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Die Bankrotterklärung von Mario Draghi – Zeit zu gehen, Mario!

Ein Kurzkommentar zu Draghis fast schon wahnhaften Aussagen..

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Was Mario Draghi vor wenigen Minuten in seiner Rede in Sintra abgeliefert hat, ist nicht weniger als ein „dovisher Hammer“! Und zugleich eine Bankrotterklärung!

 

Denn was fällt dem Römer und den Seinen ein? Wir kaufen wieder Anleihen, wenn die Inflationserwartungen nicht steigen (diese waren gestern auf ein neues Allzeittief gefallen) – und notfalls senken wir die Zinsen weiter! Also Nullzinsen bzw. negative Einlagezinsen weiter senken – und damit die europäische Banken-Branche endgültig beerdigen? Super Idee..

 

Wer wie Draghi und die EZB den Zins vernichtet, der zerstört jedes Maß an Risiko-Bemessung – am Ende steht als Garant dann immer die EZB bzw. die Staaten hinter der EZB. Wenn das so ist, dann ist Schrott vermeintlich genauso risikolos wie Qualität. Damit fließen Gelder in Schrott statt in Qualität (Fehlallokationen von Kapital) – und das zerstört die kreative Zerstörung (Schumpeter) des Kapitalismus, die die Basis für wirtschaftlichen Fortschritt ist. Mit anderen Worten: noch Generationen nach uns werden die Zeche bezahlen dafür, dass wir unsere Wohlstandillusion auf Teufel komm raus aufrecht erhalten wollen – zu Lasten der künftigen Generatioen, die dann die Zeche dafür bezahlen werden für diese Planwirtschaft!

Faktisch ist das ein Notenbanken-Sozialismus, der jedoch die Reichen noch reicher macht durch das Aufblasen von Vermögenspreisen. Wer den „politischen Populismus“ bekämpfen will, der muß daher diese Notenbank-Politik beenden. Und das wird weh tun. Aber das Aushalten von Schmerzen gehört zur Gesundung dazu – während Draghi uns mit Opoiden vollstopft, damit wir weiter dämlich-glücklich in unserer Wohlstandsillusion vor uns hindämmern. Bis dann das herbe Erwachen kommt!

Spätestens, allerspätestens seit heute ist klar: Draghi „hat fertig“ – es ist Zeit, ihn nach Rom zurück zu schicken. Dass Draghi so kurz vor seine Amtsende noch einmal einen solchen „dovishen Hammer“ zückt, zeigt, wie moralisch und geistig am Ende dieser Notenbanken-Chef ist. Er glaubt weiter zwanghaft an seine Ideologie – und wenn die Idelogie nicht der Realität entspricht, dann muß sich eben die Realität der Ideologie anpassen.

Die Geschichte wird ihr Urteil über diesen Wahn sprechen!

27 Kommentare

27 Comments

  1. Mulo

    18. Juni 2019 11:36 at 11:36

    Draghi und seine Politik wäre ein Grund für Friday for Future auf die Straße zu gehen, nicht das Klimamärchen!

    • leftutti

      18. Juni 2019 17:50 at 17:50

      @Mulo, ich schlage vor, freitags wieder in die Bildung zu investieren, um derartige Kommentare wie Ihren obsolet zu machen. Donnerstags kümmern wir uns dann wieder um die Klimarealität, mittwochs um Digitalisierung, Internet und Breitbandverbindungen. Dienstags um Altersvorsorge und unser Vermögen, montags dann vielleicht um diverse andere Themen wie rechtsextreme Mörder, kriminelle Banken und Automobilkonzerne. Am Samstag und Sonntag dürfen wir alten Schisser uns dann endlich erholen von den Tsunamis jugendlicher Zukunftsbewegungen, die da so fehlgeleitet an grüne Klimamärchen glauben.

