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Die erstaunliche Wende im Fall der italienischen Banca Carige: Kapitalerhöhung für 1 Cent pro Aktie

Auf einmal veröffentlicht die Bank die Information, dass man nun doch ein Bankenkonsortium gefunden hat, dass die Kapitalerhöhung garantiert. Faktisch läuft es so: Laut Banca Carige hat man drei…

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FMW-Redaktion

Ein merkwürdiger, oder besser gesagt erstaunlicher Vorgang. Erst am Freitag berichteten wir über die italienische Banca Carige, die de facto vor dem Aus stand. Eine angedachte Kapitalerhöhung über 500 Millionen Euro war gescheitert, weil sich kein Bankenkonsortium fand, das für die Abnahme der neuen Aktien garantierte. Wir schrieben hierzu, dass das eigentlich das Aus für die Bank bedeuten könne.

Die Aufforderung durch die EZB, dass man sein Kapital erneut erhöhen muss, und dann fand sich niemand, der mit machen wollte. Mehr Vertrauensverlust geht nicht. Und dann, wenige Stunden nach unserem Artikel am Freitag, die plötzliche Wende. Auf einmal veröffentlicht die Bank die Information, dass man nun doch ein Bankenkonsortium gefunden hat, dass die Kapitalerhöhung garantiert. Faktisch läuft es so: Laut Banca Carige hat man drei Stamm-Aktionäre gefunden, die sich fest verpflichtet haben etwas mehr als ihre bisherigen Aktienanteile an der Kapitalerhöhung zu zeichnen, mit 28% Anteil an den neuen Aktien.

Tja, und der Rest geht in die Zeichnungsphase für neue Aktien, die vom 22. November bis 6. Dezember läuft. Und dieses Mal hat man Konsortialbanken gefunden. Als Führer des Konsortiums treten die Credit Suisse und die Deutsche Bank auf (wie könnte es anders sein…). Diese beiden garantieren der Banca Carige die volle Abnahme der neuen Aktien. Wenn sich also nicht genug Zeichner finden, nehmen die beiden die neuen Aktien in die eigenen Bücher.

Nur warum sollten sich gerade Banken wie Credit Suisse und die Deutsche auf so ein Abenteuer einlassen? Nun, der letzte Börsenkurs der Banca Carige vom letzten Mittwoch liegt bei 0,15 Euro. Seitdem ist der Handel der Aktie ausgesetzt. Die neuen Aktien werden angeboten zum Kaufkurs von 0,01 Euro. Also in Deutsch: 1 Euro-Cent. Ein satter Abschlag von 0,15 runter auf 0,01. Man emittiert 49,8 Milliarden Aktien zum Preis von 1 Cent, und erhält somit einen Erlös von 498 Millionen Euro.

Wenn die Aktie wieder in den Handel startet, und bei 2 oder 3 Cent notiert, kann man in den nächsten Wochen und Monaten seine neuen Aktien wieder gut mit Gewinn abstoßen, wenn man sie jetzt bei 1 Cent kaufen kann – theoretisch natürlich. Wie problematisch das in der Praxis bei so einem Banken-Pennystock wird, steht auf einem anderen Blatt.

Die Deutsche Bank macht den Deal übrigens von London aus  (die glorreichen Investmentbanker?). Wie läuft dort die Wette? Mal überlegen… wir nehmen Teile von den neuen Aktien ins eigene Buch – wenn wir sie nur bei 2 Cents an der Börse wieder los bekommen, ist das ein lockerer Gewinn von 100%? Könnte funktionieren, wenn sich an der Börse später dafür Käufer finden… (wenn).


Der Kurs der Banca Carige seit Ende Oktober. Durch die Kapitalerhöhung gibt es die neuen Aktien zu 1 Cent statt zuletzt 15 Cent.

2 Kommentare

2 Comments

  1. pullimator

    20. November 2017 17:00 at 17:00

    Da die Deutsche Bank ( schmücken mit fremden ( deutschen ) Federn) kurz vor dem unaussprechlichen steht, 8000 Jobs abbauen muss oder will, wird auch das ihr nicht mehr schaden. Die dort dillettierende Clique um Cryan + Konsorten ist schmerzfrei.

    • Lars

      20. November 2017 17:36 at 17:36

      Hat die Deutsche Bank denn nach den letzten Jahren der Skandale, Verurteilungen, Restrukturierungen und Massenentlassungen noch 8000 Jobs übrig, die sie abbauen kann? Außerhalb der Führungs- und Managerebene, meine ich natürlich 😉

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FedEx-Quartalszahlen: Zahlen überzeugen, Ausblick unklar

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Die FedEx-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,8 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 17,3/erwartet 17,8).

Der Gewinn (Non GAAP) liegt bei 5,01 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 5,91/erwartet 4,80). Der nicht bereinigte Gewinn lag im Vorjahresquartal bei 4,15 Dollar pro Aktie. Jetzt ist es ein Verlust von 7,56 Dollar! Der drastische GAAP-Verlust pro Aktie resultiert laut FedEx aus einer buchhalterischen Anpassung bei einem Pensionsprogramm in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar. Sie wird als Sonderposten aus den Zahlen herausgerechnet. Daher gibt es bei der offiziellen Non GAAP-Zahl (Kerngeschäft) einen schönen Gewinn.

Der operative Gewinn (Non GAAP) liegt bei 1,72 Milliarden Dollar nach 1,85 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Die operative Marge sinkt im Jahresvergleich von 10,7% auf 9,6%.

Die Aktie notiert nachbörslich mit -1,1%.

Man sei nicht in der Lage einen exakten Ausblick für das kommende Geschäftsjahr (2019 endete jetzt) zu geben, so FedEx. Außerdem erwähnt man, dass die operative Marge bei FedEx Express im kommenden Geschäftsjahr wohl negativ belastet werde, weil ein Kundenvertrag aus strategischen Gründen nicht erneuert wurde (Amazon?).

Der Ausblick werde laut FedEx negativ beeinflusst durch die Schwäche im globalen Handel und in der Industrieproduktion. Zitat:

“Our fiscal 2020 performance is being negatively affected by continued weakness in global trade and industrial production, especially at FedEx Express,” said Alan B. Graf, Jr., FedEx Corp. executive vice president and chief financial officer. “While we are adjusting our costs to mitigate revenue weakness and market shifts, we will continue to invest in areas that expand our capabilities, improve our long-term efficiencies and reduce our cost to serve.”

FedEx-Quartalszahlen
Foto: Peter Bakema – Gallery page https://www.jetphotos.com/photo/6924213 Photo https://cdn.jetphotos.com/full/2/25885_1282748710.jpg GFDL 1.2

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