Die 20 neuesten Artikel auf einen Blick

Langeweile im Dax vor dem FOMC-Protokoll

FMW-Redaktion

Die Dax-Spanne seit heute früh um 9:30 Uhr betrug gerade mal 32 Punkte (aktuell 12.275 Punkte). Das sagt doch schon alles. Ein langweiliger Tag, denn man wartet auf das FOMC-Protokoll der US-Notenbank, welches heute Abend um 20 Uhr veröffentlicht wird.


Der Dax seit gestern Abend.

Der Dow kann doch glatt sensationelle 40 Punkte (Satire) zulegen seit gestern Abend auf 22.064 Punkte. Wenn man so will, gab es ein wenig Support durch die um 14:30 Uhr veröffentlichten sehr schwachen US-Immobiliendaten. Das senkt den Druck auf Zinserhöhungen, was gut ist für die Aktienmärkte. Aber das ist nur ein minimaler Teil der Betrachtungsweise der Fed.

Mit 1,1700 ist der Euro gegen den US-Dollar auch ziemlich ruhig, gerade mal 40 Pips tiefer als gestern Abend.

Der Dollar-Index legt jetzt den dritten Tagesanstieg in Folge hin von 93,00 auf 93,90.

Aber all das vorher genannte ist gleich Makulatur. Um 20 Uhr berichten wir umgehend über das FOMC-Protokoll. Für Indizes und Forex werden dann die Karten neu gemischt. Es geht darum, ob aus den Worten des Protokolls herauszulesen ist, ob der nächste Zinsschritt in den USA noch dieses Jahr kommt, oder erst später.

Trade der Woche: Trademanagement EUR/AUD

Ein Gastbeitrag von @KSchubert

Das Abwärtsmomentum im EUR/AUD müssen wir eventuell für einen vorzeitigen Exit unserer Longposition (Entry am 20. Juli auf Schlusskursbasis) nutzen.

Auch wenn gerade heute – an einem FOMC-Tag (20 Uhr!) – noch einige Fragezeichen hinter den Kriterien stehen, möchte ich Sie dennoch schon durchgeben:

Die Longposition wird geschlossen, wenn der Kurs von EUR/AUD 22 Uhr bei oder unter 1.4920 liegt (rote Linie). Notiert der Kurs darüber, bleiben wir weiter long…

EUR/AUD Daily

Haftungsausschluss

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können einen individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Aktuell: Öl-Lagerbestände mit -8,9 Mio Barrels (jetzt 466,5 Mio)

FMW-Redaktion

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 466,5 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist ein Minus von 8,9 Mio Barrels, wobei die Erwartungen bei -3,0 Mio lagen.

Die Benzinbestände wurden mit 231,1 Mio Barrels gemeldet, was im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderung darstellt, wobei der Erwartungen bei -1 Mio lagen.

Die gestern Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -9,2 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet bei Erwartungen von -0,5 Mio. Die Benzinbestände stiegen laut API um 0,3 Mio Barrels, Destillate fielen um 2,1 Mio.

Laut API war das der stärkste Rückfall auf Wochenbasis seit September 2016.

Die Öl-Fördermenge steigt auf Wochenbasis um 79.000 Barrels pro Tag.

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit einem Hin und Her von 50 Cents, aktuell -10 Cents bei 47,61 Dollar.


Die Öl-Lagerbestände seit Oktober 2015.

Rüdiger Born (VIDEO): Angriff auf die 13.000 im Dax?

Von Rüdiger Born

Nehmen Dax und Dow einen kräftigen Anlauf nach oben? Je nachdem was die Fed heute Abend um 20 Uhr vermeldet in den FOMC-Minutes, ist das möglich. Da möchte ich die Dax-Marke von 13.000 und mein „Trade des Tages SPEZIAL“ von gestern ansprechen, das immer noch aktuell ist…

Aktuell: US-Baugenehmigungen und Wohnbaubeginne drastisch schlechter als erwartet!

FMW-Redaktion

Aktuell wurden Daten für den US-Immobilienmarkt veröffentlicht. Hier die wichtigsten Daten.

Die Baugenehmigungen für den Monat Juli liegen bei 1,22 Millionen oder -4,1% (Erwartungen -2% / Vormonat +9,2%).

Die Wohnbaubeginne für den Monat Juli liegen bei 1,15 Millionen oder -4,8% (Erwartungen +0,5% / Vormonat +8,3%).

EURUSD reagiert mit einem minimalen Plus von 7 Cents.

Der Dow reagiert mit +5 Punkten.

Der Dax reagiert erstmal noch gar nicht.

Die beiden Daten sind zwar nicht die große Headline-Zahl, aber herje, so defitige Rückgänge zeigen Probleme am US-Immobilienmarkt!

Air Berlin-Aktie immer noch bei 0,40 Euro, Lufthansa-Aktie legt weiter zu, Ryanair sieht deutsche Verschwörung

FMW-Redaktion

Die Air Berlin-Aktie verliert heute nochmal 20% auf 0,40 Euro. Aber immerhin ist sie nicht bis kurz vor die Null-Linie abgestürzt. Das ist das Erstaunliche nach der gestrigen Insolvenzverkündung. Gestern -38%, heute nochmal -20% in der Aktie. Die Umsätze in der Aktie sind heute noch fast genau so hoch wie gestern. Aber warum fällt sie nicht auf eine Spanne von 1-2 Cents?

