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Die Abstiegsgesellschaft und die Super-Reichen

Irgend etwas stimmt nicht mehr – dieses Gefühl beschleicht uns zunehmend. Da gibt es ein immer stärkeres Auseinandertriften zwischen den Super-Reichen und der Mittelschicht – hierzulande und in vielen anderen Ländern..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Irgend etwas stimmt nicht mehr – dieses Gefühl beschleicht uns zunehmend. Da gibt es ein immer stärkeres Auseinandertriften zwischen den Super-Reichen und der Mittelschicht – hierzulande und in vielen anderen Ländern. Das gilt ganz besonders für die USA, wo es die Super-Reichen sein werden, die von Trumps Politik profitieren werden, praktischerweise sitzen die Super-Reichen im Kabinett Trumps und werden ganz sicher eine Politik für die Mittelschicht machen – oder etwa doch nicht?

Hier aus der ARD-Sendung „ttt“ Gedanken über die absteigende Mittelschicht und die Superreichen:

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Aufgewachter

    2. Januar 2017 16:51 at 16:51

  2. Avatar

    leser

    2. Januar 2017 17:00 at 17:00

    Wie im zwangsfinanzierten Staatsfernsehen nicht anders zu erwarten, die falsche Diagnose.

    Nicht zuviel „Turbokapitalismus“ ist die Ursache. Den haben wir nämlich nicht. Sonst hätte es keine Bankenrettungen gegeben. Das waren (und sind) systemfremde Staatseingriffe (Fr. Navidi spricht das immerhin an, die Stimme aus dem Off schwafelt trotzdem vom bösem Kapitalismus weiter).

    Das bestehende FIAT-Geldsystem als Krisenursache anzusprechen, ist dann erst recht zu viel verlangt.

    Falsche Diagnose > falsche Therapie.

    • Avatar

      ubsb55

      2. Januar 2017 17:48 at 17:48

      Natürlich ist der Turbokapitalismus Schuld. Du verwechselst da was mit Marktwirtschaft. Gäbe es keinen Turbokapitalismus, hätte der Steuerzahler die Banken nicht retten müssen. Richtige Diagnose, falsche Therapie

  3. Avatar

    gerd

    2. Januar 2017 18:21 at 18:21

    S. Navidi: „Angst, dass die Mistgabeln kommen…“

    Wer es noch nicht mitbekommen hat, wir leben doch schon in einem Polizeistaat. Spätestens vorgestern, Silvester, konnte jeder das gemerkt haben.

    Alles gefickt eingeschädelt?
    Immer mehr Polizei. Immer mehr Überwachung – im Realen und im Internet.
    Womöglich ist der ganze Plan, den Frau Merkel ja im Zusammenhang mit den geschenkten Neubürgern vorgeblich im Kopf hat, nur dafür da, die schon länger hier lebenden Bürger in Schach zu halten. Damit der mit Mistgabeln eben nichts mehr ausrichten kann.

    • Avatar

      Petkov

      2. Januar 2017 19:39 at 19:39

      Wir alle hoffen natürlich, dass Ihre Hypothese falsch ist, aber sie gibt eine verdammt logische Erklärung für viele widersinnige, absurde Entwicklungen und Ereignisse, die die merkel allen Europäern und insbesondere den Deutschen zumutet. Insbesondere die inkonsequente, selektive Justiz (kaum Verurteilungen von kriminellen moslemischen Migranten) und die ineffektive Polizeiarbeit (1600 Polizisten für rund 1000 erwartete Nafris und Araber) lässt sich damit gut erklären.

      Auch mit den aktuellen Gesetzen und Polizeistärke kann man der Situation Herr werden, aber vielleicht braucht die Ex-FDJ-Sekretärin viel mehr „Reserven“, Überwachung und zusätzliche Befugnisse für ihren hinterlistigen Plan.
      Womit hat das moderne Deutschland diese unselige Gestalt verdient?

    • Avatar

      tomasz

      2. Januar 2017 20:09 at 20:09

      mir noch gar nicht aufgefallen, dass bei den sicherheitsbehörden hauptsächlich böse moslems arbeiten. bitte schwafeln sie keine feindbilder daher, wir hatten sowas schon mal.

