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Die Einkommens- und Vermögenslage in Deutschland mit erstaunlichen Ergebnissen

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Bild: Wie steht es um das Einkommen der Deutschen und wie sind Einkommen verteilt? Bildquelle: @ BillionPhotos.com #329658687/ Adobe Stock

In Deutschland wird gern sehnsuchtsvoll zu den Nachbarn geschaut. Italiener leben besser und genießen Dolce Vita, in der Schweiz ist der Anteil von Haushalten mit hohen Vermögen einfach anders. Und in Frankreich wird nicht so lange gearbeitet wie in Deutschland. Dieser Blick nach außen ist allerdings trügerisch. Denn er versperrt den Blick auf die Situation in Deutschland. Stehen die bundesdeutschen Haushalte wirklich so schlecht da, wie viele Verbraucher immer wieder annehmen?

In der Praxis dürfen sich Privathaushalte zwischen Rhein und Oder ruhig mal auf die Schulter klopfen. Es gibt durchaus genug Gründe, die Einkommensentwicklung und den Trend beim Vermögen positiv zu sehen. In den letzten Jahren haben Statistiker in beiden Bereichen positive Trends wahrgenommen. Viele Arbeitnehmer haben höhere Einkommen erreicht. Aber auch das Vermögen der Deutschen ist gestiegen. Bleibt eine Frage zu klären: Inwiefern treffen die Entwicklungen in beiden Bereichen auf alle Bevölkerungsgruppen zu?

Die Einkommenslage in Deutschland: Wie viel verdienen Deutsche?

Wie gut es einem Haushalt geht, kann an ganz unterschiedlichen Parametern gemessen werden. Allein die Einkommenshöhe ist für eine abschließende Bewertung nicht ausreichend. Wichtig ist darüber hinaus, aus welchen Quellen Einkommen bezogen werden – und wieviel davon am Ende übrigbleibt. Trotz vieler Facetten ist und bleibt das Einkommen ein wichtiger Gradmesser dafür, wie die Haushalte in Deutschland finanziell ausgestattet sind.

Anhand von Daten des Statistischen Bundesamts sowie anderer öffentlicher und privater Einrichtungen lässt sich für die Bundesrepublik sehr genau nachvollziehen, wie private Haushalte und Familien bei den Finanzen ausgestattet sind. Beim Analysieren der Zahlen wird eines deutlich: Alte und neue Bundesländer trennt nach wie vor eine erhebliche Einkommenslücke.
Besonders deutlich ist diese Entwicklung aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts herauszulesen. 2016 hat ein Durchschnittshaushalt demnach 4.337 Euro an Haushaltsbruttoeinkommen realisiert. Allerdings waren es in den alten Bundesländern mehr als 4.550 Euro, in den neuen Ländern mit rund 3.510 Euro ungefähr 1.000 Euro weniger. Ein Unterschied, der auch nach Abzug von:

– Steuern
– Sozialabgaben
– Kirchensteuer
– Soli-Zuschlag

nicht verschwindet. Es bleibt bei einer durchschnittlichen Differenz von rund 700 Euro. Interessant ist – und hier hilft eine Untersuchung der Bundeszentrale politische Bildung weiter – die Verteilung der Haushalte auf verschiedene Einkommensklassen (netto) und Quellen.

– Knapp ein Drittel der Haushalte verdient zwischen 1.300 Euro bis 2.600 Euro.
– Ein weiteres Drittel verdient zwischen 2.600 Euro bis 5.000 Euro.
– Weniger als ein Sechstel der Haushalte hat mehr als 5.000.
– Über ein Sechstel verdient weniger als 1.300 Euro.

Bei den Einkommensquellen zeigt sich, dass mehr als ein Viertel aller bundesdeutschen Haushalte auf Transferleistungen angewiesen ist. Diese stammen zwar nicht immer ausschließlich aus öffentlichen Quellen. Letztere machen aber den Hauptteil der Transferzahlungen aus. Der Anteil an Erwerbseinkommen lag 2011 (auf diesen Zeitraum stützt sich die Bundeszentrale politische Bildung) bei knapp 63 Prozent.

Die Einkommensschere: Verteilung verschiebt sich mehr und mehr

Nach dem Konjunktureinbruch 2008/2009 hat der Wachstumsmotor in den letzten Jahren den Turbo gezündet. In der Vergangenheit sind die Einkommen deutlich gestiegen. Das DIW hat beispielsweise für den Zeitraum zwischen 1991 bis 2016 eine positive Veränderung von 18 Prozent festgestellt. Damit kann sich Deutschland eigentlich zufriedengeben. Aber: Die Entwicklung verläuft in der Bevölkerung ebenfalls sehr unterschiedlich.

