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Die Einkommens- und Vermögenslage in Deutschland mit erstaunlichen Ergebnissen

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Bild: Wie steht es um das Einkommen der Deutschen und wie sind Einkommen verteilt? Bildquelle: @ BillionPhotos.com #329658687/ Adobe Stock

In Deutschland wird gern sehnsuchtsvoll zu den Nachbarn geschaut. Italiener leben besser und genießen Dolce Vita, in der Schweiz ist der Anteil von Haushalten mit hohen Vermögen einfach anders. Und in Frankreich wird nicht so lange gearbeitet wie in Deutschland. Dieser Blick nach außen ist allerdings trügerisch. Denn er versperrt den Blick auf die Situation in Deutschland. Stehen die bundesdeutschen Haushalte wirklich so schlecht da, wie viele Verbraucher immer wieder annehmen?

In der Praxis dürfen sich Privathaushalte zwischen Rhein und Oder ruhig mal auf die Schulter klopfen. Es gibt durchaus genug Gründe, die Einkommensentwicklung und den Trend beim Vermögen positiv zu sehen. In den letzten Jahren haben Statistiker in beiden Bereichen positive Trends wahrgenommen. Viele Arbeitnehmer haben höhere Einkommen erreicht. Aber auch das Vermögen der Deutschen ist gestiegen. Bleibt eine Frage zu klären: Inwiefern treffen die Entwicklungen in beiden Bereichen auf alle Bevölkerungsgruppen zu?

Die Einkommenslage in Deutschland: Wie viel verdienen Deutsche?

Wie gut es einem Haushalt geht, kann an ganz unterschiedlichen Parametern gemessen werden. Allein die Einkommenshöhe ist für eine abschließende Bewertung nicht ausreichend. Wichtig ist darüber hinaus, aus welchen Quellen Einkommen bezogen werden – und wieviel davon am Ende übrigbleibt. Trotz vieler Facetten ist und bleibt das Einkommen ein wichtiger Gradmesser dafür, wie die Haushalte in Deutschland finanziell ausgestattet sind.

Anhand von Daten des Statistischen Bundesamts sowie anderer öffentlicher und privater Einrichtungen lässt sich für die Bundesrepublik sehr genau nachvollziehen, wie private Haushalte und Familien bei den Finanzen ausgestattet sind. Beim Analysieren der Zahlen wird eines deutlich: Alte und neue Bundesländer trennt nach wie vor eine erhebliche Einkommenslücke.
Besonders deutlich ist diese Entwicklung aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts herauszulesen. 2016 hat ein Durchschnittshaushalt demnach 4.337 Euro an Haushaltsbruttoeinkommen realisiert. Allerdings waren es in den alten Bundesländern mehr als 4.550 Euro, in den neuen Ländern mit rund 3.510 Euro ungefähr 1.000 Euro weniger. Ein Unterschied, der auch nach Abzug von:

– Steuern
– Sozialabgaben
– Kirchensteuer
– Soli-Zuschlag

nicht verschwindet. Es bleibt bei einer durchschnittlichen Differenz von rund 700 Euro. Interessant ist – und hier hilft eine Untersuchung der Bundeszentrale politische Bildung weiter – die Verteilung der Haushalte auf verschiedene Einkommensklassen (netto) und Quellen.

– Knapp ein Drittel der Haushalte verdient zwischen 1.300 Euro bis 2.600 Euro.
– Ein weiteres Drittel verdient zwischen 2.600 Euro bis 5.000 Euro.
– Weniger als ein Sechstel der Haushalte hat mehr als 5.000.
– Über ein Sechstel verdient weniger als 1.300 Euro.

Bei den Einkommensquellen zeigt sich, dass mehr als ein Viertel aller bundesdeutschen Haushalte auf Transferleistungen angewiesen ist. Diese stammen zwar nicht immer ausschließlich aus öffentlichen Quellen. Letztere machen aber den Hauptteil der Transferzahlungen aus. Der Anteil an Erwerbseinkommen lag 2011 (auf diesen Zeitraum stützt sich die Bundeszentrale politische Bildung) bei knapp 63 Prozent.

