Devisen

Devisenmarkt: Fortschritt für Argentinien, Trump-Berater schwächt Mexiko

Am Devisenmarkt ist derzeit einiges los. So entstehen auch in Nord- und Südamerika interessante Schwankungen, die Trader sich anschauen könnten. Es geht dabei in erster Linie um den Würgegriff des US-Dollar gegen schwächere Kontrahenten. Diesen Würgegriff bekommen gerade Mexiko und Argentinien zu spüren.

Bislang haben Kanada, USA uns Mexiko als Dreier-Pack die Auffrischung ihrer gemeinsamen Freihandelszone „NAFTA“ verhandelt. Aktuell sickert durch, dass der wichtigste Wirtschaftsberater von Donald Trump Larry Kudlow gesagt hat, Trump erwäge die Verhandlungen auf bilateraler Ebene fortzusetzen. Das würde einzelne Gespräche zwischen USA und Kanada sowie USA und Mexiko bedeuten.

Das wäre wohl ein einmaliger Vorgang in der Geschichte von Handelsabkommen, dass Partner einzeln über den bestehenden gemeinsamen Vertrag nachverhandeln. Wie auch immer. Diese Nachricht bedeutet, dass die Position Mexikos geschwächt wird, da man den südlichen Nachbar quasi als schwächstes Glied des Dreier-Bündnisses ansieht. Deswegen hat der mexikanische Peso vorhin gegenüber dem US-Dollar abgewertet. USDMXN stieg vorhin von 20,26 auf 20,45. Im Chart ist USD vs MXN sichtbar seit 4. Mai. Die Schwächung des MXN läuft schon seit geraumer Zeit, wird jetzt aber noch beschleunigt.

USD Mexiko

Argentinien

Die argentinische Zentralbank hatte sich schon vor mehreren Wochen vorgenommen den unbegrenzten Fall der eigenen Währung am Devisenmarkt zu beenden. Daher griff man zu der ungewöhnlichen Maßnahme der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass man eine noch weitere Abwertung zulasse, und zwar genau bis zur Marke von 25 Pesos für einen US-Dollar. Diese Marke hielt auch bis letztes Wochenende. Direkt zur Wiedereröffnung des Interbanken-Marktes Sonntag Abend sprang USDARS auf bis zu 25,06, wo man sich aber nur ganz kurz halten konnte. Entweder platze dieser Anlauf nach oben, oder die Zentralbank in Buenos Aires feuerte sofort dagegen.

Das USDARS dennoch mit aktuell 24,96 nur minimal unter der 25er-Marke liegt, zeigt den nach wie vor existierenden Druck der Spekulanten gegen den argentinischen Peso. Endgültig bekämpft werden können die Spekulanten nur, wenn die seit Wochen in Aussicht gestellten ca 20 Milliarden US-Dollar vom IWF fließen beziehungsweise als Abrufdarlehen zur Verfügung stehen. Damit könnte die Zentralbank in Argentinien dann die Dollars gegen den Peso verkaufen, und somit den Peso stärken. Die gestrige Verlautbarung des IWF macht ein klein wenig Mut, dass die Bereitstellung des IWF-Kredits in absehbarer Zeit wirklich funktionieren wird. Zitat IWF:

“IMF staff and the Argentine authorities have been engaged in a very constructive and close dialogue in response to the authorities’ request for financial support for their economic plan. Talks are well advanced. As we have said all along, this will be a plan driven by the Argentine government’s priorities, with a particular focus on protecting the most vulnerable, and strengthening the local economy in light of the recent financial market turbulence.”

USD Argentinien
USDARS seit 30. Mai.



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