Besonders gut haben sich die Einkommen für Besserverdiener entwickelt. Hier hat das DIW für den Betrachtungszeitraum einen Anstieg von 35 Prozent beobachtet. Auf der anderen Seite entwickelten sich die Einkommen für die unteren beiden Zehntel (Dezile) seitwärts bzw. deutlich negativ. Sprich: Gerade für die unteren zehn Einkommensprozent hat sich die Situation verschlechtert, das Einkommen ist real gesunken.

Sichtbare Einkommenssteigerungen lassen sich eigentlich nur für die obersten fünf Dezile beobachten. Bedeutet unterm Strich, dass insgesamt gestiegenen Löhne nicht mit einer für alle Bevölkerungsschichten positiven Einkommensentwicklung verwechselt werden dürfen. Dabei schien der Trend in den ersten Jahren gegenläufig.

Entwicklung Einkommen 1. Dezil:

– 1991 bis 1999: Erhöhung der Einkommen auf circa 105 Indexpunkte
– ab 1999: Einkommen sinken auf circa 90 Indexpunkte 2016 gegenüber 1991

Dieser Trend hält an und bedeutet für die Zukunft massive Probleme. Soziale Sicherungssysteme stehen dank negativer Einkommenstrends dem Problem der Altersarmut gegenüber, dass in den kommenden Jahren stärker auf die Sozialversicherung und Gesellschaft durchschlagen wird.

Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?


Bild 2: stock.adobe.com © Prod. Numérik #35512098

Prinzipiell ist es schwierig, die Einkommensverhältnisse unterschiedlicher Länder miteinander zu vergleichen. Ein Grund sind die Wechselkurse und Steuerlasten, welche die Einkommenssituation beeinflussen. Aber: Mit dem OECD Better Life Index gibt es eine Messgröße, um das Einkommen zu bewerten.

Deutschland ist in diesem Zusammenhang in der oberen Hälfte zu finden. Für einen Spitzenplatz reicht es am Ende dennoch nicht. Vor der Bundesrepublik liegen im OECD Vergleich unter anderem Länder wie Österreich, Belgien oder Australien. Besonders interessant ist das bereinigte verfügbare Nettoeinkommen der Haushalte. Hier schafft Deutschland einen deutlichen Sprung nach vorn – auf Platz fünf. Spitzenreiter ist in diesem Zusammenhang übrigens die USA, die es auf mehr als 45.000 USD beim bereinigten Nettoeinkommen schaffen. Deutschland liegt auf seinem fünften Platz bei mehr als 34.000 USD.

Auch hier ist das Durchschnittseinkommen am Ende jedoch nur eine Seite der Medaille. Zur Debatte steht, wie das Einkommen verteilt ist. Auch der Spitzenreiter USA hat seit Jahren Probleme damit, dass die Einkommensschere sehr stark auseinandergeht. Die Folge: Gerade die Bevölkerungseile mit dem geringsten Einkommen haben es immer schwerer, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern.

Vermögen: Wie reich sind die Deutschen?

Deutschland ist in der Wahrnehmung vieler Außenstehender ein vermögendes Land. Teilweise speist sich diese Sichtweise aus der starken Wirtschaftsleistung der Unternehmen in Deutschland. Laut der Allianz Global Wealth Map ist das Geldvermögen in Deutschland bis zum Jahr 2018 auf ca. 6,2 Billionen Euro angestiegen. Sind die Vermögen genauso unterschiedlich verteilt wie die Einkommen? Eine erste Idee von der Antwort liefert ein simples Gedankenexperiment. Zwei Haushalte legen jeweils zehn Prozent des Einkommens zum Sparen zurück. Haushalt A erzielt 35.000 Euro Einkommen, bei Haushalt B sind es 70.000 Euro.

Während Haushalt A 3.500 Euro sparen kann, sind es für Haushalt B mit 7.000 Euro doppelt so viel. Damit dürfte jedem Beobachter klar sein, dass auch in Deutschland die Vermögenswerte recht unterschiedlich verteilt sind.