  2. celticdragon

    18. Juni 2019 11:41 at 11:41

    Man könnte es nicht treffender formulieren. TOP! Leider sind solche Artikel nicht Mainstreammedien-tauglich…

  3. Torsten

    18. Juni 2019 11:44 at 11:44

    Steuern rauf und dem Markt Geld entziehen, das ist die einzige Lösung. Japan hat es falsch gemacht, die EZB macht es falsch. Man muss die Hosen runterlassen und der Wahrheit ins Auge blicken.
    In wessen Auftrag handelt Herr Draghi, auf alle Fälle nicht im Auftrag der Mehrzahl der EU- Bürger. Ein Totengräber 1. Klasse.
    Wer 2% Inflation propagiert, sagt dem Bürger das seine Ersparnisse in ca.35 Jahren nur noch halb so viel wert sein sollen!! Soviel zum Thema Altersvorsorge.

  4. katja Wohmann

    18. Juni 2019 11:50 at 11:50

    Der Draghi ist wirklich echt Dragisch. Wann und Wer beendet endlich mal diesen Wahnsinn? Es gibt seit vielen Jahren keine korrigierenden Märkte mehr und auch keine realen Werte mehr. Grosse Firmen haben begonnen wieder zum Tauschhandel zurückzukehren, indem Verpflichtungen nur noch gegen Sachwerte abgesichert werden. Damit hat die Realität einen Weg gefunden, dem Wahn der EZB zu entgehen. Alle die noch auf den EURO als Gegenwert Geschäfte abschliessen, können nicht mehr sicher sein, einen Gegenwert zu erhalten.
    Frage: war Draghi nicht auch einer der Goldman-Elite-Banker die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben in der letzen Krise? Wer weiss was?

    • Zinsangst

      18. Juni 2019 12:57 at 12:57

      Draghi was vice chairman and managing director of Goldman Sachs International and a member of the firm-wide management committee (2002–2005). He worked on the firm’s European strategy and development with major European corporations and governments. Quelle: Wikipedia

  5. LookOut

    18. Juni 2019 12:09 at 12:09

    Es geht nicht nur um Draghi, das ist ja nur die Marionette der EZB.
    Änhlich wie bei unserer Umwelt ist auch beim Geldsystem der Point of no return bereits überschritten.

    Es ist egal wer der Nachfolger von Draghi sein wird, wir können das aktuelle Geldsystem
    nur noch über Negativzinsen aufrechthalten.

    Die FED hatte mir ihren Zinsanhebungen ein beinnahe Crash ausgelöst, auch die FED muss die Zinsen wieder senken um eine Systemstabilität zu gewährleisten.

    Aus der Sicht eines Spekulanten ist das bullish für Aktien/Immobilien/Gold.

    Für die jüngere Mittelschicht ist es natürlich schade, die eigentlich unsere Zukunft bilden sollten und Familien gründen, die können sich schon sehr bald keine vernünftigen Immobilien/Häuser mehr leisten. Vermutlich entwickelt sich das dann wieder Richtung Mehrgenerationswohnungen/häuser zurück.

  6. Beobachter

    18. Juni 2019 12:34 at 12:34

    Einer hat es kürzlich gesagt: Man muss nur die High Yields im Auge behalten. Wenn die die Notenbanken die Renditen der Qualitäzsanleihen künstlich tief genug halten, dann wird das Überleben der Zombifirmen gesichert, indem diese bankrotten Firmen für ihre Kredite ca.5% bezahlen. Powell hat Ende Jahr auf dieses Problem hingewiesen u. den Verfall dieser Anleihen gestoppt u.sie wieder hochgetrieben.
    Die Frage ist, wie lange diese Zombifirmen auf der Intensifstation noch am Leben erhalten werden können wenn die Wirtschaft schlechter wird ?

  7. Columbo

    18. Juni 2019 12:37 at 12:37

    Bin gespannt, was der nächste EZB Chef besser machen wird, wenn die Politik nicht mitspielt.

  8. Marcus

    18. Juni 2019 12:41 at 12:41

    Treffend formuliert Markus Fugmann! Was für Draghi und die EZB gilt, gilt aber auch für alle andere Notenbanken: Klassische Geldpolitik funktioniert nicht mehr, und wird auch sobald nicht mehr funktionieren weil die Zentralbanken nicht bereit sind aus der ultralockeren Geldpolitik auszusteigen. Sicherlich werden wir alle in absehbarer Zeit den Preis dafür bezahlen, weil das System dann einfach so zerstört ist, das von Seiten der Notenbanken nichts mehr gerettet werden kann.