Es scheinen immer noch viele Spekulanten zu glauben, dass nach der Filetierung von Air Berlin unterm Strich noch ein werthaltiges Unternehmen übrig bleibt. Aktuell hat die Firma noch einen Börsenwert von 57 Millionen Euro. Kann die insolvente Air Berlin aus dem Verkaufserlös die 150 Millionen Euro an die Bundesregierung zurückzahlen? Und was bleibt dann überhaupt noch von Air Berlin übrig?

Es ist kaum vorstellbar, dass nach den wohl anstehenden Teilverkäufen von Flugzeugen und Landerechten nächstes Jahr noch so eine Art neu auferstandene Mini-Airline übrig bleibt. Aber der Fakt bleibt: Momentan lebt die Aktie noch als wohl extremes Zocker-Objekt, bei dem jeder Cent rauf oder runter enorme prozentuale Ausschläge darstellt.

Wie auch gestern bleibt heute die Lufthansa-Aktie der große Gewinner. Sie legt seit gestern 13 Uhr zu von 19,75 auf heute 20,75 Euro, wobei sie vorhin schon bei 21,08 Euro lag.

Ryanair

Der Billig-Konkurrent Ryanair will gegen die staatliche Finanzspritze von 150 Millionen Euro vorgehen. Aus Sicht der Konkurrenz von Air Berlin ist so ein Protest mehr als verständlich, denn schließlich erlaubt der Staat hierüber einem schlecht wirtschaftenden kauptten Anbieter im Markt zu bleiben. Eigentlich aber müssen ungesunde Anbieter aus dem Markt verschwinden. Ryanair sieht sogar eine künstlich herbeigeführte Insolvenz, damit die Lufthansa möglichst günstig an Flugzeuge und Landerechte kommt. Denn so muss man eben nicht die Schulden von Air Berlin mit übernehmen.

Künstlich herbeigeführte Insolvenz? Nun, so weit würden wir nicht gehen, aber natürlich ist es aus der Sicht von Lufthansa wünschenswert möglichst günstig an Flugzeuge und Landerechte zu kommen. Das ist rein marktwirtschaftlich nicht verwerflich, dass man möglichst günstig einkaufen will. Aber ob der deutsche Staat oder wer auch immer so einen Plan hegte, das hört sich nun wirklich weit hergeholt an.

Ryanair spricht sogar von einer „offensichtlichen Verschwörung“ aus Bundesregierung, Air Berlin und Lufthansa, damit diese eine schuldenfreie Air Berlin übernehmen könne. Die Stellung eines Insolvenzantrags unter diesen Gesichtspunkten verstoße gegen deutsche und EU-Wettbewerbsregeln. Durch ein zukünftiges Monopol der Lufthansa müssten die deutschen Kunden zukünftig höhere Preise zahlen, so Ryanair. Man habe das Bundeskartellamt aufgefordert endlich wach zu werden. Zitat Ryanair:

Ryanair has today (15 Aug) lodged competition complaints with the German Bundeskartellamt and the European Commission regarding the obvious conspiracy playing out in Germany between the German Government, Lufthansa and Air Berlin to carve up Air Berlin’s assets, while excluding major competitors and ignoring both EU competition and State Aid rules. Given the fact that the German Government is centrally involved in these manoeuvres, the Bundeskartellamt is likely to struggle to get out of bed. On this basis, and bearing in mind the scale of the market shares and the European implications involved, it is all the more important that the European Commission takes immediate and decisive action.

This manufactured insolvency is clearly being set up to allow Lufthansa to take over a debt-free Air Berlin which will be in breach of all known German and EU competition rules. Now even the German Government is supporting this Lufthansa-led monopoly with €150m of State Aid so that Lufthansa can acquire Air Berlin and drive domestic air fares in Germany even higher than they already are. German customers / visitors will suffer higher air fares to pay for this Lufthansa monopoly.

Der deutsche Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig sieht das alles ziemlich entspannt. So sagte er heute früh dem ZDF, dass Klappern zum Handwerk gehöre. Damit meint er die klaren Worte von Ryanair. Die These von Ryanair sei abwegig. Außerdem werde Air Berlin nicht von einer einzelnen Airline komplett übernommen. Dadurch werde der Wettbewerb gesichert.

Die EU-Kommission soll angeblich bereits dabei sein diese 150 Millionen Euro-Spritze des deutschen Staats zu prüfen, ob sie überhaupt zulässig ist. Ein offizielles Statement dazu gibt es aber noch nicht.


Die Air Berlin-Aktie seit Januar.

