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Die besten Investment Apps 2020

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Als mobiles Finanztool nahm der Boom im Bereich der Investment Apps im Jahr 2011 ordentlich Fahrt auf. Ausgehend von den USA, wo spontane Anlagechancen und der schnelle Überblick zum Börsengeschehen stetig populärer waren als in Europa, lockten die digitalen Anwendungen nicht nur Investoren. In der Folge gründeten sich etliche Start-ups, die um einen Platz im umkämpften Sektor der App-Anwendungen rangen. Gerade im Start-up-Bereich ist es bis heute außerordentlich schwierig leistungsstarke App-Investoren zu finden. Seit jenen Tagen hat sich bei den mobilen Dienstprogrammen für die Finanzwelt vieles getan. Die Bandbreite der angebotenen Apps ist enorm und bietet im Bereich der individuellen Anwendungsmöglichkeiten oder persönlichen Vorlieben viele Nutzungsoptionen sich aktiv am Finanzmarkt zu beteiligen.

Als traditionelle Anbieter sehen sich Banken und Sparkassen vermehrt durch die neuen digitalen App-Wettbewerber am Finanzmarkt unter Druck gesetzt. Viele althergebrachte Finanzdienstleistungsmodelle müssen sich seitdem neu ausrichten oder auf die zukunftsorientierten Geschäftsmodelle anpassen. Zusätzlich entstand beispielsweise durch den Bitcoin ein weiteres unabhängiges Zahlungssystem. Tausende dieser „Kryptowährungen“ finden seitdem Verwendung und werden zudem als strategische Investitionsmöglichkeiten öffentlich gehandelt. Speziell in diesem Bereich kann eine entsprechende Trading-Software oder Finanzanwendungs-App ein überaus sinnvolles Werkzeug sein, das umfangreiche Handelsprinzip mit Kryptowährungen zu verstehen. Das Banking der Gegenwart zieht immer weitere Kreise und ist neuer Markt für zahlreiche Portale, Lifestyle-Apps und BigTechs. Im folgenden haben wir die besten Investment Apps 2020 aufgelistet.

Platz 1: Guidants

Die Guidants-App ist die perfekte mobile Option für den unkomplizierten Börsenhandel. Das Trading ist leicht und übersichtlich gestaltet. Profis und Einsteiger profitieren gleichermaßen von den zahlreichen gut durchdachten Möglichkeiten der hervorragend umgesetzten Anwendungskonzeption. Der Handel erfolgt über erfahrene, dem System angeschlossene Broker und nützliche Informationen wie Charts, Analysestreams, Kursalarme oder individuell erstellte Watchlists werden per Echtzeitübertragung synchronisiert angezeigt. Dabei bietet die App jede Menge Spielraum für persönliche Inhaltseinstellungen und verfügt über höchste Sicherheitsstandards, beispielsweise das Fingerprint-Login oder FaceID. Die mobile Anwendung liefert etliche Expertentools, ist komplett deutschsprachig und einfach zu installieren.

Platz 2: Robinhood

Die Investment-App Robinhood ist besonders außerhalb Deutschlands sehr beliebt, obwohl die relativ schlicht gehaltene Anwendung den Nutzern keine großartigen, zusätzlichen Tools anbietet, welche das persönliche Börsenwissen erweitern könnten. Der wesentliche Vorteil der App liegt darin, dass die Nutzer auch relativ geringe Beträge gebührenfrei investieren können. Als Anlageoption stehen Aktien, Exchange Trades Funds oder sogar Kryptowährungen zur Verfügung. Das Motto lautet „Investment für alle“ und die Trades erfolgen in Echtzeit.

Platz 3: Stash

Die Stash-App ist international ähnlich beliebt wie Robinhood, da auch hier die Investition von extrem niedrigen Beträgen (meist schon ab 5 Euro) möglich ist. Neben dem eigentlichen Traden und der Verwirklichung persönlicher Investmentziele liegt bei der App aber ein besonderer Fokus auf dem Erlernen erfolgsorientierter Handlungs- und Wissensabläufe auf dem Weg zu einem vielversprechenden Investor. Zahlreiche Nutzer schätzen die Vielzahl der innerhalb der App bereitgestellten Informationen und hilfreichen Nachrichten. Die App ist nicht ganz kostenfrei und verlangt von Portfolios oberhalb der 5.000-Euro-Grenze eine Provisionsgebühr.

