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Aktien

Die Fed will, dass Aktien aufhören zu steigen – und sie wird dafür sorgen, dass sie nicht mehr steigen!

Die Aktienmärkte, aber auch die Anleihemärkte haben ein Problem: die Musik hat schon aufgehört zu spielen, aber die Märkte tanzen einfach weiter! So könnte man das Problem bildlich auf den Punkt bringen! Warum hat die Musik aufgehört zu spielen? Weil die Musikanten – also die Fed – die Instrumente schon in die Ecke gestellt haben! Die Musikanten finden nämlich, dass die Tänzer ein bisschen übertrieben haben..

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Die Aktienmärkte, aber auch die Anleihemärkte haben ein Problem: die Musik hat schon aufgehört zu spielen, aber die Märkte tanzen einfach weiter! So könnte man das Problem bildlich auf den Punkt bringen! Warum hat die Musik aufgehört zu spielen? Weil die Musikanten – also die Fed – die Instrumente schon in die Ecke gestellt haben! Die Musikanten finden nämlich, dass die Tänzer ein bisschen übertrieben haben, zu ekstatisch sind!

Daher meint die Fed nun, es sei Zeit, auf die Bremse zu treten. So die gestrigen Aussagen von William Dudley, dem Chef der New York Fed und nach Yellen und Fischer der wichtigste Fed-Banker. Er sagte gestern:

“when financial conditions ease — as has been the case recently — this can provide additional impetus for the decision to continue to remove monetary policy accommodation.”

Das beschreibt das neue, das dritte Mandat der Fed neben Inflation und US-Konjunktur: die „financial conditions“, das Finanz-Umfeld, wozu Aktienkurse (siehe hierzu „Die Fed sagt klar, um was es ihr geht – hört die Signale!“), Anleihekurse etc. gehören. Die Fed macht sich Sorgen um den zu starken Anstieg der Aktienkurse , aber auch über die Verflachung der Zinskurve. Letzteres bedeutet nämlich, dass die Banken mit der Vergabe von Krediten kaum mehr Margen erzielen können, weil die Differenz zwischen kurzfristiger Geldaufnahme der Banken und der Zinsen, die sie für die Vergabe langfristiger Kredite verlangen können, immer geringer wird. Mit anderen Worten: die Kreditvergabe lohnt sich nicht mehr für Banken, also werden sie keine oder nur noch wenige Kredite vergeben!

Daher ist eine Invertierung der Zinskurve meist ein sicherer Vorbote für eine Rezession: Invertierung der Zinskurve bedeutet, dass die Zinsen für länger laufende Kredite faktisch niedriger sind als die Kosten für die Geldaufnahme kurzfristigen Geldes. Wenn dieser Zustand eintritt, machen Banken mit der Vergabe von Krediten Minus, also vergeben sie keine Kredite. Wenn Banken keine Kredite vergeben, passieren kaum mehr Investitionen, eine Rezession folgt.

Also will die Fed, dass sich die Zinskurve versteilt. Das passiert aber nur, wenn die Märkte erwarten, dass es in den nächsten Jahren immer wieder zu Leitzinsanhebungen kommen wird – was sie aber derzeit nicht tun, weil sie der Fed nicht glauben. Die Märkte sagen: die Inflation ist noch zu niedrig, die US-Konjunktur nicht stark genug, also wird die Fed die Zinsen nicht so anheben, wie sie vorgibt, sie anheben zu wollen!

Das aber ist ein Irrtum! Die Märkte verkennen das „dritte Mandat“ der Fed – die Sorge der Notenbank um die „financial conditions“! Das Problem der Märkte ist nun ein Mentales: sie zweifelten an der Realität der geplanten Zinsanhebungen der Fed in den letzten Jahren – und hatten recht damit. Die Fed hatte oft prognostiziert, die Zinsen weiter anzuheben – und hat das dann doch nicht gemacht. Also sagen sich die Märkte: wer in der Vergangenheit den Mund zu voll nimmt, nimmt den Mund nun auch zu voll, wenn er weitere Zinsanhebungen ankündigt. Also werden wir wieder Recht haben mit unserem Zweifel. Aber die Fed hat jetzt eben ein „drittes Mandat“ – und das haben die Märkte immer noch nicht kapiert!