808.000 „echte Jobs“ mehr in Deutschland, gleichzeitig 121.000 mehr „atypische“ Stellen

FMW-Redaktion

Ja, der Arbeitsmarkt brummt in Deutschland, es gibt viele neue Jobs. Jede Menge Arbeitslose werden rein optisch aus der Statistik entfernt, so dass auch ihre Zahl wunderbar niedrig aussieht, und alles ist oberflächlich in Ordnung. Aber wie verteilt sich das deutsche Jobwunder in der Art und Weise der Beschäftigung? Hierzu gibt das Statistische Bundesamt aktuell folgende Zahlen für den Vergleich der Jahre 2015 auf 2016.

20,7% der Erwerbstätigen in Deutschland waren 2016 in einer „atypischen“ Beschäftigung, womit ihr Anteil im Vergleich zu den beiden Jahren davor praktisch unverändert blieb. Der Anteil „normaler echter“ Jobs veränderte sih mit 69,2% ebenfalls kaum. Hier die Definition von atypischen Jobs gemäß Statistischem Bundesamt:

Zu den Erwerbsformen der atypischen Beschäftigung zählen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in ihrer Haupttätigkeit eine geringfügige oder befristete Beschäftigung ausüben, in Teilzeit mit bis zu 20 Wochenstunden arbeiten oder bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt sind.

Die prozentualen Anteile beider Arbeitsgruppen hat sich die letzten Jahre deswegen kaum verändert, weil die Anzahl neuer Jobs in beiden Bereichen jeweils kräftig gestiegen ist. Die absolute Zahl der atypisch Beschäftigten vergrößerte sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 121.000 auf 7,7 Millionen. Durch den gleichzeitigen Anstieg um 808.000 Jobs auf 25,6 Millionen Erwerbstätige in Normalarbeitsverhältnissen blieb der Anteil der atypisch Beschäftigten an allen Erwerbstätigen jedoch konstant.

Interessant ist auch die aktuelle Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zu den Auswirkungen der Mindestlohn-Einführung auf die Spanne zwischen den höchsten und niedrigsten Verdiensten. Je nach Betrachtungsweise haben sich die Abstände fast gar nicht verändert, oder an einigen Stellen auch etwas mehr spürbar. Zitat:

Der Abstand zwischen den höchsten und den niedrigsten Verdienstgruppen in Tarifverträgen ist zwischen Dezember 2014 – also kurz vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohns – und Juni 2017 gesamtwirtschaftlich um 0,2 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ging die Spannweite bei ausschließlicher Berücksichtigung von Tarifverträgen, die im Dezember 2014 noch Verdienstgruppen unter dem zum Januar 2015 eingeführten Mindestlohn von 8,50 Euro hatten, im gleichen Zeitraum um 5,7 % zurück.

Die Einführung des Mindestlohns hat die Tarifverdienststruktur besonders im Gastgewerbe verändert. Dort ist der Abstand zwischen den höchsten und niedrigsten Tarifverdiensten zwischen Dezember 2014 und Juni 2017 mit – 7,2 % am stärksten zurückgegangen. Das Gastgewerbe zählt zu den wenigen Branchen, in denen Tarifverträge vor Einführung des Mindestlohns noch Verdienstgruppen unter 8,50 Euro vorsahen. Die Spannweite verringerte sich im gleichen Zeitraum unter anderem auch in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (– 1,9 %) sowie in den Bereichen Erziehung und Unterricht (– 1,2 %), Verkehr und Lagerei (– 1,1 %) und im Grundstücks- und Wohnungs­wesen (– 1,0 %).

Innerhalb der sogenannten „Niedriglohnbranchen“ ist der Verdienstabstand ferner vor allem im Landverkehr und Transport von Rohrfernleitungen (– 3,0 %) sowie bei Wach- und Sicherheitsdiensten, Detekteien (– 1,1 %) deutlich zurückgegangen.

EU-Bruttoinlandsprodukt leicht besser als erwartet

FMW-Redaktion

Das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt wurde soeben für das 2. Quartal als Vorabschätzung veröffentlicht mit +2,2% auf Jahresbasis. Die Erwartung lag bei 2,1%, und das Vorquartal lag auch bei 2,1%. Für die Gesamt-EU liegt der Zuwachs bei 2,3%.

Auf Quartalsbasis liegt der Zuwachs bei 0,6% (Erwartung und Vorquartal 0,6%).

Erst ab 12.340 Punkten im Dax kann man von einer bullischen Bewegung sprechen? (VIDEO)

FMW-Redaktion

Die Bärenmarktrally im Dax sollte weiter auch aus solche bezeichnet werden. Ihr Potenzial sei aber größtenteils ausgeschöpft. Ab 12.340 Punkten könne man von einer bullischen Bewegung im Dax sprechen, so Jochen Stanzl von CMC Markets. Bis dahin fehlen aber noch 80 Punkte. Mehr dazu in seinem folgenden ganz aktuellen Video.

Börse Daily erwähnt einen Abwärtstrend im Dax, der seit Juni noch in Kraft ist. Mehr zu dieser charttechnischen Sichtweise im folgenden Ausblick für heute.

