Devisen

Devisenmarkt: zurück in die Zukunft?

Von Markus Fugmann

Geht der Devisenmarkt zurück in die Zukunft? Veteranen in der Finanzindustrie werden sich noch an die sogenannten „time stamps“ erinnern: damals musste bei Banken und anderen Akteuren an den Finanzmärkten jede Devisen-Transaktion mit einem Handstempel versehen werden und dann an das Back Office weitergeleitet werden. Es waren die guten alten Zeiten der aufwändigen Handarbeit, als die allgegenwärtige Digitalisierung noch nicht um sich gegriffen hatte.

Möglichweise aber kehren diese alten Zeiten nun wieder, zumindest in UK: dort hat das brtische Finanzministerium vorgeschlagen, die „time stamps“ wieder einzuführen, wie die „Financial Times“ berichtet.

Demnach fordert das Finanzministerium die Bank of England auf, bei allen Devisen-Transaktionen diesen Stempel wieder einzuführen, um den Banken jede Möglichkeit zu nehmen, private und institutionelle Kunden zu übervorteilen. Dadurch könne die angeschlagene Reputation der City of London wieder hergestellt werden nach den zahlreichen Skandalen der Vergangenheit mit Manipulationen des Libor, Währungen unnd Metallmärkten. Mit dem Stempel könnten Kunden dann die Uhrzeit jedes Trades genau nachvollziehen und dann abgleichen, so das Finanzministerium.

Die Bank of England jedoch scheint nicht wirklich begeistert zu sein von dem Vorschlag – sie steht jedoch unter Druck, weil offenkundig einige ihrer Mitglieder durchaus im Bilde waren, dass es beim Libor und beim Fixing von Währungen und Metallen nicht immer mit rechten Dingen zugegangen war. Der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, hat in einem Brief, den die „Financial Times“ eingesehen hat, berichtet, dass man über die time stamps innerhalb der Bank of England diskutiert habe. Paul Fisher, Mitglied im Direktorium der Notenbank, ließ inzwischen jedoch durchblicken, dass die Wieder-Einführung der Zeit-Stempel keine Priorität habe.

Ganz vom Tisch aber scheint das Thema nicht zu sein. Für Banken und andere Finanzinstitutionen jedenfalls würde sich damit der Verwaltungsaufwand erheblich erhöhen – es wäre zudem ein Schritt zurück in die Zukunft..



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1 Kommentar

  1. Guter Hintergrundartikel
    Wenn die Engländer damit Ernst machen sieht es für das aktuelle Geschäftsmodell als „Marketmaker“ etlicher Broker finster aus. Betrug in Millionenhöhe – siehe jüngst FX Direktbank & Forexplace könnten erschwehrt werden. Für private Trader könnten sich die Bedingungen wie Mindestkapitalisierung und Marktzugang verändern/verschlechtern?
    Da die BigBoys lieber einen Bruchteil der ergaunerten Gewinne bei späteren Deals mit den Finanzbehörden zahlen als das System zu ändern – ist fraglich ob tatsächlich etwas passiert. Zumal dieselben Adressen als so genannte Liquiditätsprovider agiernen.
    Wir werden sehen. Im schlimmsten Fall werden unsere Tools und Software für Trader etwas teurer?
    Beste Grüße & gute Trades

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