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Die arme Nord LB und ihre neue Tochter Bremer Landesbank: Hättet ihr doch von der Commerzbank gelernt…

Sie haben es vielleicht schon mitbekommen. Längst beschlossen ist, dass die Nord LB, die bereits mit 54,8% an der Bremer Landesbank beteiligt ist, die restlichen Anteile vom…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Sie haben es vielleicht schon mitbekommen. Längst beschlossen ist, dass die Nord LB, die bereits mit 54,8% an der Bremer Landesbank beteiligt ist, die restlichen Anteile vom Land Bremen und vom Sparkassen- und Giroverband Niedersachsen übernimmt. Nach formalen Zustimmungen in den Parlamenten in Bremen und Niedersachsen soll am 1. Januar 2017 die Übernahme formal geschafft sein. Bevor wir zur Sache kommen, blicken wir mal eine Sekunde zurück auf die Finanzkrise.

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Der Vorstand der Bremer Landesbank. Foto: Bremer Landesbank

Die völlig kaputte Dresdner Bank wurde, mit freundlicher Bitte der Politik, was natürlich offiziell nicht so richtig zugegeben wird, unter das Dach der Commerzbank verfrachtet. Dort hatte man wohl nicht wirklich eine Wahl und kaufte die Dresdner Bank. Die Auswirkungen dieses Desasters spürt die CoBa bis heute. Aber es ging damals um die Staatsraison der deuschen Kreditwirtschaft. Ein so großer Tanker wie die damalige Nummer 2 in Deutschland, die Dresdner Bank, konnte man nicht pleite gehen lassen.

Und heute? Das Szenario wiederholt sich, nur in einem viel kleineren Umfang. Die relativ kleine Bremer Landesbank wurde, so darf man es vermuten, ebenfalls mit einem gewissen Druck durch die „norddeutsche Staatsraison“ unter das Dach der niedersächsischen NordLB verfrachtet. Mal ehrlich: Keine Bank hätte sich wirklich freiwillig gefunden die kleine kaputte Bremer Landesbank zu kaufen. Da musste die Nord LB aus Hannover herhalten, vom großen Nachbar-Bundesland, das Bremen geographisch umschließt. Vor wenigen Monaten, als die Übernahme verkündet wurde, sagte die Bremer Landesbank noch man rechne für das Jahr 2016 mit einem Verlust eines „mittleren dreistelligen Millionenbetrages“.

Aktuell nun wurde in einer Mitteilung verkündet Zitat (bitte genau lesen):

„Der Vorstand der Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg ‑ Girozentrale – („BLB“) erwartet auf Basis einer heute beschlossenen Planung für das gesamte Geschäftsjahr 2016 einen Verlust nach IFRS in Höhe eines hohen dreistelligen Millionenbetrages. Grund für den Verlustausweis ist namentlich die hohe Risikovorsorge im Schiffskreditportfolio in Höhe von rund einer Milliarde Euro.“

Ist es Ihnen aufgefallen? Aus mittlerer drestelliger Millioenbetrag wurde „hoher“ dreistelliger Millionenbetrag. Also: Nach beschlossener Übernahme, aber noch vor Vollzug der Übernahme, wird die Bremer Landesbank noch ein kräftiges Stück mehr zum Millionen und vielleicht sogar Milliardengrab für die Nord LB und somit für den niedersächsischen Steuerzahler. Wir hatten es damals schon geschrieben: Letztlich werden die Risiken der Schiffskredite nur von Bremen nach Hannover verlagert. Verschwunden sind sie nicht. Was auch interessant oder fast eher lustig wirkt: Die Bremer Landesbank weist ihre Geschäftspartner in einem offenen Brief darauf hin, dass man dieses Problem zukünftig gut lösen kann. Ist ja klar, denn unter dem deutlich finanzstärkeren Dach der viel größeren Nord LB kann man große Verluste viel leichter unterbringen. Zitat aus dem aktuellen offenen Brief des BLB-Vorstands:

„Entscheidend dabei ist: Heute sind wir in der Lage, gemeinsam mit der NORD/LB dieses Problem zu lösen. Für Sie als unsere Kunden und Geschäftspartner sind dabei folgende Dinge wichtig: Ihre laufenden Geschäfte mit uns sind nicht betroffen – weder durch das negative Jahresergebnis noch durch den Gesellschafterwechsel. Als zukünftige Alleingesellschafterin wird die NORD/LB bei der BLB eine hinreichende Kapitalausstattung sicherstellen.“

Die Nord LB selbst will ihr Volumen an Schiffskrediten von 19 Milliarden auf 16 Milliarden Euro bis Jahresende herunterfahren, bis 2018 sollen es nur noch bis zu 12 Milliarden Euro sein. Die Bremer Landesbank will bis 2020 das Volumen um 2,5 auf 4 Milliarden Euro zurückfahren. Das operative Ergebnis der Nord LB, das für 2016 mit gut 1 Milliarde Euro betragen dürfte, wird wohl durch Rückstellungen aufgefressen werden, die für die Bremer Landesbank notwendig sind – die kommt ja bald neu dazu als „Perle“ des Konzerns sozusagen! Aus Bremen heißt es übrigens: Ohne Schiffskredite wären wir kerngesund. Es ist wie so oft: Die Liquidierung von Banken ist im deutschen Bankensystem politisch wohl nicht erwünscht. Die Staatsraison ist einfach wichtiger.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    leser

    25. November 2016 10:57 at 10:57

    Letzlich landet man immer wieder bei dem Systemfehler FIAT-Geld. Nur dadurch ist es der Politik überhaupt möglich, über die Banken (Privat-, öffentlich-rechtliche und Zentralbanken) Risiken zu verschleiern und in die Zukunft zu verlagern. Das Geldsystem erlaubt Banken und Politik eine (ungesunde) Symbiose.

    • Avatar

      joah

      28. November 2016 10:35 at 10:35

      Für mangelnde Verantwortung und nicht vorhandenen Korrekturwille kann das ach so gescholtene Fiat-Finanzsystem zur Abwechselung mal gar nichts.

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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