    QE erzeugt -wie Sie richtig sagen- eine Wohlstandsillusion die nur einigen wenigen nutzt, der breiten Masse aber gar nicht. Die Märkte werden schon seit der Finanzkrise nur noch von den Notenbanken manipuliert dank großzügiger Liquidität, sonst wäre alles schon lange auseinander geflogen.

  9. Alex Kreis

    18. Juni 2019 12:44 at 12:44

    Das war ein Front-Run für die Zinssenkung der FED morgen.

  10. Macwoiferl

    18. Juni 2019 12:48 at 12:48

    Neben Jerome Powell und Kuroda unser bestes Pferd im Stall!
    Immer für einen soliden Spike nach oben gut!
    Die Algomaten kaufen schon, wenn er nur den Mund öffnet.
    Kompetenz? Jaja, freilich. Die Herren haben alle 514 Bände der Lustigen Taschenbücher studiert.
    Da gibt es einen Gesellen namens Dagobert Duck. Der hat mit Ökonomie zu tun.
    Unsere Leute sind also studierte Ökonomen, q.e.d.

    Mfg, Ministerium für Kursplus

  11. olli8+

    18. Juni 2019 12:53 at 12:53

    Wie war das doch, „je länger der Euro lebt, desto teurer werden seine Beerdigungskosten“
    Wir sind hoffentlich kurz vor dem Ende sonst kommt ein böses Erwachen.

  12. frank

    18. Juni 2019 13:11 at 13:11

    Ich frage mich wie die Inflation so niedrig sein kann, wo doch Mieten und Immobilienpreise massiv steigen. Kosten für das Wohnen sind der größte Anteil der Haushaltsausgaben der Bürger, wenn sich dieser Anteil verteuert, steigt die Inflation massiv. Wie passt das zusammen?

    • Columbo

      18. Juni 2019 13:40 at 13:40

      @frank
      Weniger essen, neuen Fernseher kaufen und öfter nach Mauritius fliegen, dann paßt das schon mit der Inflation.

    • Christoph

      18. Juni 2019 13:48 at 13:48

      alles eine Frage der „kreativen Statistik“ 😉

  13. Index- Fälscher

    18. Juni 2019 13:48 at 13:48

    @ Frank , die Durchschnitts-Mietkosten werden durch steigende Hartz 4 Mieter u.Obdachlose mit Null-Wohnkosten gedrückt.Spass beiseite, die Fage ob die steigenden Immobilien nicht irgendwann die Inflation treiben sollte ,habe ich mir auch schon gestellt. Sind die Mieten überhaupt im Index enthalten?

  14. Roberto

    18. Juni 2019 13:58 at 13:58

    …eine kurze Frage an alle die hier geschrieben haben: wer von Euch kann mir sagen wie ich nun am besten aus dieser Situation geld verdienen kann und nicht verlieren ?

    Natürlich bezogen auf den Aktienmarkt.

    Vielen Dank im Voraus 🙂

    VG

    • Thomas

      18. Juni 2019 16:39 at 16:39

      in dem Du jetzt die Gewinne am Aktienmarkt mitnimmst und für den Rest mal dran denken Puts zu kaufen. Ich traue dem Anstieg nämlich nicht…

    • Michael

      18. Juni 2019 16:56 at 16:56

      Folge einfach dem Chart, gehe einfach long mit allem, was zusammengekratzt werden kann. Und steige zum idealen Zeitpunkt aus, ist doch ganz einfach…

  15. Tino Gruchmann

    18. Juni 2019 14:04 at 14:04

    Ob Draghi oder irgendjemand anders unser Wirtschafts und Geld System ist nicht auf Dauer angelegt wir benötigen eine Ressourcen basierte Ökonomie

  16. Flottbeker

    18. Juni 2019 14:39 at 14:39

    Großartiger Kurzkommentar, Herr Fugmann!
    Draghi hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Finanzwelt sicher, aber sehr wahrscheinlich nicht in der Rubrik, die ihm selbst vorschwebt.

