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Die EZB zwingt kleine Länder wie Dänemark am 10. März automatisch mitzumachen

FMW-Redaktion

Es ist ein Abwertungskrieg. Allen voran will die EZB den Euro schwach halten oder noch schwächer machen, daher soll die Zinsen gesenkt und noch mehr Euros gedruckt werden. Mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit wird Mario Draghi bei der EZB-Sitzung am 10. März kräftig nachlegen. Kleinere Länder, die ebenfalls ihre Währungen schwach halten wollen, damit ihre Währung für ihre heimischen Exporteure einen Vorteil bringt, werden zwangsläufig am 10. März oder kurz danach nachziehen müssen.

Ein gutes Beispiel hierfür liefert Dänemark. Die dänische Notenbank hat die dänische Krone an den Euro gekoppelt. Seit geraumer Zeit beschweren sich die Notenbanker in Kopenhagen darüber, dass Spekulanten die dänische Krone angreifen und versuchen sie hochzukaufen. Dies ist gut abzulesen im Chart von Euro vs Dänische Krone (EURDKK). Mehrmals erkennt man die kurzen aber heftigen Ausschläge nach unten, was kurzzeitige Aufwertungsversuche für die Krone waren. Die Notenbank musste dann eingreifen um den Kurs immer schön waagerecht zum Euro zu halten, immer um die 7,46-7,47 herum.

EURDKK EZB
EURDKK seit Ende 2013.

Denn das Dilemma für Dänemark ist: Man ist in der EU, hat aber seine eigene Währung. Als kleines Land mit nur 5,6 Millionen Einwohnern geht man gegen die Länder der Eurozone unter, daher koppelte man seine Krone einfach an den Euro. Jetzt gilt es gegen die Spekulanten standzuhalten, die die Krone raufdrücken wollen. Die Frage ist: Wird man länger standhalten als die Schweizerische Nationalbank (SNB), die am 15. Januar 2015 ihren Widerstand auf einen Schlag aufgab? Dann könnte der Krone das selbe Schicksal blühen wie dem Franken, der sofort massiv aufwertete und Schockwellen durch die Finanzwelt sendete.

Sammelt man die Aussagen der Notenbanker in Kopenhagen, ist man fest dazu entschlossen die Bindung an den Euro aufrechtzuerhalten, aber das selbe hörte man ebenso von den Notenbankern aus der Schweiz bis zum 15.01.2015. So senkte die dänische Notenbank den Leitzins auf -0,75% (zuletzt zurückgefahren auf -0,65%). In 2015 hatte Dänemark sogar für mehrere Monate die Neuausgabe von Staatsanleihen ausgesetzt, damit zusätzlicher Kapitalfluss nach Dänemark eingeschränkt war. Keine neu zu kaufenden Anleihen = keine Möglichkeit Kapital in Dänemark unterzubringen = keine steigende Krone, so die Denkweise der Notenbank.

Je nachdem wie kräftig die EZB am 10. März den Einlagenzins senkt, musst die dänische Notenbank ebenso stark senken (andere kleine Länder ebenso). Aber vermutlich wird sie sogar noch stärker senken müssen, um den Spekulanten erst gar keine Hoffnung zu machen. Selbst wenn die EZB irgendwann (eines Tages) wieder mal die Zinsen raufschrauben sollte, kann Dänemark wohl nur verzögert nachziehen nach oben, wenn man seine Bindung an den Euro aufrechterhalten will. Die Notenbanker in Kopenhagen können ja beweisen, dass sie anders als ihre Kollegen von der SNB die ganze Strecke „bis zum Ende“ durchhalten können.



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3 Kommentare

  1. Was soll der ganze währungskrieg,wenn die anderen einfach mitziehen?eine schwächung des euro sehe ich daher nicht.mich treibt jedoch die frage,welche assets hiervon profitieren, sind es gold, immobilien?bei aktien scheint es nicht recht zu funktionieren,warum aber nicht?

  2. USA: ein Wahlkampf, der an die Anfangszeiten von Hitler erinnert.

    EUROPA: monetäre Abwertungsspirale, grossflächig.

    Wenn man (historisch) mit den politischen Folgen der damaligen (brutalen) A b w e r t u n g
    im e h e m a l i g e n Deutschland
    (damals von aussen erzwungen)
    vergleicht,
    und gedanklich dann das s c h l e i c h e n d e
    Jetzt (…….2015, 2016..)
    (gleichzeitiges Geschehen auf verschiedenen Kontinenten) berücksichtigt,
    können ausgesprochen ‚ unappetitliche ‚ Vorahnungen auftauchen.

  3. „Abwerten,… damit ihre Währung für ihre heimischen Exporteure einen Vorteil bringt, werden zwangsläufig am 10. März oder kurz danach nachziehen müssen.“
    – Müssen ? – Wer sagt das?
    a) Die Entwertung hat nur einen Sinn, die Schulden zu verringern. Das entwertet das Geld der Masse, macht sie also ärmer.

    b) Diese angeblich bessere Wettbewerbsfähigkeit wird nicht wahrer, wenn sie noch so oft wiederholt wird.
    Die Importe werden kräftig teurer bei wertlos gewordenem Inlands-Geld. Das ist genauso wichtig, wie der Export. (Sonst wären Brasilien, Venezuela, Zimbabwe, Rußland … reiche Staaten, sie haben Inflation.)
    Noch dazu gilt das für Deutschland, daß alle Rohstoffe importieren muß. Mittlerweile sogar Kohle, Strom und Erz. Und so billig ist Treibstoff für uns auch nicht: Der Preis ist vom Barrel 150 $ auf 35 gesunken (auf 25%). Der Dieseltreibstoff sank aber nur von 1,20 auf 0,95€ (auf 80%). Wo bleiben die restlichen 50%? In der Tasche der Ölkonzerne, Banken und des Staates.

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