Platz 4: BUX X

Für den Bereich des äußerst spekulativen Aktienhandels ist die BUX-Trading-App eine gute Alternative. Besonders jüngere Nutzer fühlen sich von der guten Performance und Experience der Useroberfläche angesprochen, die das eher trockene Thema der Investitionsmärkte interessanter wirken lässt. Der Handel verläuft im Bereich der hochspekulativen CFDs anhand von Aktien, Rohstoffen, Indizes, Devisen und Kryptowährungen. Die erhöhten Investmentchancen unterliegen auch hohen Risiken und sind eigentlich nur für gut informierte Anleger gedacht. Die Registrierung bei BUX ist kostenfrei, es fallen allerdings Tradinggebühren an.

Platz 5: Trading Game

Die Trading-Game-App entstand in Zusammenarbeit mit der Online- und Fachzeitschrift „Finance Illustrated“. Der kostenlose Simulator ist eine ideale Plattform für alle, die sich zunächst einmal ohne eine reale Kapitalbeteiligung beim Handel mit Aktien und anderen Anlageformen versuchen möchten. Dabei umfasst die App zahlreiche Handlungsoptionen, die sich ohne Registrierung abrufen lassen. Leichte Bedienbarkeit, viele Tipps von erfahrenen Profis und eine interaktive, interessante Gestaltung geben viel Aufschluss zu wichtigen Abläufen im Investmentgeschehen. Gerade für Neulinge eine hervorragende Möglichkeit, sich in die Funktionsweisen des Aktien- oder Devisenhandels verständlich einzuarbeiten.
Investment Apps sind seit geraumer Zeit digitale, innovative Helfer im Finanz- und Anlagesegment! Die mobilen Anwendungen bieten wesentliche Informationen zu börsennotierten Unternehmen, Kursbewegungen und Investitionsmöglichkeiten. Im Kern wird dabei in zwei Grundarten der Investment Apps unterschieden: sogenannte „Native Investment Apps“ und Anleger Apps aus dem Bereich „HTML5“. Neben Datentransfer, Benachrichtigungsoptionen und dem „Social Sharing“ sind es vor allem technische Varianten, welche die beiden Formate differenziert betrachten lassen. Generell gilt allerdings eine möglichst große Bandbreite an Informationen für den Anleger bereitzustellen, die in der allgemeinen Ausrichtung im Hinblick auf die Finanz- und Geschäftsnachrichten oder auf eine firmenspezifische Marktdatenanalyse liegen kann.

Individualität, Nutzungsoptionen und Sicherheit

Um die beste Investment App aus dem großen Angebotssortiment herauszufiltern spielen etliche Faktoren eine gewichtige Rolle. Sollen Investitionen und Handel national oder international getätigt werden? Welche Trading-Optionen sind für die persönlichen Belange von Bedeutung? Was sollte der Investment-Bereich einschließen, zum Beispiel börsennotierte Aktienwerte, Rohstoffe, Zertifikate, Optionsscheine, Edelmetalle oder Währungen? Waren in der Vergangenheit noch Mindesteinlagen von mehreren Tausend Dollar bei den unterschiedlichsten Anbietern von Nöten, so können heute auch Kleinanleger von immer mehr Möglichkeiten bei den verschiedenartigsten Investment-Trades und Anlagestrategien profitieren. Aber Vorsicht! Gerade Neulinge und Anfänger sind dabei oftmals einem großen finanziellen Risiko ausgesetzt. Um den individuellen Nutzen und die Möglichkeiten einer guten Investment App für sich abzuschätzen, empfiehlt sich daher eventuell zunächst die Einrichtung eines sogenannten Demo-Kontos, welches von vielen Anbietern bereitgestellt wird. Als zusätzlichen Vorteil lernt der Nutzer zugleich etwas über die Funktionalität und den Umgang mit einer derartigen App.