Ruhige Märkte, leicht stärkerer Dollar: Mögliche Impulse vom EU-BIP und FOMC-Protokoll

FMW-Redaktion

Mit 12.220 Punkten liegt der Dax aktuell in seiner Indikation nur 10 Punkte höher als gestern Abend. Der Dow Jones notiert aktuell im Nachthandel lumpige 7 Punkte höher als gestern um 17 Uhr deutscher Zeit. Aus Asien kamen über Nacht keine spannenden Kursausschläge. Die Vola auf den S&P 500 ist gering. Ein nächster möglicher Impuls kann heute Vormittag um 11 Uhr kommen, wenn Eurostat für die EU das Bruttoinlandsprodukt für das 2. Quartal als Vorabschätzung veröffentlicht. Ein positives Ergebnis könnte den europäischen Aktienmärkte einen Impuls geben.

Grundsätzlich wirkt die Marktstimmung aber eher positiv, so dass weitere Anstiege (bei geringen Umsätzen!) möglich scheinen. Der Chart zeigt den Dax seit 1. August. Das Tal der Nordkorea-Krise aus letzter Woche wurde wieder verlassen, für den Augenblick zumindest.

Der Euro hatte bis heute früh seinen gestrigen Rückfall gegen den US-Dollar nach den US-Einzelhandelsumsätzen wieder exakt ausgeglichen, und lag vorhin bei 1,1740. In den letzten Augenblicken geht es einen Tick runter auf 1,1723, was dem Dax eventuell zum Start helfen könnte. Der US-Dollar als Währungskorb (Dollar-Index) verbuchte die letzten beiden Tage den stärksten Anstieg seit drei Monaten. Das spiegelt sich teilweise auch im Euro wieder.

Ebenfalls vom kurzfristig starken Dollar beeinträchtigt waren die letzten beiden Tage Gold und Öl. Beim Öl wird es heute spannend. Die gestern Abend veröffentlichen API-Daten zeigen einen Rückgang der US-Lager auf Wochenbasis um 9,2 Millionen Barrels. Der Ölpreis ließ sich über Nacht davon nicht beeindrucken. Um 16:30 Uhr heute bei den offiziellen Daten sind wir alle schlauer!

Heute um 20 Uhr verkündet die US-Notenbank Federal Reserve ihr Sitzungsprotokoll (wir berichten dann umgehend). Das könnte die Devisenkurse bewegen, und für morgen die Richtung auch bei den Indizes vorgeben. Möglich ist heute im Handelsverlauf bei den Indizes eine extrem geringe Schwankung, weil alle Welt auf die Fed wartet.

Lufthansa profitiert von Air Berlin-Pleite, schwacher Euro hilft dem Dax nicht

FMW-Redaktion

Nachdem sich die Lage rund um Nordkorea oberflächlich erst mal weiter entspannt, achtete der Markt heute in erster Linie auf die um 14:30 Uhr vermeldeten US-Einzelhandelsumsätze, die etwas stärker als erwartet ausfielen. Der Dow stieg vorbörslich um 20 Punkt auf 22.040 Punkte, um von da an abzurutschen auf 21.993 Punkte. Im großen Bild sind solche Bewegungen natürlich nicht die Welt.

Der Euro schwächte sich ab 14:30 Uhr gegen den Dollar um 25 Pips ab. Wichtiger ist aber, dass er seit Freitag Abend übers Wochenende bis jetzt konstant verloren hat, insgesamt 110 Pips auf jetzt 1,1712. Das müsste eigentlich dem Dax helfen, aber er konnte die heutigen Gewinne bis jetzt nicht halten. Aktuell ist es ein Plus von 10 Punkten gegenüber gestern Abend bei 12.177 Punkten.


Der Dax seit Freitag Mittag.

Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Währungen) steigt seit Freitag Abend (Chart) kontinuierlich. Vorhin gab es durch die US-Daten einen weiteren Schub von 93,67 auf 94 (aktuell 93,88).

Gold

Der folgende Chart zeigt über den Goldpreis exakt den Verlauf der Nordkorea-Spannungen, die letzten Freitag ihren Höhepunkt erreichten. Rauf von 1.260 auf 1.291 Dollar, jetzt wieder runter auf 1.271 Dollar. Dazu kommt noch der stärkere Dollar selbst, der gegen Gold drückt.


Der Goldpreis seit 7. August.

Die Vola im S&P 500 ist im selben Zeitraum auch wieder eingeschlafen. Von 12 rauf auf 16,50. Jetzt ist man wieder bei 12,23 angekommen.

Air Berlin

Seit heute Mittag bestimmt Air Berlin die Nachrichtenlage in Deutschland. Die Airline ist pleite, und laut Wirtschaftsministerin Zypries verhandelt Air Berlin mit der Lufthansa gerade über das de facto Ausschlachten von interessanten Resten von Air Berlin. Bis es so weit ist, hält die Bundesregierung die Airline mit 150 Mio Euro Notkredit über Wasser. Mehr dazu in unseren beiden heutigen Artikeln hier und hier.