Trotzdem ist der Vermögensaufbau ein relevanter Vorsorgeaspekt, da viele Verbraucher sparen, um sich im Alter finanziell absichern zu können. Wieviel Geld haben deutsche Haushalte hier zurückgelegt? Zahlen, die bei der Beantwortung dieser Frage helfen, kommen unter anderen von der Bundesbank. Bei der Auswertung der Daten lassen sich einige sehr interessante Aspekte für Deutschland ablesen. Beim Vermögen verläuft eine deutlich spürbare Trennlinie entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze:
In den alten Bundesländern hat der Medianhaushalt laut Bundesbank ein Vermögen von mehr als 92.000 Euro.

In den neuen Ländern ist das Vermögen der Medianhaushalte mit rund 23.000 Euro sehr viel geringer.

Aber: In der Vermögensverteilung lassen sich nicht nur räumliche Grenzen identifizieren. Die Zahlen der Bundesbank zeigen, dass Haushalte mit Wohneigentum inzwischen ein Nettovermögen von mehr als 277.000 Euro realisieren können. Mieterhaushalte kommen mit 10.000 Euro nur auf einen Bruchteil dieser Summe.

Wenige haben viel: Die Vermögensverteilung


Bild 3: stock.adobe.com © Андрей Яланский #310243191

Angesichts solcher Zahlen scheint naheliegend, dass ähnlich den Einkommen auch bei den Vermögen die Verteilung Deutschland sehr unterschiedlich aussieht. Lässt sich diese Vermutung für die Praxis bestätigen? Die durchschnittliche Vermögensverteilung ist für eine objektive Beurteilung der Lage nicht ausreichend.

Studien zeigen, dass die vermögenden 20 Prozent der deutschen Bevölkerung etwa zwei Drittel des gesamten Vermögens halten. Nach unten nimmt die Vermögensverteilung rapide ab. Die untersten 50 Prozent haben – basierend auf Daten des DIW – gerade einmal 1,4 Prozent des gesamten Nettovermögens. Dies liegt unter anderem daran, dass das 1. Dezil in der Auswertung sogar auf ein Vermögen von minus 1,2 Prozent kommt.

Besonders interessant ist gerade dieser letzte Wert. Er zeigt, dass in diesem 1. Dezil Vermögen eigentlich so gut wie keine Rolle spielt. Wer zu dieser Personengruppe gehört, sieht sich eher Verbindlichkeiten – sprich Kreditschulden – gegenüber. In der DIW-Studie liegt der Schwellenwert für die reichsten 10 Prozent übrigens bei 275.000 Euro. Um zum reichsten Prozent der Deutschen zu gehören, müssen 1 Million Euro als Schwellenwert überwunden werden.

Dass die Schere beim Vermögen immer wieder auseinandergeht, hat verschiedene Gründe. Erklärbar ist dies unter anderem mit:
– der Konjunktur
– den Renditen für Kapitalanlagen
– dem Immobilienmarkt.

Beispiel Immobilien: Der Schwellenwert deckt sich in etwa mit dem Wert des Statistischen Bundesamts für das Nettovermögen von Immobilienbesitzern. In den zurückliegenden Jahren haben besonders niedrige Zinsen für Baugeld zu einem Immobilienboom geführt. Dieser wiederum treibt die Preise in die Höhe. Mit dieser Entwicklung legen die Vermögen der Hausbesitzer zu.

Parallel zeigt der Blick auf das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) eine in den letzten Jahren stabile Rendite für Aktienvermögen. Davon profitiert haben entsprechend den Auswertungen des DAI etwa 16 Prozent der deutschen Bevölkerung. Gerade für das obere Dezil aus der DIW-Analyse ist mit einem nennenswerten Anteil von Aktienvermögen zu rechnen.

Der internationale Vergleich: Deutschland nur im Mittelfeld

Im Vergleich mit anderen Ländern erreicht Deutschland einen Platz im Mittelfeld. Dies trifft sowohl auf die Verteilung des Vermögens nach Klassen als auch den sogenannten Gini-Wert zu. Dieser misst die Ungleichverteilung und lag 2016 für Deutschland bei 78,9. Spitzenreiter Russland kam im gleichen Zeitraum auf 92,3 Zähler.

Interessant ist an dieser Stelle übrigens die Verteilung nach Vermögensklassen. Einer Auswertung der Credit Suisse Bank nach lag demnach die Schweiz beim Anteil der Vermögen über einer Million USD weit vorn auf Platz eins – mit mehr als elf Prozent. Deutschland schafft hier gerade noch den Sprung unter die Top 20. Diese Entwicklung hängt auch mit der in Deutschland trotz Immobilienboom immer noch niedrigen Eigentümerquote zusammen.

