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Die Büchse der Pandora! Marktgeflüster (Video)

Seit letztem Freitag ist etwas anders, das zeigen auch die Marktreaktionen..Jetzt ist die Büchse der Pandora geöffnet..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte verwalten heute – sowohl beim Dax als auch an der Wall Street – die Gewinne vom Freitag und von gestern. Aber seit letztem Freitag ist etwas anders, das zeigen auch die Marktreaktionen: die Märkte riechen, dass die Zinsanhebungen durch die Fed bald zuende sein werden, und es waren die Aussagen von Jerome Powell in Jackson Hole (in der vielleicht wichtigsten Rede eines Notenbankers seit Draghis „whatever it takes“), die den Märkten diese Witterung gegeben hat. Unter Verweis auf das Vorgehen des ehemaligen Notenbankchefs Greenspan – der in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre sich trotz aller Forderungen weigerte, die Zinsen anzuheben, weil er voraussah, dass die Inflation nicht wirklich steigen werde – geht auch Powell davon aus, dass die Inflation nicht steigen wird. Damit öffnet er die Büchse der Pandora..

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6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    28. August 2018 20:13 at 20:13

    Ich habe habe über die Rede nachgedacht und mir folgende Fragen gestellt: Warum redet Powell davon, dass die Inflation unter Kontrolle ist und er deshalb keine übermäßigen Zinsanhebungen mehr zu machen braucht? Ist das der Hintergrund? Meine Interpretation ist eine andere. Powell sieht, dass die USA im Zinszyklus im Vergleich zu Japan oder der EU sehr viel weiter sind und er dass er bei weiteren, zu raschen Zinsschritten folgende Gefahren für die USA heraufbeschwört:
    – Die Dollar wertet weiter auf und erschwert die Exporte der USA.
    – Die Flucht aus den Emerging Markets wird sich aufgrund der Attraktivität der US-Zinsanlagen weiter fortsetzen. Folge: Wirtschaftliche Einbrüche in vielen Ländern der Erde mit Folgen für die USA.
    – Das Zinsniveau tangiert direkt den US-Konsumenten über die Immobilen- und Verbraucherkredite (habe gestern die Zahlen hierzu erläutert) und wird den Konsum spätestens bei weiteren 0,5% stark bremsen.
    – Die USA müssen sich in Kürze wegen der Effekte der Steuerreform (Ausfälle) weiter verschulden. Höhere Zinsen erschweren dies und steigern die Kosten für den Haushalt.
    – Die Differenz zwischen den 2-jährigen und den 10-jährigen Treasuries hatte sich in den letzten Tagen immer weiter verringert. Zudem notierten US-Langläufer gerade mal 0,8% über der Fed Funds Rate. Die Gefahren einer inversen Zinskurve mit all ihren Konsequenzen für Banken und die Reaktionen der Investoren sind Powell sicher bekannt, weil auch täglich thematisiert.
    – Die Fed hat sicherlich registriert, dass bereits in über 50% der großen Industriestaaten die Aktienindizes zu kippen beginnen. (Technisch gesehen haben dort die 50-Tageslinien den 200-Tagesdurchschnitt der Aktienindizes von oben nach unten geschnitten). Gab es schon lange nicht mehr.

    Deshalb dürfte Powell klar sein, dass er bei der mit bald 50 Bio.$ verschuldeten US-Ökonomie eine Vollbremsung hinlegt, wenn er Quartal für Quartal die Zinsen, wie früher kommuniziert, anhebt. Andere Notenbanken sind sehr viel vorsichtiger.
    Für mich ist die Kommunikation der Fed aus der „Not geboren“, es geht weniger um die Inflation, die steigen wird (ähnlich in Europa, wo sich Draghi mit allen möglichen Inflationsinterpretations-Tricks vor Zinsanhebungen drückt), sondern um die Konjunktur. Die Fed hat ja auch den gesetzlichen Auftrag für eine stabile Konjunktur zu sorgen.