Die Aktie von Air Berlin war direkt nach Veröffentlichung der Insolvenz kurzzeitig vom Handel ausgesetzt, verlor dann aber bis zu 47% an Wert. Bis jetzt hat sie unterm Strich heute 38% an Wert verloren. Großer Gewinner ist wohl die Lufthansa, wie wir vorhin auch schon geschrieben haben. Man kommt wohl günstig an Slots und Flugzeuge. Die Aktie steigt heute um 4,8%.

Britisches Pfund

Drei wichtige Preisdaten aus Großbritannien kamen heute früh im Großen und Ganzen rein wie erwartet. Der Devisenmarkt hatte aber wohl mehr erwartet, was das Pfund gegen den Dollar bis jetzt von 1,2950 auf 1,2860 runterbrachte.

Öl

Seitdem gestern Nachmittag neueste Daten zu drastisch geringerem Raffinerie-Verbrauch aus China vermeldet wurden, befindet sich der Ölpreis im Abwärtsmodus von 49 auf jetzt 47,25 Dollar im WTI-Öl. Heute Abend mit den API-Daten und morgen 16:30 Uhr mit den offiziellen Daten zu den US-Lagerbeständen könnte neue Bewegung in den Ölmarkt kommen. Wohl nur ein weiterer drastischer Rückgang bei den Lagern kann derzeit den Öl-Bullen helfen.

Bundesverfassungsgericht fragt bei EU-Gericht an wegen Rechtmäßigkeit der EZB-Anleihekäufe – warum das eine tolle Sache für die EZB ist

FMW-Redaktion

Das Bundesverfassungsgericht klärt gerade, ob die Billionen-Käufe von europäischen Staatsanleihen überhaupt mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Sie könnten nämlich gegen das Verbot monetärer Haushaltsfinanzierung verstoßen, sowie über das Mandat der Europäischen Zentralbank für die Währungspolitik hinausgehen. Damit wäre eventuell auch das höchste deutsche Gericht zuständig, wenn es um ein Verbot dieser Käufe geht.

Die EZB wird aber voraussichtlich Anfang 2018 ihre Aufkäufe beenden. Und von da an werden die gehaltenen Anleihen nach und nach abgebaut, in dem sie einfach bis zum Ablauftermin in der EZB-Bilanz gehalten werden. So erledigt sich das Problem nach und nach von alleine. Würde das Bundesverfassungsgericht jetzt sofort eingreifen, wäre das ein abruptes Ende der noch laufenden Käufe, was eine totale Blamage für sämtliche EZB-Direktoren darstellen würde!

Aber wie praktisch ist doch die heutige Verkündung des deutschen Bundesverfassungsgerichts. Denn es verkündet aktuell, dass man dieses Verfahren ausgesetzt habe. Man hat nun dem Gerichtshof der Europäischen Union mehrere Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt. Das heißt: Dort muss man nun (sicher im absoluten Eiltempo… Satire) Fragen des deutschen Gerichts klären, die Antworten zurück nach Karlsruhe senden, wo dann das Verfahren wieder aufgenommen wird.

Wie lange all das dauert? Vielleicht genau so lange, bis die EZB Anfang nächsten Jahres eh ihr Programm einstellt? Das wäre doch ein praktisches Timing. Wer die offenen Punkte genauer nachlesen will, klicke bitte hier.

So wird aller Voraussicht nach die EZB entspannt weiter kaufen bis Anfang nächsten Jahres. Nach dem erfolgreichen Ende des amerikanischen Bürgerkriegs stellten Gerichte fest, dass Präsident Lincoln während des Krieges in vielen Punkten Gesetzte gebrochen hatte, und oft auch Bürger ohne Gerichtsbeschluss inhaftierte, was auch im Krieg völlig gesetzeswidrig war. Aber wie gesagt, darum kümmerten sich US-Gerichte erst kurz nach Ende des Kriegs, wo es dann eh egal war. Die Fakten waren geschaffen. Gut, hier geht es nicht um Krieg, aber das Grundprinzip ist das selbe.

Selbst wenn der Vorgang für illegal erklärt wird, lässt man sich vermutlich damit so viel Zeit, bis der Vorgang als Solcher längst abgeschlossen ist, nämlich die monatlichen Käufe.


Mario Draghi hat gut Lachen! Foto: EZB

Air Berlin-Pleite und die Rettung der Urlauber: Ministerin Zypries im Wortlaut (VIDEO), und unser Kommentar zur Staatsräson

Von Claudio Kummerfeld

Die Air Berlin-Pleite war eigentlich unvermeidlich. Die entzogene Kreditlinie durch Etihad legte lediglich den jetzigen Zeitpunkt für die Verkündung fest. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist heute wenigstens offen und ehrlich (Video am Ende dieses Artikels), und sagt direkt worum es geht. Denn die Bundesregierung pumpt sofort 150 Millionen Euro in Air Berlin, denn sonst hätten ab heute keine Flugzeuge mehr abheben können.