Wie sieht es mit der Verschuldung aus?


Bild 4: stock.adobe.com © BillionPhotos.com #254534782

Zur Betrachtung der Vermögens- und Einkommenssituation in Deutschland gehört auch der Blick Richtung Schulden. Hier ist die Entwicklung in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. So ermittelt der Creditreform SchuldnerAtlas eine Überschuldungsquote von rund zehn Prozent. Dabei lassen sich gerade für das vergangene Jahr 2019 einige positive Trends beobachten, wie ein besseres Abschneiden einiger Regionen oder die Abnahme der harten Überschuldung. Verbindlichkeiten bedeuten aber nicht automatisch, dass sich für Verbraucher eine endlose Schuldenspirale in Gang setzt.

Ein Großteil der Kredite wird zurückgezahlt

Dass Verbindlichkeiten/Schulden und Überschuldung sehr strikt voneinander in der Betrachtung getrennt werden sollten, zeigt der SCHUFA Kredit Kompass. Als eine der bekanntesten Auskunfteien verfügt die SCHUFA über Daten, die mehr als 67 Millionen Verbraucher betreffen. Damit kann sich das Unternehmen ein recht genaues Bild davon machen, wie sich Haushalte in Bezug auf Zahlungsverpflichtungen verhalten.

Das Unternehmen zieht in seinem Kredit Kompass insgesamt ein eher positives Fazit. Die Ausfallrate bei Verbraucherkrediten ist insgesamt klein und umfasst laut Report für 2018 gerade einmal 2,1 Prozent. Heißt im Umkehrschluss: Mehr als 97 Prozent aller vergebenen Darlehen werden von deutschen Verbrauchern ordnungsgemäß getilgt. Und mehr als 90 Prozent der Deutschen, über welche die SCHUFA Daten gespeichert hat, verhalten sich grundsätzlich positiv.

Kurze Zusammenfassung SCHUFA Daten:

– Informationen zu 67,5 Millionen Privatpersonen
– 90,6 Prozent ohne eingetragene Negativmerkmale
– 97,8 Prozent der Kredite ordnungsgemäß bedient

Was tun, wenn es finanziell eng wird?

Es gibt immer wieder Situationen, in denen unvorhergesehene Situationen die Finanzen unter Druck setzen. Typische Momente sind:

– Krankheiten
– Scheidung/Trennung vom Lebenspartner
– Jobverlust.

In solchen Momenten kann es finanziell eng werden – etwa, weil die gemeinsamen Finanzen von Ex-Partnern erst getrennt werden müssen. Die Suche nach einer neuen Wohnung – inklusive Mietkaution und Einrichtung – sorgen für zusätzliche Anspannung in der Haushaltskasse.

Um diese Situation zu meistern, sollten mehrere Register gezogen werden. Wichtig ist beispielsweise der Rotstift. Wo möglich, werden Kosten zusammengestrichen. Besonders gut funktioniert dies in Haushalten, die grundsätzlich ein Auge auf ihre Finanzen haben. Wichtiges Hilfsmittel in dieser Situation ist das Haushaltsbuch. Hier lässt sich sehr schnell erkennen, wo Ausgaben Optimierungspotenzial haben.

Bei Miete oder Strom wird sich nicht ohne Weiteres sparen lassen. Aber das monatliche Abo für den Streaming-Dienst oder eine Gaming-Flatrate lassen sich schnell pausieren. Auf diese Weise können zweistellige Beträge pro Monat gespart werden. Eine weitere Möglichkeit zur finanziellen Entlastung ist die Umschuldung. Gerade, wenn Haushalte in der Vergangenheit viele Verpflichtungen mit jeweils niedriger Summe eingegangen sind, hat deren Bündelung Potenzial für eine Verbesserung.
Hinsichtlich der gespeicherten Daten bei Auskunfteien kann über Kredite nachgedacht werden, die ohne SCHUFA-Prüfung auskommen.
Doch hierbei sollten Interessenten auf wichtige Details achten:

– entsprechende Kredite sind oft teurer als herkömmliche Darlehen
– trotzdem gute Bonität (ausreichendes Einkommen) wichtig
– auch unseriöse Angebote auf dem Markt

Aus diesem Grund sollten sich Kreditnehmer entsprechende Angebote immer erst genau anschauen und auf Plausibilität prüfen.