Daher verhallen Aussagen wie die des San Francisco Fed-Chefs Williams ungehört:

„..in achieving sustainable growth, it is better to close in on the target carefully and avoid substantial overshooting.“

Und Williams weiter:

„We base our decisions on what’s best for the long-term health of the economy, rather than “living for today.”

Die Märkte sollten sich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, einen Tanzkurs zu machen, wenn die Musiker ihren Dienst schon eingestellt haben. Aber noch sind die Märkte ignorant im Tanzkurs-Modus!

Lesen Sie dazu auch diesen hervorragenden englischsprachigen Artikel: The FOMC wants stocks to stop rising, and they will keep raising rates until they stop…

29 Kommentare

29 Comments

  1. Avatar

    gerd

    27. Juni 2017 12:41 at 12:41

    „Die Fed will, dass Aktien aufhören zu steigen – und sie wird dafür sorgen, dass sie nicht mehr steigen!“

    Und daraus saugen manche – einen Schritt weiter gedacht – dass sie sogar möchte, dass sie fallen?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      27. Juni 2017 13:24 at 13:24

      Ja Gerd,
      nach meiner Ansicht ist das eine falsche Interpretation. Die Fed will allenfalls den Anstieg der Aktienmärkte bremsen, aber in erster Linie keine inverse Zinskurve. Wenn die US-Aktienmärkte deutlich fallen sollten, kriegen die Amis erst recht eine Rezession, denn 50% der Leute in den Staaten sind Aktienbesitzer – ganz im Gegensatz zu uns Deutschen. Eines kann ich auch bald nicht mehr hören – die Märkte kapieren es nicht. BlackRock, Vanguard, Fidelity, Goldman Sachs u.co. verwalten deutlich über 10 Bio $ – und haben beste Kontakte. Sie bestimmen wann groß ausgestiegen wird und nicht der Kleinanleger. Anscheinend sind für diese die Zinsen noch zu niedrig oder die Rezession noch nicht ausgemacht. Gruß

  2. Avatar

    walter

    27. Juni 2017 12:53 at 12:53

    …aber nicht die Goldaktien,denn die werden nach oben katapultiert werden…
    Zeit wirds,denn wer will schon seine Dollars/Euros unterm Kopfkissen horten?

    • Avatar

      Columbo

      27. Juni 2017 14:25 at 14:25

      @Walter, warum sollten Goldaktien steigen, wenn Gold dauernd fällt? Was glauben Sie, was Gold macht, wenn die EZB auch noch mit Zinserhöhungsfantasien daherkommt? Sicher, Goldaktien werden katapultiert, aber nach unten.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        27. Juni 2017 14:29 at 14:29

        @Columbo, richtig! Wenn die Fed ernst macht, heißt das, sie entzieht den Märkten Dollar-Liquidität, z.B. durch Reduzierung der Bilanzsumme sowie durch Verteuerung des Dollar-Geldes. Mithin gibt es als weniger Dollars, was den Dollar aufwertet. Wertet der Dollar auf, ist das ein Problem für Rohstoffe und Metalle. Die US-Anleiherenditen dürften steigen, was den Dollar zusätzlich befeuert. In dieser Logik würde das bedeuten: US-Aktien short, US-Anleiherenditen long (also Anleihekurse short), Dollar long, Gold nicht Long (aber vielleicht gleicht sich das mit der einsetzenden Risikoaversion aus, die Gold nicht stark fallen läßt)..

        • Avatar

          Columbo

          27. Juni 2017 14:52 at 14:52

          @Walter,
          Nachhilfeunterricht auf goldaffinen Seiten! Naiver gehts nimmer? Wenn ich was positives über Gold lesen will, weiß auch ich, wo ich suchen muß. Nun für Sie eine Hausaufgabe:“Selektive Wahrnehmung. Was ist das und wie vermeide ich es“. Bitte für morgen googeln oder bei Psychologen nachfragen.

