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Aktien

Die BILD bläst zum Kauf von Aktien – alle in Deckung!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Am Samstag war es ausführlich in der BILD zu lesen. „Darum sind Aktien zurzeit die beste Geld-Anlage“, lautete der Titel eines großen Artikels. Warum die Inhalte des Artikels prinzipiell richtig sind, aber zum falschen Zeitpunkt kommen…

Die BILD spricht in ihrem Artikel ganz direkt Menschen an, die gerade einen Sparvertrag ausbezahlt bekommen haben oder z.B. geerbt haben. Gut ist an dem Artikel, dass der Autor klar darauf hinweist, dass man als Kunde bei seiner Bank schlecht aufgehoben ist, wenn es um eine Geldanlage geht. Er rechnet z.B. bei einem 20 Jahre laufenden Aktienfonds mit einer Endsumme von 115.000 statt möglichen 150.000, weil ein „aktiv verwalteter Fonds“ durch die hohen laufenden Kosten an der Rendite knabbert. Es wird auf Indexfonds verwiesen, die in der Tat nachweislich auf lange Sicht fast immer erfolgreicher laufen als aktiv verwaltete Fonds.

Laut dem Autor sind Aktien „derzeit die einzige Möglichkeit aus wenig Geld ein kleines Vermögen zu machen“. Er knüpft diese These an sechs Bedingungen wie u.a. eine Anlagedauer von mind. 10 Jahren, dass man sich bewusst sein sollte, dass es zu Schwankungen kommen kann, dass man die Risiken kennt usw. Es ist mehr als vernünftig auf diese Umstände hinzuweisen.

Grundsätzlich sind die Gedankengänge des Autors richtig, sie basieren anscheinend aber auf der Hausse an den Aktienmärkten, die schon seit mehreren Jahren anhält. Oft weisen Leitmedien die Privatanleger erst dann auf Aktienanlagen hin, wenn die Aktien bereits seit Jahren gut laufen. Der Hinweis mit Fonds in Aktien einzusteigen wäre vielleicht in den Jahren 2011, 2012 oder 2013 eher angebracht gewesen (Dax 5.000-7.000 Punkte), wo die Bewertungen noch nicht so hoch waren und das Nullzinsumfeld noch nicht so lange vorherrschte. Das ganze Umfeld scheint für Aktien wie geeignet zu sein. Die Grundannahme des Autos ist theoretisch richtig. Die Zinsen sind bei 0, Sparbücher und Anleihen bringen de facto nichts, Alternativen müssen her. Allgemein ist bei Börsianern „Anlagenotstand“ die Rede. Doch Entscheidungen in Panik zu treffen ist oft der falsche Ratgeber. Wer Aktien oder Aktienfonds nach jahrelangen Anstiegen in einem extremen Hoch kauft, in einer Übertreibungsphase, ist schnell schwer enttäuscht (siehe Neuer Markt), auch wenn er langfristig investiert. Da hat er seinen Einsatz vielleicht erst nach 10 oder 20 Jahren wieder raus.

Oft kann es der bessere Ratschlag sein nicht der Herde nachzulaufen. Für viele Anleger mag der Aktienmarkt auch jetzt noch die richtige Anlage sein. Aber für den von der BILD angesprochenen Anleger, der eine Erbschaft erhält oder einen ausgelaufenen Sparvertrag ausgezahlt bekommt, und vielleicht vorher noch nie in Aktien investiert hat, kann es ein schlimmer Schock sein, wenn er im Höchstpunkt einer jahrelangen Hausse einsteigt und kurz nach seinem Einstieg plötzlich mit 20, 30 oder 40% Verlust dasteht. Oft kann es sinnvoll sein einfach mal in Ruhe abzuwarten und einen gewissen Zeitraum eine Null-Verzinsung hinzunehmen. Aber jeder muss das für sich ganz persönlich entscheiden.

