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Indizes

Die EZB hat eine Meinung zur aktuellen Hausse am Aktienmarkt

Redaktion

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am

Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Wie viele Kommentatoren gibt es dieser Tage, die kund tun, dass die aktuelle Hausse am Aktienmarkt eine Manie ist, eine reine Gier, ein Trieb der Angst, weil man keine Gewinne verpassen will, usw. Dazu noch billiges Geld von den Notenbanken, die Aktien fast alternativlos machen. Also, alles stumpf rein in den Aktienmarkt? Das Lustige oder auch Traurige ist: Einer der Hauptverursacher dieser Situation meldet sich zu Wort, und sieht das kritisch, was er geschaffen hat. Es ist die EZB.

Es ist eine knochentrockene Aufgabe sich durch den vier Wochen verzögert veröffentlichten Sitzungstext der EZB zu kämpfen. Aber mit einem Tag Verzögerung haben wir uns das angetan. Gestern wurde nämlich der Sitzungstext des EZB-Rats aus Januar veröffentlicht. Und siehe da, man hat auch eine Meinung zum Aktienmarkt. Eigentlich äußert sich die Europäische Zentralbank nicht zu konkreten Entwicklungen am Aktienmarkt. Denn man ist ja ein „neutraler“ Player, und hat nur die Preisstabilität im Blickpunkt? Aber sie äußert sich im aktuellsten Sitzungsprotokoll wie folgt (ins Deutsche übersetzt):

Es sei angemerkt worden (man merkt schon, Protokollanten-Slang), dass der Anstieg des Aktienmarktes nicht mit einer Verbesserung der Gewinnerwartungen (der Unternehmen) in Zusammenhang zu stehen scheint. Wie es auch in den Vereinigten Staaten der Fall zu sein scheint, deute dies auf eine mögliche Abkoppelung zwischen den lebhaften Finanzmärkten und den weiterhin gedämpften Aussichten für die Realwirtschaft hin. Es wurde auf die Aktienmärkte verwiesen, wo der anhaltende Anstieg der Bewertungen nur schwer mit den schwächeren Gewinnaussichten auf beiden Seiten des Atlantiks, den gedämpften Gewinnmargen und der allgegenwärtigen Unsicherheit zu vereinbaren war. Es wurde auch angemerkt, dass höhere Immobilienpreise zu einer Fragilität des Finanzsystems führen könnten, die durch die makroprudenzielle Politik nicht ausreichend berücksichtigt werden könnte.

Dazu kann man nur sagen: Die Diagnose mag zwar richtig sein. Aber dass der Verursacher sich besorgt zeigt über die Folgen seines eigenen Handelns, ist schon bemerkenswert!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Shorti

    21. Februar 2020 18:08 at 18:08

    Ich habe schon öfter gesagt, dass den Notenbanken die Aktien u.Immohausse ungeheuer wird.Ihr Ziel war es mit den tiefen Zinsen die Wirtschaft u.die Zombis zu erhalten.Leider schwächen sie mit der Umverteilung
    die Unterschicht u.die Konsumenten u.erreichen genau das Gegenteil
    Lagarde u.Blasendoktor Powell wissen es ,aber niemand will das Spiel beenden.
    Schuldengetriebenes Wachstum kann auf zwei Arten beendet werden.
    1.Man macht es selbst mit Entbehrungen oder
    2. Der Markt macht es später auf brutale Weise.( Später könnte schon bald sein)

  2. Avatar

    Fischer, Stephan

    23. Februar 2020 09:27 at 09:27

    Die Notenbanker sollen sich ihre expandierenden Bilanzsummen ansehen. Die Aktienkurse sind weniger stark gestiegen sondern der Wert des Geldes ist gesunken. Logisch, wenn man Geld aus dem Nichts erzeugt.

  3. Avatar

    Katja Wohmann

    24. Februar 2020 09:55 at 09:55

    Warum wird eigentlich für Leute mit solchen Auswüchsen ihres Handelns wie die der EZB kein Intelligenztest vor ihrer Einstellung verlangt. Es wäre Zeit aus der Vergangenhgeit der Geschichte endlich etwas zu lernen, die uns immer wieder gezeigt hatte, dass solche Massnahmen noch nie gut ausgegangen sind.

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