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Die „5-Tage-Regel“: Hoffnung für die Bullen im Jahr 2019?

Warum die Optimisten statistisch gute Gründe für steigende Kurse haben – aber ein böses Omen fürchten müssen!

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Bekanntlich lieben die Amerikaner Statistiken, auch und gerade dann, wenn es um die Finanzmärkte geht! Also stellen sich die Zahlen-verliebten Amerikaner stets zu Jahresanfang die Frage, wie es im neuen Jahr wohl laufen wird an den Aktienmärkten, schließlich hängt der Wohlstand vieler Millionen Amerikaner nicht ganz unwesentlich von der Entwicklung der Wall Street ab.

Also, wie wird das Jahr 2019 an den Aktienmärkten? Glaubt man der Statistik der vergangenen Jahrzehnte: gut! Denn die US-Indizes sind in den ersten fünf Handelstagen in 2019 gestiegen – und wenn die ersten fünf Handelstage im Jahr in der Summe positiv sind, so lauetet die sogenannte “5-Day Rule”, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei 80%, dass das Gesamtjahr positiv verläuft. In 41 Jahren, in denen die US-Märkte die ersten fünf Handelstage positiv waren, ging es 33 Mal dann auch im Gesamtjahr nach oben – das ist eine Wahrscheinlichkeit von 80%. Die acht „Ausnahmejahre“, an denen diese Regel „versagte“, sind die Jahre 1966, 1973, 1974, 1990, 1994, 2002, 2015 – und das Vorjahr 2018.

Also ausgerechnet im letzten Jahr hat die Anwendung dieser Regel nicht geklappt – und man könnte die Aussagekraft dieser Statistik auch mit dem Hinweis bezweifeln, dass der seit dem Jahr 1957 bestehende Leitindex S&P 500 sowieso in den allermeisten Fällen positiv gelaufen ist, nämlich in 45 der letzten 62 Jahre. Der durchschnittliche Jahresgewinn des S&P 500 liegt bei beeindruckenden +15,8%.

Aber wie auch immer – sehen wir uns einmal die Performance-Zahlen an in den letzten Jahren, wenn der S&P 500 den gesamten Januar positiv beendet: seit 1957 war das 37 Mal der Fall, wobei dann 32 dieser Jahre mit Zugewinnen endeten – das ist eine Wahrscheinlichkeit von sogar 86%. Ausnahmen waren nur die Jahre 1966, 1994, 2001, 2007 – und eben 2018.

All das zeigt, dass das Jahr 2018 an der Wall Street durchaus besonders war, es steht ja letztlich laut dieser Statistik in einer Reihe mit dem Platzen der Dotcom-Blase (2001) und der Lage kurz vor Ausbrechen der Finanzkrise (2007). Ist das ein böses Omen, ganz entgegen der „5-Day Rule“? Im Januar 2018 war der S&P satte +5,6% gestiegen, das war der beste Januar seit dem Jahr 1997 gewesen, nur um dann das Jahr doch noch negativ abzuschließen, das erste Mal seit einem ganzen Jahrzehnt!

Die Aktien-Bullen dürften also schwanken zwischen Hoffnung auf die Regelhaftigkeit der Statistik, und dem möglicherweise bösen Omen, dass das Jahr 2018 darstellen könnte. Wir werden sehen, welche Kraft sich durchsetzen kann – die Tatzen der Bären, oder doch die Hörner der Bullen?


Von Jean-François Le Falher – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6943451

13 Kommentare

13 Comments

  1. Columbo

    10. Januar 2019 14:05 at 14:05

    Im Bild liegt die Antwort. Die Bullen sterben beim Stierkampf zu 99,99%.

  2. Michael

    10. Januar 2019 14:57 at 14:57

    Gibt es auch eine Statistik, wie das Folgejahr laufen wird, wenn die geliebte Jahresendrally des Vorjahres ausgefallen und zum Bullenalptraum mutiert ist? 🙂 🙂

  3. Kritisch

    10. Januar 2019 15:42 at 15:42

    Hallo,sehr geschätzter Hr. Fugmann!
    Muss es denn tatsächlich ein Foto einer der wohl verachtenswertesten Tierquälereien sein?

    • Markus Fugmann

      10. Januar 2019 15:46 at 15:46

      @Kritisch, sorry! Ich fand das Bild insofern passend, als es die Lage der Bullen im Oktober und im Dezember symbolisiert – aber in der Tat, das ist sehr unschön..

      • Kritisch

        10. Januar 2019 16:05 at 16:05

        Danke für ihr Verständnis. Die dahinterstehende Symbolik habe ich durchaus verstanden, jedoch sollte man m.M. nach etwas sensibler mit solchen Symbolen umgehen.
        LG aus der Alpenrepublik mit großen Dank für ihre tiefgreifenden Analysen.