Reserven und Vermögen aufbauen


Bild 5: stock.adobe.com © Bits and Splits #195221648

Es kommt immer wieder vor, dass schwierige und unvorhergesehene Situationen im Leben auftauchen. Um sicher durch „Untiefen“ zu manövrieren, ist der Aufbau eines finanziellen Polsters sicher die beste Lösung. Vermögensaufbau ist in den letzten Jahren allerdings schwierig geworden.

Gerade im Bereich des Zinssparens macht sich das anhaltende Zinstief – ausgelöst durch die Geldmarktpolitik der EZB – bemerkbar. Anlageformen wie:

– Sparbuch
– Tagesgeldkonto
– Festgeld

werfen kaum noch nennenswert Zinsen ab. Durch die Inflation wird die Mini-Rendite meist aufgezehrt. Unter Druck sind in der Vergangenheit auch Anlageformen wie die Kapitallebensversicherung geraten.

Profitiert haben in den letzten Jahren Anleger, bei denen der Fokus eher auf dem Aktienmarkt liegt. Hier sind fast durchweg Renditen von mindestens fünf Prozent in den letzten zehn Jahren drin gewesen – oft auch mehr.

Wer auf diese Form des Vermögensaufbaus setzt, muss natürlich mit gewissen Risiken leben. Kursverluste durch schlechte Quartalszahlen sind immer möglich. Risikostreuung ist ein Ansatz, um nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Eine weitere Option für den Vermögensaufbau mit Wertpapieren sind Sparpläne, die auf Fonds basieren. Lange haben klassische Investmentfonds an dieser Stelle den Ton angegeben. Seit einigen Jahren interessieren sich viele Anleger aber für sogenannte ETFs. Hierbei handelt es sich um börsengehandelte Fonds – meist Indexfonds. Dabei wird ein Wertpapierindex wie beispielsweise der DAX oder DOW Jones abgebildet.

Das passive Management reduziert die Kosten. Parallel entsteht mit der Durchmischung – basierend auf dem Index – ganz automatisch eine Streuung des Risikos. Im Sparplan kann der Vermögensaufbau bereits mit kleinen Summen Monat für Monat vorangetrieben werden. Wieviel Geld investiert wird, entscheidet jeder Haushalt anhand der finanziellen Situation.

Fazit: Einkommen und Vermögen ungleich verteilt

Deutschland ist ein Land im Herzen Europas, dessen Wirtschaft seit Jahren auf Hochtouren läuft und in dem die Einkommen sowie das Vermögen der Haushalte steigen. Zahlen und Analysen des Statistischen Bundesamts sowie verschiedener Verbände sprechen in diesem Zusammenhang eine deutliche Sprache.

Allerdings darf diese Entwicklung nicht damit verwechselt werden, dass Einkommen und Vermögen sich in allen Bevölkerungsgruppen in gleicher Weise entwickeln. Im Gegenteil: Analysen zeigen deutlich, dass die Verteilung sehr unterschiedlich aussieht. Auch in Deutschland ist der Trend seit Jahren zu erkennen, dass eine kleine Gruppe über umfassende Vermögenswerte verfügt. Zehn Prozent halten mehr als die Hälfte des Vermögens. Leider geht auch beim Einkommen die Schere weiter auseinander.

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Aussicht für deutsche Exporte verfinstern sich spürbar

Claudio Kummerfeld

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Über den Hamburger Hafen laufen viele Exporte Richtung Übersee

Die Stimmung der deutschen Industrie für ihre Exporte in den nächsten Monaten verfinstert sich gerade spürbar. Denn laut aktueller Veröffentlichung des ifo-Instituts hat sich die Stimmung unter den deutschen Exporteuren merklich verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im November von plus 7,0 auf minus 2,1 Punkte gefallen. Der Chart zeigt nach der Erholung aus dem „Corona-Tal“ den Absturz bei den Erwartungen an die Exporte. Erstmals seit Juni ist der Erwartungsindex wieder negativ.

Insbesondere die Heftigkeit der zweiten Corona-Welle in vielen europäischen Ländern belastet laut ifo-Institut die Exporte. Einen deutlichen Dämpfer beim künftigen Auslandsgeschäft musste die Automobilbranche verkraften. Der Optimismus der vergangenen Monate ist verflogen. Mit deutlichen Rückgängen beim Export rechnet die Nahrungsmittelindustrie. Der Maschinenbau geht eher von einer konstanten Entwicklung bei den Exportumsätzen aus. Gleiches gilt für die Metallbranche. Weitere Zuwächse erwarten hingegen die Chemische Industrie und die Elektrobranche.