Bundeswirtschaftsministerin Beate Zypries. Foto: © Susie Knoll

Der Grund ist naheliegend, und wird von Frau Zypries auch so klar ausgesprochen. Zahlreiche Deutsche sind gerade jetzt im Strandurlaub, und wurden dorthin befördert mit Air Berlin. Von heute auf morgen so viele Ersatzmaschinen bei Konkurrenten aufzutreiben für einen reibungslosen Rücktransport, das wäre in der Praxis unmöglich gewesen. Denn gerade jetzt setzt bei den Bundesländern, die als erste in die Ferien gingen, bei vielen Urlaubern nach und nach der Rückreiseverkehr ein. Es geht um die Rettung der Urlauber, oder besser gesagt ihren problemlosen Rücktransport an die heimischen Wahlurnen (ähhh an ihre Wohnorte).

Ungünstiger hätte der Zeitpunkt für eine Insolvenz der wichtigsten Urlauber-Airline der Deutschen wohl kaum kommen können. Der Überbrückungskredit soll den Flugbetrieb für Air Berlin solange am Laufen halten, bis die Airline Übernahmeverhandlungen mit der Lufthansa abgeschlossen habe, so Zypries. Diese Verhandlungen über Teile von Air Berlin laufen laut Zypries bereits, und zwar erfolgversprechend.

Die deutsche Staatsräson

Der deutsche Staat will seinen Bürgern stets vermitteln, dass immer alles reibungslos funktioniert. Wenn etwas nicht mehr funktioniert, muss es irgendwie repapiert oder geschützt werden. Die USA sind da viel pragmatischer. Schrott wird einfach dicht gemacht, und dafür etwas neues aufgemacht. Gut, auch die USA haben ihre allergrößten Banken 2008 mit Notkrediten versorgt, aber im Großen und Ganzen herrscht dort die Kultur, dass Scheitern von Unternehmen zulässig ist. Bei uns nicht.

Unter allen Umständen muss der deutsche Bürger vom Staat den Eindruck vermittelt bekommen, dass alles läuft! Laut „Wikipedia“ bedeutet das Wort Staatsräson, dass es sich hierbei um ein „vernunftgeleitetes Interessenskalkül“ einer Regierung handelt, unabhängig von der Regierungsform, und einzig der Aufrechterhaltung des funktionierenden Staatsgebildes dienend.

In Saudi-Arabien beispielsweise wäre die zentrale Staatsräson die Aufrechterhaltung der Öl-Exportwege, da das Land nur vom Ölexport lebt. Bei den USA ist es zum Beispiel die globale militärische Stärke und die Aufrechterhaltung des US-Dollar als vermeintliche Reservewährung. Wir sind stark, der US-Dollar ist etwas wert. Dass er (wie ein Analyst es mal sagte) auf Konfettipapier gedruckt wird, zählt nicht. Der Eindruck muss weltweit bestehen bleiben, dass der US-Dollar einen Wert darstellt. Von daher sind die USA auch immer liquide, weil die Fed unendlich viele Konfetti-Papiere drucken kann.

In Deutschland ist die Verlässlichkeit in das Banken- und Währungssystem die Haupt-Staatsräson. Denn was war bis Ende der 90er des deutschen heiligste Kuh? Die Bundesbank! Und wie selbstverständlich gehört zur deutschen Staatsräson, dass hier „alles reibungslos funktioniert“. Dazu gehören Straßen, Brücken, Busse, Telefonnetze, und auch der Flugverkehr. Der Deutsche hasst nichts mehr als nicht funktionierende Infrastruktur. Und Air Berlin? Die Airline hat nun mal verdammt viele Urlauber-Strecken. Und gerade jetzt liegen all die Wähler (ähhh Pardon Urlauber) am Stand, und hätten am Flughafen Tage lang verzweifelt auf einen Flieger gewartet.

Das hätte fast wie ein Scheitern des deutschen Staatsgefüges ausgesehen. Also musste Air Berlin gerettet werden, genau so wie vor kurzem Alitalia in Italien. Dort war man genau so systemrelevant. Musste denn Air Berlin so kurz vor der Bundestagswahl pleite gehen? Verdammt. Na gut, da muss man jetzt eben durch. Bis sich in wenigen Tagen oder Wochen Air Berlin mit der Lufthansa auf die große Resteverwertung geeinigt hat, sollten 150 Millionen Euro vom deutschen Staat doch reichen, oder?

Was ist das Endfazit aus dieser Insolvenz? Was lernen wir daraus? Die Lufthansa als letzte verbliebene deutsche Airline ist von nun an die 100%-ige totale Systemrelevanz im deutschen Flugverkehr, sozusagen sowas wie die Deutsche Bank im Finanzsektor, nur mit dem Faktor 10 multipliziert! Die Lufthansa wird somit de facto unantastbar, und würde vom Staat bei zukünftigen Krisen oder Übernahmeversuchen stets gestützt und gerettet – das ist jetzt wohl endgültig sicher!

Hier die Erklärung von Frau Zypries im Video.

Florian Homm: Hochinteressante Meinung über die aktuelle Marktlage und Warren Buffett (VIDEO)

FMW-Redaktion

Florian Homm spricht in seinem aktuellen Video das „dynamische Value Investing“ von Warren Buffett an. Er erwähnt, dass Buffett noch nie auf einem solchen Cash-Berg von 100 Milliarden Dollar saß. Er kauft keine neuen Unternehmen, da er keine fairen Einstiegspreise findet, so Homm. Die Bewertungen von US-Aktien seien verheerend.

