzugestehen. Was haben sie aus ihrem großen „Sieg“ gemacht? Sich nach innen zerfleischt, gespalten, eher noch mehr radikalisiert. Nach außen hört man wenig bis gar nichts, trotz „Mainstream-Lügenpresse“, die sich ja auf dieses Thema stürzen müsste.
        Den einen oder anderen treffenden Kommentar konnten wir sogar auf unserem Forschungsschiff während unserer seltenen öffentlichen Internetverbindungen am Eismeer finden:
        https://www.youtube.com/watch?v=tVqrGoNQWyA
        https://www.youtube.com/watch?v=KcwtQa-d-jU

  9. Avatar

    Gixxer

    24. September 2017 12:56 at 12:56

    Also ich für meinen Teil finde einige Argumente der AfD durchaus nachvollziehbar und auch in Ordnung. Genau so ergeht es mir aber auch mit etlichen Argumenten der Partei Die Linke.
    Ich habe bis jetzt noch nicht gewählt, werde es aber auf jeden Fall noch machen. Wen ich wähle, entscheide ich in der Kabine.

  10. Avatar

    gerd

    24. September 2017 20:21 at 20:21

    Deutschland vor den Wahlen.
    Jetzt sind wir nach den Wahlen.
    Es würde mich nicht wundern, wenn wir bei der entstandenen Parteienkonstellation/Koalition erneut schon wieder
    v o r den Wahlen stünden.

    Falls der Markt das ähnlich sehen sollte, geht der DAX bald eher 350 Punkte tiefer als 350 höher. Dann würde das wieder nix mit ner richtig schönen Fallhöhe.

    • Avatar

      gerd

      24. September 2017 20:58 at 20:58

      Übrigens genau die Problematik auf welche FMW sehr vorausschauend in der letzten Woche mehrmals hingewiesen hat.

      • Avatar

        PK

        25. September 2017 07:36 at 07:36

        als erstes ist es sehr schwach von der SPD sich nicht mehr beteiligen zu wollen.
        Einen unsympathischeren Auftritt in der Elephantenrunde habe ich noch von niemanden erlebt. Wahrlich ein schlechter Verlierer.
        Bei einer möglichen Neuwahl würden die unter 20% rutschen. Man hat die Wähler bewusst getäuscht, da das alles ja schon abgesprochen war.
        Die Jamaika sehe ich nicht, da die CSU niemals die Idee einer Obergrenze aufgeben wird, und die wird mit den Grünen wohl nicht funktionieren.
        Es wäre wahrsch. auch ein Fehler der CSU, diese aufzugeben, dann wären die AFD in Bayern nämlich bald bei >20%.
        Alles in allem sehe ich nicht, wie da in den nächsten 4 Monaten eine Regierung zustande kommen sollte.

  11. Avatar

    madsoul

    25. September 2017 08:51 at 08:51

    Das würde also nach der „Börsenlogik“ heissen, dax und die Amis rauf, den rational wäre eigentlich neine gesunde Korrektur von 3-5 % auf beiden Seiten des Atlantiks, um dann nach Glättung der Wogen mit NK und Regierungsbildung in D Kurs auf neue ATH zu nehmen. Aber ich befürchte, ich lieg mti meinen Shorts ( wieder mal falsch) und wir sehen unter „Nichtbegründungen“ einen Shortsqueeze in US und einen „Nachmacherdax“
    Mann ich hätte so gerne mal unrecht . ?

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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

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am

Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

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Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

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Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

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