      • Avatar

        Petkov

        2. Januar 2017 22:19 at 22:19

        Lesen Sie erstmal richtig, bevor Sie desorientiert-reaktiv in Ihrem Glashaus mit Steinen rumwerfen. Obwohl seit Beginn der Flüchtlingslrise zigtausende Straftaten von Migranten polizeilich aufgedeckt wurden, kam es bisher in den allerwenigsten Fällen zu konsequenten Verurteilungen. Die paar wenigen Urteile waren derart mild, dass die Täter, die aus den übelsten Ländern dieser Welt kommen, die Urteile mit hoher Wahrscheinlichkeit als quasi Freispruch und Ermutigung zu noch mehr aufgefasst haben. Die vielen Wiederholungstäter, die auch noch Gewalt gegen die Polizei ausüben, bestätigen dies. Das nennt man selektive Justiz, da die Konsequenzen für einen Einheimischen erheblich dramatischer wären.
        Und was kann ich dafür, wenn die überwältigende Mehrheit dieser Klientel muslimisch ist?! Wenn sie Buddhisten wären, hätte ich sie so genannt. Haben Sie ein Problem mit den Fakten, weil sie ihr manipuliertes Weltbild trüben?

        Ich habe echt „Null Bock“, mir von rosa-grünen ewig Gestrigen was einreden zu lassen, obwohl ich in Wirklichkeit genau ihre Interessen vertrete. Das, was sich jetzt in Deutschland entwickelt, habe ich schon erlebt. Also schreiben Sie mir nicht „das hatten wir schon“. Mein Volk ist ebenfalls Opfer von dem, „was wir schon hatten“. Trotzdem hinkt und stinkt der Vergleich gewaltig. Sie haben keine Ahnung.

        Und schreiben Sie vernünftig mit Groß- und Kleinschreibung.

        https://www.welt.de/politik/deutschland/article160771061/Jung-und-aggressiv-Was-hinter-dem-Wort-Nafri-steckt.html

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      ks

      2. Januar 2017 20:39 at 20:39

      @gerd:
      „Alles gefickt eingeschädelt?“ – was will der Autor uns damit sagen?
      Übrigens bin ich recht froh, dass der böse Polizeistaat hoffentlich noch mehr dafür sorgt, dass nicht noch mehr hirnlose Dumpfbacken ihre Gewaltgelüste und kranken Ismen aller Art an unschuldigen Opfern auslassen.
      Das hat mit sozialromantisch verklärbaren Mistgabelrevolutionären überhaupt nichts zu tun!

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        gerd

        3. Januar 2017 08:39 at 08:39

        Wenn man heutzutage tausende Polizisten pro Innenstadt braucht um die eigene Bevölkerung vor „Schutzsuchenden“ zu schützen (Silvester), sollte jeder sich fragen, wer wirklich in Deutschland „Schutz“ braucht. Die angeblichen Flüchtlinge, welche über mehrere sichere Länder nach Deutschland einreisen, oder die Menschen, die nicht von “ Schutzsuchenden“ ermordet und vergewaltigt werden mochten?

        Die Grenzen konnten nicht geschützt werden? Dafür baut man jetzt die Festplätze und Innenstädte zu Festungen aus. Mit Zäunen und Betonsperren.

        Da stimmt doch was nicht. Wie Petkov schrieb, ist das eine derart widersinnige, absurde Entwicklung. Und die ist mit nichts plausibel zu erklären.
        Und da ist der eine Erklärungsversuch so abstrus wie der andere. Fakt ist, wir haben am Ende mehr Polizei, mehr Videoüberwachung, mehr Spitzel, mehr Internetzensur – bei trotzdem weniger Sicherheit.

  4. Avatar

    Boreas

    3. Januar 2017 12:07 at 12:07

    Die aufklärende Wirkung des TTT-Beitrags ist gleich Null. Warum? Weil die „Hofdame“ Navidi die eigentliche Ursache des „Massenabstiegs“ nicht anspricht, nämlich das Fiatgeld-System (wieder) in seiner Endphase. Wie sie richtig sagt: Die Superreichen bauen schon vor, indem sie auf die Realwertseite setzen, um hinterher im neuen „Spiel“ erneut richtig aufgestellt zu sein.
    Manipulativ sehr „elegant“ gelöst ist die Darstellung der fremdernannten „Rechtskritiker“ (Petry, Hofer, Trump) hinter Gitter-Strukturen. Die ARD kann´s halt nicht lassen – Propaganda ist (heute leider) ihr Job.

