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Die große Angst vor dem „Italexit“!

Die große Angst vor dem „Italexit“ geht um – also vor einem Ausscheiden Italiens aus der Eurozone. Italiens Rendite steigen massiv an, Umfragen zeigen, dass Italien die Eurozone verlassen könnte – mit unabsehbaren Folgen vor allem für Deutschland..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die große Angst vor dem „Italexit“ geht um – also vor einem Ausscheiden Italiens aus der Eurozone. Nach dem Sieg Trumps gehen die Märkte davon aus, dass die rechtspopulistischen Bewegungen auch in Europa weiteren Auftrieb bekommen werden – und das ist insbesondere in Italien virulent. Denn dort steht nicht nur das Referendum über die Senatsreform am 04.Dezember an – an die wiederum Ministerpräsident Renzi seine politische Zukunft gekoppelt hat (am Sonntag sagte Renzi in einem TV-Interview, er werde solange in der Politik bleiben, wie er etwas bewirken könne, und ansonsten sei die Politik eben nicht das einzige, was im Leben zähle).

renzi_2015
Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi. Foto: Gobierno de Chile / Wikipedia (CC BY 2.0)

Verliert Renzi das Refrendum, drohen Anfang 2017 Neuwahlen. Und bei diesen Neuwahlen zeichnen sich geänderte Macht-Verhältnisse ab: zwar liegt Renzis Demokratische Partei nach wie vor in Führung laut neuester Umfrage mit 33,5% der Stimmen, aber schon knapp dahinter folgt die Bewegung Cinque Stelle mit 28,5% – und Cinque Stelle will ein Referendum über den Austritt aus der Eurozone.

Da die ebenfalls Euro-skeptische Lega Nord sowie die Berlsconi-Partei Forza Italia (die eher opportunistisch ist und sich mit einer Regierung von Cinque Stelle wohl arrangieren würde) ein Bündnis schließen könnten, droht real eine Abstimmung über einen Austritt aus der Eurozone – und damit wohl das Scheitern des Euro! Denn die Kolleteralschäden bei einem Austritt Italiens wären kaum zu erfassen, Leidtragender wäre vor allem Deutschland, das über die Target2-Salden Italien faktisch seit Jahren kredititiert – und seine Ansprüche dann nicht mehr geltend machen könnte, weil die Forderung nur gegen das Eurosystem besteht – bei dem Italien dann nicht mehr dabei wäre! Faktisch wäre damit für Deutschland eine dreistellige Milliardensumme „futsch“..

Und die Märkte riechen das Unheil – die Renditen für die 10-jährige italienische Staatsanleihe (gehandelt als Future unter der Kennung BTP) schießen nach oben (respektive der Kurs fällt):

btp14-11-16

Der Abstand der Risikoprämien für italienische Staatsanleihen zu spanischen Staatsanleihen (jeweils bei der 10-jährigen) weiten sich so stark aus wie seit fünf Jahren nicht mehr:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

In den Großstädten Rom und Turin stellt die Bewegung Cinque Stelle bereits den Bürgermeister (in Rom die Bürgermeisterin Virginia Raggi) – daher nehmen auch die Märkte die Gefahr eines Ausscheidens Italiens aus der Eurozone zunehmend ernst. Es erwartet uns 2017 ein Jahr großer Umwälzungen, wie es aussieht..

27 Kommentare

27 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    14. November 2016 14:43 at 14:43

    Scheitert der €uro,dann scheitert Europa!Nein,eben nicht.Was scheitern wird ist die Führerin,von was eigentlich?Da Deutschland,mit scheiternden Führern/innen schon genug Erfahrung hat,wird die Abdankung der „Alternativlosen“eher Kräfte im deutschen Volk freisetzen,als andersrum!Merkel go home,egal wo home ist!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. November 2016 14:50 at 14:50

      @Wolfgang, das mag ja alles sein oder auch nicht; nur: das ökonomische Erdbeben und die Rechnung für das Auseinanderbrechen (Target2-Salden etc.)wird dann so hoch sein, dass mit Kräfte freisetzen erst einmal nix ist auf Jahre; dann heißt es irgendwie wieder auf die Beine kommen, und das dauert Jahre oder Jahrzehnte! Die Haftungsrisiken sind so gigantisch..