  17. Harry von Hattnix und Kriegtnix

    18. Juni 2019 15:02 at 15:02

    Nur so am Rande.Unsere Bundes Mutti war eine der Treibenden Kräfte bei der Installierung von Mario Draghi.Soweit mir bekannt,hat sie Herrn Weidmann verhindert.Ob er anders agiert hätte?Ich denke schon,zumindest mit mehr Hirn.

  18. Gixxer

    18. Juni 2019 15:51 at 15:51

    So ein Offenbarungseid!
    Und jetzt kommt noch die FED und wird die Zinsen bereits im Juni senken und im Juli gleich noch mal. Wundern würde mich das zumindest nicht.

  19. leftutti

    18. Juni 2019 17:22 at 17:22

    @Thomas, welche Gewinne soll er denn mitnehmen, heult er uns doch seit Monaten die Ohren voll, wie sehr er auf längst fällige Korrekturen nach unten hofft, um seine desaströsen Shortpositionen wenigstens im Ansatz zu kompensieren?

    • Roberto

      18. Juni 2019 17:55 at 17:55

      @leftutti, wooow, das letzte mal als Du mich angeschrieben hast, klang ja echt versöhnlich und dazwischen hatten wir keinen Schreibwechsel gehabt….und jetzt wieder so ein Ton…ich bin begeistert welche Emotionen ich aus Menschen herauskitzeln kann ohne das ich mich auf diesen beziehe. Ich habe heute wirklich keine Gewinne, weil meine shortpositionen von heute Morgen in den SL gelaufen sind, das stimmt….aber woher dieser Unmut ??? Frust kann man doch anders bewältigen. Musik hören und entspannen und die Börse für ein paar Stunden abschalten. Ist alles möglich. Aber Du entscheidest Dich wieder einfach los zu brüllen.
      Entweder bist Du noch sehr jung an Jahren und bist noch wild oder aber Du lässt Dich vom Markt stark frustrieren und kennst dann nur noch den Weg des Angriffs….also ehrlich gesagt wäre mir das erste genannte lieber, denn das zweite wäre für mich ein Indiz für eine grobe cholerische Veranlagung.

      • leftutti

        18. Juni 2019 19:52 at 19:52

        @Roberto, das letzte Mal, als Sie in der dritten Person über mich geschrieben haben, klang es so, dass Sie mich für alle Zeiten ignorieren und niemals wieder auf meine Kommentare antworten werden.
        Nun schreibe ich Sie gar nicht an, sondern antworte auf den Kommentar von @Thomas. Und ich antworte, wie immer, ohne große Emotionen. Eher mit reinen, nachweislichen und gesammelten Fakten.

        Wieso unterstellen Sie mir plötzlich Emotionen, Unmut, Frust oder gar Cholerik? Sprechen Sie am Ende nicht eher von sich selbst?
        Sie können Emotionen aus Menschen herauskitzeln? Ich entscheide mich, loszubrüllen? Ich bin vom Markt frustriert und kenne nur den Weg des Angriffs und habe vielleicht am Ende eine cholerische Veranlagung?

        Ich gebe Ihnen recht, Frust kann man anders bewältigen. Man muss den Frust nicht auf andere projizieren, muss andere nicht duzen wie eine pubertäre Siri, Alexa oder Cortana.
        Ich bin übrigens mittel an Jahren, aber noch immer wild auf die Wahrheit 😉

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Schwarze Schwäne und wichtige Termine – geliebter Herbst

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Die noch verbleibenden 14 Handelswochen dieses Jahres versprechen Spannung pur. Allein die schon bekannten Termine bergen enormen Sprengstoff. Und dann gibt es ja noch Schwarze Schwäne, die wieder gehäuft auftauchen. Werfen wir also einen Blick voraus bis zum Jahresultimo.