Der Chart vom ifo-Institut zeigt Erwartungen für die deutschen Exporte

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EZB warnt wieder vor Risiken, die sie selbst geschaffen hat!

Markus Fugmann

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In ihrem heute veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht warnt die EZB wieder einmal vor Risiken und dem Platzen einer Blase, die sie letztlich selbst geschaffen hat!

Die EZB zur permanenten Intervention verdammt

So beklagt Europas Notenbank etwa die „Konzentration von Risiken“ in einigen Bereichen – und man sollte doch die Frage stellen, warum es diese Konzentration von Risiken wohl gibt! Die Antwort ist fast schon unterkomplex: wegen der finanziellen Repression, die durch die EZB ausgeübt wird. Wie ließe sich etwa sonst erklären, dass griechische Staatsanleihen mit Laufzeit bis vier Jahren negative Renditen aufweisen  – Anleger also bereits sind, einem de facto bankrotten Staat für den Kauf von Schuldpapieren sogar noch Geld zu bezahlen?

Dazu kommt: die Notenbank beklagt die schwache Profitabilität der Banken der Eurozone,  die ja eben aufgrund der Zinspolitik der EZB mit Negativzinsen schlicht kaum profitabel arbeiten können.

Mit anderen Worten: die EZB betreibt eine massive Manipulation nicht nur der Märkte für Staatsanleihen, sondern zerstört im Grunde die Existenzgrundlage europäischer Banken, die nicht zufällig deutlich schlechter dastehen als die amerikanische Konkurrenz. So entsteht eine Situation, die immer neue Eingriffe verlangt, um die weitgehend selbst verursachten Schieflagen zu korrigieren. Wer die Büchse der Pandora öffent, sollte sich eben nicht wundern, dass ungeahnte Konsequenzen entstehen. Die EZB hat den Limes überschritten – und ist damit zur permanenten Manipulation verdammt, weil die Schulden schneller wachsen als die Wirtschaft, aber die Illusion des ewigen Wohlstands aufrecht erhalten weredn muß! Die Notenbank ist gewissermaßen die Kraft, die stets das Gute will – und das Böse schafft.

Nun hat die Coronakrise letztlich auch die Staaten gezwungen, immer stärker in die Wirtschaft einzugreifen und zu retten. Ein Risiko sieht die europäische Notenbank nun darin, dass diese eigentlich als einmalige Maßnahme gedachten Eingriffe zu früh enden könnten. Die Coronakrise scheint sich als „door opener“ für den staatlich gelenkten Kapitalismus zu erweisen, der Weg zu MMT ist wohl endgültig geebnet!

Für Schmerzbefreite hier die Kurzfassung des Berichts der EZB zur Finanzstabilität im Wortlaut:

 

  • Dispersed economic and financial market impact on countries and sectors could lead to concentration of risks in some areas
  • Policy measures have addressed liquidity challenges but risks can arise from premature or delayed withdrawal of fiscal support
  • Bank profitability prospects remain weak with losses potentially materialising with a lag relative to the recover

Vulnerabilities in the corporate sector are increasing as the pandemic evolves and their unearthing could test the resilience of euro area banks in the future, the European Central Bank (ECB) says in its latest Financial Stability Review (FSR). Current extensive policy support is helping euro area corporates and households to cope with the fallout of the pandemic, but risks can arise either from a premature end to measures or from prolonged support. Premature withdrawal of fiscal support – including government loan guarantees and statutory loan moratoria – could set back the economic recovery, transforming the corporate liquidity challenges observed at the outset of the pandemic turn into solvency issues. The sharp rise in corporate and sovereign indebtedness increases the risks to financial stability from an emerging sovereign-corporate bank nexus in the medium-term, as banks and sovereigns alike are exposed to pandemic-induced risk faced by euro area firms.

“Bank profitability is expected to remain weak. Provisions have increased but look optimistic in some cases, while guarantees and moratoria may have lengthened the time it takes for weak economic performance to translate into loan losses,” said Luis de Guindos, Vice-President of the ECB. “Government support schemes are essential currently but should remain targeted towards pandemic-related economic support and avoid giving rise to debt sustainability concerns in the medium term,” he added.