Einer der wesentlichsten Faktoren im Sektor der Investment Apps ist der Aspekt der Sicherheit. Gerade wenn es um finanzielle Belange geht, sollte bei der Verwendung sensibler Datenbereiche das mobile Endgerät immer mit einem aktualisierten Betriebssystem unterwegs sein. Entsprechende Apps sollten nur aus offiziellen Webstores oder von verifizierten Anbietern heruntergeladen und installiert werden. Sichere Passwörter, entsprechende PIN-Codes oder schützende Fingerabdrucksysteme sind unabdingbar. Außerdem sollten Banking- und Investment-Apps nicht in öffentlichen WLAN-Netzen genutzt werden, um deren Zugangsmöglichkeiten gegenüber Angriffen von Dritten deutlich zu verringern. Zwar befindet sich das Anbieterpotenzial im Bereich der Investment Apps innerhalb der Bundesrepublik im internationalen Vergleich noch in den Kinderschuhen, doch in puncto Sicherheit gibt es eindeutige Richtlinien und Bestimmungen. Es ist daher wichtig, ob der App-Anbieter über alle entsprechenden Behördenzulassungen, Datenverschlüsselungssysteme und Sicherheitslizenzen verfügt und als seriös einzustufen ist. Hierzu zählen auch die seit zwei Jahren gängigen europäischen Vorschriften der EU-Datenschutzgrundverordnung, die bei Verstößen hohe Bußgelder nach sich ziehen kann.

Durch die vielen App-Angebote in diesem Bereich fällt die Suche nach einem ganz persönlichen Favoriten gar nicht so leicht. Zahlreiche Test, Kundenrezensionen oder Vergleiche können dabei helfen, den Markt zu sondieren. Die beste Investment App 2020 sollte außerdem noch weitere Kriterien beinhalten, welche bei einem Großteil der Nutzer im Vordergrund stehen. Einige Entwickler richten ihre Apps nach den gleichnamigen Webportalvorbildern aus, damit die Bedienelemente sich genauso leicht und kompetent darstellen. Dieses Prinzip gewährleistet eine solide Funktionalität, einen sicheren komplexen Handel, eine gute Analyse- und Chartübersicht sowie eine stabile Trading-Plattform. Über in das System integrierte Broker ist der Handel zeitnah und aktiv durchführbar. Wichtige Ereignisse, Nachrichten und Kursbewegungen werden informativ und unmittelbar durch Push Notifications an den Nutzer weitergeleitet. Durch selbst erstellte Watchlists oder andere kleine Hilfstools sind die Verfolgung von Kursen und der Depotüberblick jederzeit mobil einzusehen.

Nutzerbefragungen haben außerdem ergeben, dass eine gute Investment App viel individuelle Gestaltungsmöglichkeiten der Inhalte und damit ein Anpassen an die persönlichen Bedürfnisse zulassen sollte. Die allermeisten Apps sind für die gängigen Betriebssysteme iOS und Android erhältlich. In den meisten Versionen lassen sich zahlreiche Broker direkt auswählen. Die Depoteröffnung erfolgt schnell und unkompliziert, wobei oftmals auch ein „virtuelles“ Erproben der Software möglich ist, bevor der Trade mit Echtgeld erfolgt. Basiswerte, News, Beitrage oder Kaufaufträge sind in der Regel selbsterklärend verständlich aufgeführt und sollten übersichtlich gestaltet sein. Weitere Features wie ein umfassender Marktüberblick, Expertenanalyse per Streaming oder ein Realtime-Charting gehören mittlerweile zum Standard.

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Ölpreis schwach – drei Gründe – kurzfristig wenig Hoffnung für Bullen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis schwächelt seit Tagen parallel zum Aktienmarkt. Notierte WTI-Öl noch vor genau einer Woche bei 41,50 Dollar, so sind es aktuell noch glatt 38,67 Dollar. Der Chart zeigt den WTI-Ölpreis seit dem 15. Oktober im Vergleich zum S&P 500 Index auf CFD-Basis. Es gibt drei Gründe, welche die aktuelle Schwäche bei Öl untermauern, und einen minimal entlastenden Grund.

Ölpreis fällt dank dieser drei Gründe

Derzeit zieht über dem Golf von Mexiko mal wieder ein Sturm auf, der morgen auf die US-Küste treffen soll. Von daher könnten Produktionskürzungen derzeit ein klein wenig helfen in Sachen Senkung der Angebotsmenge. Aber die Gründe für einen fallenden Ölpreis überwiegen derzeit. Also da wäre zunächst die Coronakrise. Immer mehr Infizierte, und immer neue Restriktionen. Auch in Deutschland stehen verschärfende Maßnahmen kurz bevor. Weniger Aktivität und weniger Bewegung in allen Bereichen des Lebens bedeutet weniger Öl-Nachfrage!