Die Einkommensschere: Verteilung verschiebt sich mehr und mehr

Nach dem Konjunktureinbruch 2008/2009 hat der Wachstumsmotor in den letzten Jahren den Turbo gezündet. In der Vergangenheit sind die Einkommen deutlich gestiegen. Das DIW hat beispielsweise für den Zeitraum zwischen 1991 bis 2016 eine positive Veränderung von 18 Prozent festgestellt. Damit kann sich Deutschland eigentlich zufriedengeben. Aber: Die Entwicklung verläuft in der Bevölkerung ebenfalls sehr unterschiedlich.

Besonders gut haben sich die Einkommen für Besserverdiener entwickelt. Hier hat das DIW für den Betrachtungszeitraum einen Anstieg von 35 Prozent beobachtet. Auf der anderen Seite entwickelten sich die Einkommen für die unteren beiden Zehntel (Dezile) seitwärts bzw. deutlich negativ. Sprich: Gerade für die unteren zehn Einkommensprozent hat sich die Situation verschlechtert, das Einkommen ist real gesunken.

Sichtbare Einkommenssteigerungen lassen sich eigentlich nur für die obersten fünf Dezile beobachten. Bedeutet unterm Strich, dass insgesamt gestiegenen Löhne nicht mit einer für alle Bevölkerungsschichten positiven Einkommensentwicklung verwechselt werden dürfen. Dabei schien der Trend in den ersten Jahren gegenläufig.

Entwicklung Einkommen 1. Dezil:

– 1991 bis 1999: Erhöhung der Einkommen auf circa 105 Indexpunkte
– ab 1999: Einkommen sinken auf circa 90 Indexpunkte 2016 gegenüber 1991

Dieser Trend hält an und bedeutet für die Zukunft massive Probleme. Soziale Sicherungssysteme stehen dank negativer Einkommenstrends dem Problem der Altersarmut gegenüber, dass in den kommenden Jahren stärker auf die Sozialversicherung und Gesellschaft durchschlagen wird.

Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?


Bild 2: stock.adobe.com © Prod. Numérik #35512098

Prinzipiell ist es schwierig, die Einkommensverhältnisse unterschiedlicher Länder miteinander zu vergleichen. Ein Grund sind die Wechselkurse und Steuerlasten, welche die Einkommenssituation beeinflussen. Aber: Mit dem OECD Better Life Index gibt es eine Messgröße, um das Einkommen zu bewerten.

Deutschland ist in diesem Zusammenhang in der oberen Hälfte zu finden. Für einen Spitzenplatz reicht es am Ende dennoch nicht. Vor der Bundesrepublik liegen im OECD Vergleich unter anderem Länder wie Österreich, Belgien oder Australien. Besonders interessant ist das bereinigte verfügbare Nettoeinkommen der Haushalte. Hier schafft Deutschland einen deutlichen Sprung nach vorn – auf Platz fünf. Spitzenreiter ist in diesem Zusammenhang übrigens die USA, die es auf mehr als 45.000 USD beim bereinigten Nettoeinkommen schaffen. Deutschland liegt auf seinem fünften Platz bei mehr als 34.000 USD.

Auch hier ist das Durchschnittseinkommen am Ende jedoch nur eine Seite der Medaille. Zur Debatte steht, wie das Einkommen verteilt ist. Auch der Spitzenreiter USA hat seit Jahren Probleme damit, dass die Einkommensschere sehr stark auseinandergeht. Die Folge: Gerade die Bevölkerungseile mit dem geringsten Einkommen haben es immer schwerer, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern.

Vermögen: Wie reich sind die Deutschen?

Deutschland ist in der Wahrnehmung vieler Außenstehender ein vermögendes Land. Teilweise speist sich diese Sichtweise aus der starken Wirtschaftsleistung der Unternehmen in Deutschland. Laut der Allianz Global Wealth Map ist das Geldvermögen in Deutschland bis zum Jahr 2018 auf ca. 6,2 Billionen Euro angestiegen. Sind die Vermögen genauso unterschiedlich verteilt wie die Einkommen? Eine erste Idee von der Antwort liefert ein simples Gedankenexperiment. Zwei Haushalte legen jeweils zehn Prozent des Einkommens zum Sparen zurück. Haushalt A erzielt 35.000 Euro Einkommen, bei Haushalt B sind es 70.000 Euro.