For euro area banks, which entered the pandemic with stronger balance sheets than at the time of the global financial crisis, a premature end of government guarantees and moratoria could lead to an additional wave of losses. They are also expected to face continued pressures on profitability, including from a weaker outlook for lending and continued structural challenges. Banks’ capital buffers remain comfortable and should remain available to absorb losses and support lending for an extended period. Authorities need to monitor the effectiveness of policies to support buffer use and avert deleveraging. Looking beyond the pandemic, it is important for banks, together with the rest of the financial system, to manage the financial stability risks posed by climate change and support the transition to a greener economy.

A return to risk-taking by non-banks, including investment funds, also increases their vulnerability to outflows and losses should corporate credit risks rise materially. These risks are accentuated by continued gaps in the macroprudential framework for non-bank financial institutions.

Die EZB ist die Kraft, die stets das Gute will - und das Böse schafft

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EZB soll Make-Up-Strategie umsetzen

Hannes Zipfel

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Es ist schon ein makaberes Wortspiel in Zeiten zwangsgeschlossener Kosmetikstudios sowie arbeitsloser Maskenbildner und Visagisten, dessen sich der finnische Zentralbank-Gouverneur und Ratsmitglied der EZB, Olli Rehn, bedient. Auf einer Konferenz in Helsinki forderte Rehn am Dienstag neben einem symmetrischen Inflationsziel die Umsetzung einer Make-Up-Strategie. Was konkret ist damit gemeint und was kommt als Nächstes?

EZB braucht Make-Up

Ohne die Europäische Zentralbank hätte sich das Thema Eurozone längst erledigt. Das will aber die Masse nicht hören und die Zentralbanker nicht sagen. Also werden seit dem Beginn der Weltfinanzkrise und der Eurokrise alle unkonventionellen Maßnahmen mit dem nicht Erreichen des Inflationsziel der Europäischen Zentralbank begründet, da dieses den Kern des EZB-Mandats darstellt.

Da aber mittlerweile jedem Geld- und einigen Fiskalpolitikern dämmert, dass bei einer Gesamtverschuldung der Industrieländer laut Institute for International Finance von knapp 400 Prozent des Bruttoinlandsprodukts dieses Mandat nicht mehr ausreicht, wird es nun angepasst. Dazu gehört auch, dass man das Inflationsziel von zwei Prozent p. a. (Konsumententeuerung) irgendwie umgehen muss. Denn selbst wenn die jetzige Ausnahmerezession vorüber ist, bleiben die hohen und weiter steigenden Schulden. Die EZB kauft einen Großteil davon auf und hält die Zinsen nominal bei null und real im negativen Bereich, um den Schuldendienst erträglich zu machen.

Am Beispiel der USA, wo die US-Notenbank Fed mit dem Versuch in den Boom nach Trumps Steuerreform hinein die Zinsen zu normalisieren, scheiterte, will man bei der EZB nun vorsorgen. Sollte es zu einer wirtschaftlichen Erholung kommen und die Inflation (Konsumententeuerung) über zwei Prozent hinausschießen, will und kann man wegen der extrem hohen privaten und öffentlichen Verbindlichkeiten die Zinsen dennoch unten halten. Ein eventuelles Überschießen des Inflationsziels soll daher via Make-Up überdeckt werden.

Dazu fordert unter anderem und erneut Olli Rehn die Einführung eines flexiblen Inflationsziels. Die Präsidentin der EZB, Madame Lagarde, spricht sich neben anderen Rats-Mitgliedern ebenfalls dafür aus. Um ein Überschießen der Inflation zu überdecken, soll statt des bisherigen asymmetrischen Inflationsziel ein symmetrisches Inflationsziels eingeführt werden. In der Praxis bedeutet dies, dass die Notenbanker statt eines festen Wertes einfach einen Durchschnittswert eines bestimmten Zeitraums der Vergangenheit ausrechnen. Solange dieser Wert sich nicht allzu lange und allzu massiv über zwei Prozent befindet, muss die EZB nicht inflationsbekämpfend eingreifen. Angepeilt wird ein Zeitraum der letzten fünf Jahre zur Durchschnittsbildung der Inflationsrate.

Im Falle der Eurozone bedeutet dies eine durchschnittliche Inflationsrate seit Oktober 2015 in Höhe von knapp einem Prozent p. a. Durch Überdeckung einer zukünftigen höheren Inflation mit statistischem Make-Up könnte die Teuerungsrate für eine lange Zeit über zwei Prozent liegen, ohne dass das symmetrische Inflationsziel der EZB übertroffen wird. Die für die Errechnung des symmetrischen Inflationsziels relevanten Parameter (betrachteter Zeitraum etc.) sollen flexibel gehalten werden. Somit ist gewährleistet, dass selbst bei steigender Konsumententeuerung die EZB ihre ultralaxe Geldpolitik gemäß ihrem Kernmandat der statistischen Preisstabilität (ohne Vermögenspreise) beibehalten kann.