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Und da wäre der US-Dollar. Seit letzte Woche Donnerstag fällt er nicht weiter, sondern steigt und zeigt sich relativ stabil (sichtbar im US-Dollar-Index). Dies wirkt schwächend gegen alles, was in US-Dollar gehandelt wird, also auch auf den Ölpreis. Und drittens muss man sehen, dass der so sehr erhoffte neue Konjunktur-Stimulus für die USA vor der Wahl offenbar nicht mehr kommen wird (hier dazu der heutige Kommentar von Markus Fugmann). Kein neuer Stimulus bedeutet weniger wirtschaftliche Aktivität in den USA, und damit wohl weniger Öl-Nachfrage – das ist natürlich schlecht für den Ölpreis. Natürlich kann sich das ändern, wenn Joe Biden die Wahl gewinnt, und die US-Volkswirtschaft mit einem gigantischen Stimulus-Paket überflutet. Dies könnte für Aktienmärkte und Ölpreis eine ganz neue Hoffnung entstehen lassen.

Chart zeigt Ölpreis im Vergleich zum S&P 500

Expertenmeinung

Der sehr hoch angesehene Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank hat sich heute zur Lage bei Öl geäußert. So sagt er, dass die Gemengelage am Ölmarkt unübersichtlich und bedrohlich bleibe. An der bereits angeschlagenen Nachfragefront würden weitere Transporteinschränkungen drohen. Auch gebe es wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung auf das neue 2,2 Bio. USD schwere Corona-Hilfspaket in den USA, das die Nachfrage unterstützen könnte. Der Fokus der meisten Marktteilnehmer liege eine Woche vor der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sowieso auf den USA. Der Effekt eines Wahlsieges von Biden sei aktuell schwer einzuordnen. Hier weitere Äußerungen von Eugen Weinberg im Wortlaut:

Welche Einflüsse werden mittel- bis langfristig überwiegen? Ist ein Biden-Sieg nun negativ für den Ölpreis wegen seiner ambitionierten Klimapläne, die alternative Energien und Antriebe zulasten fossiler Brennstoffe unterstützen? Oder positiv, insbesondere wenn die Demokraten auch im Senat die Mehrheit gewinnen, weil dann schnellere Entscheidungen und eine stärkere fiskalische Unterstützung wahrscheinlicher werden? Oder doch negativ, weil ein Wiederbeleben des Atom-Abkommens mit dem Iran die Risiken eines Überangebots im nächsten Jahr vergrößern? Oder doch positiv (für den Ölpreis), weil Biden als Präsident die US-Schieferölindustrie zerstören würde?

Die Branche scheint sich aktuell wieder zu erholen, wenngleich langsamer als erhofft. In der letzten Woche ist in den USA die Zahl aktiver Ölbohrungen um 6 gestiegen, nachdem sie bereits in der Woche zuvor um 11 zunahm. Die wechselseitige Wirkung dieser Faktoren sieht man bei der aktuellen Hurrikan-Saison im Atlantik. Wegen der wärmeren Wassertemperaturen ist mit „Zeta“ bereits der 27. benannte Tropensturm entstanden. Es wurde bereits 16% der US-Ölproduktion im Golf von Mexiko geschlossen, was die Ölpreise stützt. Morgen soll der zum Hurrikan heraufgestufte Sturm auf die US-Küste treffen, was zu Raffinerieschließungen und Transporteinschränkungen führen und damit den Ölpreis wiederum belasten könnte.

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Exporte: Zweite Corona-Welle verschlechtert die gute Laune

Claudio Kummerfeld

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Containerschiff im Hamburger Hafen

Die Konjunktur in China hat sich schnell und kräftig erholt, was den deutschen Exporteuren hilft. Aber die globale Abschwächung durch die nun laufende zweite Corona-Welle dämpft die Laune der deutschen Industrie. Ganz aktuell sieht man das an den Erwartungen für deutsche Exporte. Die Exporterwartungen des ifo-Instituts sinken für den Monat Oktober von +10,3 auf +6,6 Punkte. Im April waren es im Tief -49,2 Punkte (Verlauf sichtbar im Chart).

