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„Die deutsche Wirtschaft blickt erschrocken ins neue Jahr“ – aber der Dax dürfte erstmal cool bleiben..

Redaktion

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Hans-Werner Sinn hat zum baldigen Abschied noch einmal auf die Pauke gehauen mit dem Satz: „Die deutsche Wirtschaft blickt erschrocken ins neue Jahr“. Der ifo Index fiel heute unter der Erwartung aus, und Sinn meint: „“Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich zum Jahresbeginn verschlechtert.“

Nun also notiert der ifo Index auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Verwunderlich ist das nicht. Es ging runter von 108,6 auf nun 107,3, bedenklicher ist jedoch, dass der Index für die Geschäftserwartungen deutlich um 2,2 Punkte auf 102,4 gefallen ist (Prognose war 104,1).

Was bedeutet das? Nicht viel. Zuvor war die Stimmung besser als die Lage, jetzt beginnt sich die Stimmung der Lage anzupassen. Ist doch schön, wenn langsam etwas mehr Realismus einkehrt. Es hat ja durchaus gedauert, weil man in Deutschland immer noch meint, man lebe auf einer Insel der Glückseligen, und der Sturm draußen werde schon nicht an die eigenen Küsten gelangen. Das ist eine Fehleinschätzung, und je eher man diese Einschätzung korrigiert, umso besser – im Dezember noch hatte sich der ifo Index leicht eingetrübt, aber die Erwartung an die Zukunft war unverändert hoch geblieben – und solche Gaps werden früher oder später geschlossen, das ist wie beim Dax..

A propos Dax: der Index setzte etwas zurück, blieb aber über der 9700er-Marke. Dieser Rücksetzer war einzukalkulieren nach dem heftigen Anstieg am Freitag. Und solange die 9700er-Marke hält, ist sowieso noch alles in Butter:

Dax2501162

By the way: auch Öl (hier WTI) erlebte heute Vormittag eine Korrektur, auch das ist normal, ohne dass jetzt schon der große Downtrend wieder aufgenommen werden müßte:

Oilus250116

Noch nämlich wirkt das Draghi-Versprechen – der Effekt dürfte noch einige Zeit anhalten. Deshalb sind wir kurzfristig bullisch (ja, wirklich!), während wir im längeren Zeitfenster sehr skeptisch sind, um es einmal sehr vorsichtig zu formulieren – die Rally wird diesmal nämlich deutlich weniger auspegrägt sein als noch im Januar 2015, als die EZB das QE ankündigte und damit einen echten „game changer in den Markt brachte. Draghis Ankündigung letzte Woche ist jedoch kein game changer mehr, sondern ein Strohhalm der Hoffnung. Aber der Strohhalm ist noch nicht ausgelutscht.

Kurzfristig jedoch wäre ein Ausbruch über die Hochs vom letzten Freitag (9820/35) bullisch, mit einem Ziel bei dann 10100 Punkten..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Jörg

    25. Januar 2016 13:06 at 13:06

    Anders als Herr Fugmann bin ich nicht „Fundamentalist“ sondern „Chartist“. Und wenn ich auch eigene Anzeiger habe, so versäume ich es jedoch nie, bei http://www.chartbuero.de/ mit seiner „klassischen“ Charttechnik vorbeizusehen. Zum Dax heißt es da „Erstes Kursziel ist dabei die Widerstandslinie bei rund 10100 Punkten“ (http://www.chartbuero.de/dax.htm)

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