      • Avatar

        gerd

        14. November 2016 14:57 at 14:57

        Da sage ich doch mal wieder: „Danke Frau Merkel, danke, immer wieder danke!“

        • Avatar

          N.Ritter

          14. November 2016 15:45 at 15:45

          Och Herr Fugmann, jetzt fangen Sie auch noch mit diesem TARGET2-Popanz an…
          Das Risiko ist nicht der Saldo, sondern diejenigen, die im Fall der Fälle entscheiden, wie man mit ihm umgeht. Wenn man will, kann man den bis zu den griechischen Kalenden in der Notenbankbilanz versenken, ohne das er irgend jemanden dort stört. Die „Forderungen“ werden in „aktivistischen Ausgleichsposten“ umbenannt und gut ist.
          Wenn man nicht will, macht man die große Käpt’n-Ahab-Welle und hängt in dem Steuerzahler an den Hals – aber notwendig wäre das nicht.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            14. November 2016 15:49 at 15:49

            @Ritter, Target2 ist kein Popanz, sondern Realität! Im Finanzsektor sowie in der Finanzwissenschaft ist das nach anfänglicher Skepsis inzwischen kanonisch..

      • Avatar

        Wissender

        14. November 2016 15:27 at 15:27

        @ Fugmann
        In der Politik geschied nichts aus Zufall, und wenn es danach aussieht war es geplant.
        … alles läuft nach Plan
        Ordo ad Chao

      • Avatar

        Wolfgang Koch

        14. November 2016 15:48 at 15:48

        Herr Fugmann.Eigentlich möchte ich nicht der Nihilist schlechthin sein.Ich habe mein Leben zumindest finanziell im Griff,lese seit 10 Jahren die Börsenzeitungswochenendausgabe,entferne mich aber mehr&mehr der Wirtschafts und vor allem Finanzwelt/Börse.Börse/Finanzmarkt/Kapitalismus oder nostalgisch soziale Matrktwirtschaft!,stellt das noch einen Wert an sich dar,oder ist es nur noch ein vernachlässigbar kleiner Notenbankaspekt?Dumme?Frage?:Für was brauche ich Börse,das freie Spiel der Märkte,wenn ich vom Lender of last Resort,ohnehin alternativlos abhängig bin?QE,Kaufprogramme,Geldneuschöpfung.

  2. Avatar

    Lars

    14. November 2016 14:55 at 14:55

    Besser, ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
    Auf der anderen Seite erspart sich Deutschland dann einen weiteren dreistelligen Milliardenbetrag, den man in den nächsten Jahren in unfähige Volkswirtschaften pumpen müsste.

  3. Avatar

    m.d

    14. November 2016 14:56 at 14:56

    Also es ist schon verdammt schwierig in Deutschland 5 Mann unter einen Hut zu bekommen. Wir sind alle zu Pessimisten und Hinterfrager mutiert. Der Herr @Lossless könnte 9 mal Richtig liegen und einmal falsch und schon hätten wir mehr Beschwerden wie Danksagungen.
    Könnt ihr mal bitte alle euch selbst Hinterfregen.
    Ich finde es super das @lossless diesen Service anbietet und noch kostenlos.
    Von meiner Seite ein großes Danke schön
    MfG
    M.D

    • Avatar

      Michael

      14. November 2016 15:16 at 15:16

      Und was genau hat das jetzt mit diesem Thema hier zu tun?

  4. Avatar

    Marc

    14. November 2016 15:17 at 15:17

    Darum liebe ich finanzmarktwelt.de.
    Weil es manchmal mögliche Ereignisse „riecht“, die in den restlichen
    Finanzmedien noch kein Mensch auf dem Radar hat.
    Alle reden von Trump, aber keiner vom Italexit.
    Negatives Referendum-Neuwahlen-Italexit, dagegen ist die Trumpwahl ein Kindergeburtstag und ich weiss, wovon ich spreche, da ich Italien sehr gut kenne.
    Zum 4. Dezember ist es nicht mehr weit und trotzdem kaum ein Wort in den deutschsprachigen Medien zu diesem gefährlichen schwarzen Schwan. Ausser bei finanzmarktweld.de, die das Problem schon öfters angesprochen haben. Kompliment.