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte

Hier weitere Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Die weltweitsteigenden Infektionszahlen bereiten der Exportwirtschaft zunehmend Sorgen. Mit rückläufigen Exporten rechnen die Nahrungs- und Getränkeindustrie. Auch die Hersteller von Textilien und Bekleidung sind gegenwärtig nicht glücklich mit der Entwicklung auf ihren Auslandsmärkten. Dagegen verzeichneten die Exporterwartungen bei den Herstellern von elektronischen und optischen Geräten einen deutlichen Sprung nach oben. Auch die chemische Industrie geht von steigenden Auslandsumsätzen aus. Der Indikator stieg auf den höchsten Stand seit Dezember 2018.

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Gastronomie-Krise: Harte Fakten, weniger Insolvenzen, großes Problem

Claudio Kummerfeld

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Umgedrehtes Glas

Es ist kein Geheimnis. Die Gastronomie ist zusammen mit anderen Branchen wie Reisebüros, Airlines, Solo-Selbständigen uvm von der Coronakrise brutal getroffen worden, frontal und mit voller Wucht. Für den Zeitraum März bis August hat das Statistische Bundesamt heute harte Fakten für die Gastronomie geliefert. Der Umsatz der Branche lag im Vergleich zu März bis August 2019 um 40,5 Prozent tiefer. Man überlege sich das Mal. 40 Prozent weniger Umsatz in so einem großen Vergleichszeitraum. Das kann doch eigentlich kein Unternehmer überleben.

Hinzu kommt, was inzwischen auch kein Geheimnis mehr ist, dass die Insolvenzen in Deutschland in den letzten Monaten deutlich geringer ausfielen als im Vorjahr. Dies lag einerseits an Finanzhilfen des Staates und am Kurzarbeitergeld. Aber vor allem lag es an der großen staatlich genehmigten Insolvenzverschleppung. Bis vor Kurzem war die Insolvenzantragspflicht nämlich seit März ausgesetzt. Nun aber dürften ab Oktober und ab Januar die Insolvenzzahlen vermutlich deutlich ansteigen. Zitat von den Statistikern:

Von März bis Juli 2020 meldeten in dieser Branche 753 Unternehmen Insolvenz an – das waren 126 weniger als im Vorjahreszeitraum und 135 weniger als von März bis Juli 2018. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen zum 1. März 2020 ausgesetzt wurde, was über alle Wirtschaftszweige hinweg zu einem Rückgang der Insolvenzen führte. Im Juli 2020 beantragten bundesweit 146 Gastronomie-Unternehmen Insolvenz, das waren 16,1 % weniger als im Juli 2019. Dieser Rückgang entspricht der Gesamtentwicklung: Insgesamt wurden im Juli 2020 in Deutschland 16,7 % weniger Insolvenzen angemeldet als im Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Umsätze in der Gastronomie in der Coronakrise

Unsere Meinung dazu: Die Charts zeigen eine spürbare Erholung in der Gastronomie. Der größte Teil des Tals ist für einige Bereiche der Branche demnach durchschritten. Selbst wenn man annehmen würde, dass von nun an die Umsätze in der Gastronomie wieder laufen wie früher, ist für die breite Öffentlichkeit unsichtbar ein Riesenproblem für die Branche entstanden. Oft wurden Bankkredite und Ladenmieten gestundet. Sie müssen nun zusätzlich zu den wieder aufgenommenen monatlichen Zahlungen nachgezahlt werden. Und im Zuge der Krise haben viele Unternehmer Kredite in aufgenommen. Das bedeutet: Selbst wenn die Umsätze wieder laufen sollten, wäre die monatliche Kostenbelastung für viele Betriebe deutlich höher als vor der Krise, und für viele Unternehmer ist das wohl dauerhaft nicht tragbar. Eine auf mehrere Quartale ausgedehnte Pleitewelle könnte folgen, und das nicht nur in der Gastronomie.

Weitere Details zu Umsatzrückgängen in der Gastronomie von den Statistikern im Wortlaut:

Innerhalb der Gastronomie besonders stark betroffen waren all jene Lokale, die ihr Geld mit dem Ausschank von Getränken verdienen: In dieser Sparte fiel der Umsatz von März bis August 2020 um 45,5 % geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Dagegen konnten Restaurants, Gaststätten und Imbisslokale offenbar mit Lieferdiensten und Ab-Haus-Verkäufen einen Teil des Gästeschwunds kompensieren: Hier lagen die Umsätze von März bis August 2020 um 29,3 % unter denen des Vorjahreszeitraums (Caterer: -42,1 %).

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