          • Avatar

            walter

            27. Juni 2017 15:02 at 15:02

            Meine Wahrnehmung ist das,was ich in der Hand habe,ausser wertloses Papier,wie SIE,lol
            Wo bzw.was suchen Sie denn?Schuldscheine etwa?
            N8

      • Avatar

        walter

        27. Juni 2017 14:40 at 14:40

        Colombo… Goldaktien werden katapultiert, aber nach unten….

        Nur mal ein Vorgeschmack zu deiner Aussage(keine Werbung)
        seit genau einer Woche +20% bis jetzt 14:38Uhr
        https://www.wallstreet-online.de/aktien/golden-dawn-minerals-aktie#t:3m||s:lines||a:abs||v:day||l:vol||ads:null
        Wer suchet,der findet auch….

        • Avatar

          Columbo

          27. Juni 2017 15:19 at 15:19

          @Walter, Sie wissen schon, daß Gold in seiner langen Geschichte auch mal 50% gefallen und sehr lange Jahre dort geblieben ist. Einige Besitzer blieben bis zu ihrem Tode auf dem Verlust sitzen und so wurde halt der „halbe“ Goldschatz weitervererbt. Ich habe nichts gegen Gold, aber es kann genauso gefährlich sein, wie Ihr „wertloses“ Papier.

          • Avatar

            walter

            27. Juni 2017 15:39 at 15:39

            Ich habe kein wertloses Papier!
            Bin gerade am ueberlegen,ob ich meine Kloschuessel vergolden sollte,da der Goldpreis im Keller ist…
            Aber der DAX/DOW ect. hat noch nie 50 od.mehr % verloren oder?
            Steig aus deinen Papierwerten aus und du wirst der Gewinner nach den Wahlen im Sept.17 sein…sure

  3. Avatar

    Bernhard Zimmermann

    27. Juni 2017 13:44 at 13:44

    Das passt aber nicht. Der USD fällt wie ein Stein und die Märkte haben immer Recht.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. Juni 2017 13:54 at 13:54

      @Bernhard, der Dollar fällt nicht (siehe Dollar-Yen), der Euro steigt wegen der Draghi, nicht nur gegen den Dollar. Mal abwarten auf Yellen später..

      • Avatar

        Feldmaen

        27. Juni 2017 15:07 at 15:07

        Ist da nicht der Dollar-index aussagekräftiger?

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          27. Juni 2017 15:11 at 15:11

          @Feldmaen, sagen wir so: jein! Denn im Dollar-Index ist der Euro mit 57% gewichtet, also ziemlich dominant..

          • Avatar

            Feldmaen

            27. Juni 2017 15:25 at 15:25

            Weil der Euro aber, bis jetzt noch, die zweitwichtigste Währung nach dem Dollar ist…

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            27. Juni 2017 15:30 at 15:30

            @Feldmaen, das stimmt, aber die Gewichtung ist dennoch zu hoch mit 57,6% – der Yen bringt es nur auf 13%, und das entspricht nicht der ökonomischen Realität..

  4. Avatar

    leo

    27. Juni 2017 14:01 at 14:01

    Kann die FED dadurch die Kreditvergabe von Banken an Unternehmen und Verbraucher erhöhen? Solange man sich in Sicherheit wiegt wohl möglich. Wenn dadurch ein höheres Wirtschaftswachstum erreicht wird toll, aber wenn die Risikobereitschaft bei der Kreditvergabe abnimmt kann das Ganze eine größere Krise auslösen. Es fehlen Erfahrungswerte aus der Vergangenheit. Das größte Risiko bei den Aktionen der FED trägt der Euroraum. Aber der Euroraum stößt bei Trump auf taube Ohren und ob die Aktionen zwischen Jellen ,Draghi und Carney
    clever abgestimmt sind glaube ich nicht , weil bei Draghi zuviel Politik im Spiel ist
    und Carney den Brexit vertritt.

