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Devisen

Die Fed senkt die Zinsen – wie geht es weiter?

Redaktion

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Die nächste Zinsentscheidung der Fed steht unmittelbar bevor, und die Lage scheint klar zu sein. Noch weiter sinkende Zinsen für die USA. Ein neuer Stimulus für die Wirtschaft, und eine mögliche weitere Beeinflussung von zahlreichen Währungen, die gegen den US-Dollar Schwäche zeigen könnten? Lesen Sie dazu bitte die folgende aktuelle Marktanalyse von Matteo Paganini, Chefanalyst des Brokers Pepperstone.

Weniger als 9 Stunden sind es noch bis zur Entscheidung der Fed. Die Zinssenkung wird durch den Markt über die „Fed Funds Futures“ mit einer 96% Wahrscheinlichkeit eingepreist. Die Fed schickt weiterhin Liquidität in das System, und die täglichen Übernacht-Auktionen gehen ununterbrochen weiter. Es wird wichtig sein, die Pressekonferenz von Jerome Powell zu verfolgen (denken Sie daran, dass sie aufgrund der Zeitverschiebung zwischen uns und den USA, die bis Sonntag andauern wird, eine Stunde früher als üblich stattfinden wird), um die auf die Zukunft gerichteten Gedankengänge der Fed verstehen zu können.

Die makroökonomischen Daten bleiben weiterhin zufriedenstellend (am Freitag werden wir auch die Veröffentlichungen der Non Farm Payrolls haben), auch wenn die PMI-Daten Jahr um die Schwelle von 50 Punkten vermutet werden – ein Bereich, der eine Phase der Expansion von einer Kontraktion trennt. Die Inflation ist unter Kontrolle und die Zinskurve pendelt sich langsam ein, was von nun an Raum für makroökonomische Einschätzungen lässt. Es wird immer wichtiger werden, „reine“ Daten zu betrachten um zu verstehen, ob der Gesundheitszustand der amerikanischen Wirtschaft weitergeht, oder ob wir in eine neue rezessive Phase eintreten werden. Zusammen damit wird auch das Thema Zölle weiterhin eine führende Rolle spielen, zumindest bis zu den ersten beiden Monaten des Jahres 2020. Entspannt sich die Tonlage im Handelskrieg, sollte sich dies positiv auf die Aktienkurse auswirken – und umgekehrt.

Die Börsen sind nach wie vor robust. Die Vorstellung, dass das Streben nach Rendite bis zur als problematisch empfundenen Makrolage zu steigenden Kursen führen kann, scheint nicht so weit von der Realität entfernt zu sein. Was den US-Dollar betrifft, so bleiben die nominalen Zinssätze im Vergleich zu anderen Niveaus der Geldkosten in „wenig volatilen“ Volkswirtschaften (die mit den großen Ländern und nicht mit Entwicklungs- und Schwellenländern verbunden sind) weiterhin am höchsten, so dass wir die Existenz struktureller Bedingungen für den Dollarverkauf nicht sehen, solange die makroökonomische Situation nicht als stabil empfunden wird. Betrachten wir nun den Markt aus technischer Sicht, wobei wir bedenken, dass es, wie Sie sehen werden, nur wenige interessante technische Situationen gibt.

EURUSD

Die gestern untersuchte 4-Stunden-Range zwischen 1.1090 und 1.1110 wurde heute früh durchbrochen. Dies könnte zu Neustartversuchen in Richtung 1.1125 und 1.1150 führen, mit Filtern auf dem Niveau der stündlichen Abwärtsdivergenzen.

USDJPY

Die Bewegung im Trendkanal setzt sich fort, mit dem einzigen Bereich, der untersucht werden kann. Eine Bewegung Richtung 108,75 könnte entstehen, mit für Neustarts auf 109,90 und 109,10 – mit Schutzmaßnahmen, die unmittelbar unter dem möglichen bullischen Neustartpunkt zu denken sind.

GBPUSD

Der erste Anstieg über 1.2875 hinaus erfolgte mit dem Move auf bis zu 1.2900. Es bleibt die Idee, mögliche zinsbullische Anstiege in Richtung 1,2925, 1,2940 und 1,2990 ins Auge zu fassen. Wenn der Markt unter 1,2725 fallen würde, könnten wir Versuche sehen, in der Reihenfolge der Chart-Abbildung zu korrigieren.

AUDUSD

Gestern wurden die früheren Höchststände erreicht (erstes Ziel). Darüber hinaus kann ein zweites technisches Ziel erreicht werden, was wiederum zu einer neuen bärischen Situation führt. Auf dem folgenden Chart nähern wir uns einem dynamischen Widerstand. Anstiege über die gestrigen Höchststände könnten zu einem Bereich von 0,6890/0,6900 und 0,6915 führen.

Dax

Die gestern ausführlich erläuterte Idee, die 4-Stunden-Abwärtsdivergenz im Dax nicht zu nutzen, führte zu guten Ergebnissen. Wir sind jetzt in einem Bereich zwischen 12.880 und 12.910 Punkten. Dort könnte sich der Dax halten, um zum Hoch bei 12.950 Punkten zu laufen. Man sollte an eine Gewinnabsicherung denken im Falle eines Erreichens von 12.830 Punkten. Denken Sie bitte auch an potenzielle Versuche, weiter bearish auf 12.810 und 12.790 zu rutschen. Nur im Falle eines größeren Abverkaufs aller globalen Indizes, denken Sie bitte über einen weiter fallenden Dax in Richtung 12.760 und 40 nach. Anstiege über 12.960 Punkte könnten den Weg zu 12.980, 13.000 und 13.040 öffnen.

S&P 500

Wir sehen einen weiteren Anstieg des S&P 500 oberhalb von 3,040 Punkten, mit dem ersten Ziel bei 3,045, was gestern gesehen wurde. Man achte bitte genauer auf den Bereich um die 3.030 Punkte, wo wir einen Tausch im grafischen Zusammenfluss mit dem Durchschnitt bei 21 bis 4 Stunden sehen, für Neustarts in Richtung 3.035, 3.040, 3.045, 3.050 und 3.055 Punkte. Dies sind Niveaus, die in Schritten auch im Falle eines direkten Neustarts über dem Bereich 3.040 erreichbar sein sollten.

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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