  5. Avatar

    kandoo

    14. November 2016 15:35 at 15:35

    Hallo!
    Nicht nur Italien ist überschuldet, Österreich hat derzeit 1000Milliarden € Schulden.
    Wie glaubt Ihr nicht:
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/diebilanz/5109133/Die-versteckte-BillionenStaatsschuldenlast?from=suche.intern.portal

  6. Avatar

    Michael

    14. November 2016 16:12 at 16:12

    Ohne Italien auch kein Draghi mehr!
    Ohne Draghi keine hirnrissige EZB-Zins- und QE-Politik mehr!
    Das wäre doch wunderbar, gäbe es nicht noch ein anderes kleines Problem: Wir brauchen dann überhaupt keine EZB mehr, weil der EURO bald gar nicht mehr und Europa in dieser Form nicht weiter existieren würde.

  7. Avatar

    Marc

    14. November 2016 16:23 at 16:23

    @Michael, vor allem sollte man dann keine ersparten
    Euros in den Banken oder sonstwo herumliegen haben.

    • Avatar

      Michael

      14. November 2016 16:31 at 16:31

      Richtig, lieber noch alle Konten bis zum äußersten Limit überziehen, vielleicht geht das dann im großen Crash mit unter :)

  8. Avatar

    uburberg

    14. November 2016 16:49 at 16:49

    Von den Target 2 Salden hat Prof. Sinn schon vor 2Jahren oder noch länger gewarnt. Der mag auch nicht everybodies Darling sein, aber ein wenig Durchblick hat der schon. Ich nehme mal an, dass schon fieberhaft nach Schuldigen gesucht wird, wenn das mit dem Euro und der EU in die Hose geht, wahrscheinlich vor den Wahlen in NL, FR, IT, DE
    Ich schlage vor, das dumme Volk in Europa, also hauptsächlich das Präkariat, oder vielleicht doch Putin, wenn er nicht gerade woanders überbeansprucht wird.

    • Avatar

      Michael

      14. November 2016 17:31 at 17:31

      @ uburberg: Lesen Sie doch oben oder in irgendeinem beliebigen Artikel Ihrer Wahl die Kommentare: Schuld ist immer Frau Merkel, egal was auf diesem Planeten passiert. Da muss nicht lange nach einem Schuldigen gesucht werden, und man kann sich auf den Wiederaufbau eines ganzen Kontinents konzentrieren.

    • Avatar

      Lars

      14. November 2016 17:41 at 17:41

      Was ist denn ein Präkariat?

      • Avatar

        C4

        15. November 2016 18:41 at 18:41

        „Unter Prekariat versteht man im Bereich der Politik und Soziologie einen Bevölkerungsteil, der in Armut lebt oder von Armut bedroht ist und nur geringe Aufstiegschancen hat. Diese Situation ist vor allem durch anhaltende Arbeitslosigkeit und fehlende soziale Absicherung geprägt.“

  9. Avatar

    oscar

    14. November 2016 18:38 at 18:38

    „Schäuble gibt deutsche Sparguthaben zur Euro-Sicherung frei – in unauffälligem FAZ-Artikel!“
    ja nee, das macht die rollende schwarze null so ganz aus menschenliebe. also zum bio deutschen steuerzahler. öhm ja die ganzen dazugekommenen facharbeiter und gebärfrauen , also dern finanzierung noch gar nich interessant. humanitärr peanuts bereich würde man mal sagen…
    einen teatlauf gabe es erfolgreich in zypern…wie schon vergessen. ah ja die größte leistung des hirn…nicht des verstandes ! vergessen. lol
    „Der Artikel hat für die Banken die juristische Gültigkeit eines offiziellen Schreibens des für sie weisungsbefugten Finanzministers. Die meisten Sparer werden erst 2024 bemerken, was das für sie bedeutet.“
    und es bleibt dabei, auch wenn dieser beitrag wieder gelöcht -zensiert wird, na und…die eu ist eine nicht legitimierte, verfassungsfreie diktatur, mit erpresserischen methoden lüge, verdummung, bevormundung und hoher krimineller energie der eurokraten ! genau das brauchen entwickelte emanzipierte gesellschaften soviel wie ein vogel flossen braucht. mfg

    • Avatar

      Lars

      15. November 2016 02:04 at 02:04

      @oscar:
      Dieser Beitrag wurde offensichtlich nicht „wieder gelöcht -zensiert„, was also wollen Sie uns mitteilen?
      Was sind „dazugekommene facharbeiter und gebärfrauen“?
      Was ist der „bio deutsche steuerzahler“?
      Und was sind „entwickelte emanzipierte gesellschaften“?