        • Markus Fugmann

          10. Januar 2019 16:11 at 16:11

          Herzlichen Dank, @Kritisch

  4. Wolfgang M.

    10. Januar 2019 15:53 at 15:53

    Bereits seit Wochen weise ich darauf hin, welche Auswirkungen ein fallender Aktienmarkt (Das Billionen-Dollar-Risiko..) auf den US-Verbraucher und damit auf die US-Ökonomie haben kann. Insbesondere sollte es 20% und mehr in die Tiefe gehen. Der Wohlstand der Amerikaner basiert nicht nur gefühlt auf der Höhe der Aktienindizes. Seit Weihnachten hat man das Schlimmste aber zunächst abgewendet. Aber:
    Heute ist großes Thema an der Wall Street der Einbruch des Geschäfts der Einzelhändler (retail sales) im Dezember. Macyˋs rauscht gerade in den Keller (-18%) auch die Aktien von Target, Kohlˋs u.w. sehen nicht gut aus. Jetzt könnte man meinen, dann hat halt Amazon das große Geschäft gemacht, ja, aber dieser Konzern verkauft weltweit, während die genannten Retailer auf dem Heimatmarkt tätig sind. Amazon meldet Ende Januar, aber die Zahlen der Stores könnten schon etwas daraufhin hindeuten, dass die US-Wirtschaft mehr als gedacht am Abkühlen ist. Vielleicht auch ein Grund für die überaus „dovishe“ Kehrtwende der Fed-Mitglieder. Hat das „Gürtel-enger-schnallen“ begonnen?
    Wie ich bereits seit Monaten „nervig“ betone. In den USA gilt „money makes the world go round“ wie in kaum einem anderen Land und wenn die Wirtschaft zu schwächeln beginnt, wird sowohl die Fed als auch Trump ganz andere Töne anstimmen.

  5. Altbär

    10. Januar 2019 16:20 at 16:20

    @ Kritisch,so ein Theater, habt ihr vergessen wie wir Bären mehrere Jahre physisch , psychisch u.finanziell
    gequält wurden. Mich haben die verstörten Bullen im Dezember sogar aus dem Winterschlaf geweckt.
    Bitte die Phantasie der FMW nicht zu stark einschränken, es gibt noch 2bis 3 grössere Probleme auf der Welt als dieses Bild.

    • Columbo

      10. Januar 2019 16:30 at 16:30

      @Altbär,
      empfehle in Pamplona an der jährlichen Stierhatz aktiv teilzunehmen.

    • Kritisch

      10. Januar 2019 17:46 at 17:46

      Hallo Altbär! Wie sie ja wissen bin ich auch ein ALTBÄR. Das hat aber nichts mit meiner Kritik an diesem Foto zu tun. Ich finde, egal welche größeren oder kleineren Probleme wir alle haben, sollten solche Symbolfotos nicht einfach so hingenommen werden. Genau solche Fotos vermitteln für so manchen, dass es ja so lustig ist sich an Tiequälerei zu ergötzen. Der menschliche Intellekt sollte im 21.-igten JH genau gegen solche martialischen Symbole entgegenwirken.
      FMW und spez. M.F. ist für mich ein sehr intelligent und weitsichtig agierendes Medium mit einer doch sehr und berechtigten Anhängerschaft. Unterliegen aber genau dadurch einem Höchstmaß an Sensibiliät. Es treten doch in diesem Forum genug Teilnehmer auf deren Meinung gewisse Tendenzen erkennen lässt und genau diesen Tendenzen sollte man seitens der Redation keinen Vorschub leisten.
      Ich bin mir durchaus dessen bewußt, dass meine Kritik in einem Finanz-Medium wie diesen einen Nebenschauplatz darstellt, ABER meiner innersten Überzeugung entsprechend musste ich einfach so reagieren wie ich es getan habe.
      Also, ALTBÄR an ALTBÄR – alles ist gut!

  6. Beobachter

    10. Januar 2019 16:34 at 16:34

    @ Michael, gute Frage, ich war immer skeptisch gegen die Träumer des fast immer garantierten Endjahresrally. Übrigens fand diese auch nur in 8von 10 Jahren statt. Und ich meinte schon früher ,dass nach 9Jahren Aufwärtsboom logischerweise 1918 eines von 2 Nichtrallys sein könnte.Man kann sich auch die Frage stellen ob in total manipulierten Märkten die Statistiken von früher ( wo die Märkte noch Märkte waren) noch eine Aussagekraft haben.Zudem ist der aktuelle Anstieg eindeutig eine Bereinigung des Ausverkaufs vom Dezember. Ob das einen Einfluss auf das gesamte 2019 haben kann bezweifle ich.

  7. Altbär

    10. Januar 2019 18:43 at 18:43

    Hallo Kritisch, ich oute mich hier als einer der grössten Tierfreunde.Aber ich glaube durch Nichtzeigen solcher Bilder oder durch Schönreden von Problemen verbessert man die Sache um kein Prozent.
    Meine Meinung, das Gegenteil ist der Fall . M.Fugmann hat doch mit dem Bullenbild u.ihrem kleinen Aufreger alle Leser dieser Plattform ( geschätzte 500 000 ) aufgerüttelt u.den negativen Aspekt dieser spanischen Tradition aufgezeigt.Leider gibt es auch noch andere Traditionen ,wo sogar junge Frauen verstümmelt werden.Vielleicht würde man dort auch mehr erreichen, wenn man es öfter thematisieren würde.
    War mein letzter Satz unanständig ,oder darf man es mindestens ansprechen? Diese Frage war allgemein gedacht u.nicht an Kritisch gerichtet.

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