  5. Avatar

    cadafi

    27. Juni 2017 14:53 at 14:53

    Ist doch alles so schön bunt hier. Wie war das noch mit der schuldenobergrenze?

  6. Avatar

    walter

    27. Juni 2017 14:56 at 14:56

    Investoren reißen sich um 2j deutsche Anleihe mit -0,61% #Rendite – Wolfgang Schäuble macht 38 Mio Euro Gewinn…

    Wie kann man denn so krank sein,sein Geld an den Staat zu verleihen?
    Wo lernt man soetwas?
    Kein Wunder,wenn man als Deutscher Anleger keinen Dunst hat!!
    Da ist mein Afterpapier mehr Wert…..

  7. Avatar

    walter

    27. Juni 2017 15:14 at 15:14

    @COLOMBO,
    einen Leseakt hab ich noch:(die gebrandtmarkten Buerger von DE,m.M.n.)

    „Kampf gegen das Bargeld!“ – Kommt bald die Gold-Steuer? (1)

    Liebe Leser,

    als regelmäßiger Leser von Unangreifbar leben wissen Sie, dass die Politik- und Finanzeliten alles tun, um das Bargeld abzuschaffen. Beispielsweise in Indien.
    Abschaffung des Bargelds: „Probelauf“Indien

    Schon vor einem halben Jahr hat die indische Regierung vorgemacht, wie das in der Praxis geht. Beachten Sie bei meinen nachfolgenden Ausführungen, dass Indien eines der bevölkerungsreichsten Länder dieser Erde ist. Und daher ist dieser „Probelauf“ mehr als wichtig!

    Urplötzlich verkündete im November 2016 der indische Premierminister Narendra Modi eine „Überraschungsreform“, die vorab völlig geheim vorbereitet wurde: Die Teilabschaffung – ich sage die „Zwangsverknappung“ – des Bargelds! Offenbar, um die Schattenwirtschaft lahmzulegen, die in Indien rund 20 Prozent der Wirtschaftskraft ausmacht.

    Premierminister Modi kündigte zudem an, seine Nation zu einer „bargeldlosen Gesellschaft“ zu machen!
    Bargeldrationierung und Zwangsumtausch retten die Banken vor einem Kollaps

    Ich sage Ihnen, dass die Wahrheit jedoch eine ganz andere war und ist! Denn mit dem Zwangsumtausch und der Bargeld-Rationierung wurden und werden nichts anderes als die indischen Banken gerettet!

    Sehen Sie: Die dortigen – allen voran die staatlichen – Banken haben faule Kredite in Milliarden-Höhe angehäuft. Diese sollen annähernd rund 9 Prozent ihrer gesamten Kreditsumme ausmachen. Vor allem im letzten Jahr hat sich die Lage dahingehend dramatisch zugespitzt.

    Doch mit der Überraschungsreform gewinnen die Geldhäuser etwas Zeit. Denn wenn die Cash-Einlagen zwangsweise bei ihnen verbleiben müssen, kann ein Banken-Kollaps zunächst vermieden werden.

    So einfach ist das!
    Die großflächige Entwertung von Cash

    So verlor quasi über Nacht 86 Prozent des Bargelds, das in Indien im Umlauf war, seinen Wert! Die bislang geltenden 500- und 1.000-Rupien-Scheine (entspricht rund 14 Euro) wurden einfach als ungültig erklärt und sollten so schnell wie möglich aus dem Verkehr gezogen werden. Und zwar damals mit einer Frist bis zum 31. Dezember 2016.

    Bis dahin sollten die Menschen ihr altes Bargeld auf ein Konto einzahlen oder es gegen neu entworfene Banknoten, die zusätzliche Sicherheitsmerkmale aufweisen, umtauschen. Das Problem war nur, dass die Hälfte aller Inder gar kein eigenes Konto besitzt!
    Die Auslösung eines „negativen“ Bunk-Runs

    Dennoch begann der Run auf die Banken. Allerdings nicht, um Geld abzuheben, sondern um es dorthin zu bringen, bevor es nichts mehr wert war. In diesem Fall spricht man von einem „negativen Bank-Run“.

