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Die Fed, der Dollar, Anleihen und der Yen

Das war einmal mehr eine ziemlich seltsame Veranstaltung, die die Fed gestern abgeliefert hat! Was bedeutet das für die Märkte?

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Das war einmal mehr eine ziemlich seltsame Veranstaltung, die die Fed gestern abgeliefert hat. Man habe die Zinsen nicht angehoben, weil der Arbeitsmarkt und die Inflation noch Luft nach oben hätten. Soso. Dabei sprach und spricht die Fed eigentlich ständig von Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt, und wenn sich in den USA ein Trend abzeichnet, dann der, dass die Arbeitskosten für Unternehmen steigen, was grundätzlich mit Verzögerung zu Inflation führt (weil die Unternehmen die gestiegenen Kosten weiter geben werden an die Konsumenten). Dann noch der Verweis Yellens auf die angeblich zu geringe Inflation, die zumindest in der Kernrate (also ohne Nahrung und Energie), zum Vorjahresmonat schon jetzt über dem Zielpunkt der Fed liegt. Faktisch haben wir praktisch null Wachstum in den USA (zumindest, wenn man das BIP so berechnen würde, wie wir es in Deutschland tun), während gleichzeitig die Inflation anzieht – das nennt man Stagflation!

Was gestern besonders auffällig war: drei von zehn stimmberechtigten FOMC-Mitglieder (ständig stimmberechtigt sind der Fed-Chef, der Vize-Fed-Chef sowie der Chef der Fed New York, die anderen wechseln turnusmäßig) stimmten für eine Zinsanhebung, sieben waren dagegen. Dafür waren Esther George (die schon lange für Zinsanhebung stimmt), neu hinzu gekommen ins Lager der Falken sind Loretta Mester und Eric Rosengren. Dass es drei „dissenter“ gibt, ist sehr selten!

Manche Analysten sagen nun: der Dollar werde jetzt abverkauft, Emerging Markets und deren Währungen werden gut laufen, risk-on sei angesagt. Kann sein, aber ist das nachhaltig, also etwas, was über die nächsten ein bis zwei Wochen hinausstrahlt? Derzeit preisen die Fed Fund Futures eine Wahrscheinlichkeit von 60% ein, dass die Fed die Zinsen anhebt im Dezember – und das obwohl die Notenbank gestern eigentlich klar gesagt hat, das tun zu wollen. Aber der Zweifel nagt weiter: was passiert, wenn die Daten schlecht bleiben? Was passiert, wenn Trump die Wahl gewinnt und die Märkte darauf mit einem Abverkauf reagieren?

Schon die heutige Bewegung zeigt: so richtig stark bricht der Dollar nicht ein, vielmehr zeigt der Greenback erste Erholungstendenzen. Denn nach wie vor ist der weitere Weg der Fed ja unklar, warum sollte der Dollar also hart abverkauft werden?

Neben dem Dollar gibt es nun zwei Dinge, die den weiteren Verlauf auch der Aktienmärkte bestimmen werden. Da sind zunächst einmal die (Staats-)Anleihenmärkte: nach der Fed gestern sind die Renditen langlaufender Anleihen wieder gesunken – und drehen damit einen Trend um, der seit einiger Zeit wirksam war und seit der „yield curve control“ der Bank of Japan eigentlich das neue, große Thema ist. Sollte sich der Trend aber wieder durchsetzen, dass die Renditen für länger laufende Anleihen steigen und deren Kurse fallen (womit Anleihen wieder eine Alternative zu Aktien wären), werden auch die Aktienmärkte keinen nachhaltigen Höhenflug starten können (weil Anleihen und Aktienmärkte weitgehend parallel laufen aufgrund der Notenbanken-Manipulationen).

Und der zweite wichtige Punkt ist der Yen: nur wenn Dollar-Yen nicht weiter abstürzt, kann die Party an den Aktienmärkten ungehindert weiter gehen (weil ein steigender Yen als Streßsymptom wahrgenommen wird).

Charttechnisch sieht etwa der Dax jetzt gut aus – mit dem Überwinden der 10535er-Zone ist die inverse SKS aktiviert. Ob das aber ein großer, zumindest mittelfristiger Trend ist, muß sich erst noch zeigen..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Toni

    22. September 2016 11:29 at 11:29

    @Herr Fugmann: wie schätzen sie die weitere Entwicklung bei den Edelmetallen ein, speziell Gold und Silber? Wir haben gestern eine scharfe Kerze nach oben gesehen, liegt das nur an Dollar Schwäche oder könnte auch der Trend entstehen wieder allgemein mehr in den sicheren Hafen zu investieren?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      22. September 2016 11:31 at 11:31

      @Toni, das liegt natürlich viel an der Dollar-Schwäche. Aber bei Gold ist doch auffällig, dass der Aufwärtstrend seit Jahresbeginn erfolgreich getestet worden ist und der Kurs dann einigermaßen dynamisch nach oben gegangen ist; das ist normalerweise nicht das allerschlechteste Indiz für weiter steigende Kurse..

  2. Avatar

    Toni

    22. September 2016 11:43 at 11:43

    @Herr Fugmann: Danke für Ihre Einschätzung, gleiches kann man auch im Goldminen-Sektor sehen. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Indizie deutlich mehr prozentuale Steigerung als zum Beispiel der Dax. Für mein Dafürhalten ist der Goldsektor immer noch viel zu unterbewertet, wenn man bedenkt das Gold 2011 bei fast 2000$ und Silber bei 50$ war und aktuell das Finananzsystem noch kranker als damals ist…

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sind Sie auch einer der zahlreichen Neu-Börsianer, die seit Ausbruch der Corona-Krise mit dem Aktienhandel begonnen haben? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Sie zu diesem Entschluss.
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