Während Haushalt A 3.500 Euro sparen kann, sind es für Haushalt B mit 7.000 Euro doppelt so viel. Damit dürfte jedem Beobachter klar sein, dass auch in Deutschland die Vermögenswerte recht unterschiedlich verteilt sind.

Trotzdem ist der Vermögensaufbau ein relevanter Vorsorgeaspekt, da viele Verbraucher sparen, um sich im Alter finanziell absichern zu können. Wieviel Geld haben deutsche Haushalte hier zurückgelegt? Zahlen, die bei der Beantwortung dieser Frage helfen, kommen unter anderen von der Bundesbank. Bei der Auswertung der Daten lassen sich einige sehr interessante Aspekte für Deutschland ablesen. Beim Vermögen verläuft eine deutlich spürbare Trennlinie entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze:
In den alten Bundesländern hat der Medianhaushalt laut Bundesbank ein Vermögen von mehr als 92.000 Euro.

In den neuen Ländern ist das Vermögen der Medianhaushalte mit rund 23.000 Euro sehr viel geringer.

Aber: In der Vermögensverteilung lassen sich nicht nur räumliche Grenzen identifizieren. Die Zahlen der Bundesbank zeigen, dass Haushalte mit Wohneigentum inzwischen ein Nettovermögen von mehr als 277.000 Euro realisieren können. Mieterhaushalte kommen mit 10.000 Euro nur auf einen Bruchteil dieser Summe.

Wenige haben viel: Die Vermögensverteilung


Bild 3: stock.adobe.com © Андрей Яланский #310243191

Angesichts solcher Zahlen scheint naheliegend, dass ähnlich den Einkommen auch bei den Vermögen die Verteilung Deutschland sehr unterschiedlich aussieht. Lässt sich diese Vermutung für die Praxis bestätigen? Die durchschnittliche Vermögensverteilung ist für eine objektive Beurteilung der Lage nicht ausreichend.

Studien zeigen, dass die vermögenden 20 Prozent der deutschen Bevölkerung etwa zwei Drittel des gesamten Vermögens halten. Nach unten nimmt die Vermögensverteilung rapide ab. Die untersten 50 Prozent haben – basierend auf Daten des DIW – gerade einmal 1,4 Prozent des gesamten Nettovermögens. Dies liegt unter anderem daran, dass das 1. Dezil in der Auswertung sogar auf ein Vermögen von minus 1,2 Prozent kommt.

Besonders interessant ist gerade dieser letzte Wert. Er zeigt, dass in diesem 1. Dezil Vermögen eigentlich so gut wie keine Rolle spielt. Wer zu dieser Personengruppe gehört, sieht sich eher Verbindlichkeiten – sprich Kreditschulden – gegenüber. In der DIW-Studie liegt der Schwellenwert für die reichsten 10 Prozent übrigens bei 275.000 Euro. Um zum reichsten Prozent der Deutschen zu gehören, müssen 1 Million Euro als Schwellenwert überwunden werden.

Dass die Schere beim Vermögen immer wieder auseinandergeht, hat verschiedene Gründe. Erklärbar ist dies unter anderem mit:
– der Konjunktur
– den Renditen für Kapitalanlagen
– dem Immobilienmarkt.

Beispiel Immobilien: Der Schwellenwert deckt sich in etwa mit dem Wert des Statistischen Bundesamts für das Nettovermögen von Immobilienbesitzern. In den zurückliegenden Jahren haben besonders niedrige Zinsen für Baugeld zu einem Immobilienboom geführt. Dieser wiederum treibt die Preise in die Höhe. Mit dieser Entwicklung legen die Vermögen der Hausbesitzer zu.

Parallel zeigt der Blick auf das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) eine in den letzten Jahren stabile Rendite für Aktienvermögen. Davon profitiert haben entsprechend den Auswertungen des DAI etwa 16 Prozent der deutschen Bevölkerung. Gerade für das obere Dezil aus der DIW-Analyse ist mit einem nennenswerten Anteil von Aktienvermögen zu rechnen.