Denn niemand weiß wie lange diese Hausse noch anhält. Im März und April diesen Jahres lag der Dax schon über 12.000 Punkten. Dennoch sind wir (siehe Chart) bei langfristiger Betrachtung derzeit auf einem sehr hohen Niveau. Seit Jahren sind die Zinsen bei 0, die EZB druckt Geld. All dies ist bereits positiv in den Kursen berücksichtigt worden. Und gerade in den USA wird just in diesen Tagen wohl die große Zinswende gestartet. Mit ständig weiter steigenden Kursen könnte es dann vorbei sein. Der Börsenprofi weiß: Wenn der unbedarfte Kleinanleger durch die Mainstream-Presse zum Kauf von Aktien sagen wir mal „animiert“ wird, ist es höchste Zeit selbst auszusteigen, denn was bedeutet das? Jetzt steigt auch noch der letzte Anleger in Aktien ein, und demnächst könnte der Kaufdruck stark nachlassen. Will man bei der Reise nach Jerusalem ohne Stuhl dastehen? Lieber schnell hinsetzen und die Gewinne der letzten Jahre einstreichen, wird sich so mancher Profi-Anleger denken, wenn er jetzt sieht, dass die BILD mit lauten Trompeten in Aktienfonds bläst.

Den perfekten Einstiegszeitpunkt für Aktienfonds wird wohl niemand jemals finden – man wird diesen wohl nur durch einen Zufallstreffer hinbekommen. Aber ist es klug in einer jahrelangen Hausse auf einem so hohen Niveau seine Aktien-Langfristanlage zu starten, wo die Zinsewende in angelsächsischen Raum bevorsteht und in weiten Teilen der Welt eine Wirtschaftskrise gerade erst dabei ist zu beginnen?

Dax 05
Dax Dax seit 2005. Seit dem Tief während der Lehman-Krise (4.000 Punkte) schwanken wir in 2015 ganz grob gesagt um die 11.000er Marke herum, was einem Zuwachs von 175% entspricht.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Chris

    16. November 2015 13:58 at 13:58

    Bild(fällt mir schwer den Namen dieses bestenfalls zum A.abwischen brauchbaren Mediums)zu schreiben ,bläst zum Einstieg in Aktien!Wenn das Neue Deutschland,Parteiorgan der alternativlosen Einheitspartei, dazu rät,gehe ich sofort short!Oh happy Day!

  2. Avatar

    Tim Buktu

    16. November 2015 15:24 at 15:24

    Nichts wie raus aus den Aktien, wenn die Blöd jetzt damit kommt. Das hatten wir doch schon mal.

  3. Avatar

    joah

    16. November 2015 19:10 at 19:10

    nicht so voreilig: in Deckung wird erst gegangen, wenn die widerlichen vier Buchstaben dazu anraten, gelbes Buntmetall in Reinstform zu erwerben – dann ist kurz vor Mitternacht.

  4. Avatar

    Judas

    16. November 2015 21:18 at 21:18

    Niedlich, die FMW-Redaktion.

    „Der Hinweis mit Fonds in Aktien einzusteigen wäre vielleicht in den Jahren 2011, 2012 oder 2013 eher angebracht gewesen (Dax 5.000-7.000 Punkte), wo die Bewertungen noch nicht so hoch waren und das Nullzinsumfeld noch nicht so lange vorherrschte.“

    Damals wurde bei FMW der Teufel an die Wand gemalt und das Ende einer scheinbar ungerechtfertigten Hausse proklamiert, gerade aufgrund der hohen Aktien-Bewertungen und des (Fast-)Nullzinsumfeldes…

    Herrlich auch das aktuelle Öl-Bashing obwohl der Gewinn-Zug schon wieder losfährt (aber halt wie immer ohne die Masse), siehe z.B. Chevron.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      16. November 2015 22:31 at 22:31

      @Judas,

      es sei vielleicht erwähnt, dass Finanzmarktwelt die ersten Artikel Dezember 2013/Januar 2014 veröffentlichte..

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Für den blutigen Anfänger: So starten Sie jetzt an der Börse durch – Werbung

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Lieber Börsianer,

der Börsenbrief ist bestellt und die erste Ausgabe sorgsam gelesen. Trotzdem, aller Anfang ist schwer, und Börsendebütanten stehen zunächst vor einer ganz praktischen Frage. Wo soll ich mein Depot eröffnen, welche Bank beauftrage ich mit der Abwicklung meiner Käufe bzw. Verkäufe, wer soll meine Wertpapiere lagern? Das Angebot der Depotbanken und Onlinebrokern ist in der Tat ziemlich unübersichtlich. Selbst Profis finden sich in diesem Angebots-Dschungel nicht immer zurecht.