Das breite Publikum in den USA sei mit Rekordsummen auf Schulden investiert im Markt. Auch die bullischen Börsenbriefe seien negativ zu bewerten, wie auch die Geldflüsse. Auch Anlageprofis kriegen ihr Fett weg von Homm. Ein hochinteressanter Kommentar, den man sich anschauen sollte.

Möglicher Handelskrieg gegen China: Und da ist er, der erste offizielle Schritt der USA

FMW-Redaktion

Wie erwartet hat Donald Trump ein sogenanntes Presidential Memorandum unterschrieben, mit dem er sozusagen den US-Handelsbeauftragten auffordert zu untersuchen, ob China unfair mit den USA umgeht. Genau geht es in diesem Fall um den Schutz geistigen Eigentums. Klaut China oder klauen chinesische Firmen massenhaft geistiges Eigentum von US-Unternehmen? Gestern flog schon eine Schadenssumme von insgesamt 255 Milliarden Dollar durch den Raum für die Verletzung geistigen Eigentums, Produktpiraterie usw. Trump spricht nun offiziell von 600 Milliarden Dollar Schaden pro Jahr für die US-Wirtschaft durch Diebstahl geistigen Eigentums (wahrscheinlich meint er die Summe bezogen auf alle Diebe weltweit).

Wie wird wohl so eine Untersuchung aussehen? Nun, erst einmal wird sie einige Zeit dauern (maximal ein Jahr). Aber seien wir mal ehrlich. Wenn Donald Trump seine Mitarbeiter anweist, etwas zu untersuchen, dessen Ergebnis er längst verkündet hat… wie wird dann das Ergebnis ausfallen? Ohhh Wunder, ja, China stiehlt massiv geistiges Eigentum von US-Unternehmen, und dagegen muss man genauso massiv etwas unternehmen – so wird wohl das Ergebnis lauten!

Von daher ist diese Unterschrift unter diese Dienstanweisung von Trump der erste offizielle Schritt für den möglichen Beginn eines klassischen Handelskriegs. Die USA könnten für diverse chinesische Waren Importzölle erheben, wodurch diese Waren für US-Verbraucher deutlich teurer werden. Trump lässt nun offiziell verkünden, dass man als Maßnahmen sogar komplette oder teilweise Verkaufsverbote für chinesische Waren in den USA verhängen könnte. Ebenso könne man chinesischen Firmen die Rechte an geistigem Eigentum entziehen. Auch könne man chinesischen Firmen gleichberechtigte Positionen bei Verhandlungen entziehen usw.

Wie gesagt, schon vor der Untersuchung scheint das Ergebnis festzustehen. So schreibt das Weiße Haus, dass China Regularien eingeführt habe, nach denen US-Unternehmen dazu ermuntert würden geistiges Eigentum nach China zu transferieren. Dabei kommt die in der Tat unfaire Regelung zur Sprache, die auch europäischen Firmen zu schaffen macht. Wer nämlich in China eine Fabrik aufmacht, muss einen chinesischen Partner mit ins Boot holen. Zitat Weißes Haus:

The People’s Republic of China has implemented laws, policies, and practices and has taken actions related to intellectual property, innovation, and technology that encourage the transfer of American technology and intellectual property to enterprises in China and otherwise affect American economic interests. This restricts U.S. exports, deprives U.S. citizens of the right to fair remuneration for their innovation, contributes to our trade deficit with respect to China, and undermines efforts to strengthen American manufacturing, services, and innovation. For example, U.S. companies can be required to enter into joint ventures with Chinese companies if they want to do business in China, resulting in Chinese companies forcibly acquiring U.S. intellectual property.

Dass China so etwas nicht unbeantwortet lassen dürfte, scheint klar zu sein. So droht das chinesische Handelsministerium aktuell, dass die USA zum Zerstörer multilateraler Regeln werden könnten. Das Vorgehen der USA sei nicht durch die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) abgedeckt. Anders als die USA es darstellen würden, habe China sich nicht gegenüber ausländischen Märkten abgeschottet. Man sei weiter zugänglich.

Würden die USA jedoch die Regeln des internationalen Handels und das wirtschaftliche Verhältnis zu China verletzten, werde man angemessene Maßnahmen ergreifen, und entschieden die legitimen Rechte und Interessen Chinas verteidigten. Wie wir gestern schon schrieben: Das könnte zu aller erst Firmen mit guten Umsätzen in China treffen, wie zum Beispiel Apple, Tesla, GM, McDonalds etc.

Dass das Ergebnis der Untersuchung schon feststeht, kann man auch aus diesen weiteren Ausführungen des Weißen Hauses schließen. Einfach hier klicken.

