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Deutschlands größte Sparkasse führt Negativzinsen für zu viel Kontoguthaben ein

Redaktion

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Die Hamburger Sparkasse ist die größte Sparkasse Deutschlands. Damit setzt sie Maßstäbe, denen andere folgen. Diesmal auch? Bislang gibt es schon vereinzelt Banken, die ihren Privatkunden Negativzinsen berechnen. Bei Firmenkunden, die oft größere Cash-Summen auf ihren Konten lagern, sieht es bundesweit schon viel dramatischer aus. Wer viel Geld auf Bankkonten hortet, wird zunehmend bestraft.

Der Grund ist einfach. Die EZB will, dass Banken Kredite vergeben, und dass Unternehmen ihr Cash in Maschinen, neue Werkhallen und neue Mitarbeiter investieren, damit wirtschaftliche Aktivität entsteht, und so indirekt die Inflation angeheizt wird. Um Banken und Firmen zu „motivieren“, verlangt die EZB seit 2014 einen Strafzins von -0,4% für überschüssige Liquidität (Negativzinsen), die von Banken bei ihr hinterlegt wird.

Wenn also Kunden in großem Umfang Cash auf Bankkonten vorhalten, wird diese Überschussliquidität der Banken bei der EZB größer, und der Verlust der Banken vergrößert sich auch. Immer mehr Banken können oder wollen diesem Druck nicht länger stand halten. So zieht laut Hamburger Abendblatt nun auch die Hamburger Sparkasse nach und reicht den EZB-Negativzins von -0,4% pro Jahr 1:1 an ihre Privatkunden weiter, wenn sie mehr als 500.000 Euro auf ihrem Konto vorhalten. Dieser Negativzins soll für Einlagen gelten, die über dieser Schwelle liegen. Diese Regelung soll ab 1. September in Kraft treten.

Für Firmenkunden soll der Negativzins ab 1. September ab 250.000 Euro Guthaben starten. Das dürfte so manchem Firmen-Manger Probleme bereiten. Denn wer verschenkt schon gerne Geld, nur weil er es auf seinem Bankkonto liegen hat? Offenbar kommt für die Hamburger Sparkasse das Problem hinzu, dass zahlreiche Kunden ihre Guthaben in den letzten Jahren von anderen Banken hierhin verlagert haben, weil die Sparkasse bisher noch keine Negativzinsen erhob.

Jetzt will man mit seinen Kunden sprechen und Geldanlageformen vorschlagen, die das Geld vom Konto verschwinden lassen. Also Fonds, Aktien, Anleihen, Zertifikate? Das brächte natürlich (rein zufällig) den Effekt mit sich, dass man mit solchen Abschlüssen hier ordentlich Provisionen erwirtschaften kann. Aber hat die Hamburger Sparkasse das überhaupt nötig? Laut ihren Jahreszahlen für 2017 hat man 80 Millionen Euro Gewinn gemacht – und das ist ja die Gewinnsumme nach Abzug des Negativzinses, den man an die EZB entrichten muss.

Also warum jetzt dieser Negativzins? Will man verhindern, dass das Jahresergebnis näher an die Null-Linie und irgendwann in den Negativbereich rutscht? So ganz schlecht scheint es der größten Sparkasse Deutschlands dann doch nicht zu gehen. Schließlich investiert man öffentlichkeitswirksam in den nächsten drei Jahren 200 Millionen Euro in den Umbau von Filialen. Ach übrigens: Wie andere Banken auch nennt man diesen Negativzins nicht Negativzins, sondern „Verwahrentgelt“ für Kontoguthaben.

In Hamburg mussten beispielsweise seit letzten Jahr Kunden der Hamburger Volksbank ab mehr als 500.000 Euro Kontoguthaben einen Strafzins von -0,2% zahlen, also nur halb so viel wie jetzt neu bei der Hamburger Sparkasse mit -0,4%. Seit April 2018 hat die Volksbank ihren Negativzins für Privatkunden aber wieder abgeschafft. Insgesamt bleibt zu sagen: Inhaltlich mag der Schritt der Banken logisch nachvollziehbar sein. Aber wie man sieht: Deutschlands größte Sparkasse macht immer noch ordentlich Gewinn, und kann hunderte Millionen Euro in Filial-Umbauten investieren. Wirtschaftlich notwendig scheinen die Negativzinsen nicht zu sein. Auch die Volks- und Raiffeisenbanken machen insgesamt blendende Geschäfte. Trotz Negativzinsen der EZB haben sie letztes Jahr 8,9 Milliarden Euro Gewinn gemacht nach 8,3 Milliarden Euro in 2016. Auch ihnen scheint es nicht wirklich schlecht zu gehen.

Mario Draghi EZB Negativzinsen
Hier beginnt das Problem, bei Mario Draghi und seinen jahrelangen Negativzinsen auf Einlagen. Foto: EZB

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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