Dazu im Folgenden einige Anmerkungen meinerseits. Die Gruppe der Online-Banken oder -Broker teilt sich im Wesentlichen in zwei Gruppen auf. Da gibt es zunächst die alteingesessenen wie etwa Comdirect, Maxblue oder Consors. Diese sog. Vollsortimenter bieten Ihnen nahezu das vollständige Angebot der international handelbaren Wertpapiere an. Ganz gleich, ob Ihnen der Sinn nach einem ETF, einer Aktie, einem Optionsschein oder etwa einer Anleihe steht. Hier werden Sie bedient.

Daneben zeichnen sich diese Vollsortimenter durch ein breites Angebot an Börsenplätzen aus. Es mag schon sein, dass Sie nicht gleich zu Beginn Ihrer Börsenkarriere Zugang zur Börse Stockholm oder London benötigen. Gleichwohl gilt: Mehr ist in diesem Fall tatsächlich mehr. Als ambitionierter Börsianer werden Sie irgendwann einmal in Zürich, Mailand oder Stockholm handeln.

Deshalb mein Rat: Starten Sie gleich mit einem solchen Partner, der Ihnen eine anständige Infrastruktur an die Hand gibt! Dafür sind Sie auch bereit, etwas höhere Spesen zu bezahlen.

Diesen Vollsortimentern stehen einige Online-Broker gegenüber, die mit ausgesprochen günstigen Kauf- bzw. Verkaufsspesen werben. Bekanntester Vertreter dieser Gattung ist das junge Fintech-Unternehmen Trade Republic. Hier handeln Sie abgesehen von einer Fremdkostenpauschale von 1 Euro spesenfrei. Sehr verlockend, oder?

Nun, hier gilt eine einfache Regel: Dort, wo der Preis schmal ist, ist in aller Regel auch das Angebot schmal. So bietet Ihnen Trade Republic derzeit nur mit der Börse Hamburg nur einen Handelsplatz an. Diverse Wertpapiergattungen sind überhaupt nicht handelbar. Außerdem müssen Sie hier mobil, sprich am Smartphone arbeiten. Die Software ist derart abgespeckt, dass es bei Trade Republic bislang noch nicht zu…..

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Quartalssaison hat begonnen – hier die wichtigsten Termine

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalssaison hat begonnen. Letzte Woche meldeten bereits die großen US-Banken. Netflix meldete vorgestern. Aber nun geht es so richtig los. Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine von deutschen und US-Konzernen in den nächsten Tagen. Wichtig: Diese Termine haben wir direkt aus den Finanzkalendern der Unternehmen entnommen. Denn manchmal sind Webportale mit ihren Terminübersichten zu den Quartalszahlen unzuverlässig, da hier zukünftige Termine zu Finanzkennzahlen manchmal einfach nur basierend auf den Terminen vergangener Quartale von einer Computersoftware abgeschätzt werden, und daher fehlerhaft sein können.

Microsoft: 27. Oktober

Twitter: 29. Oktober

Daimler (schon vorab am 16. Oktober veröffentlicht): 23. Oktober

SAP: 26. Oktober

Delivery Hero: 28. Oktober

Deutsche Bank: 28. Oktober

Facebook: 29. Oktober

BASF: 28. Oktober

Boeing: 28. Oktober

General Electric: 28. Oktober

General Motors: 5. November

Volkswagen: 29. Oktober

Alphabet (Google): 29. Oktober

Amazon: 29. Oktober

Apple: 29. Oktober

Caterpillar: 27. Oktober

Exxon: 30. Oktober

Bayer: 3. November

Commerzbank: 5. November

Adidas: 10. November

Lufthansa (schon vorab gestern veröffentlicht):: 5. November

Zalando: 4. November

Deutsche Telekom: 12. November

Walmart: 17. November

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