  10. Avatar

    N.Ritter

    14. November 2016 19:42 at 19:42

    @Herr Fugmann:
    Nochmal zu den TARGET2-Salden: Herr Sinn hat sicher einige Anhänger für seine Thesen gefunden, sie sind aber nach wie vor umstritten – auch wenn das nicht mehr die gleiche öffentliche Aufmerksamkeit findet. Herr Fratzscher z.Bsp. machte sich noch am 18.04.16 in der FAZ keine großen Sorgen.
    Es wäre auch unbegründet. Man kann eine Notenbankbilanz nicht betrachten wie die Bilanz einer beliebigen Geschäftsbank. Für eine Notenbank gibt es keinen Zwang ausfallende Forderungen zu Lasten des Eigenkapitals abzuschreiben, weil das „Eigenkapital“ einer Notenbank in unserem Geldsystem eine völlig virtuelle Größe ist, die durch eigene Geldschöpfung der Notenbank zustande kommt. Deshalb ist es auch unsinnig, den Staat/Steuerzahler in Haftung zu nehmen, denn die könnten auch bloß „nachschießen“, was die Notenbank vorher selbst aus dem Nichts produziert hat. Es ist eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt.

  11. Avatar

    Lars

    14. November 2016 20:37 at 20:37

    Am Ende ist (war) ein gemeinsames Europa mit einer gemeinsamen Währung ein jämmerlich fehlgeschlagenes Experiment. Eine wirklich, wirklich gute Idee mit historischem Potenzial, die aufgrund einer jämmerlichen Umsetzung konterkariert und wohl traurigerweise für lange Zeit zerstört wurde.
    Da sucht man nach gemeinsamen Normen für die Krümmung und Länge einer Banane, oder erfindet die EU-Normung einer (technisch fast unmöglichen und v.a. sinnlosen) Asphaltsorte, die sowohl in der brütenden Sommerhitze Siziliens, als auch in den nördlichsten Permafrostregionen sämtlichen Ansprüchen an Hitze, Kälte, Geräuschentwicklung, Haltbarkeit etc. entspricht. Alles soll vereinheitlicht und genormt werden.
    Doch niemand berücksichtigt die geografischen, kulturellen und sozialen Gepflogenheiten.

    • Avatar

      Michael

      14. November 2016 21:49 at 21:49

      Exakt!!!
      Selbst jeder einzelne verblödete Gouverneur der großartigen, aber vereinigten Bundesstaaten von Gottes Gnaden hat mehr Entscheidungsfreiheit. Todesstrafe hier, Legalisierung von Marihuana dort. Selbst die obskure Wahlmännerregel (the winner takes it all) gilt nicht in allen Bundesstaaten, wer will, darf sogar demokratisch wählen.
      In Europa hingegen toben sich die Bürokraten aus, ohne Überwachung, ohne Kontrolle und vor allem, ohne wirklich demokratisch gewählt zu sein. Da liegt zwar manchmal einem Wahlzettel zu einer nationalen Wahl (kommunal, Landtag, Bund, keine Ahnung) ein Zettel bei, auf dem es um den EU-Kandidaten geht (von dem normalerweise nie zuvor auch nur ein Wort zu hören war). So macht der Wähler also sein Kreuz nochmal bei der Partei, die er auch schon zuvor aus ganz anderen Motiven favorisiert hat.
      Das alles wurde viel zu schnell, zu unüberlegt durchgeprügelt, nicht zuletzt dank einer überdimensionalen 16-jährigen narzisstischen Plage:
      http://www.n-tv.de/politik/Wie-Kohl-den-Deutschen-den-Euro-aufzwang-article14764131.html
      Nachdem er sich ja äußerst opportunistisch bereits die Deutsche Einheit auf seine Fahnen schrieb, und nicht der Bevölkerung der ehemaligen DDR oder Gorbatschows Glasnost und Perestroika, hoffte er, mit dem wenig durchdachten Durchprügeln des EURO endgültig in die Geschichtsbücher eingehen.
      Ein Staatsmann zu werden, wie Willy Brandt oder Helmut Schmidt
      Das wird er nun, auf die eine oder andere Weise.