Welche Ziele hat die Zentralbank laut EU-Vertrag?

Doch auch der u. a. von Rehn sowie Lagarde und seit dem virtuellen Notenbanker Treffen in Jackson Hole sogar vom Präsidenten der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, geforderte „Monetary Shift“ könnte nicht ausreichen, um die explodierende Gesamtverschuldung durch das symmetrische Inflationsziel zu managen. Daher gräbt man nun bei der EZB im EU-Vertrag nach weiteren Möglichkeiten des geldpolitischen Make-Ups. Und siehe da, man wurde fündig: Ebenso wie bei der US-Fed gestattet der EU-Vertrag auch zwei Nebenmandate, wie Olli Rehn in Helsinki am Dienstag klarstellte: „Wenn wir unser gesetzliches Mandat respektieren, müssen wir danach streben, Vollbeschäftigung, ausgewogenes Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen“. Das symmetrische Inflationsziel wurde zwar im Nebensatz noch mit erwähnt, aber es wird immer deutlicher, dass die EZB nach einer Legitimation ihrer dauerhaften Krisenpolitik sucht.

Wie weit kann die EZB ihr Mandat auslegen?

Schon seit Längerem hat die EZB das Thema Nachhaltigkeit für sich entdeckt und möchte verstärkt Unternehmen Kredite durch den Ankauf von Firmenanleihen zu sehr vorteilhaften Konditionen (für die Schuldner) vornehmen. Mit Nachhaltigkeit ist dabei gleichwohl nicht die geldpolitische Nachhaltigkeit oder gar die Schuldentragfähigkeit gemeint, sondern der Klimawandel. Die EZB trägt daher bei einigen Ökonomen schon scherzhaft den Beinamen „Grüne EZB“. Anders als Lagardes Vorgänger Draghi, für den der Klimawandel kaum ein Thema war, ist dies ein Lieblingsthema der jetzigen EZB-Chefin Lagarde. Mit dem neuen deutschen EZB-Ratsmitglied Elisabeth Schnabel hat sie eine Gleichgesinnte gefunden, die ebenfalls durch Billigkredite aus der digitalen Notenpresse den Wandel der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität unterstützen möchte.

Das gibt der EZB weiteren Spielraum, denn bislang befinden sich Unternehmensanleihen in Höhe von einer viertel Billion Euro im Portfolio der EZB, von denen laut Greenpeace gemäß einer aktuellen Studie vom 3. November 63 Prozent von klimaschädlichen Unternehmen stammen. Um diese Zahl prozentual kosmetisch zu relativieren, könnte man das Portfolio einfach umschichten und mehr „Grüne-Anleihen“ kaufen. Doch das wäre der Todesstoß für unzählige Unternehmen und Arbeitsplätze, was wiederum die anderen Mandate der EZB untergraben würde.

Also geht man den anderen Weg und kauft noch mehr Unternehmensanleihen (vornehmlich Grüne), um die Anzahl der Klimaschädlinge im eigenen Anleiheportfolio zu relativieren. Auch die Mandate Vollbeschäftigung und ausgewogenes Wachstum geben der EZB praktisch einen Freibrief für die Beibehaltung ihrer ultralaxen Geldpolitik.

Fazit und Ausblick

Die Umstellung von einem asymmetrischen auf ein symmetrisches Inflationsziel ist eine weitere „unkonventionelle“ geldpolitische Maßnahme, um die Notfallgeldpolitik zu prolongieren. Richtig spannend wird es am 10. Dezember, wenn die nächste EZB-Ratssitzung mit anschließender Pressekonferenz stattfindet, auf der neue Maßnahmen bekannt gegeben werden sollen – auch kosmetische. Noch spannender wird es dann im Januar 2021, wenn das Thema „Worldwide-Reset“ von den wichtigsten Notenbankern und anderen supranationalen Institutionen erneut besprochen wird. Höflich ausgedrückt ist ein Reset ein Neustart. In der Praxis geht es aber um einen globalen Schuldenschnitt inkl. Währungsreform, also einen Neustart mit Enteignung breiter Bevölkerungsschichten und Sparer.

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