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Die EZB, Nullzinsumfeld, Aktien: Ein anerkannter Verbraucherschützer auf Draghi´s Spuren?

Hierzu muss man vorab wissen: Die EZB-Offiziellen sagten auf Kritik zu ihrer Nullzinspolitik und nicht mehr vorhandenen Sparkonto-Zinsen, der deutsche Anleger könnte ja Aktien…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ja, folgt da ein in Deutschland wirklich anerkannter Verbraucherschützer etwa den Argumenten von Mario Draghi, und scheucht den scheuen deutschen Kleinsparer in die „gewünschte“ Richtung? Wir bezeichnen Hermann-Josef Tenhagen, den Chefredaktuer von Finanztip, jetzt einfach mal als Verbraucherschützer – denn in seinen Kolumnen und auch TV-Auftritten nimmt er stets die Haltung des Anwalts der Kleinanleger ein. Am vergangenen Wochenende hat er sich in einer Kolumne für Spiegel Online zum Thema EZB-Nullzinsumfeld, Geldanlage und Aktien geäußert.

Hierzu muss man vorab wissen: Die EZB-Offiziellen sagten auf Kritik zu ihrer Nullzinspolitik und nicht mehr vorhandenen Sparkonto-Zinsen, der deutsche Anleger könnte ja Aktien kaufen, wenn er Rendite haben wolle. Eine erstaunliche Anlageempfehlung einer Notenbank für Anleger, die kein Kursrisiko eingehen wollen. In seiner aktuellen Kolumne empfiehlt Tenhagen die deutschen Banken sollten bitte mehr Strafzinsen auf Bankkonten einführen (Artikel-Titel). Natürlich ist jedem Leser klar, dass Tenhagen das nicht böse meint, sondern dabei einen Hintergedanken haben muss. So kann man auch schon in der Unterüberschrift erkennen, worum es geht. Es wäre nur gut, wenn die Kunden endlich begreifen würden, dass man große Summen besser woanders anlegen sollte, so Tenhagen.

Er will also den Anleger mit höheren Strafzinsen und Bankgebühren aufwecken. Ihr wollt Rendite, dann schaut euch mal nach Alternativen um. Und wo die EZB den Leuten pauschal sagt „kauft doch Aktien“, hat Tenhagen eine viel konkretere Empfehlung. Der Anleger könne sich zum Beispiel mit sogenannten Indexfonds beschäftigen. Das sind Aktienfonds, bei denen der Fondsmanager keine aktive Aktienauswahl vornimmt. Er kauft einfach gemäß ihrer Gewichtung alle Aktien, die in einem bestimmten Index enthalten sind. Geht es zum Beispiel um einen Indexfonds auf den Dax, kauft der Fonds in der richtigen Gewichtung alle 30 Dax-Aktien. So hat der Anleger stets eine Fondsentwicklung, die 1:1 parallel zum Dax-Index verläuft.

Und Indexfonds haben noch einen Vorteil. Da nichts aktiv gemanagt wird, entfallen oft auch die immens hohen Honorare für oft überbezahlte aber erfolglose Fondsmanager – daher sind die laufenden Fondsgebühren bei Indexfonds oft viel geringer. Tenhagen empfhielt als Beispiel Indexfonds auf den globalen Aktienindex „MSCI World“ anzuschauen, der 1.600 Aktien beinhaltet. Das garantiert in der Tat eine breitere Basis als ein Index wie der Dax oder der Dow Jones, wo nur 30 Werte enthalten sind. Aber dennoch bleibt das Risiko, dass bei einem globalen Einbruch der Aktienmärkte (siehe Finanzkrise 2008) auch dieser breit gestreute Index logischerweise einbricht. Und gerade jetzt würde der risikoscheue Sparer, der keine Risiken eingehen will, verdammt teuer einkaufen, bei einer gleichzeitig mehr als labilen globalen Konjunktur.