Negativzinsen Inflation Quirion

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Schwarze Schwäne lieben den Herbst

Der Herbst ist historisch betrachtet die spannendste Phase an den Märkten. Nicht umsonst fanden 6 der 11 größten Crashs der Börsengeschichte im September und Oktober statt. Dafür gibt es zwei nachvollziehbare Gründe: Erstens kommt der Börsenhandel nach der Sommerpause wieder in Schwung und etliche Marktteilnehmer bilden sich zunächst ein neues Bild von der Gesamtlage und passen ihre Portfolios dem entsprechend an. Zweitens ist der Herbst ökonomisch betrachtet das Gegenstück zur Frühjahrsbelebung. Dieses Phänomen ist in einigen Bereichen signifikant ausgeprägt und gesamtwirtschaftlich spürbar, z. B. beim Tourismus und der Gastronomie, am Bau und im Immobilienmarkt und sogar bei den Automobilverkäufen. Die Konsumenten halten sich generell bis zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts Mitte November etwas zurück. Ausnahmen sind hier die „Back to School Season“ von Ende August bis Anfang September und Kleiderkäufe für die kalte Jahreszeit. In Summe ist die Zeit vom Ende der Sommerferien bis in den November hinein jedoch von saisonaler wirtschaftlicher Schwäche geprägt.

In diesem Jahr gehen viele Volkswirtschaften bereits geschwächt in die Herbstberuhigung und das könnte die Abschwungdynamik in den nächsten Monaten nochmals verstärken. Unvorhersehbare Ereignisse, die zu Marktturbulenzen führen, finden gehäuft in den letzten Wochen des Jahres statt. Man könnte sagen, dass das Immunsystem sowohl der Wirtschaft als auch der Märkte im Herbst angeschlagen ist. Gestern gab es bereits einen Vorgeschmack auf das, was sich jetzt wieder öfter zeigen könnte: Schwarze Schwäne. Das erste Mal seit der Finanzkrise musste die US-Notenbank den Geldmarkt mit bislang 53,15 Mrd. US-Dollar vor dem Kollaps bewahren. Der Auslöser dafür ist erschreckend banal und sollte in seiner Dimension eigentlich für einen Markt mit „gesunder Finanzmarktstabilität“ (O-Ton der Fed) ohne Weiteres verkraftbar sein. Doch mit der Stabilität scheint es nicht weit her zu sein, wenn lange absehbare Zahlungen von Unternehmenssteuern und die Emission von US-Staatsanleihen in Höhe von 78 Mrd. US-Dollar das gesamte System ins Wanken bringen und die Zentralbank zu Notmaßnahmen zwingen.

Auch auf geopolitischer Ebene drohen Überraschungen, so wie die jüngsten Attacken auf saudische Ölanlagen am vergangenen Wochenende im Zuge der anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi Arabien und ihren Koalitionären (China und Russland vs. USA und Israel). Bereits in der kommenden Woche gibt es zu dieser Entwicklung einen sehr wichtigen Termin anlässlich der UN-Generaldebatte in New York. Ein weiteres politisches Großereignis ist der nach wie vor drohende harte Brexit am 31. Oktober. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte nach seinem ergebnislosen Treffen mit Premier Johnson am Montag: „Das Risiko eines harten Brexit ist nun mit Händen zu greifen“. In Deutschland könnte die SPD zum Jahresende für Turbulenzen sorgen, wenn sich die Genossen für eine neue Führungsspitze entscheiden sollten, die die große Koalition ablehnt.