President Donald J. Trump speaks with Secretary of Defense James Mattis and other senior leaders of the armed forces at the Pentagon in Washington, D.C., Jan. 27, 2017. (DOD photo by U.S. Air Force Staff Sgt. Jette Carr)

Donald Trump. Foto: DOD photo by U.S. Air Force Staff Sgt. Jette Carr / Gemeinfrei

Aktuell: US-Einzelhandelsumsätze besser als erwartet, Dax freut sich

FMW-Redaktion

Soeben wurden die US-Einzelhandelsumsätze für den Monat Juli veröffentlicht. Im Vergleich zum Vormonat steigen sie um 0,6% (Erwartung 0,4%).

Die Kernrate steigt um 0,5% (Erwartung 0,3%).

Die Exportpreise steigen im Juli auf Monatsbasis um 0,4% (Erwartung 0,2%).

Die Importpreise steigen im Juli auf Monatsbasis um 0,1% (Erwartung 0,1%).

EURUSD ändert sich in einer ersten Reaktion um -20 Pips auf 1,1715.

Der Dow steigt um 11 Punkte auf 22.031.

Der Dax steigt um 17 Punkte auf 12.214. Ist doch klar. Stärkerer Dollar, schwächerer Euro, da freut sich der Dax.

Aktuell: Air Berlin meldet Insolvenz an, „too big to fail“, Bundesregierung gewährt 150 Mio Euro Überbrückungskredit

FMW-Redaktion

Air Berlin meldet Insolvenz an. Hier auf die Schnelle die wichtigsten Fakten in Kurzform mit der Original-Erklärung der Bundesregierung.

Das Unternehmen will das Insolvenzverfahren in sogenannter „Eigenverwaltung“ durchlaufen werden. Es soll also kein externer Insolvenzverwalter eingesetzt werden.

Man sehe „keine positive Fortbestehensprognose“ mehr, da der Hauptaktionär Etihad kein Geld mehr nachschießen wolle.

Der Flugbetrieb soll normal weiterlaufen (man darf gespannt sein…).

Jetzt könnte Lufthansa der große Gewinner sein. Als sozusagen Resteverwerter könnte man schön billig aus der Insolvenzmasse Flugzeuge etc herauskaufen. Laut Air Berlin laufen hierzu bereits Verhandlungen.

Nur in 2016 machte Air Berlin 780 Millionen Euro Verlust. Das konnte ja auf Dauer nicht wirklich gut gehen!

Die Bundesregierung gewährt einen 150 Millionen Euro-Überbrückungskredit für Air Berlin (also das selbe marktverzerrende Verhalten wie bei Alitalia, wo die italienische Regierung ebenfalls Überbrückungskredite reinpumpte). Hier aktuell das Bundeswirtschaftsministerium im Wortlaut. Im Klartext: Air Berlin war zu groß und zu wichtig für den deutschen Flugverkehr (too big to fail, wie bei den Banken in der Finanzkrise):

Die Bundesregierung ist von Air Berlin informiert worden, dass die von ihrem Partner Etihad gegenüber Air Berlin gemachten schriftlichen Zusagen hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Sicherung der Zahlungsfähigkeit aufgekündigt worden sind. Air Berlin musste daher Insolvenzantrag stellen.

Aufgrund der damit verbundenen insolvenzrechtlichen Regelungen wäre Air Berlin verpflichtet gewesen, den Flugbetrieb unmittelbar nach Einreichung des Insolvenzantrags einzustellen. Um die Flugtätigkeit von Air Berlin in dieser Situation aufrechterhalten zu können, hat die Bundesregierung entschieden einen Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro zu gewähren. Dieser Übergangskredit wird durch die KfW zur Verfügung gestellt und durch eine Bundesbürgschaft abgesichert. Der Flugbetrieb von Air Berlin kann in vollem Umfang fortgeführt werden. Eine Einstellung des Flugbetriebs wird so vermieden.

Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich mehrere Zehntausend Reisende sowie Urlauberinnen und Urlauber an verschiedenen internationalen Urlaubsorten und Destinationen aufhalten. Der Rückflug dieser Reisenden nach Deutschland mit Air Berlin wäre andernfalls nicht möglich gewesen. Kurzfristige Alternativen für einen Rückflug dieser Reisenden nach Deutschland waren nicht zu gewährleisten.

Air Berlin befindet sich seit Längerem in Verhandlungen mit anderen Airlines. Die Verhandlungen von Air Berlin mit Lufthansa und einer weiteren Airline zur Veräußerung von Unternehmensteilen sind sehr weit fortgeschritten, so dass in den nächsten Wochen eine Entscheidung durch Lufthansa sowie eine weitere Airline finalisiert werden kann.

Die Sicherstellung des Flugbetriebs und die positiv laufenden Vertragsverhandlungen mit weiteren Airlines zur Zusammenarbeit mit Air Berlin zur Fortführung des Flugverkehrs unter anderen Eigentümern waren für die Bundesregierung die maßgeblichen Gründe für die Entscheidung, einen Übergangskredit abgesichert durch eine Bundesbürgschaft zu gewähren.

Die Lufthansa-Aktie steigt übrigens seit wenigen Minuten von 19,76 auf 20,09 Euro…




Eine Air Berlin-Maschine. Foto: Ken Fielding/http://www.flickr.com/photos/kenfielding / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

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