Tenhagen verweist richtigerweise darauf, dass der Anleger nur einen gewissen Teil seines Geldes in so einen Aktienfonds investieren sollte. So schreibt er Zitat „über 10 bis 15 Jahre wird das Verlustrisiko überschaubar. Und es geht ja nicht darum, gleich sein ganzes Vermögen in solche Indexfonds zu legen. Eine gesunde Mischung mit Festgeld und eine jährliche Überprüfung der Aufteilung sollte man sich schon vornehmen.“ Das klingt mehr als vernünftig. Nur was wird aus dem Anleger, der einfach kein Kursrisiko eingehen will, auch nicht ein etwas überschaubareres Risiko auf lange Sicht gestreckt? Dem bleibt eben nur das Sparkonto. Er ist der Verlierer der EZB-Politik.

Ungewollt und sicher auch ohne böse Absicht wird Tenhagen zu einem ganz kleinen Teil auch Helfer von Mario Draghi. Durch den teilweisen Einstieg in Aktien oder Aktienfonds soll der Anleger, der zum Beispiel seine Rentenlücke schließen will, seinen Schmerz über die verlorene Rendite lindern. Aber wir betonen nochmal: Was Tenhagen schreibt, ist inhaltlich richtig. Aber er ist eben auch ein ganz klein wenig auf den Spuren von Mario Draghi´s Argumentation. Keine Zinsen mehr auf dem Sparbuch? Dann kaufen Sie doch einfach Aktien.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    KSchubert

    23. August 2016 13:28 at 13:28

    Als MSCI-World-Anleger (ETF) muss ich aber Herrn Tenhagen widersprechen bzw. korrigieren: Auf Sicht von „10-15 Jahren“ ist – nehmen wir die Vergangenheit als Gradmesser für zu erwartende Renditen (und eine andere Möglichkeit haben wir nun einmal nicht) – das Verlustrisiko nicht nur überschaubar, sondern es ist schlicht nicht vorhanden!

    Nicht, dass es zu einem Missverständnis kommt: Dies ist keine Garantie, sondern ein Erfahrungswert aus der Vergangenheit und lässt sich auf einen Blick in den Chart des MSCI World (übrigens auch beim DAX!) verifizieren. Dotcom-Blase, Lehman-Brothers…vollkommen egal: Wer 10 Jahre Geduld hatte, hatte auch einen 50prozentigen Verlust in seinem Depot wieder ausgeglichen und ist deutlich besser gefahren, als mit einem Sparkonto.

    Ob ein 50prozentiger Verlust und eine „imme nur halten, nicht verkaufen!“-Mentalität für jeden Anleger geeignet ist, kann freilich diskutiert werden…

  2. Avatar

    leser

    23. August 2016 13:31 at 13:31

    Und was steht unter dem Artikel? „Hermann-Josef Tenhagen (Jahrgang 1963) ist Chefredakteur von „Finanztip“. Das Onlineportal ist gemeinnützig. „Finanztip“ refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links.“
    Und wer schaltet diese Links? Vielleicht die ETF-Anbieter? Na so was…

  3. Avatar

    Nar

    23. August 2016 13:59 at 13:59

    ich glaube es einfach Nicht. Ich habe 12 Jahren in Aktien Fonds jeden Monats fleißig 100€ eingezahlt. Die Banken haben mir sehr starke Rendite ohne Garantie ausgesprochen. Nach 12 Jahren habe ich die 50% vom eingezahlten Betrag erhalten.
    Ich glaube weder an Aktionfonds noch EZB Geld Politik. EZB oder Fed wollen die Anleger verhindern dass wir Bar Geld abheben oder in Gold/Silver anlegen. Ich glaube an unsere Rentenversicherung auch nicht mehr da die Rentenversicherungen auch das Geld nicht erwirtschaften können. Mein Vertrauen an das Geld Politik ist leider verloren.

    • Avatar

      KSchubert

      23. August 2016 14:13 at 14:13

      Aktienfonds und Indexfonds sind ja nicht unbedingt das gleiche…

      Verraten Sie uns, wer der Anbieter des Aktienfonds war? Das würde einige Leser sicher interessieren.

      Danke im Voraus!

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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