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Die Dax-Stimmung vor der PK Draghis

Warum die stimmungstechnische Wetterlage für den Dax eher ungünstig ist..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nein, so furchtbar erfolgreich war der Dax in letzter Zeit ja nicht: nach dem Erreichen des Allzeithochs bei 12950 Punkten ging es bergab bis 12310 Punkte bei Ausbildung eines Doppelbodens – aber die seither stattfindende Erholung ist gelinde gesagt etwas zittrig. Nun waren ja vor allem die Profis unter den Dax-Investoren in den letzten Wochen recht pessimistisch – und lagen so falsch damit nicht.

Richtig überzeuget scheinen die Dax-Profis laut neuester Umfrage der Deutschen Börse nun nach wie vor nicht zu sein, es gibt nur eine minimal Stimmungsaufhellung: so führt das Bären-Lahger trotz eines Verlusts von -2% zur Vorwoche mit 39% nach wie vor das Feld an. Dahinter folgen die Bullen mit 34%, ein Gewinn von +1%. Neutral sind 27% (+1% zur Vorwoche).

Bei den Privatanlegern dagegen baut das Bärenlager seinen Vorsprung weiter aus und kommt nun auf 45%, +3% zur Vorwoche. Die Bullen verlieren -1% auf nun 36%, die Neutralen geben -2% ab auf nun 19%.

Ist die nach wie vor eher pessimistische Stimmung vielleicht ein Kontraindikator, die Basis für eine Rally? Nein, meint dazu Joachim Goldberg:

„Damit vermittelt die aktuelle Positionierung der Investoren den Eindruck, dass die Optimisten derzeit auf ein Aufbäumen des DAX warten. Denn das, was das Börsenbarometer manchem Optimisten bislang geboten hat, ist seit den umfangreichen Käufen, die wir bei der vergangenen Befragung festgestellt haben, bislang zu wenig gewesen. Deswegen gehen wir nach wie vor davon aus, dass der DAX bereits nach einem Kurszuwachs von 2 Prozent (bezogen auf den heutigen Stichtagskurs von 12.480 Zählern) gedeckelt sein dürfte. Die Unterseite bleibt hingegen weich, denn etwaige weitere Nachfrage aus heimischen Quellen ist bereits zu einem guten Teil befriedigt worden.

Internationale Investoren hingegen dürfen sich momentan vor allen Dingen über den gestiegenen Kurs des Euro (nicht nur gegenüber dem US-Dollar) freuen. Sie haben seit dem Allzeithoch des DAX vom 20. Juni nur ganz wenig Geld verloren. Da der Anteil dieser Anleger in Aktien der Eurozone immer noch relativ hoch sein dürfte, ist jedoch nicht anzunehmen, dass diese Investoren im Falle einer erneuten DAX-Schwäche zu Hilfe kommen würden. Mit anderen Worten: Die Wetterlage für das Börsenbarometer bleibt ungünstig.“

Hier seine Aussagen dazu auch in Video-Form:

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Die Bullen leicht aus dem Tritt..
Statue von Arturo Di Modica nahe der Wall Street in New York City
Foto von Andreas Horstmann/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

In den USA dagegen, wo die US-Indizes Allzeithoch nach Allzeithoch erreichen, sind bei den von der neuesten AAII-Umfrage befragten Privatinvestoren die Bullen deutlich zahlreicher als hierzulande. So gewinnen die Optimisten kräftige +7,2% auf nun 35,5%, die Neutralen verlieren -3,4% auf 38,7%, die Bären stellen mit 25,8% das kleinste Lager und verlieren zur Vorwoche -3,8%.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Marcus

    20. Juli 2017 13:58 at 13:58

    Ist doch egal wie die Stimmung ist, die Märkte steigen doch sowieso. Egal ob hawkish oder dovish…

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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