  5. Avatar

    co

    4. Januar 2017 11:59 at 11:59

    ich rate allen. seid vorsichtig und versucht euch von dieser politik geistig zu lösen.
    alle kommentare , welche hier zur politik stellung nehmen, lassen erkennen, dass keiner soweit ist, die gefährlichkeit unserer politik wirklich zu erfassen.es werden zu viele erklärungen gesucht, zu viele worte, die zeigen, wie schwach die gesellschaft geworden ist-ohnmacht,hilflosigkeit,wut, zorn,uneinigkeit.
    spaltung der gesellschaft, verfremdungserscheinungen im engsten und vertrautesten kreise bis zur spaltung,streit und zum schluss noch schlimmeres. so wird es kommen!!!!. es ist der jahrelange plan dieser regierung.die jüngste entwicklung zeigt bzgl. zentralisierungsvorschlag und die konstruktion eines polizeistaates durch merkel und de maizere das ziel dieser regierung. ein de maiziere soll nun kurz vor mitternacht, die gesamtmacht nach berlin reissen.den zeitpunkt dieses vorstosses, war angesichts des berlinanschlags nun am günstigsten, da die ängste der gesellschaft wieder neu entfacht worden sind.klar zu erkennen ist auch die einflussnahme der berliner politik auf die meinungsbildungarbeit der medien und zwar ausnahmslos.schon alleine hier in foren zu diskutieren und eindringliche gedankenansätze zu formulieren ist in wirklichkeit spionagematerial.jeder sollte sich darüber bewusst werden und zwar ernsthaft.wir befinden uns in einer fatalen situation.es ist für alle an der zeit, in sich zu gehen.die diskussionen bringen nichts mehr. sie kosten kraft und haben einen verräterischen nebeneffekt, welcher schlimme folgen haben wird.alles sehr gefährlich( ich kann mich nicht daran erinnern, dass es jemals eine so schwierige entwicklung gab, wie unter dieser regierung) .steht auf und zwar jetzt, sonst wird der rechtsstaat sein ende finden.viel glück !!!!

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      Petkov

      4. Januar 2017 12:29 at 12:29

      Da haben Sie Recht, aber diese Diskussionen sollen klar denkende Menschen (wie Sie) dazu bewegen, nicht nur zu diskutieren, sondern auch zu handeln. Nur sich zu ducken, zu schweigen und unter vorgehaltener Hand zu flüstern bring auch nichts. Die aktuelle gescheiterte Regierung muss entschieden und gnadenlos auf die Müllhalde der Geschichte geschmissen werden, damit es für längere Zeit eine abschreckendere Wirkung für eventuelle totalitäre Nachahmer hat.
      Man Volk hat für seine Freiheit Flüsse aus Blut vergossen um seine Sicherheit und Selbstbestimmung zu erlangen. Also kann man sich heute durchaus zu ein paar gut argumentierten Kommentaren trauen. Jetzt bitte keine Weicheier sein, liebe westeuropäische Freude. Die Geschichte vergisst sowas nicht.

      • Avatar

        Petkov

        4. Januar 2017 12:42 at 12:42

        Oje… für die Tippfehler entschuldige ich mich. Solche Schlampigkeiten finde ich unhöflich.

        Hey, ehrlich wahr, ich glaube, bald bringt die Captcha-Software Differenzialgleichungen zur Freigabe der Postings. Ganz ohne sind manche Rechenaufgaben nicht. :-)

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          4. Januar 2017 12:47 at 12:47

          @Petkov, hihi, bald werden nur noch professionelle Mathematiker in der Lage sein, die Captcha-Aufgaben zu lösen :)

    • Avatar

      tomgala

      4. Januar 2017 12:32 at 12:32

      Tolle Meinung. Bringt mir hier gerade nix. Haben Sie Beweise, Links weitergehende Informationen oder haben Sie nur viel Tagesfreizeit ?
      Wenn ja, sollten Sie sich die Zeit nehmen und wenigstens vernünftig schreiben mit Groß- und Kleinschreibung, so wie Petkov es oben auch schon mal angemerkt hat.
      Diese Aneinanderreihung von Worten ist genauso irre wie der Inhalt.
      Viel Glück !!!!

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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