  12. Avatar

    Michael

    14. November 2016 22:54 at 22:54

    Selbst jeder einzelne der großartigen verblödeten, aber vereinigten Bundesstaaten von Gottes Gnaden hat mehr Entscheidungsfreiheit. Todesstrafe hier, Legalisierung von Marihuana dort. Selbst die obskure Wahlmännerregel (the winner takes it all) gilt nicht in allen Bundesstaaten, wer will, darf sich sogar demokratisch verhalten.
    In Europa hingegen toben sich die Bürokraten aus, ohne Überwachung, ohne Kontrolle und vor allem, ohne wirklich demokratisch gewählt zu sein. Da liegt zwar manchmal einem Wahlzettel zu einer nationalen Wahl (kommunal, Landtag, Bund, keine Ahnung) ein Zettel bei, auf dem es um den EU-Kandidaten geht (von dem normalerweise nie zuvor auch nur ein Wort zu hören war). So macht der Wähler also sein Kreuz nochmal bei der Partei, die er auch schon zuvor aus ganz anderen Motiven favorisiert hat.
    Das alles wurde viel zu schnell, zu unüberlegt durchgeprügelt, nicht zuletzt dank einer überdimensionalen 16-jährigen narzisstischen Plage:
    http://www.n-tv.de/politik/Wie-Kohl-den-Deutschen-den-Euro-aufzwang-article14764131.html
    Nachdem das politisch und physische Walross sich ja äußerst opportunistisch bereits die Deutsche Einheit auf seine Fahnen schrieb, und nicht der Bevölkerung der ehemaligen DDR oder Gorbatschows Glasnost und Perestroika, hoffte er, mit dem wenig durchdachten Durchprügeln des EURO endgültig in die Geschichtsbücher eingehen.
    Ein Staatsmann zu werden, wie Willy Brandt oder Helmut Schmidt
    Das wird er nun, auf die eine oder andere Weise.

  13. Avatar

    Michael

    15. November 2016 01:39 at 01:39

    @ Fugmann
    Hallo Markus, leider dauert es manchmal mehrere Minuten bis zu einer halben Stunde, bis sich die Seite nach einem Kommentar neu aufbaut, was mich glauben lässt, dass die Übertragung fehlgeschschlagen ist. Am Ende stehen dann zwei meiner Kommentare da, die fast ähnlich sind.
    Das ist mir peinlich, weil es populistisch wirkt. Lässt sich das vermeiden?

  14. Avatar

    Friedrich Georg

    15. November 2016 15:12 at 15:12

    Dass Italien aufgrund gravierender ökonomischer und kultureller Unterschiede aus der Eurozone ausscheiden wird, ist ziemlich klar, es sei denn der EURO wird endgültig zur Weichwährung abgewertet und die Euroschulden vergemeinschaftet. Dann muss aber vorher Deutschland zwingend aussteigen! Die Phase der Unsicherheit zwischen dem 4. Dez. und einer wackeligen Regierungskoalition nach Neuwahlen im Frühjahr 2017 wird die Ansteckungseffekte soweit verstärken, dass die gesamte EU zerbrechen wird.

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Allgemein

EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Anleihen

China hält immer weniger US-Staatsanleihen – warum das kein Problem ist

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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US-Flagge

China hält immer weniger US-Staatsanleihen. Laut aktueller Veröffentlichung des US-Finanzministeriums hielt China im Monat September ein Volumen von 1,061 Billionen US-Dollar. Vor genau einem Jahr waren es noch 1,102 Billionen Dollar. Der aktuelle Stand ist der niedrigste Wert seit drei Jahren. Der folgende Chart  zeigt, dass die Tendenz seitdem stetig fallend ist. Will sich da jemand unabhängig vom US-Dollar machen?

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Man kann gleich aus zwei Gründen sagen, dass diese Entwicklung für die USA als gigantischer Neuschulden-Aufnehmer kein echtes Drama darstellt. Denn die folgende Detailgrafik mit den aktuellsten Daten zeigt, dass das Volumen von US-Staatsanleihen, das durch ausländische Eigentümer gehalten wird, binnen Jahresfrist sogar gestiegen ist von 6,92 auf 7,07 Billionen Dollar.