    Nein, die Büchse der Pandora ist für mich deshalb eine andere. Die Notenbanken haben mit ihren jahrelangen tief gehaltenen Zinsen eine Verschuldungsorgie der Welt toleriert, mit kommenden weit reichenden Folgen, und aus dieser Nummer kommen sie nicht so einfach heraus. Heben sie die Zinsen zu stark an, kollabiert das ganze System.
    Beispiel Nummer 1 ist Japan: Was würde mit dem Land (mit einer Verschuldung von 240% zum BIP) mit 3% Zinsen passieren?
    Beispiel Nummer 2 ist die EU: Was wäre mit Italien und weiteren Südstaaten, hätte Draghi die Zinsen nur auf 2% gesetzt?
    Die großen Industriestaaten sitzen in der Schuldenfalle.
    Meine Interpretation der Rede.
    Gruß

  2. Avatar

    Bear666

    28. August 2018 21:23 at 21:23

    Was soll jetzt uns Ihre interpretation sagen? Jeder der hier in dem Forum unterwegs ist, weiß das wir ein Schuldenproblem haben(Weltweit). Die Frage die interessiert ist nur eine, geht es die nächsten Monate hoch oder runter? Wenn der Fed-put besteht, kühlt den Sekt wir starten erst jetzt durch.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      29. August 2018 08:01 at 08:01

      @Bear666. „Jeder der in dem Forum unterwegs ist weiß, dass…“, dass ich seit Wochen schreibe, bei allen Warnzeichen sollte man nicht zu früh auf die Putseite wechseln. Was heißt doch wohl, dass ich noch an steigende Kurse glaube. Und diese Meinung wurde durch die Notenbankgeschichte noch untermauert. Sie scheinen kein Stammleser zu sein, oder?
      Gruß

  3. Avatar

    joerghh

    29. August 2018 07:54 at 07:54

    Wichtigster Punkt der Rede bzw. Strategieänderung der FED ist meiner Meinung nach:
    die Inflation darf weiter steigen, aber das langfristige Ziel von 2 % bleibt (vorerst). Powell spricht hier von Verankerung des Inflation Zielwertes(anchoring of inflation expectations). Solange die Marktteilnehmer glauben, diese
    Verankerung/Fixierung ist stabil, werden sie sich auch keine Sorgen machen, wenn die Inflation steigt. Für diese Verankerung garantiert er (…. what ever it takes). Das ist quasi die neue Flexibilität der Zinspolitik.
    Hinsichtlich der Schuldenproblematik: das gigantische Schuldenproblem (ca. 70 Billionen USD bzw. 350% BSP, davon ca. 100 Staat, 100 % Privat, 150 % Unternehmen, quelle [us debt clock])
    ist nur durch Inflation oder andere unpopuläre Massnahmen, nicht Deflation zu lösen.
    Soll heissen: im geeigneten Moment wird dann der Anker eingeholt :-) Das wird natürlich nicht zugegeben (deshalb auch die drastische Formulierung mit what ever it takes). Noch dramatischer als die Gesamtverschuldung sind übrigens die Verbindlichkeiten aus Rentenansprüchen und ähnlichem (social liabilities), ca 115 Billionen bzw. 550% BSP. All das wird angesprochen, eine wirklich tolle Rede, diese wird historisch werden wie Markus Fugmann schon sagte ….

    • Avatar

      Wolfgang M.

      29. August 2018 09:16 at 09:16

      @joerghh. Gute Analyse, da haben Sie wichtige Punkte angesprochen. Mit dem in Maßen „Laufenlassen der Inflation“ schwenkt die Fed auf die große Linie der anderen Notenbanken (BoJ, EZB) ein, nämlich das erdrückende Thema Schulden mit mittlerer Inflation, darunter liegenden Zinssätzen und steigendem BIP anzugehen, um die relative Verschuldung des Landes zu senken. Schon oft thematiert: Der Versuch Draghis, die Schulden der Südländer mit Hilfe der Nullzinsen zu relativieren, leider klappt dies ins Italien nicht so richtig. Stichwort – finanzielle Repression, das große Experiment.
      Viele Grüße

  4. Avatar

    Beobachter

    29. August 2018 09:21 at 09:21

    Wie Wolfgang M. schrieb, aus dieser Nummer kommen sie nicht heraus.Wenn die Zinsen aus Rücksicht auf die Aktienmärkte nicht steigen, werden die fehlende Verzinsung der Rentenansprüche die Konjunktur anderweitig schwächen.
    Übrigens hat es Studien gegeben, die besagen, dass sämtliche QE u.Steuersenkungen die oberen 10 % begünstigt hat, während die Nebenwirkungen dieses Geldflutens vom Rest getragen werden muss.
    Übrigens hat sich Powell schon als Wendehals hervorgetan, hat er doch früher einmal gesagt, DASS ER NICHT DAS KINDERMÄDCHEN DER AKTIENMÄRKTE SEI. Jetzt hat er sich als DONALDS KNECHT geoutet!

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