    Allerdings brachte das dem einzelnen Bankkunden herzlich wenig. Denn nicht nur die Abhebungen an Geldautomaten wurden auf 4.000 Rupien (rund 54 Euro) pro Tag begrenzt. Sondern in den Bankfilialen durften nicht mehr als 20.000 Rupien pro Kunde und pro Woche ausgeben werden. Der Rest musste auf den Konten verbleiben.

    Vor lauter Steuern in DE,was bleibt dann noch uebrig,ausser einen Muskelkater vom Arbeiten……?Mutti&Schaeuble wirds erfreuen,lol

    • Avatar

      Columbo

      27. Juni 2017 15:53 at 15:53

      @Walter, ja und? Haben Sie ein Rezept dagegen? Soll ich mir jetzt Gold, Whisky, Zigaretten, Diamanten oder einen Schrebergarten zulegen? Ein Crashbuch schreiben? Oder Nachhilfestunden bei Ihnen buchen?

  8. Avatar

    Matt

    27. Juni 2017 15:36 at 15:36

    Seit wann machen Banken mit der Vergabe von Krediten minus? Wie soll das gehen, wenn man weiß was genau ein Kredit ist und wie er „entsteht“. Die Banken machen sicher niemals Minus.

    • Avatar

      walter

      27. Juni 2017 15:43 at 15:43

      …nicht so laut…der Uninformierte soll doch aufs falsche Gleis gefuehrt werden…
      Ist doch so gewollt!
      Aber mit Arbeitslosen bzw.Billigloehnern im Dienstleistungsgewerbe, kann die Bank keine Gewinne machen,das ist schon mal FAKT!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. Juni 2017 15:51 at 15:51

      @Matt, da empfehle ich dringend, einmal das Wort „Fristentransformation“ zu googlen!

  9. Avatar

    Dickbär

    27. Juni 2017 16:11 at 16:11

    @Wolfgang M. Sie haben schon recht dass die Dickfische die Wende auslösen, aber wenn man darauf wartet u.die ersten 2 Minustage verpasst sind wir vielleicht schon 5-7% vom Hoch weg dann werden uns die guten Berater um Geduld bitten weil es ja immer wieder Rebounds gibt,
    u.nach einer Woche sind wir dann vielleicht 10% vom Hoch weg.Eines ist sicher ,die Korrekturen kommen immer Überraschend, vielleicht gibts auf Quartalsende noch ein Window- Dressing u.nachher EINE WUNDERSCHÖNE LÄNGERE KORREKTUR,
    ICH ,DER HERR FUGMANN ,W.SCHMID U.DIE 2-3 anderen Bären weltweit hätten sich das schon lange verdient.

  10. Avatar

    PK

    27. Juni 2017 16:39 at 16:39

    ich hab immer ein Problem, wenn jemand sagt:
    „Die Märkte haben noch nicht kapiert“
    Wir haben Heerscharen von Analysten in den Banken sitzen, die jedes Wort in solchen Äusserungen fast in Echtzeit (oft EDV gestützt) exakt analysieren. Wenn eine Reaktion nicht relativ schnell auf solche News kommt, ist meine Erfahrung, daß sie einfach nicht kommen wird.
    Viel interessanter ist die Frage, WARUM sehen die Märkte diese Äusserungen nicht als bearisch an, denn ich stimme ja zu, daß das meiner Meinung nach ein guter Grund für einen 300 Punkte Abverkauf im Dow gewesen sein könnte.
    Aber er kam halt nicht.
    Es kostet in solchen Fällen oft zu viel Geld anzunehmen, die Märkte würden sich irgendwann schon der eigenen „richtigen“ Meinung anschließen.
    Hab auch noch einen kleinen short im NQ stehen, aber wenn der jetzt nicht bald in die Gänge kommt fliegt er auch wieder raus.
    Shorten macht aktuell keinen Spass. Dax hatte heute auch eine recht nette Unterstützung durchbrochen, war aber anscheinend wieder nur ein fake um Stops zu holen.

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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