Und zweitens kauft die US-Notenbank Federal Reserve genau wie die EZB und zahlreiche andere Notenbanken derzeit ja in gigantischem Ausmaß die Schulden des eigenen Landes auf. Nur so können die Länder in dieser Coronakrise massiv neue Schulden machen, und das auch noch mit traumhaft günstigen Konditionen. Seit Beginn der Coronakrise im März hat die Fed für 2 Billionen Dollar US-Staatsanleihen aufgekauft. Noch Mitte Februar lag die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen bei 1,57 Prozent. Jetzt sind es 0,86 Prozent.

Grafik zeigt die größten ausländischen Eigentümer von US-Staatsanleihen

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Allgemein

Logik der Transferunion: Fünf-Sterne fordern EZB zu Schuldenerlass für Italien auf

Claudio Kummerfeld

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Geld aus dem nichts von der EZB?

Die mit in der italienischen Regierung sitzende Fünf-Sterne-Bewegung hat heute in einem Blog-Eintrag die Europäische Zentralbank dazu aufgefordert, dass sie Italien einfach Schulden erlassen solle. Aber halt. Wie, was, warum? Die EZB kauft seit Jahren in Billionen-Höhe Anleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf, so auch die von Italien. Offiziell nicht, aber de facto werden die Regierungen von der EZB durchgefüttert (Staatsfinanzierung), mit oft nicht mehr vorhandenen Zinsen.

Und in der Coronakrise hat die EZB nochmal kräftig nachgelegt mit neuen Aufkaufprogrammen in Höhe von 1,35 Billionen Euro. So konnten die Länder in der Eurozone sich in der Coronakrise weiter kräftig verschulden, und die EZB stand als Aufkäufer am Anleihemarkt stets parat. Nun soll die EZB laut Fünf-Sterne-Bewegung Italien doch bitte diejenigen Schulden erlassen, die mit der Schuldenaufnahme für die Bewältigung der Coronakrise zu tun haben. Laut dem Blog-Eintrag gehe es um eine Summe von 140 Milliarden Euro, die bis Jahresende noch auf 200 Milliarden Euro steigen werde.

Die Fünf-Sterne-Bewegung deutet auch an, dass man sich am liebsten die Streichung aller italienischen Schulden wünscht, die von der EZB gehalten werden. Aber doch auf jeden Fall diejenigen, die mit Corona zusammenhängen. Denn das wäre leicht machbar und fair. Tja, so ist das im sozialistischen Märchenland. Man nimmt Kredite auf, die man eh nicht zurückzahlen will. Und in diesem Fall… was soll´s, die EZB gehört ja eh den Mitgliedsstaaten, also auch Italien? Daher kann man praktisch selbst Geld drucken, es an sich selbst verleihen, und dann sich selbst (über das Vehikel der EZB) die eigenen Schulden erlassen?

So einfach geht Politik im linken Märchenland, wo Geld aus dem Nichts entsteht, wo es nicht erwirtschaftet werden muss, und wo aus so einer Vorgehensweise keinerlei Probleme entstehen. Und natürlich, da kann man sich sicher sein… selbst wenn die EZB diese Forderungen gegenüber Italien wirklich streichen würde (was nicht passieren wird), dann wäre dies nicht die letzte derartige Forderung. Dann würde es heißen: Schaut her, es geht doch. Dann kann die EZB von nun an auch als Dauer-Einrichtung neue Anleihen kaufen, und danach auf die Rückzahlung der Forderungen verzichten. Dass die EZB dann selbst Verluste in Billionenhöhe anhäufen würde, welche wiederum Italien und alle anderen Eigentümer der EZB zu bezahlen hätten… egal.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank twitterte zu dieser Forderung aus Italien vor wenigen Minuten, dass dies die politische Logik der Transferunion sei. Ja, was soll man dazu noch sagen? Erst das Geld nehmen, und dann nicht zurückzahlen wollen, weil man es sowieso nie vor hatte. Das Geld entsteht ja irgendwo im luftleeren Raum. Aus der Illusion wird eine Wirklichkeit. Wo ist also das Problem, wenn man diese Schulden einfach streicht? So einfach und angenehm ist diese linke Sichtweise auf komplexe finanzielle Zusammenhänge.

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