Der internationale Vergleich: Deutschland nur im Mittelfeld

Im Vergleich mit anderen Ländern erreicht Deutschland einen Platz im Mittelfeld. Dies trifft sowohl auf die Verteilung des Vermögens nach Klassen als auch den sogenannten Gini-Wert zu. Dieser misst die Ungleichverteilung und lag 2016 für Deutschland bei 78,9. Spitzenreiter Russland kam im gleichen Zeitraum auf 92,3 Zähler.

Interessant ist an dieser Stelle übrigens die Verteilung nach Vermögensklassen. Einer Auswertung der Credit Suisse Bank nach lag demnach die Schweiz beim Anteil der Vermögen über einer Million USD weit vorn auf Platz eins – mit mehr als elf Prozent. Deutschland schafft hier gerade noch den Sprung unter die Top 20. Diese Entwicklung hängt auch mit der in Deutschland trotz Immobilienboom immer noch niedrigen Eigentümerquote zusammen.

Wie sieht es mit der Verschuldung aus?


Bild 4: stock.adobe.com © BillionPhotos.com #254534782

Zur Betrachtung der Vermögens- und Einkommenssituation in Deutschland gehört auch der Blick Richtung Schulden. Hier ist die Entwicklung in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. So ermittelt der Creditreform SchuldnerAtlas eine Überschuldungsquote von rund zehn Prozent. Dabei lassen sich gerade für das vergangene Jahr 2019 einige positive Trends beobachten, wie ein besseres Abschneiden einiger Regionen oder die Abnahme der harten Überschuldung. Verbindlichkeiten bedeuten aber nicht automatisch, dass sich für Verbraucher eine endlose Schuldenspirale in Gang setzt.

Ein Großteil der Kredite wird zurückgezahlt

Dass Verbindlichkeiten/Schulden und Überschuldung sehr strikt voneinander in der Betrachtung getrennt werden sollten, zeigt der SCHUFA Kredit Kompass. Als eine der bekanntesten Auskunfteien verfügt die SCHUFA über Daten, die mehr als 67 Millionen Verbraucher betreffen. Damit kann sich das Unternehmen ein recht genaues Bild davon machen, wie sich Haushalte in Bezug auf Zahlungsverpflichtungen verhalten.

Das Unternehmen zieht in seinem Kredit Kompass insgesamt ein eher positives Fazit. Die Ausfallrate bei Verbraucherkrediten ist insgesamt klein und umfasst laut Report für 2018 gerade einmal 2,1 Prozent. Heißt im Umkehrschluss: Mehr als 97 Prozent aller vergebenen Darlehen werden von deutschen Verbrauchern ordnungsgemäß getilgt. Und mehr als 90 Prozent der Deutschen, über welche die SCHUFA Daten gespeichert hat, verhalten sich grundsätzlich positiv.

Kurze Zusammenfassung SCHUFA Daten:

– Informationen zu 67,5 Millionen Privatpersonen
– 90,6 Prozent ohne eingetragene Negativmerkmale
– 97,8 Prozent der Kredite ordnungsgemäß bedient

Was tun, wenn es finanziell eng wird?

Es gibt immer wieder Situationen, in denen unvorhergesehene Situationen die Finanzen unter Druck setzen. Typische Momente sind:

– Krankheiten
– Scheidung/Trennung vom Lebenspartner
– Jobverlust.

In solchen Momenten kann es finanziell eng werden – etwa, weil die gemeinsamen Finanzen von Ex-Partnern erst getrennt werden müssen. Die Suche nach einer neuen Wohnung – inklusive Mietkaution und Einrichtung – sorgen für zusätzliche Anspannung in der Haushaltskasse.

Um diese Situation zu meistern, sollten mehrere Register gezogen werden. Wichtig ist beispielsweise der Rotstift. Wo möglich, werden Kosten zusammengestrichen. Besonders gut funktioniert dies in Haushalten, die grundsätzlich ein Auge auf ihre Finanzen haben. Wichtiges Hilfsmittel in dieser Situation ist das Haushaltsbuch. Hier lässt sich sehr schnell erkennen, wo Ausgaben Optimierungspotenzial haben.

