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Die Fed macht ernst: Finanzmarkt-Unfall mit Ansage

Über einen Unfall mit Ansage - Totalschaden vorprogrammiert

Fed Finanzmarkt-Unfall quantitative tightening

Die Fed will ernst machen und nicht nur die Zinsen anheben, sondern auch die Bilanzsumme reduzieren – also das sogenannte quantitative tightening betreiben. Inzwischen hat die Fed eine Bilanzsumme von neun Billionen Dollar aufgehäuft – ab Juni soll diese Bilanzsumme dann um 95 Milliarden Dollar pro Monat sinken.

Kann das quantitative tightening und die Erhöhung der Zinsen durch die Fed funktionieren?

Aber kann all das wirklich funktionieren? Kann eine so Schulden-getrieben Wirtschaft mit einer Verknappung der Liquidität leben, wenn zuvor eine Schulden-Monster-Blase aufgebläht wurde? Billionen von Dollars wurden in die Märkte gepumpt, Helikopterschecks wurden ausgezahlt – all das war die Voraussetzung für eine überschießende Inflation von mehr als 8% in den USA.

Die Märkte haben bereits auf den Plan der Fed reagiert: so stiegen die Renditen für US-Staatsanleihen – die Rendite der 10-jährige US-Staatsanleihe rentiert derzeit bei 3%, die Hypothekenzinsen sind im Rekord-Tempo für eine 30-jährige Leihe über die Marke von 5% gestiegen. Insgesamt beträgt die Verschuldung der USA – inklusive Schulden der Unternehmen und der US-Privathaushalte plus Staatsverschuldung – inzwischen 91 Billionen (!) Dollar. Wenn bei einer solchen Verschuldung die Zinsen deutlich steigen und gleichzeitig durch das quantitative tightening Liquidität entzogen wird, dann sind Schieflagen bei Konsumenten und Firmen vorprogrammiert.

Das zeigt etwa ein Blick auf an der Nasdaq gelisteten Aktien überdeutlich: das Verhältnis von Gewinn vor Steuern zu Zinszahlungen für aufgenommene Schulden ist geradezu beängstigend – eine Zombifizierung der US-Firmen durch die ultralaxe Geldpolitik der Fed entstanden:

Die Fed steht vor einer systemischen Katastrophe

Durch das quantitative tightening der US-Notenbank Fed fällt der größte Käufer amerikanischer Staatsanleihen weg – vielmehr wird die Notenbank auslaufende Anleihen eben einfach auslaufen lassen. Andere Investoren müssten dann in die Bresche springen und den fehlenden „Wal in der Badewanne“ ersetzen. Das aber wiederum bedeutet, dass der Trend fallender Zinsen gestoppt ist – denn die Anleihekäufe der Fed sorgten für fallende Zinsen. Daraus entsteht dann eine „toxische Mischung“!

Wie aber kann man sich davor schützen? Hannes Zipfel hat dazu ein brilliantes Video gemacht – und bereits am Wochenende prognostiziert, dass bald die Zeit ansteht, in der man US-Staatsanleihen kaufen sollte, eben weil Investoren in die vermeintliche Sicherheit dieser Anleihen aus Angst vor einer Rezession und einer systemischen Krise flüchten dürften:



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4 Kommentare

  1. So schauts aus . Die Grafik Angebot/Verkaufte Häuser ,die spricht schon mal Bände.

    Narrisch sans ,narrisch sans ,total übergeschnappt,alle miteinand.

  2. Notenbank - Nichtversteher

    Sehr gut Herr Zipfel, ich kann mich noch daran erinnern als sie zwar die Fed kritisierten, aber trotzdem meinten das Gelddrucken könnte fast ewig weitergehen.Jetzt erleben wir was sie angerichtet haben und dass sich die Amis und auch die EZB selber in die totale Sackgasse getrieben haben.Unverhofft kommt oft, UNVERHOFFT gilt zwar in diesem Fall nicht und gilt nur für wirtschaftlich Minderbemittelte, nur die Länge der Zündschnur war unklar, die Bombe war schon lange bereit. Nach Erklärung eins Vaters an den 12jährigen Sohn fragte dieser, WARUM HABEN SIE DAS GETAN?
    Kompliment Herr Zipfel, sie sind einer der Wenigen der die Probleme beim Namen nennen darf, ein sogenannter ANTI-Fratzscher

  3. …ist es denn vorstellbar, dass die USA die wirtschaftliche Depression absichtlich betreibt? Was bedeutet es denn, wenn die Konsumnation nicht mehr konsumiert…in anderen Ländern wird nicht mehr produziert…weil Nachfrage wegfällt…die anderen Länder müssen dann schauen, wie sie ihre Leute in Lohn und Brot halten…wenn das nicht funktioniert gibt es auf deutlich niedrigerem Niveau Versorgungsnotstand…im Nachgang haben die reichen Nationen die Möglichkeit Preise und Produktionsstandorte neu zu verhandeln und zu sortieren und das bei noch mehr monetärer Finanzgewalt…da muss man sich als wirtschaftlich schwächeres Land erstmal beweisen und dagegenstellen…sehr kompliziert alles…

    1. Warum nicht alles auf Anfang? Der Blick nach vorne lohnt nicht mehr!
      Regierung,Bänker und Wirtschaft haben uns schon mal reingeritten und werden es wieder tun siehe Tankrabatt,EZB und Ausstieg aus der Atomenergie.Heute bezahlen wir den Preis dafür, und wir bezahlen viel!
      Da gibt es die einen, die nichts mehr haben, die anderen welche in der Mülltonne soviel finden, das es für den Tag reicht. Der Mittelstand mit seiner Arbeitskraft geht gerade vor die Hunde.
      Es gibt nur eine Fraktion welche nicht soviel klagt und das sind die, welche genug haben, leider noch mehr wollen ! Nun , warum nicht alles auf Anfang.

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