Kursbeeinflussender Termine voraus

Im Folgenden finden Sie eine Liste, die ausgewählte börsenrelevante Termine in den kommenden Wochen und Monaten zeigt:

Schwarze Schwäne Terminliste

Fazit

Es brodelt gewaltig unter der Oberfläche, wie die massiven Umschichtungen und der Dollar-Liquiditätsstress zuletzt wieder gezeigt haben. Früher hätte schon allein der Kollaps der argentinischen Währungen die Alarmglocken der Marktteilnehmer schrillen lassen und sie zu mehr Risikosensibilität veranlasst. Doch diese Selbstschutzreflexe wurden den Marktteilnehmern durch Notenbank-Puts abtrainiert und auch die Algos wissen es nicht besser. Doch der Verlass auf die Zentralbanken und die Ignoranz gegenüber einer sich aufbauenden historischen Risikokulisse lassen Schwarze Schwäne nicht einfach verschwinden. Eher ist es so, dass man Ereignisse, die sich bereits als realistisches Risikoszenario seit Längerem abzeichnen ignoriert und sie dann bei ihrem Auftreten als unvorhersehbar deklariert. So gesehen sind viele Schwarze Schwäne nur eine Entschuldigung für die mangelnde Prognosequalität überbezahlter Analysten. Das gilt auch für die Kaiser der US-Fed, die sich heute wieder in ihrem Palast in Washington treffen. Sie könnten bald gänzlich ohne Kleider dastehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass dies genau im Herbst und für viele Marktteilnehmer völlig überraschend passiert. Die bis Jahresultimo anstehenden wichtigen Ereignisse sind jedenfalls diplomatisch formuliert in Summe „herausfordernd“.

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Fed – jüngstes Gerücht: heute Start von QE!

Angesichts des massiven Anstiegs der repo rates macht heute das Gerücht die Runde, dass die Fed heute eine Art „QE light“ starten werde

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Was wird die Fed heute Abend entscheiden? Als sehr wahrscheinlich gilt, dass die US-Notenbank heute den Leitzins (Federal Funds Rate) heute um 0.25% senken wird – aber möglicherweise kommt doch mehr, zumal nach den gestrigen Ereignissen!

Denn gestern passierte Aussergewöhnliches – ein „Cash Crunch“ bei der Dollar-Refinanzierung mit einem fast absurden Anstieg der repo rate auf 10%:

Was ist da passiert? Plötzlich hatten die US-Banken ein akutes Liquiditätsproblem:

Die New York reagierte und pumpte erstmals seit der Finanzkrise Geld in den Repo-Markt (53 Milliarden Dollar), nachdem sie die Aktion nach einer technischen Panne vorher hatte abbrechen müssen. Gleichwohl stiegen die repo rates nach der Injizierung von Cash ins System wieder an:

Heute soll nun eine weitere Liquiditäts-Tranche der New York-Fed folgen im Volumen von ca. 70 Milliarden Dollar – die Ursache des „Cash Crunch“ ist nach wie vor unklar (Abführung von Steuern am kommenden Montag; Flut neuer US-Anleiheemissionen, die Liquidität absaugten sind erste Erklärungsansätze.).

Entscheidend aber ist, dass die Ereignisse über den plötzlichen Anstieg der repo rate die Fed unter Handlungsdruck bringen dürfte – in seinem webcast hatte gestern Bond-King Jeff Gundlach klar gemacht, dass die US-Notenbank wohl gar nicht anders handeln könne, als QE (Anleihekäufe) wieder einzuführen.

Also faktisch jenes Programm wieder zu aktivieren, dass dann die Bilanzsumme der Fed wieder erhöhen würde – und dessen Reduzierung mittels „Autopilot“, wie Jerome Powell einst auf der PK der Notenbank-Sitzung im Dezember 2018 formulierte, einen massiven Absturz der Wall Street auslöste. Auf der Sitzung im Januar 2019 machte Powel dann einen Rückzieher vom Begriff „Autopilot“ – es folgte eine heftige Rally der US-Indizes.

Angesichts des massiven Anstiegs der repo rates macht heute nun mehr und mehr das Gerücht die Runde, dass die Fed heute eine Art „QE light“ starten werde im Volumen von 100 bis 125 Milliarden Dollar pro Jahr:

Käme es so, wäre das für die Aktienmärkte – die sich über jede fudamentale Logik hinwegsetzen aufgrund der Erwartung weiterer Notenbank-Liquidität – ein weiterer Grund für eine Party! Zinssenkungen und QE, was will man mehr – dass die Weltwirtschaft ein Problem hat interessiert da doch eher nur am Rande..


Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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