Bei Miete oder Strom wird sich nicht ohne Weiteres sparen lassen. Aber das monatliche Abo für den Streaming-Dienst oder eine Gaming-Flatrate lassen sich schnell pausieren. Auf diese Weise können zweistellige Beträge pro Monat gespart werden. Eine weitere Möglichkeit zur finanziellen Entlastung ist die Umschuldung. Gerade, wenn Haushalte in der Vergangenheit viele Verpflichtungen mit jeweils niedriger Summe eingegangen sind, hat deren Bündelung Potenzial für eine Verbesserung.
Hinsichtlich der gespeicherten Daten bei Auskunfteien kann über Kredite nachgedacht werden, die ohne SCHUFA-Prüfung auskommen.
Doch hierbei sollten Interessenten auf wichtige Details achten:

– entsprechende Kredite sind oft teurer als herkömmliche Darlehen
– trotzdem gute Bonität (ausreichendes Einkommen) wichtig
– auch unseriöse Angebote auf dem Markt

Aus diesem Grund sollten sich Kreditnehmer entsprechende Angebote immer erst genau anschauen und auf Plausibilität prüfen.

Reserven und Vermögen aufbauen


Bild 5: stock.adobe.com © Bits and Splits #195221648

Es kommt immer wieder vor, dass schwierige und unvorhergesehene Situationen im Leben auftauchen. Um sicher durch „Untiefen“ zu manövrieren, ist der Aufbau eines finanziellen Polsters sicher die beste Lösung. Vermögensaufbau ist in den letzten Jahren allerdings schwierig geworden.

Gerade im Bereich des Zinssparens macht sich das anhaltende Zinstief – ausgelöst durch die Geldmarktpolitik der EZB – bemerkbar. Anlageformen wie:

– Sparbuch
– Tagesgeldkonto
– Festgeld

werfen kaum noch nennenswert Zinsen ab. Durch die Inflation wird die Mini-Rendite meist aufgezehrt. Unter Druck sind in der Vergangenheit auch Anlageformen wie die Kapitallebensversicherung geraten.

Profitiert haben in den letzten Jahren Anleger, bei denen der Fokus eher auf dem Aktienmarkt liegt. Hier sind fast durchweg Renditen von mindestens fünf Prozent in den letzten zehn Jahren drin gewesen – oft auch mehr.

Wer auf diese Form des Vermögensaufbaus setzt, muss natürlich mit gewissen Risiken leben. Kursverluste durch schlechte Quartalszahlen sind immer möglich. Risikostreuung ist ein Ansatz, um nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Eine weitere Option für den Vermögensaufbau mit Wertpapieren sind Sparpläne, die auf Fonds basieren. Lange haben klassische Investmentfonds an dieser Stelle den Ton angegeben. Seit einigen Jahren interessieren sich viele Anleger aber für sogenannte ETFs. Hierbei handelt es sich um börsengehandelte Fonds – meist Indexfonds. Dabei wird ein Wertpapierindex wie beispielsweise der DAX oder DOW Jones abgebildet.

Das passive Management reduziert die Kosten. Parallel entsteht mit der Durchmischung – basierend auf dem Index – ganz automatisch eine Streuung des Risikos. Im Sparplan kann der Vermögensaufbau bereits mit kleinen Summen Monat für Monat vorangetrieben werden. Wieviel Geld investiert wird, entscheidet jeder Haushalt anhand der finanziellen Situation.

Fazit: Einkommen und Vermögen ungleich verteilt

Deutschland ist ein Land im Herzen Europas, dessen Wirtschaft seit Jahren auf Hochtouren läuft und in dem die Einkommen sowie das Vermögen der Haushalte steigen. Zahlen und Analysen des Statistischen Bundesamts sowie verschiedener Verbände sprechen in diesem Zusammenhang eine deutliche Sprache.

Allerdings darf diese Entwicklung nicht damit verwechselt werden, dass Einkommen und Vermögen sich in allen Bevölkerungsgruppen in gleicher Weise entwickeln. Im Gegenteil: Analysen zeigen deutlich, dass die Verteilung sehr unterschiedlich aussieht. Auch in Deutschland ist der Trend seit Jahren zu erkennen, dass eine kleine Gruppe über umfassende Vermögenswerte verfügt. Zehn Prozent halten mehr als die Hälfte des Vermögens. Leider geht auch beim Einkommen die Schere weiter auseinander.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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